Frauen steht heutzutage alles offen: Studium, vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten und eine
erfolgsversprechende Karriere. Auf der anderen Seite möchte die Mehrzahl weiblicher
Arbeitnehmer auf Familie und Kinder nicht verzichten. Diesem Zwiespalt gerecht zu werden,
gestaltet sich für viele Frauen immer schwieriger: Wie können Familie und Beruf unter einen
Hut gebracht werden? Welche Möglichkeiten gibt es für Eltern, diese
Vereinbarungsproblematik am besten zu bewerkstelligen? In dieser Arbeit soll analysiert
werden, welche Probleme auftreten, wenn der Spagat zwischen Beruf und Kindern gemeistert
werden muss.
Anstoß zu diesem Vorhaben ist die Teilnahme an dem Seminar „Soziologie der Erwerbsarbeit
und der Berufe“. Beginnen möchte ich mit den Begriffsdefinitionen und deren
Zusammenhängen in den darauf folgenden Kapiteln.
Inhaltsverzeichnis
1.Inhaltsverzeichnis
2.Einleitung
3.Begriffsdefinition von Erwerbsarbeit, Elternschaft und Vereinbarung
4.Erwerbsarbeit und Familienleben- Von der Trennung zum Spannungsfeld
5.Vereinbarungsproblematik
6.Erwerbsorientierungen von Frauen und Müttern
7.Zwei Karriere-Familien
8.Doppel und Mehrfachbelastungen
9.Hohe normative Ansprüche an Familie bzw. Partnerschaft und an die Erwerbstätigkeit
10.Fazit
11.Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Spannungsfeld zwischen der beruflichen Erwerbstätigkeit und der privaten Familienrolle. Ziel ist es, die strukturellen Probleme und normativen Anforderungen zu analysieren, mit denen Eltern – insbesondere Mütter – konfrontiert sind, wenn sie den Wunsch nach einer beruflichen Karriere mit der Verantwortung für Kinder vereinbaren möchten.
- Historische Entwicklung der Trennung von Arbeits- und Familienwelt
- Strukturelle Barrieren bei der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Elternschaft
- Sozioökonomische Aspekte der Doppel- und Mehrfachbelastung
- Die Rolle geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung in der modernen Gesellschaft
- Normative Ansprüche an moderne Partnerschaften und Erziehung
Auszug aus dem Buch
4.Erwerbsarbeit und Familienleben- von der Trennung zum Spannungsfeld
In der vorindustriellen Gesellschaft waren die Familien bzw. Haushalte gleichzeitig die wichtigsten Stätten der Produktion. Das am weitesten verbreitete Wirtschafts- und Sozialgebilde war die Sozialform des „ganzen Hauses“ als die Einheit von Produktion und Haushalt bzw. des Familienlebens. Durch die Ausbreitung der kapitalistischen Produktionsweise wurde die multifunktionale Lebensweise zurückgedrängt und führte zur einschneidendsten Veränderung der familiären Lebensverhältnisse durch die zunehmende Trennung von Haushalt und Erwerbsarbeit. Gründe dafür waren die Lohnarbeit, das Verkaufen der Arbeitskraft gegen Entgelt, als ein Grundmuster von Erwerbsarbeit im Kapitalismus. Die bürgerliche Familie wurde im Zuge der Industrialisierung zum gesellschaftlichen Leit- und Idealbild. Das Lebens- und Orientierungsmuster der bürgerlichen Familie wurde neu definiert durch die Separation von Arbeit und Familie/Haushalt. Dies geschah vor allem durch die Trennung von Wohnung und Arbeitsstätten. Eine ebenso wichtige Voraussetzung für die Privatisierung des familiären Zusammenhanges ist der eingeführte Angestelltenstatus von Gesinde und Dienstboten. Ebenso die Polarisierung der sozialen Position der Geschlechter: Frauen wurden aus der Produktion ausgeschlossen und auf den privaten Bereich verwiesen. Die Kinderbetreuung und –erziehung wurde zur alleinigen Aufgabe der Frau. Die Trennung von männlicher Erwerbstätigkeit und weiblicher Familien- und Hausarbeit setzte sich allerdings aufgrund der schlechten Lebensbedingungen nur bei den wohlhabenden Familien durch. Die Mehrheit der Bevölkerung konnte sich diesen Luxus nicht leisten.
Zusammenfassung der Kapitel
2.Einleitung: Einführung in die Problematik des Zwiespalts zwischen Karrierewunsch und Familienpflichten sowie Skizzierung des methodischen Vorgehens.
3.Begriffsdefinition von Erwerbsarbeit, Elternschaft und Vereinbarung: Klärung zentraler Begriffe wie Erwerbsarbeit als Entgelterwerb versus unbezahlte Reproduktionsarbeit sowie die Dynamik der Vereinbarkeit.
4.Erwerbsarbeit und Familienleben- Von der Trennung zum Spannungsfeld: Historische Analyse der Trennung von privatem Haushalt und öffentlicher Erwerbssphäre durch die Industrialisierung.
5.Vereinbarungsproblematik: Darstellung des Spannungsfeldes auf ökonomischer, sozialer und rechtlicher Ebene sowie der Druck auf Organisationen.
6.Erwerbsorientierungen von Frauen und Müttern: Untersuchung des Wandels hin zur Erwerbsorientierung trotz bestehender gesellschaftlicher Vorbehalte.
7.Zwei Karriere-Familien: Beleuchtung der speziellen Herausforderungen für Paare, bei denen beide Partner eine hohe berufliche Ambition verfolgen.
8.Doppel und Mehrfachbelastungen: Analyse der physischen und psychischen Belastungen, die aus der gleichzeitigen Ausübung von Beruf und Familienmanagement entstehen.
9.Hohe normative Ansprüche an Familie bzw. Partnerschaft und an die Erwerbstätigkeit: Diskussion der steigenden qualitativen Anforderungen an Kindererziehung und Partnerschaft bei gleichzeitigem Druck zur beruflichen Selbstverwirklichung.
10.Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass der Spagat zwischen Kind und Karriere ein zunehmendes strukturelles Problem bleibt.
11.Bibliographie: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Online-Ressourcen.
Schlüsselwörter
Erwerbsarbeit, Familienleben, Vereinbarkeit, Doppelbelastung, Rollenkonflikt, Industrialisierung, Kinderbetreuung, Geschlechterrollen, Berufstätige Mütter, Karriere, Lebensgestaltung, Reproduktionsarbeit, Sozialstatus, Arbeitsorganisation, Vereinbarungsproblematik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse des Spannungsfeldes zwischen dem Wunsch nach beruflicher Karriere und der Übernahme von familiären Verpflichtungen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese der Trennung von Arbeits- und Privatleben, den ökonomischen Anforderungen an Eltern sowie den gesellschaftlichen Rollenerwartungen an Mütter und Väter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Aufarbeitung der strukturellen Probleme, die entstehen, wenn Erwerbstätigkeit und Elternschaft in der heutigen Gesellschaft synchron realisiert werden sollen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Herangehensweise auf Basis soziologischer Fachliteratur und aktueller sozialpolitischer Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die historische Entwicklung, die Analyse der Vereinbarkeitsproblematik auf verschiedenen Ebenen (ökonomisch, rechtlich, sozial) sowie die Untersuchung von Zwei-Karriere-Familien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Vereinbarkeit, Erwerbsarbeit, Doppelbelastung, Geschlechterrollen und die Transformation familiärer Lebensformen.
Wie wirkt sich die Industrialisierung auf die moderne Familie aus?
Laut der Arbeit führte sie zur räumlichen und funktionalen Trennung von Arbeitsstätte und Wohnort, was die heutige Vereinbarkeitsproblematik erst entstehen ließ.
Warum wird die Rolle der Frau besonders hervorgehoben?
Da Frauen nach wie vor die Hauptlast der unbezahlten Reproduktionsarbeit tragen, stehen sie besonders stark unter dem Druck, ihre Erwerbsbiografien an familiäre Anforderungen anzupassen.
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- Anika Geldner (Author), 2008, Erwerbsarbeit und Familienleben als Spannungsfeld, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123505