Der Hauptfokus dieser Arbeit liegt am Informations- und Wissensaustausch über das Intranet. In den meisten Unternehmen befindet sich bereits ein Intranet im Einsatz. Es sind die unterschiedlichsten Technologien anzutreffen. Die dahinter steckende Grundidee haben alle gemeinsam. Es geht darum, eine organisationsinterne Möglichkeit zu bieten, sich auszutauschen, Informationen zur Verfügung zu stellen und Arbeitsabläufe zu unterstützen.
Doch nicht immer wird das Intranet von den MitarbeiterInnen entsprechend genutzt. Trotz der Bemühungen, alle notwendigen Informationen in diesem Medium zur Verfügung zu stellen, werden von den MitarbeiterInnen andere Medien und Wege für die Beschaffung dieser Informationen verwendet. Dies ist oft auch der Anlass, dass bestehende Intranet - Seiten einem so genannten Relaunch unterzogen werden. Das heißt es wird das Intranet auf die aktuellsten Technologien umgestellt, um damit den MitarbeiterInnen die beste Unterstützung zur Verfügung zu stellen zu können. Oft zeigt sich jedoch, dass die Umstellung auf eine neuere Technologie nicht den gewünschten Effekt bei der Intranet-Nutzung erzielt.
Anhand des Fallbeispiels soll gezeigt werden, wie eine mögliche Vorgangsweise zur Verbesserung der Intranet-Nutzung aussehen könnte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einführung in die Thematik Wissen
2.1 Wissensmanagement
2.2 Definition Wissen
2.3 Arten von Wissen
2.3.1 Implizites und Explizites Wissen
2.3.2 Organisationales und Personales Wissen
2.4 Unterschied Daten, Information, Wissen
2.4.1 Systemtheoretischer Erklärungsansatz (nach Willke)
2.4.2 Erklärung anhand der Wissenstreppe nach North
2.4.3 Erklärung durch Nonaka/Takeuchi
2.5 Austausch von Wissen
2.5.1 Grundschema
2.5.2 Erweitertes Modell
2.6 Zusammenfassung
3 Intranet
3.1 Definition
3.2 Einsatzfelder und mögliche Anwendungen
3.3 Auswirkungen auf die Kommunikation
3.4 Zusammenfassung
4 Systemtheoretische Grundlagen
4.1 Die Bedeutung der Systemtheorie für die Organisationsentwicklung
4.2 Sprache und Grundbegriffe der Systemtheorie
4.2.1 Definition System
4.2.2 Eigenschaften von Systemen
4.3 Theorie sozialer Systeme
4.3.1 Selbstreferentielle Systeme
4.3.2 Komplexitätsbegriff
4.3.3 Kontingenz
4.3.4 Sinn
4.3.5 Autopoietische Geschlossenheit
4.3.6 Kommunikation
4.4 System und Umwelt
4.5 Unternehmen als soziales System
4.6 Vorteile der Systemtheorie
4.7 Zusammenfassung
5 Systemische Beratung
5.1 Systemische Schleife als Basismodell
5.2 Interventionen
5.2.1 Interventionsbaum
5.2.2 Interventionswerkzeuge
5.2.3 Reflecting Team
5.2.4 Positive Konnotation
5.2.5 Das Gute im Schlechten
5.2.6 Reframing - Umdeutung
5.2.7 Splitting
5.2.8 Paradoxe Intervention
5.2.9 Zirkuläre Fragen
5.2.10 Zusammenfassung Intervention
5.3 Hypothesen
5.4 Zusammenfassung
6 Empirische Untersuchung
6.1 Beschreibung der Ausgangssituation
6.2 Festlegung des Systems
6.3 Beschreibung der Vorgangsweise
6.4 Informationssammlung durch Zähler
6.4.1 Erklärung Zähler
6.4.2 Ergebnisse des Zählers
6.5 Information und Intervention durch Fragebogen
6.5.1 Fragebogen
6.5.2 Ergebnisse des Fragebogens
6.5.3 Nachbetrachtung des Fragebogens hinsichtlich Intervention
6.6 Intervention und Hypothesenbildung durch Interviews
6.6.1 Interviews
6.6.2 Ergebnisse Interviews
6.6.3 Resultierende Hypothesen
6.7 Interventionen
7 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, welche Interventionen umgesetzt werden können, um die Intranet-Nutzung in der Raiffeisen Centrobank AG zu steigern und somit den Wissens- und Informationsaustausch zu verbessern. Der Fokus liegt dabei auf der Anwendung systemtheoretischer Beratungsansätze.
- Wissensmanagement und Definitionen von Wissen, Information und Daten
- Intranet als technologische und kommunikative Plattform in Organisationen
- Systemtheoretische Grundlagen für die Organisationsentwicklung
- Systemische Beratung und Interventionswerkzeuge
- Empirische Untersuchung der Intranet-Nutzung und Ableitung von Handlungsempfehlungen
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Implizites und Explizites Wissen
Die Unterscheidung in implizites und explizites Wissen wird hier auf Polanyis Unterscheidung bezogen. Polanyi spricht davon, dass „wir mehr wissen, als wir zu sagen wissen.“ Polanyi untermauert diese Aussage sehr eindrucksvoll mit einer Beschreibung. So ist es uns z.B. möglich, jemanden anhand des Gesichts unter vielen anderen zu erkennen. Wie wir dieses Gesicht erkennen, können wir für gewöhnlich jedoch nicht erklären.
Nonaka und Takeuchi beziehen sich bei ihren Beschreibungen auf die Unterscheidung von Polanyi und beschreiben implizites Wissen als persönlich, kontextspezifisch und nur schwer kommunizierbar. Hingegen lässt sich das explizite Wissen in formaler, systematischer Sprache weitergeben.
In weiterer Folge legen sie fest, dass das implizite Wissen technische und kognitive Elemente enthält. Dabei sind unter den technischen Elementen konkretes Know-how, handwerkliches Geschick und Fertigkeiten zu verstehen. Die kognitiven Elemente beziehen sich auf Bilder und Visionen, die sich jemand macht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz des Wissensmanagements in Unternehmen dar und führt die zentrale Fragestellung zur Verbesserung der Intranet-Nutzung bei der Raiffeisen Centrobank AG ein.
2 Einführung in die Thematik Wissen: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe Wissen, Information und Daten sowie deren Abhängigkeiten und stellt verschiedene Wissensmodelle vor.
3 Intranet: Hier wird das Intranet als Medium der internen Kommunikation beleuchtet und dessen Einsatzmöglichkeiten sowie Auswirkungen auf Unternehmenskulturen diskutiert.
4 Systemtheoretische Grundlagen: Dieses Kapitel legt das theoretische Fundament der systemischen Beratung dar, indem es Organisationen als soziale, autopoietische Systeme definiert.
5 Systemische Beratung: Der Fokus liegt auf der methodischen Vorgehensweise systemischer Beratung, insbesondere der systemischen Schleife als Basismodell für Interventionen.
6 Empirische Untersuchung: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise der Fallstudie bei der Raiffeisen Centrobank AG, inklusive Zähler-Auswertung, Fragebogen und Interviews zur Identifikation von Interventionen.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Hypothese, dass Informationslücken über Intranet-Funktionalitäten die Nutzung signifikant hemmen.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Intranet, Systemtheorie, Systemische Beratung, Interventionen, Wissensaustausch, Organisationsentwicklung, Soziale Systeme, Autopoiesis, Kommunikation, Daten, Information, Fragebogen, Empirische Untersuchung, Wissensmodell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie durch systemische Interventionen die Intranet-Nutzung in der Raiffeisen Centrobank AG zur Förderung des Wissensaustausches gesteigert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Systemtheorie, systemische Beratungsmethoden, Wissensmanagement und die technische sowie organisatorische Rolle von Intranets in Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, welche gezielten Interventionen gesetzt werden können, um die Akzeptanz und Nutzung des Intranets als Wissensmedium zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein qualitativer Ansatz im Rahmen einer Fallstudie gewählt, gestützt auf systemtheoretische Konzepte, Fragebögen und zirkuläre Interviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Systemtheorie, Wissensbegriffe), die Vorstellung des Beratungsmodells (systemische Schleife) sowie die empirische Analyse der Ausgangslage in der Raiffeisen Centrobank AG.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wissensmanagement, Systemtheorie, Systemische Beratung, Intervention, Intranet, Organisationsentwicklung.
Wie wurde das System in der empirischen Untersuchung abgegrenzt?
Das System wurde nicht über Abteilungen, sondern über jene Mitarbeiter definiert, die sich mit der Wartung und Bereitstellung von Inhalten im Intranet befassen, um eine spezifische Gruppe für die Interventionsplanung zu identifizieren.
Welche Erkenntnis hat die Arbeit bezüglich der Hypothesen geliefert?
Die Arbeit widerlegte die Annahme, dass das Intranet grundsätzlich abgelehnt wird, und zeigte auf, dass vor allem Unkenntnis über die Möglichkeiten zur Mitgestaltung und Bereitstellung von Informationen der Hauptgrund für die geringe Nutzung war.
- Quote paper
- Ing.Mag(FH) Michael Wild (Author), 2007, Ermittlung von Interventionen für den Wissens- und Informationsaustausch mittels Intranet bei der RCB, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123509