Die Einleitung zur Übertragung dieser Vorlesung aus
dem Schwedischen würdigt Erik G. Geijers Text von 1856 als denjenigen,
in dem historisch erstmalig der Gedanke eines innergöttlichen Du
auftaucht und der Momente einer Philosophie der Intersubjektivität antizipiert.
Inhaltsverzeichnis
- Vierte Vorlesung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Vorlesung zielt darauf ab, eine philosophische Perspektive zu entwickeln, die sowohl Idealismus als auch Realismus umfasst. Geijer kritisiert den deutschen Idealismus und Hegels Konzept des Absoluten und plädiert für eine intersubjektive Grundlage der Philosophie.
- Intersubjektivität als philosophisches Prinzip
- Kritik des deutschen Idealismus und Hegels Philosophie
- Die Rolle der Persönlichkeit und des Selbstbewußtseins
- Das Verhältnis von Identität und Duplizität
- Die Bedeutung von Erfahrung und Offenbarung in der Philosophie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Vierte Vorlesung beginnt mit der Einführung der zentralen Problematik: die Suche nach einem philosophischen Prinzip, das sowohl Dualität als auch Identität umfasst. Geijer analysiert die bestehenden philosophischen Ansätze und widerlegt die Vorstellung einer ursprünglichen Dualität zwischen Intelligenz und Natur, Subjekt und Objekt. Stattdessen argumentiert er, dass die höchste Einheit im Gegensatz zwischen Subjekt und Subjekt liegt. Die Analyse des Selbstbewusstseins und des Willens verdeutlicht die Unmöglichkeit von Identität ohne Duplizität. Es wird hervorgehoben, dass die Persönlichkeit sich nur durch den Kontakt mit anderen Persönlichkeiten entwickelt. Die Vorlesung untersucht weiter die Gemeinsamkeit zwischen Intelligenzen und diskutiert kritisch Hegels Konzept des "Absoluten" als unpersönliches Prinzip. Geijer argumentiert, dass dieser Ansatz zu Nihilismus führt. Stattdessen betont er die Notwendigkeit eines persönlichen Gottes als Grundlage der endlichen Persönlichkeit. Die Vorlesung beleuchtet schließlich das Verhältnis des Menschen zu Gott und die Rolle der Erfahrung in der Erkenntnis Gottes. Die Notwendigkeit der Offenbarung und die Wechselwirkung zwischen Erfahrung und Vernunft für wahres Wissen werden erläutert. Schließlich werden drei Grundverhältnisse als Ausgangspunkte der Philosophie und notwendige Momente in der menschlichen Entwicklung vorgestellt.
Schlüsselwörter
Intersubjektivität, Idealismus, Realismus, Hegel, Persönlichkeit, Selbstbewußtsein, Identität, Duplizität, Erfahrung, Offenbarung, Gott, Pantheismus, Nihilismus, menschliche Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Erik G. Geijer?
Erik G. Geijer war ein schwedischer Denker, dessen Vorlesungen von 1856 als Pionierarbeit für die Philosophie der Intersubjektivität gelten.
Was ist das zentrale Thema der Vierten Vorlesung?
Die Vorlesung behandelt die Suche nach einem philosophischen Prinzip, das Identität und Duplizität vereint, wobei die Intersubjektivität als Grundlage dient.
Wie kritisiert Geijer Hegel?
Geijer lehnt Hegels Konzept des "Absoluten" als unpersönliches Prinzip ab und argumentiert, dass dieser Ansatz zu Nihilismus führt.
Was versteht Geijer unter "Subjekt und Subjekt"?
Er argumentiert, dass die höchste Einheit nicht zwischen Subjekt und Objekt, sondern im persönlichen Verhältnis zwischen zwei Subjekten (Ich und Du) liegt.
Welche Rolle spielt Gott in Geijers Philosophie?
Geijer betont die Notwendigkeit eines persönlichen Gottes als Fundament für die Entwicklung der endlichen menschlichen Persönlichkeit.
Warum ist Offenbarung für Geijer wichtig?
Er sieht in der Wechselwirkung zwischen Erfahrung, Vernunft und Offenbarung den einzigen Weg zu wahrem Wissen über Gott und den Menschen.
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- M.A. Claus Lippe (Author), 1999, Vierte Vorlesung aus den Vorlesungen über die menschliche Geschichte von Erik G. Geijer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123556