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Vierte Vorlesung aus den Vorlesungen über die menschliche Geschichte von Erik G. Geijer

Aus dem Schwedischen ins Deutsche übertragen und eingeleitet von Claus Lippe

Titre: Vierte Vorlesung aus den Vorlesungen über die menschliche Geschichte von Erik G. Geijer

Travail d'étude , 1999 , 22 Pages

Autor:in: M.A. Claus Lippe (Auteur)

Théologie - Divers
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Die Einleitung zur Übertragung dieser Vorlesung aus
dem Schwedischen würdigt Erik G. Geijers Text von 1856 als denjenigen,
in dem historisch erstmalig der Gedanke eines innergöttlichen Du
auftaucht und der Momente einer Philosophie der Intersubjektivität antizipiert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Vierte Vorlesung aus den Vorlesungen über die menschliche Geschichte

Zur Übersetzung II

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser philosophischen Untersuchung von Erik Gustaf Geijer ist es, das Prinzip der Persönlichkeit als notwendige Grundlage für ein tieferes Verständnis von Philosophie, Denken und menschlicher Geschichte zu etablieren, indem die Einseitigkeit pantheistischer und idealistischer Systeme kritisiert wird. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie die Einheit von Subjekt und Objekt sowie das Verhältnis von Selbstbezug und Fremdbezug in einer spekulativen Philosophie sinnvoll vermittelt werden können, um eine lebendige Erkenntnis zu ermöglichen.

  • Kritik an Hegel und dem deutschen Idealismus hinsichtlich des Begriffs des "Absoluten".
  • Die Unmöglichkeit einer isolierten Persönlichkeit und die Notwendigkeit der Intersubjektivität.
  • Das Verhältnis von Vernunft, Offenbarung und lebendiger Erfahrung.
  • Die Rolle Gottes als notwendiger Grund und Gegenbild für menschliche Freiheit und Persönlichkeit.
  • Die Synthese von Realismus und Idealismus innerhalb der Philosophie der Geschichte.

Auszug aus dem Buch

Vierte Vorlesung

Wir kommen umgekehrt zu dem Schluß, daß die höchste Einheit, die zugleich Gegensatz ist, die ist, zwischen Subjekt und Subjekt; ein Satz, dessen Richtigkeit man schon daraus einsehen können sollte, daß das Interesse des Menschen für Philosophie Vernunftinteresse ist, Harmonie mit sich selbst zu finden; was Vernunft dabei sucht, ist sich selbst in einem anderen oder einem von derselben Art und Dignität wie sie selbst, so, daß der Trieb, der hier Einheit sucht, sich nicht früher begnügt, als daß das Objekt von derselben Dignität mit dem Suchenden selbst ist, ein freies Objekt, d.h. ein Subjekt: - womit das Prinzip der Persönlichkeit im strengsten Sinn ausgesagt ist.

Schon die Analyse des Persönlichkeitsbegriffs – des Begriffs des Selbstbewußtseins und der Selbstbestimmung – zeigt uns seine rechte Beschaffenheit: die von einer gleich unendlichen Duplizität wie Einheit; und dasselbe bekräftigt die Erfahrung.

Obwohl es fruchtlos ist, aus einem isolierten Selbstbewußtsein abzuleiten zu versuchen das Zweite, kann man schon daraus sehen, daß es ein Bewußtsein nicht gibt ohne Reflex der Gedanken auf sich, welches nicht geschehen kann, ohne, daß eine Intelligenz einer anderen Intelligenz begegnet und sich dadurch reflektiert; - denn der Gegensatz gegen ein Ich ist nicht bloß ein Nicht-ich, sondern ein anderes Ich.

Dasselbe lehrt auch die Erfahrung: ein isoliertes Selbstbewußtsein gibt es nicht, sondern es kommt zur Aktualität bloß dadurch, daß es sich entgegensetzt, nicht gegen sich selbst, sondern gegen ein anderes Subjekt. Laß das bestbegabte Wesen allein für sich selbst: Es würde sich nicht erhöhen über das Tier.

Eine isolierte Persönlichkeit ist deshalb unmöglich, die Persönlichkeit entwickelt sich nur durch Berührung mit einer anderen Persönlichkeit und gleichnotwendig wie der Persönlichkeitsbegriff Identität voraussetzt, ohne welche die Persönlichkeit nicht möglich ist, gleichnotwendig für dieselbe Denkbarkeit ist auch eine radikale Duplizität, - und nur deshalb, daß man diese Schwierigkeit nicht durchsetzt, ist man nicht zu einer richtigen Philosophie gekommen.

Zusammenfassung der Kapitel

Vierte Vorlesung: Dieses Kapitel stellt die zentrale Argumentation für das Prinzip der Persönlichkeit dar, das als Einheit von Subjekt und Subjekt die Basis für wahres Denken bildet.

Zur Übersetzung II: Dieser einleitende Teil verortet Geijers Philosophie kritisch gegenüber Hegel und erläutert die Bedeutung der Intersubjektivität und der Präsenz des Sinnes in der Sprache für das Verständnis von Selbst- und Fremdbezug.

Schlüsselwörter

Persönlichkeit, Subjektivität, Intersubjektivität, Idealismus, Realismus, Vernunft, Erfahrung, Geist, Gott, Duplizität, Identität, Bewusstsein, Selbstbestimmung, Philosophiegeschichte, Nihilismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die philosophische Grundlegung der Persönlichkeit und deren Bedeutung für das Verständnis des menschlichen Denkens und der Geschichte, insbesondere in Abgrenzung zum Idealismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Persönlichkeitsbegriff, das Wechselverhältnis von Selbst- und Fremdbezug, die Rolle Gottes als Bedingung der Freiheit sowie die notwendige Verbindung von Philosophie und lebendiger Erfahrung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass ein wahrhaftes philosophisches System von der Persönlichkeit ausgehen muss, um die absolute Ohnmacht abstrakter Begriffe (wie bei Hegel) zu überwinden und eine reale Vermittlung zwischen Denken und Sein zu leisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die dialektische Analyse des Bewusstseins und des Persönlichkeitsbegriffs, kombiniert mit einer geschichtsphilosophischen Reflexion über die menschliche Entwicklung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Unmöglichkeit isolierter Persönlichkeit, die Notwendigkeit der Intersubjektivität und kritisiert die pantheistische Sichtweise des "Absoluten", um das Prinzip der Persönlichkeit als höchste Instanz zu etablieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Persönlichkeit, Subjektivität, Intersubjektivität, Idealismus, Realismus, Vernunft, Erfahrung, Gott, Duplizität, Identität.

Wie definiert Geijer das Verhältnis zwischen Ich und Du?

Geijer betont, dass ein Selbstbewusstsein nur durch die Begegnung mit einem anderen, gleichwertigen Subjekt (einem anderen Ich) aktuell werden kann; das Ich benötigt das Du zur Konstituierung seiner eigenen Identität.

Warum lehnt der Autor die hegelianische Auffassung des "Absoluten" ab?

Er kritisiert, dass Hegel das Absolute als unpersönliches Prinzip fasst, welches keine reale Persönlichkeit hervorbringen kann, was seiner Meinung nach in einen "intellektuellen Pantheismus" und schließlich in Nihilismus führt.

Welche Rolle spielt Gott in Geijers System?

Gott wird als die notwendige absolute Persönlichkeit begriffen, die durch das Setzen eines freien Gegenbildes (des Menschen) erst die Voraussetzung für eine lebendige, existenzielle Begegnung und somit für die Geschichte schafft.

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Résumé des informations

Titre
Vierte Vorlesung aus den Vorlesungen über die menschliche Geschichte von Erik G. Geijer
Sous-titre
Aus dem Schwedischen ins Deutsche übertragen und eingeleitet von Claus Lippe
Auteur
M.A. Claus Lippe (Auteur)
Année de publication
1999
Pages
22
N° de catalogue
V123556
ISBN (ebook)
9783640332588
ISBN (Livre)
9783640332595
Langue
allemand
mots-clé
Vierte Vorlesung Vorlesungen Geschichte Erik Geijer Schwedischen Deutsche Claus Lippe
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
M.A. Claus Lippe (Auteur), 1999, Vierte Vorlesung aus den Vorlesungen über die menschliche Geschichte von Erik G. Geijer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123556
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Extrait de  22  pages
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