Im Folgenden wird eine Doppelstunde im Unterrichtsfach Evangelische Religionslehre (11. Klasse Gymnasium) betrachtet, wobei die erste Stunde das aktuelle Thema „75. Gedenktag für die Opfer des Holocaust“ zum Inhalt hat und die zweite das Thema „Die Entstehung der Bibel“ thematisch und methodisch fortsetzt und abschließt.
Hauptziel der ersten Stunde: Die SchülerInnen können die Sinnhaftigkeit des Gedenktags für die Opfer des Holocaust nachvollziehen.
Teilziele: Die SchülerInnen können bereits bekanntes Fachwissen zum Thema „Holocaust“ wiedergeben. Die SchülerInnen können Auszüge aus dem Liedtext „Stolpersteine“ bezogen auf das Stundenthema interpretieren. Die SchülerInnen können die momentane Situation des Antisemitismus in Deutschland durch aktuelle Beispiele begründen.
Hauptziel der zweiten/dritten Stunde: Die SchülerInnen können die Entstehungsgeschichte der Bibel in ihren groben Zügen nachvollziehen.
Teilziele: Die SchülerInnen können bereits bekanntes Fachwissen zum Thema „Entstehung der Bibel“ wiedergeben. Die SchülerInnen können die Entstehung des Alten Testaments grob erklären. Die SchülerInnen können die Entstehung des Neuen Testaments grob erklären. Die SchülerInnen können die Übersetzungen Targumim, Septuaginta, Vulgata und Lutherbibel sprachlich und zeitlich einordnen. Die SchülerInnen können Beispiele für die Wirkung der Bibel auf bestimmte Lebensbereiche (Kunst, Musik, Literatur) benennen. Die Schüler können mit den Medien Bild, Video, Audio und der selbständigen Internetrecherche umgehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Unterrichtsentwurf
1.1 Bedingungsanalyse
1.2 Didaktische Überlegungen und Begründungen
1.3 Begründung der didaktischen Stufung und des gewählten Methodenkonzepts
1.4 Verlaufsplan
1.5 Reflexion des durchgeführten Unterrichts
2. Individuelle Praktikumsreflexion im Fach Evangelische Religionslehre
Anhang
Dokumentation der verwendeten Unterrichtsmaterialien
Dokumentation der erwarteten Schülerleistungen
Dokumentation der tatsächlichen Schülerleistungen
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Planung und Reflexion einer Unterrichtseinheit für die 11. Klasse eines beruflichen Gymnasiums. Im Zentrum steht dabei die Verknüpfung historisch-politischer Bildung mit religiösen Grundfragen, um bei den Schülern Urteilskompetenz zu fördern und ein Bewusstsein für aktuelle Missstände wie Antisemitismus zu schaffen.
- Bedeutung des Holocaust-Gedenktags und aktuelle Bezüge zum Antisemitismus
- Stolpersteine als künstlerisches Vermittlungsprojekt gegen das Vergessen
- Historische und methodische Grundlagen der Bibelkunde (Entstehungsgeschichte)
- Förderung der Urteilsbildung durch moderne Unterrichtsmethoden (z.B. Blitzlicht, Galeriegang)
- Reflexion der pädagogischen Lehrerpersönlichkeit im Rahmen des Praxissemesters
Auszug aus dem Buch
1.1.2 Schlussfolgerungen für die Planung des Unterrichts
Da die SchülerInnen gesprächig, diskussionsfreudig und aufgeschlossen sind, achte ich bei der Planung des Unterrichts vor allem darauf ihnen viel Raum für den Austausch ihrer eigenen Ideen und Meinungen zu lassen. Sie sollen sich gedanklich mit einem Thema auseinandersetzen können und lernen begründet zu ihrer Meinung/Sichtweise Stellung zu nehmen. Das versuche ich durch Aufgaben, welche dem Anforderungsbereich III entstammen, umzusetzen. So sollen sie zu eigenständigen Wertungen, Begründungen und Urteilen kommen, durch Aufgabenstellungen wie „Bewerte!“, „Nimm Stellung!“, „Interpretiere!“.
In Bezug auf die Themenauswahl orientiert sich eine Lehrkraft am Lehrplan, jedoch werden dabei einige Freiheiten gelassen. Diese Freiheiten nutze ich bei der Planung einer Unterrichtsstunde für diese Klasse, um aktuelle Themen zu behandeln. Die SchülerInnen sind motivierter und interessierter, wenn Inhalte aus ihrer Lebenswelt besprochen werden. Außerdem kann so teilweise eine Relevanz von Unterrichtsinhalten für die reale Lebenswirklichkeit der SchülerInnen hergestellt werden.
Da ich die Bitte der SchülerInnen etwas für ihren kahlen Raum gestalten zu dürfen, umsetzen will, plane ich zum Thema „Die Entstehung der Bibel“ eine Kleingruppenarbeit, bei welcher als Ergebnis mehrere Plakate herauskommen sollen. Mit diesen können die SchülerInnen die Wände ihres Raumes schmücken. Da hierbei besonders Wert auf die Ergebnisse der SchülerInnen gelegt wird, plane ich für die Erarbeitung die den Schülern bekannten Methoden der Kleingruppenarbeit vorrangig verbunden mit Textarbeit einzusetzen. Die SchülerInnen sind mit diesen vertraut und sollten bei ihrer Umsetzung keine Probleme haben, damit sie sich vermehrt auf die Gestaltung der Plakate konzentrieren können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Unterrichtsentwurf: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Bedingungsanalyse der Lerngruppe, didaktische Begründungen für die Themenwahl und einen ausführlichen Unterrichtsverlaufsplan inklusive kritischer Reflexion.
2. Individuelle Praktikumsreflexion im Fach Evangelische Religionslehre: Hier werden persönliche Erkenntnisse bezüglich der fachlichen und methodischen Kompetenzentwicklung während des Praxissemesters sowie die allgemeine Reflexion der Lehrerpersönlichkeit thematisiert.
Schlüsselwörter
Unterrichtsentwurf, Evangelische Religionslehre, Holocaust, Gedenktag, Antisemitismus, Stolpersteine, Bibel, Bibelentstehung, Kleingruppenarbeit, Urteilskompetenz, Praxissemester, Lehrerpersönlichkeit, Religionspädagogik, Didaktik, Plakatgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die didaktische Planung und Durchführung von zwei Unterrichtseinheiten im Fach Evangelische Religionslehre für die 11. Klasse eines beruflichen Gymnasiums.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Gedenken an die Opfer des Holocaust sowie der Einführung in die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Bibel.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Hauptziel besteht darin, die Schüler zur Reflexion über aktuelle gesellschaftspolitische Themen wie den Antisemitismus anzuregen und gleichzeitig grundlegendes Wissen über die Entstehung der Bibel zu vermitteln.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Der Unterricht setzt auf aktive Methoden wie das "Blitzlicht" zur Aktivierung, Textarbeit, Gruppenarbeit sowie projektorientiertes Arbeiten in Form von Plakatgestaltungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst sowohl die Planungsvoraussetzungen und theoretischen Begründungen als auch den konkreten Verlaufsplan und die Reflexion der durchgeführten Stunden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Religionspädagogik, Holocaust-Gedenken, Bibelentstehung, Urteilskompetenz und Lehrerpersönlichkeit beschreiben.
Warum spielt das Projekt „Stolpersteine“ eine Rolle?
Das Projekt dient als realer Anknüpfungspunkt, um den Holocaust aus einer lebensweltorientierten, künstlerischen Perspektive zu behandeln und Brücken zum heutigen Antisemitismus zu schlagen.
Welche Rolle spielt die Gruppenarbeit bei der Bibelthematik?
Aufgrund des Umfangs des Themas "Entstehung der Bibel" wird die Klasse in vier Expertengruppen eingeteilt, die ihre Ergebnisse in Form von Plakaten aufbereiten und präsentieren.
Wie reflektiert die Lehrkraft ihren eigenen Lernprozess?
Die Lehrkraft stellt fest, dass ihre fachliche Sicherheit noch ausbaufähig ist, schätzt aber den Gewinn an methodischer Kompetenz und die Entwicklung ihres Lehrerprofils durch das Praxissemester ein.
Welche Schwierigkeiten traten im Unterricht auf?
Die Lehrkraft reflektiert kritisch eine zeitliche Fehlplanung in der ersten Stunde, die zu einer Verkürzung der geplanten Diskussion über aktuellen Antisemitismus führte.
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- Anonym (Autor), 2019, Eine Doppelstunde zu den Themen "Gedenktag für die Opfer des Holocaust" und "Wie ist die Bibel entstanden?" (11. Klasse Gymnasium, Fach Evangelische Religionslehre), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1235897