Ich schreibe diese Seminararbeit im Rahmen des Seminars, das den Einsatz von literarischen Texten im Fremdsprachenunterricht zum Inhalt hatte. Ich werde in meiner Seminararbeit dieses Thema behandeln und dabei meinen Fokus auf die Migrationsliteratur, ihre Entstehung und Entwicklung, richten. Ich werde mich auch damit beschäftigen, was Migrationsliteratur zum DaF-Unterricht beitragen kann. Das erste Kapitel gibt einen Überblick über die Entstehung und Verbreitung migrantischer Literatur, ausgehend von der Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland. Im Kapitel über die Entwicklungen migrantischer Literatur gehe ich vor allem auf soziologische Aspekte ein, die Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit migrantischem Hintergrund begleitet und beeinflusst haben, ihre Themen und Rezeption. Das dritte Kapitel zeigt die vielfältige Sprachverwendung in der Migrationsliteratur und welche Bedeutung Sprache und Gattung für ihre Entwicklung haben. Didaktik und pädagogische Ansätze im Sprachunterricht bilden das thematische Zentrum des vierten Kapitels. Darin soll dargelegt werden, in welcher Form Texte ausländischer Autorinnen und Autoren vor allem auch im DaF-Unterricht zum Einsatz kommen können und wie dadurch der interkulturelle Dialog belebt und gefördert werden kann.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Entstehung
2. Entwicklungen von Migrationsliteratur
3. Verwendung der Sprache, Mehrsprachigkeit als Stilmittel und Interkulturelles schreiben
3.1 Schreibweisen einzelner Autoren zwischen Kulturen
4. Didaktische Anstöße
4.1 Interkultureller Unterricht
5. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Seminararbeit ist die Untersuchung der Migrationsliteratur hinsichtlich ihrer historischen Entstehung, ihrer inhaltlichen Entwicklung und ihres didaktischen Nutzens im Unterricht für Deutsch als Fremdsprache (DaF), um den interkulturellen Dialog zu fördern.
- Historische Genese und gesellschaftliche Einordnung der Migrationsliteratur.
- Analyse der sprachlichen Vielfalt und Mehrsprachigkeit als literarische Stilmittel.
- Untersuchung von Ansätzen zur didaktischen Vermittlung im Sprachunterricht.
- Förderung interkultureller Kompetenz und Identitätsfindung durch literarische Texte.
Auszug aus dem Buch
1. Entstehung
Migrationsliteratur ist ein Begriff, der dazu benutzt wird, die Literatur zu bezeichnen, die von Autorinnen und Autoren geschaffen wird, die in ein fremdes Land migriert sind. Einheimische Literatinnen und Literaten schreiben überwiegend über Italien und Frankreich, die USA und Länder Asiens und Lateinamerikas, während die Literatur ihrer ausländischen Kolleginnen und Kollegen in Deutschland vorwiegend von Menschen türkischer und italienischer Herkunft stammen.
Die Literatur von Ausländerinnen und Ausländern, die in Deutschland – und auch in der Schweiz leben und schreiben, wurde erst Ende der siebziger Jahre dem Literaturbetrieb bewusst. Den Ausschlag dafür gaben Neuerscheinungen einer größeren Zahl deutschsprachiger Publikationen von Ausländerinnen und Ausländern. Zwar gab schon in den sechziger und siebziger Jahren einzelne umstrittene Erscheinungen, vor allem die mit dem Buch Disteln für Blumen (1970) beginnende Reihe von Gedichtbänden des Berliner Autors Aras Ören. Doch im Jahr 1978 wurde eine ganze Reihe von Titeln publiziert, von Autorinnen und Autoren unterschiedlichster Herkunft, die zunächst unter dem Namen „Gastarbeiterliteratur“ bekannt wurden. Die Publikationen wurden zahlreicher und die Nachfrage größer, und damit wurden seit Anfang der achtziger Jahre auch immer mehr große Taschenbuchverlage auf diese Literatur aufmerksam.
Die These von Yüksel Pazarkaya, dass Künstlerinnen und Künstler und Autorinnen und Autoren mit ausländischen Namen benachteiligt werden, trifft im Hinblick auf die Veröffentlichungsmöglichkeiten und die Beachtung, die ihre Texte erfahren, heute wohl nicht mehr zu. Stattdessen ist eine extreme Diskrepanz zwischen dem Interesse an der Migrationsliteratur einerseits und der Kontinuität von Abwehr- und Diskriminierungsäußerungen gegenüber Angehörigen und Lebensweisen kultureller und ethnischer Minderheiten andererseits entstanden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema des Einsatzes literarischer Texte von Migranten im Fremdsprachenunterricht ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die inhaltliche Struktur der Untersuchung.
1. Entstehung: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Begriffs Migrationsliteratur und beschreibt den Prozess, wie Literatur von ausländischen Autoren in Deutschland ab den späten 1970er Jahren öffentlich wahrgenommen wurde.
2. Entwicklungen von Migrationsliteratur: Hier werden soziologische Einflüsse sowie die thematische und literarische Bearbeitung von Arbeitsmigration untersucht, wobei der Wandel von einer eng gefassten Minderheitenliteratur hin zu einer breiten, interkulturellen Kunstform aufgezeigt wird.
3. Verwendung der Sprache, Mehrsprachigkeit als Stilmittel und Interkulturelles schreiben: Das Kapitel analysiert die vielfältige Sprachverwendung in der Migrationsliteratur und diskutiert, wie Mehrsprachigkeit und interkulturelle Perspektiven die literarische Gestaltung prägen.
3.1 Schreibweisen einzelner Autoren zwischen Kulturen: Es wird untersucht, wie Autoren mit Migrationshintergrund den Kontrast zwischen den Kulturen verarbeiten und welche literarischen Strategien sie nutzen, um Identitätskonflikte und Perspektivwechsel abzubilden.
4. Didaktische Anstöße: Der Fokus liegt auf der methodischen Vermittlung von Migrationsliteratur im Unterricht, wobei Auswahlkriterien für Texte und die Funktion von Werkheften für den DaF-Unterricht thematisiert werden.
4.1 Interkultureller Unterricht: Dieser Abschnitt erörtert, wie der Einsatz von Texten den interkulturellen Dialog fördern und zur Identitätsentwicklung von Lernenden mit Migrationshintergrund beitragen kann.
5. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Bedeutung der Migrationsliteratur als polylinguale und interkulturelle Kunstform und betont ihren Wert für die Förderung des Austauschs und der Verbindung verschiedener Kulturen im Unterricht.
Schlüsselwörter
Migrationsliteratur, DaF-Unterricht, Interkulturelles Lernen, Arbeitsmigration, Mehrsprachigkeit, Identitätsfindung, Gastarbeiterliteratur, Sprachdidaktik, Kulturkontakt, Textarbeit, Minderheitenliteratur, interkultureller Dialog, Literaturwissenschaft, Fremdsprachenerwerb, Migrationserfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Migrationsliteratur für den Fremdsprachenunterricht (DaF), wobei insbesondere die Entstehungsgeschichte, die inhaltliche Entwicklung und der didaktische Einsatz dieser Literaturform im Fokus stehen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den zentralen Feldern zählen die historische Entwicklung der Migrationsliteratur in Deutschland, der Einfluss von Arbeitsmigration auf literarische Sujets, die ästhetische Gestaltung von Mehrsprachigkeit sowie pädagogische Konzepte für den Unterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie Texte ausländischer Autoren konkret im DaF-Unterricht eingesetzt werden können, um den interkulturellen Dialog zu beleben und Verständnis für kulturelle Unterschiede zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die soziologische Aspekte mit didaktischen Ansätzen verbindet, um den Wandel von der „Gastarbeiterliteratur“ zur heutigen Migrationsliteratur theoretisch zu fundieren.
Was genau wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Wurzeln, die Entwicklung verschiedener Schreibstile zwischen den Kulturen, die Rolle der Sprache als Stilmittel sowie spezifische didaktische Strategien zur Vermittlung dieser Texte.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Migrationsliteratur, interkulturelle Kompetenz, Mehrsprachigkeit, DaF-Unterricht und der Wandel soziokultureller Identitäten im literarischen Diskurs.
Welche Rolle spielt die „Gastarbeiterliteratur“ für den modernen literarischen Diskurs?
Sie gilt als historischer Ausgangspunkt, wobei die Arbeit betont, dass sich die heutige Literatur weit von diesem eng gefassten, oft opferzentrierten Begriff entfernt hat und zu einer komplexen, interkulturellen Kunstform weiterentwickelt wurde.
Wie wird das Konzept des „interkulturellen Unterrichts“ im Text interpretiert?
Der Text versteht interkulturellen Unterricht nicht als bloße Vermittlung von Fakten, sondern als einen Prozess, der durch Literatur das Verständnis für andere Lebensentwürfe fördert und Lernende zu eigenem kreativen Umgang mit Sprache animiert.
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- Betül Özkan (Author), 2009, Allgemeine Einführung in die Migrationsliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123653