Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Darlegung verschiedener Sichtweisen von Gerechtigkeit in Vergangenheit und Gegenwart

Titel: Darlegung verschiedener Sichtweisen von Gerechtigkeit  in Vergangenheit und Gegenwart

Hausarbeit , 2007 , 12 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anika Geldner (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen meiner Hausarbeit möchte ich auf die verschiedenen Sichtweisen der Theorie der Gerechtigkeit eingehen. Anstoß zu diesem Vorhaben ist die Teilnahme an dem Seminar „Was ist politische Gerechtigkeit?“. Beginnen möchte ich mit einer Begriffsdefinition der Gerechtigkeit. Danach gehe ich auf die Gerechtigkeitstheorie von Aristoteles, Hobbes und Kant und auf einen Theoretiker der Gegenwart, John Rawls ein. Es sollen die Unterschiede von der Antike, über die Neuzeit bis hin zur Gegenwart dargestellt werden. Da das Thema Gerechtigkeit ein großes Spektrum umfasst, das sich nicht auf wenige Seiten fassen lässt, möchte ich in der vorliegenden Hausarbeit Gerechtigkeit aus verschiedenen historischen Gesichtspunkten in Augenschein nehmen und dabei die wichtigsten Teildisziplinen hervorheben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Gerechtigkeitsbegriff

Aristoteles und die Gerechtigkeit

Hobbes und Kant über die distributive Gerechtigkeit

Verteilungsgerechtigkeit der Gegenwart

Moderne Theorien der Gerechtigkeit

John Rawls und die Gerechtigkeit

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die verschiedenen philosophischen Sichtweisen auf den Gerechtigkeitsbegriff, um dessen Komplexität und Bedeutung von der Antike bis zur Gegenwart aufzuzeigen.

  • Historische Evolution der Gerechtigkeitstheorien
  • Unterscheidung zwischen ausgleichender und verteilender Gerechtigkeit
  • Die Rolle des Eigentums in den Gerechtigkeitskonzepten der Neuzeit
  • Gerechtigkeit als politisches und soziales Konstrukt
  • Die Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls

Auszug aus dem Buch

Aristoteles und die Gerechtigkeit

Der häufigste Ausgangs und Bezugspunkt der Gerechtigkeit ist die praktische Philosophie des Aristoteles. Er ist mit seiner auf die „Mitte“ zielenden Politie Konzeption für die repräsentative Demokratie heutiger Zeit anschlussfähig. Bei den zeitkritischen Entwurf von Aristoteles ging es neben der Ausrichtung auf das gute und tugendhafte Leben auch um die grundlegende Frage, unter welchen Bedingungen eine Rechts- und Staatsordnung in Bezug auf die kleinräumige Polisgesellschaft und eingeschränkt auf die männlichen Vollbürger als gerecht zu qualifizieren sind.

Man unterscheidet in der gerechtigkeitstheoretischen Tradition des Aristotelismus zwei Arten der Gerechtigkeit: die iustitia directiva und die iustitia distributiva. Die iustitia directiva ist die ausgleichende oder auch eine entschädigende Gerechtigkeit. Sie verlangt die Erfüllung von Schuldigkeitspflichten und macht in dem Sinne eine „Verbindlichkeit, die da war, ungeschehen“. Schuldigkeiten sind Mängel, die durch entsprechende Leistungen auszugleichen sind. Unrecht ist also bei der iustitia directiva mit einer Gleichgewichtsstörung vergleichbar, die nach Restabilisierung verlangt. Allerdings möchte sie nicht die vorliegende Ordnung des Rechts verbessern, sondern nur die Schäden ausbessern. Das Symbol für die Gerechtigkeitsform ist die Waage. Kant hat für diesen Gerechtigkeitstyp folgende Formel gefunden: „-a+a=0“5.

Also stützt sie sich auf einen arithmetischen Gleichheitsbegriff. Das heißt, falls sich die Menschen nur als Rechtsperson und somit unter der Perspektive völliger Gleichheit begegnen, ist allein Delikt und Vertragsinhalt für die Bemessung der Entschädigungs- und Ausgleichshöhe von Bedeutung und es spielt keinerlei Rolle, welcher Art der Schädiger und welche Art der Geschädigte ist. Ergo sind sie vor dem Gesetz alle gleich und von Beurteilungsperspektiven unabhängig. Von der Gerechtigkeitsform der arithmetischen Gleichheit hat Aristoteles die Gerechtigkeitsform der proportionalen Gleichheit unterschieden. Sie ist die verteilende Gerechtigkeit, die iustitia distributiva. Hierbei ist der Anwendungsbereich nicht die Rechtsordnung, sondern der gesellschaftliche Raum der Produktion und Verteilung der sozialen Güter.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation für die Untersuchung verschiedener Gerechtigkeitstheorien und gibt einen Ausblick auf die behandelten Philosophen von der Antike bis zur Gegenwart.

Der Gerechtigkeitsbegriff: Dieses Kapitel definiert Gerechtigkeit als ein historisch gewachsenes, politisch umkämpftes Konstrukt und beleuchtet die intuitive Bedeutung des Gerechtigkeitsempfindens.

Aristoteles und die Gerechtigkeit: Der Fokus liegt auf der Unterscheidung zwischen der iustitia directiva (ausgleichend) und der iustitia distributiva (verteilend) sowie deren jeweiliger Grundlage der Gleichheit.

Hobbes und Kant über die distributive Gerechtigkeit: Hier wird der Bruch mit der aristotelischen Tradition hin zu vernunftrechtlichen und eigentumsbasierten Gerechtigkeitskonzepten der Neuzeit analysiert.

Verteilungsgerechtigkeit der Gegenwart: Dieser Abschnitt beschreibt die Entwicklung moderner Konzeptionen, die sich im Kontext des Sozialstaates und der sozialen Marktwirtschaft etabliert haben.

Moderne Theorien der Gerechtigkeit: Es wird die zentrale Rolle von John Rawls hervorgehoben, der Gerechtigkeit als legitim erzwingbare praktische Prinzipien definiert.

John Rawls und die Gerechtigkeit: Eine detaillierte Betrachtung des Urzustands-Konzepts und des Fairneß-Gedankens bei Rawls, ergänzt um eine kritische Perspektive hinsichtlich der Geschlechtergerechtigkeit.

Fazit: Das Fazit fasst die historische Entwicklung und die bleibende Aktualität sowie Komplexität des Themas Gerechtigkeit zusammen.

Schlüsselwörter

Gerechtigkeit, Politische Philosophie, Aristoteles, Hobbes, Kant, John Rawls, Verteilungsgerechtigkeit, iustitia distributiva, iustitia directiva, Eigentumsordnung, Fairneß, Sozialstaat, Rechtsstaat, Ethik, Politische Gerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen historischen Überblick über die Entwicklung von Gerechtigkeitstheorien von der Antike bis zur Gegenwart.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind der Wandel des Gerechtigkeitsbegriffs, die Unterscheidung zwischen ausgleichender und verteilender Gerechtigkeit sowie die Bedeutung von Eigentum und Fairness.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die verschiedenen historischen Sichtweisen auf Gerechtigkeit darzustellen und aufzuzeigen, wie sich der Begriff über Epochen hinweg gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen historisch-philosophischen Ansatz, um die Gerechtigkeitstheorien führender Philosophen im Kontext ihrer Zeit zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Theorien von Aristoteles, Hobbes, Kant und John Rawls und vergleicht diese hinsichtlich ihrer Ansätze zur Verteilungsgerechtigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Gerechtigkeit, Politische Philosophie, Verteilungsgerechtigkeit und Fairness.

Wie unterscheidet Aristoteles die Gerechtigkeit?

Er unterscheidet zwischen der iustitia directiva (ausgleichende Gerechtigkeit) und der iustitia distributiva (verteilende Gerechtigkeit).

Welche Kritik übt die Autorin am Konzept von John Rawls?

Die Autorin merkt kritisch an, dass Rawls' Konzept des Urzustands männlich geprägt sei und die Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern weitgehend unbedacht bleibe.

Warum spielt die Eigentumsordnung eine so große Rolle bei Hobbes und Kant?

Bei Hobbes und Kant dient die Eigentumsordnung als Fundament des Rechtsstaates, wodurch die Verteilungsgerechtigkeit eng mit der Sicherung von Freiheit und Eigentum verknüpft wird.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Darlegung verschiedener Sichtweisen von Gerechtigkeit in Vergangenheit und Gegenwart
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Politikwissenschaft )
Veranstaltung
Was ist politische Gerechtigkeit?
Note
2,0
Autor
Anika Geldner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V123667
ISBN (eBook)
9783640335954
ISBN (Buch)
9783640336142
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darlegung Sichtweisen Gerechtigkeit Vergangenheit Gegenwart
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anika Geldner (Autor:in), 2007, Darlegung verschiedener Sichtweisen von Gerechtigkeit in Vergangenheit und Gegenwart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123667
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  12  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum