In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit den Kompetenzanforderungen an
Fachkräfte der Sozialen Arbeit beschäftigen, welche Empowerment in ihre Arbeit
integrieren möchten.
Ich habe mir diese Fragestellung ausgesucht, da ich es anstrebe im Bereich der
Frauenarbeit tätig zu werden und ich mich immer wieder mit damit beschäftige was in
bestimmten Handlungsfeldern machbar ist und welche Voraussetzungen gegeben
sein müssen, damit etwas gelingen kann. Durch die Bearbeitung der Parteilichkeit in
der zweiten Teilprüfungsleistung sehe ich dies nun als Erweiterung und Ergänzung.
Beginnend mit einem kurzen Rückblick auf Empowerment, folgt die Überlegung
welche allgemeinen Kompetenzen im Bereich der Sozialen Arbeit notwendig sind,
welche dies explizit im Arbeitsfeld von Empowerment und Anwaltschaft darstellen
und warum eben diese so wichtig sind.
Mit Hilfe des Beispiels einer Einrichtung für Frauen in schwierigen Lebenssituationen
möchte ich die erörterten Kompetenzen in die Praxis übertragen. Ich ermesse, wie
dies konkret aussehen könnte – und auch, ob empowermentorientiertes Handeln
denn überhaupt uneingeschränkt möglich ist. Den Abschluss bildet ein persönliches
Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurzer Rückblick: Empowerment
3. Allgemeine Kompetenzanforderungen an die Fachkräfte der Sozialen Arbeit
4. Kompetenzanforderungen an die Fachkräfte im Bereich Empowerment und Anwaltschaft
4.1. Kompetenzanforderungen auf intrapersoneller Ebene
4.2. Kompetenzanforderungen auf der Beziehungsebene zwischen Fachkraft und Betroffenen
4.3. Kompetenzanforderungen auf der institutionellen Ebene
5. Empowerment am Beispiel: Der Tagestreff „Femmetastisch“ für Frauen in schwierigen Lebenssituationen
5.1. Kompetenzanforderungen an die Mitarbeiterinnen
5.2. Wo liegen die Schwierigkeiten in der Umsetzung von Empowerment?
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Kompetenzanforderungen an Fachkräfte in der Sozialen Arbeit, die Empowerment-Ansätze in ihr professionelles Handeln integrieren. Ziel ist es, theoretische Anforderungen an die professionelle Haltung und methodische Kompetenzen an einem konkreten Praxisbeispiel zu validieren.
- Theoretische Grundlagen von Empowerment und Anwaltschaft in der Sozialen Arbeit.
- Analyse notwendiger Kompetenzen auf intra-, interpersoneller und institutioneller Ebene.
- Reflexion der Rolle der Fachkraft im Hinblick auf Selbstreflexion und Machtgefälle.
- Praxisübertragung am Beispiel des Tagestreffs „Femmetastisch“ für Frauen in schwierigen Lebenslagen.
- Identifikation von Herausforderungen bei der praktischen Implementierung von Empowerment-Prozessen.
Auszug aus dem Buch
4.1. Kompetenzanforderungen auf intrapersoneller Ebene
Um Empowerment überhaupt einsetzen zu können ist es unabdingbar, sein eigenes Menschenbild – insbesondere das eigene Bild der Betroffenen – zu überdenken. Herriger nennt dies „...eine Einladung zum Perspektivenwechsel“. Gemeint ist damit, den Defizitblickwinkel zu überwinden. Durch diese Änderung der Sichtweise wird es möglich, die Hilfesuchenden als eigenständige Persönlichkeit zu sehen. Der Blickwinkel orientiert sich an der Zukunft der Menschen, bestimmte Fähigkeiten – wenn auch evt. noch verschüttet – können so zugestanden werden. Um diese Änderung zu vollbringen, muss eine Offenheit von Seiten der Professionellen vorliegen. Eine Offenheit gegenüber dem Empowermentkonzept, eine Offenheit gegenüber den Betroffenen und vor allem eine Offenheit gegenüber sich selbst.
Damit eine Änderung des Menschenbildes nämlich überhaupt erst möglich wird, ist es für die Fachkräfte von Nöten, sich eigene Werte und Normen bewusst zu machen. Durch eine solche intensive Selbstreflexion wird es denkbar, sich über eigene Beweggründe klar zu werden. Die Bereitschaft, seine eigenen Haltungen zu sich und verschiedenen Problemlagen zu überdenken, muss vorhanden sein. Das berufliche Selbstverständnis kann somit immer wieder neu überprüft, festgelegte Bilder können verändert werden. Dadurch wird es möglich, seine eigene berufliche Rolle neu zu definieren. Diese Betrachtungsweise des eigenen Ichs benötigt Zeit. Demzufolge wird es möglich eigene –vielleicht neue - Ressourcen bei sich zu entdecken und zu nutzen. Aufgrund dessen können auch eigene Empowermentprozesse angeregt werden. Grundlegend dafür ist es jedoch, für Empowermentprozesse überhaupt sensibel zu werden. Möglichkeiten zu erkennen, wo sie angeregt und mit welchen Hilfsmitteln sie gefördert werden können. „Empowermentprozesse lassen sich durch Professionelle dann anstoßen und fördern, wenn diese selbst lernen, Ressourcen zu entdecken und zu nutzen, und sich mögliche Freiräume in ihrer Tätigkeit erarbeiten.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin legt die Motivation für die Arbeit dar, welche darin besteht, die notwendigen Kompetenzen für eine empowermentorientierte Tätigkeit im Bereich der Frauenarbeit zu untersuchen.
2. Kurzer Rückblick: Empowerment: Dieses Kapitel definiert Empowerment als Grundausrichtung sozialen Handelns und als professionelle Haltung, die den Fokus weg vom Defizit- hin zum Ressourcenblick verschiebt.
3. Allgemeine Kompetenzanforderungen an die Fachkräfte der Sozialen Arbeit: Hier wird erläutert, dass professionelle Soziale Arbeit eine Verknüpfung von Wissen, Können, Haltung und Umweltanforderungen voraussetzt.
4. Kompetenzanforderungen an die Fachkräfte im Bereich Empowerment und Anwaltschaft: Das Kapitel differenziert die Anforderungen in die intrapersonelle, die Beziehungsebene sowie die institutionelle Ebene.
5. Empowerment am Beispiel: Der Tagestreff „Femmetastisch“ für Frauen in schwierigen Lebenssituationen: Die Autorin reflektiert ihre praktischen Erfahrungen in einem Tagestreff, um die Theorie mit den Herausforderungen des Alltags und der Arbeit mit Frauen zu verknüpfen.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Empowerment oft unbewusst im Handeln geschieht und für die Autorin eine erstrebenswerte professionelle Haltung darstellt.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Empowerment, Anwaltschaft, Kompetenzanforderungen, Fachkraft, Selbstreflexion, Ressourcenorientierung, Defizitblick, Frauenarbeit, Lebensweltorientierung, Beziehungsebene, Partizipation, Institutionelle Ebene, Professionelle Haltung, Femmetastisch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche spezifischen Kompetenzen Fachkräfte der Sozialen Arbeit benötigen, wenn sie das Prinzip des Empowerment in ihre tägliche Arbeit integrieren wollen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Empowerment-Theorie, Anwaltschaft in der Sozialen Arbeit, die Entwicklung einer professionellen Haltung sowie die praktische Umsetzung in frauenspezifischen Einrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die theoretischen Anforderungen an Empowerment-Fachkräfte zu analysieren und deren praktische Anwendbarkeit sowie die damit verbundenen Herausforderungen kritisch zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die durch die Reflexion von Praxiserfahrungen (Fallbeispiel eines Tagestreffs) ergänzt und veranschaulicht wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung allgemeiner beruflicher Kompetenzen, die spezifischen Anforderungen des Empowerments auf verschiedenen Ebenen (intrapersonell, Beziehung, Institution) und eine praxisnahe Überprüfung anhand des Projekts „Femmetastisch“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Empowerment, Anwaltschaft, Soziale Arbeit, Kompetenzanforderungen, Ressourcenorientierung und Selbstreflexion.
Was versteht die Autorin unter „operativer Intelligenz“ in der Sozialen Arbeit?
Es ist die Fähigkeit, intellektuelle Kompetenzen flexibel zu nutzen, um im jeweils richtigen Augenblick situationsangemessen zu handeln und Gegensätze im Arbeitsalltag auszubalancieren.
Warum ist das Zeit-Management eine besondere Herausforderung bei Empowerment?
Empowerment ist ein individueller Prozess, der nicht genau vorhersehbar oder terminierbar ist, was Fachkräfte oft in Erklärungsnot gegenüber Institutionen bringt, die feste Ergebnisse in kurzen Zeiträumen fordern.
Was bedeutet das „Machtgefälle“ im Kontext der Arbeit?
Das Machtgefälle entsteht aus der Expertenrolle der Fachkraft versus der Betroffenenrolle. Empowerment versucht dieses durch Symmetrie und Partnerschaft abzubauen, was in der Praxis (z.B. bei Hausverboten) jedoch eine ständige Gratwanderung bleibt.
- Quote paper
- Nicole Milkau-Schaudt (Author), 2008, Professionelles Handeln in Empowerment und Anwaltschaft zwischen Beratung, Begleitung und Intervention , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123759