Die seit 2019 herrschende COVID-19 Pandemie bedeutete für viele Branchen hohe Einbußen, so auch für den Möbelhandel. 2020 hatte auch dieser wie andere Branchen des Einzelhandels, mit den Auswirkungen der behördlich angeordneten Geschäftsschließungen zur Eindämmung der Pandemie zu kämpfen. Anfang 2020 brachen die Umsätze stark ein, um teilweise bis zu 40 Prozent. In den Sommermonaten folgte allerdings eine starke Erholung. Die Verbraucher verbrachten durch den Lockdown viel Zeit zu Hause und investierten in die Verschönerung ihrer Wohnungen. Der Möbelhandel profitierte hiervon und von den eingeschränkten Urlaubsmöglichkeiten der Verbraucher, im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen des Einzelhandels. Deshalb zeigt sich die Mehrzahl der großen Unternehmen des Möbelhandels auch in Zeiten der Krise optimistisch.
Insgesamt erzielten die 30 größten Möbelhändler (stationär und online) im vergangenen Jahr ein Plus von 1,2 Prozent im Vergleich zu 2019. An der Top 3 Rangfolge änderte sich 2020 nichts. Den ersten Platz belegt der schwedische Konzern IKEA gefolgt von XXXLutz und Höffner. Im kommenden Jahr möchte die XXXLutz-Gruppe jedoch durch eine Beteiligung an Roller, Tejo‘s und Schulenburgt weiter zu IKEA aufrücken. Damit bleibt das Thema Konzentration, auch wenn es 2020 nicht im Vordergrund stand, für die Branche sehr präsent.
Dies macht die Möbelhandelbranche und ihre Händler damit zu einem interessanten Thema. Deshalb soll nachfolgend IKEA, als der führende Möbelhändler in Deutschland näher betrachtet und analysiert werden. Dafür wird zunächst die Unternehmensgeschichte, die Position am Markt und die Unternehmenskultur von IKEA behandelt. Anschließend folgt die strategische Analyse. Hierfür werden zunächst Unternehmensanalysen durchgeführt und betrachtet welche Strategien sich damit für IKEA ergeben. Des Weiteren werden unter anderem Analysen zu dem Markt, der Branche und der Konkur-renz durchgeführt. Es soll aufgezeigt werden, weshalb diese Analysen nötig sind und welche Möglichkeiten sich hieraus ergeben. Außerdem sollen damit die Wettbewerbsvor-teile des führenden Möbelhändlers verdeutlicht werden. Am Ende soll schließlich auf neue Branchentrends und Entwicklungen geblickt und Handlungsempfehlungen und Strategieanpassungen abgeleitet werden. Schlussendlich folgt ein Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Übersicht über das Unternehmen
3 Strategische Analyse
3.1 Unternehmensanalyse
3.1.1 Unternehmenskulturanalyse
3.1.2 Kernkompetenzanalyse
3.2 Markt- und Umweltanalyse
3.2.1 Branchenanalyse
3.2.2 Konkurrenzanalyse
4 Analyse der Branchentrends
5 Fazit
6 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit analysiert die strategische Positionierung des Möbelunternehmens IKEA im Kontext der aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der deutschen Möbelhändlerbranche. Ziel ist es, durch Anwendung verschiedener betriebswirtschaftlicher Analysemodelle die Wettbewerbsvorteile von IKEA zu identifizieren sowie notwendige Strategieanpassungen aufgrund von Markttrends und Konkurrenzdruck abzuleiten.
- Analyse der Unternehmenskultur und Kernkompetenzen von IKEA
- Untersuchung des Marktumfelds und der Branchendynamik im deutschen Möbelhandel
- Gegenüberstellung von IKEA und dem Hauptkonkurrenten XXXLutz
- Identifikation und Bewertung aktueller Trends wie Digitalisierung, Individualisierung und steigendes Umweltbewusstsein
- Ableitung von Handlungsempfehlungen zur strategischen Positionierung
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Kernkompetenzanalyse
Nachdem durch Analysen Stärken, Fähigkeiten und Ressourcen herausgearbeitet wurden, gilt es noch zu bestimmen welche besonders erfolgskritisch und damit Kernkompetenzen des Unternehmens sind. Eine Möglichkeit dafür ist das VRIN-Konzept. Bei dieser Kernkompetenzanalyse werden vier Dimensionen untersucht: Value, Rare, Inimitable und Non-substitutable. Nur wenn die Fähigkeit/ Ressource wertvoll, selten, einzigartig und nicht ersetzbar ist, kann auch die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens als dauerhaft bezeichnet werden. Das VRIN-Konzept wird teilweise kritisch in der Wissenschaft gesehen, jedoch ist es einfach anwendbar und für schnelle und pragmatische Tests gut geeignet. Außerdem können damit verschiedenste Ressourcen wie Produkte oder Personal überprüft werden. Dies bietet sich besonders bei einem großen Unternehmen wie IKEA an, da hier diverse Stärken und Ressourcen vorliegen.
Werden hier nun eine Reihe von Schlüsselfragen gestellt, können die Kernkompetenzen aufgedeckt werden. IKEA hat beispielsweise eine breite Produktpalette, die an die Anforderung und Bedürfnisse der Kunden angepasst wird und die eine einzigartige Do-it-yourself-Komponente besitzt. Die in handliche Kartons verpackten Produkte lassen sich einfach nach Hause transportieren und dort von den Kunden leicht zusammenbauen. Dies ist damit eine VRIN-Ressourcen, die IKEA aufgrund seiner langjährigen Erfahrung aufgebaut hat. Sie ist für den Kunden wertvoll und für andere Unternehmen auch nur schwer bis gar nicht imitierbar. IKEA hat diese Kernkompetenz auch bereits erkannt und sie zu einem Teil ihres Konzepts gemacht (vgl. Schwerdtfeger, 2015; Braun, 2020 und IKEA Deutschland GmbH & Co. KG, o.J. a).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den Möbelhandel und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen vor.
2 Übersicht über das Unternehmen: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über IKEA, beschreibt das Geschäftsmodell, die Unternehmenskultur und die aktuelle Marktbedeutung.
3 Strategische Analyse: In diesem zentralen Teil werden diverse interne und externe Analysemodelle wie Unternehmens-, Markt- und Umweltanalysen angewandt, um die strategische Ausgangslage von IKEA zu bewerten.
3.1 Unternehmensanalyse: Dieser Abschnitt konzentriert sich auf die interne Analyse, wobei speziell die Unternehmenskultur und die Identifikation von Kernkompetenzen beleuchtet werden.
3.1.1 Unternehmenskulturanalyse: Hier wird die Bedeutung von Unternehmenskultur und Werten mittels Analyseansätzen wie dem Cultural Web für die Strategieplanung diskutiert.
3.1.2 Kernkompetenzanalyse: Dieses Kapitel erläutert die Identifikation erfolgskritischer Fähigkeiten unter Anwendung des VRIN-Konzepts im Kontext von IKEAs Geschäftsmodell.
3.2 Markt- und Umweltanalyse: Dieser Teil befasst sich mit der externen Makro-Umwelt und nutzt Methoden wie PESTEL- und SWOT-Analysen zur strategischen Bewertung.
3.2.1 Branchenanalyse: Hier wird das aktuelle Marktumfeld des Möbelhandels anhand struktureller Faktoren und Wettbewerbsintensitäten untersucht.
3.2.2 Konkurrenzanalyse: Dieses Kapitel führt einen direkten Vergleich zwischen IKEA und dem Hauptwettbewerber XXXLutz durch, um Stärken und Schwächen aufzudecken.
4 Analyse der Branchentrends: Es werden zukünftige Entwicklungen wie Digitalisierung, Urbanisierung und steigendes Umweltbewusstsein identifiziert und deren Einfluss auf das Unternehmen reflektiert.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf die strategische Notwendigkeit der kontinuierlichen Anpassung an Marktveränderungen.
Schlüsselwörter
IKEA, Möbelhandel, Strategische Analyse, Unternehmenskultur, Kernkompetenz, VRIN-Konzept, Markt- und Umweltanalyse, PESTEL-Analyse, SWOT-Analyse, Branchenanalyse, Konkurrenzanalyse, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Wettbewerbsvorteile, XXXLutz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der strategischen Analyse des schwedischen Möbelhauses IKEA im Kontext des deutschen Marktes sowie der aktuellen Möbelhändlerbranche.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Unternehmensbeschreibung, interne und externe strategische Analysen, den Wettbewerbsvergleich mit XXXLutz sowie zukünftige Trends im Möbelhandel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Wettbewerbsvorteile von IKEA aufzudecken und zu erörtern, welche strategischen Anpassungen das Unternehmen vornehmen muss, um sich im sich ändernden Marktumfeld zu behaupten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt theoretische Analysemodelle wie die PESTEL-Analyse, die SWOT-Analyse, das VRIN-Konzept sowie die Portfolioanalyse zur systematischen Untersuchung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine tiefgehende Unternehmensanalyse (Kultur, Kernkompetenzen), eine Markt- und Umweltanalyse sowie eine direkte branchenbezogene Konkurrenzanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Strategische Analyse, IKEA, Möbelhandel, Wettbewerbsvorteile, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.
Wie schneidet IKEA im direkten Vergleich mit XXXLutz ab?
Die Analyse zeigt, dass IKEA Stärken beim Bekanntheitsgrad und Marktanteil hat, jedoch beim Kundenservice und der Mitarbeiterzufriedenheit Nachholbedarf gegenüber XXXLutz bestehen könnte.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur für die Strategie?
Die Kulturanalyse verdeutlicht, dass eine erfolgreiche Strategieumsetzung zwingend die Beachtung gewachsener Unternehmenswerte erfordert, da diese maßgeblich das Handeln und Wettbewerbsvorteile prägen.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2021, Strategische Analyse des Unternehmens "IKEA" und der Möbelhändlerbranche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1239145