Mein Vorgehen wird, ausgehend von allgemeinen Bemerkungen zum Begriff der
Sozialstudie, über die konkrete Umsetzung im Unterricht, bis zu einem Beispiel aus der
Unterrichtspraxis reichen. Somit gehe ich deduktiv vor.
Die Arbeit gliedert sich in drei inhaltliche Teile. Im ersten Teil soll der Begriff der
Sozialstudie geklärt werden. Hierbei möchte ich mich auf eine knappgehaltene
Begriffserklärung und die Untersuchungsgebiete der Sozialstudie beschränken, da das
Wesentliche dieser Arbeit der didaktische Aspekt bleiben sollte. Im zweiten Teil soll die
Sozialstudie als Unterrichtsmethode in der Anwendung Gegenstand sein. Hierbei soll die
Themensuche der erste zu behandelnde Bereich sein. Die Themen müssen auf die Schulart
und das Alter der Schüler abgestimmt werden. Welche Möglichkeiten für die einzelnen
Schulklassen bleiben, möchte ich in diesem Punkt zur Sprache bringen. Hierbei werde ich
bezug auf den Lehrplan nehmen. Da ich das Lehramt an Gymnasien studiere, werde ich mich
folglich auf den Gymnasiallehrplan beziehen. Ein zweiter Schwerpunkt in diesem Teil soll die
Aufgabe des Lehrers sein. Der Lehrer als Aufsichtsperson hat nicht nur die Verantwortung für
das Projekt, sondern natürlich auch für den Schutz der Schüler. Anschließend soll aufgezeigt werden, wie die Sozialstudie im Unterricht durchgeführt wird und worauf die Schüler achten
müssen. Im dritten inhaltlichen Teil der Arbeit soll ein Beispiel für eine Sozialstudie gegeben
werden, das ich selbst entwickelt habe. Dies kann nur ein didaktisches Konzept sein, da es bis
zu diesem Zeitpunkt nicht durchgeführt wurde und deshalb keine Erfahrungswerte vorliegen.
In einem abschließenden Fazit möchte ich abwägend beurteilen, ob es realistisch ist, Wissen
mit Hilfe der Durchführung einer Sozialstudie zu vermitteln oder ob es eine Utopie der
Didaktik ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Exposition der Problemstellung und methodologische Erörterung
1.1 Problemstellung
1.2 Methodische und inhaltliche Vorgehensweise
2. Die Sozialstudie- etwas untersuchen
2.1 Versuch einer Begriffsbestimmung
2.2 Gegenstände von Sozialstudien
3. Die Sozialstudie im Unterricht
3.1 Die Themensuche
3.2 Aufgaben des Lehrers
3.3 Verlauf der Sozialstudie im Unterricht
4. Konzeption einer Sozialstudie im Unterricht
4.1 Vorüberlegungen
4.2 Ziele der Sozialstudie
4.3 Der fachliche Lehrgang
4.4 Die Phase der Vorbereitung im Unterricht
4.5 Die Durchführung
4.6 Die Auswertung der Sozialstudie im Kurs
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Sozialstudie als didaktische Unterrichtsmethode im Sozialkundeunterricht. Das Hauptziel besteht darin zu klären, inwiefern die Sozialstudie zur Wissensaneignung geeignet ist, welche Voraussetzungen für ihre praktische Umsetzung im Unterricht erfüllt sein müssen und wie eine solche Untersuchung methodisch konzipiert werden kann, um Schülern wissenschaftliche Arbeitsweisen näherzubringen.
- Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmung der Sozialstudie
- Methodische Einbettung in den gymnasialen Lehrplan
- Rolle und Verantwortung des Lehrers im Forschungsprozess
- Praktische Konzeption einer Sozialstudie zum Thema "Vorkriegszeit und zweiter Weltkrieg"
Auszug aus dem Buch
3.2 Aufgaben des Lehrers
Der Lehrer ist für den gesamten Prozess der Sozialstudie verantwortlich. Das heißt, er ist für die sorgfältige Planung und für die Durchführung in einem möglichst einfachen Rahmen verantwortlich. In diesen Planungskomplex fließt auch die Themenbegrenzung ein. Der Lehrer muss, sobald die Arbeit einen gewissen Rahmen überschreitet, eingreifen.
„Im Vergleich zur Erkundung übernimmt der Lehrer, der für wissenschaftsorientiertes Vorgehen verantwortlich ist, eine fachlich führende Rolle.“ Das heißt, der Lehrer ist für den fachlichen Lehrgang einer Sozialstudie verantwortlich. Im Rahmen dessen muss er wichtige Verfahrensweisen und Methoden in die Klasse einführen. Eine Sozialstudie erhebt den Anspruch wissenschaftlichen Arbeitens. Sie beinhaltet wissenschaftliche Methoden, wie Befragung, Beobachtung, Beschreibung und Datenauswertung. Aber auch das Erarbeiten einer angemessene Präsentation soll durch den Lehrer vermittelt werden. Die Aufgabe des Lehrers besteht darin, die Schüler mit diesen Methoden so vertraut zu machen, dass sie selbstständig mit diesen arbeiten können.
Aber die Aufgaben des Lehrers beschränken sich nicht nur auf den fachlichen Lehrgang, sondern er muss auch während der Durchführung einer Sozialstudie bestimmte Aufgaben erfüllen. Der Lehrer ist für die Organisation der Sozialstudie verantwortlich. Das heißt, er muss „beabsichtigte Befragungen von Schülern bei Ämtern, Behörden, Institutionen, Firmen usw. dort vorher ankündigen, [...].“ Das muss aus zwei Gründen geschehen: Zum Einen um entmutigende Schwierigkeiten zu vermeiden und zum Anderen aus dem Grund, dass die Befragten sich auf das Gespräch vorbereiten können. Dies erhöht die Effizienz der Arbeit zwischen den Fragenden und den Befragten. Der Lehrer hat des Weiteren die Aufgabe die Schüler vor öffentlichen Blamagen zu schützen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Exposition der Problemstellung und methodologische Erörterung: Einführung in die Methodik der Sozialstudie und Darlegung der deduktiven Vorgehensweise der vorliegenden Arbeit.
2. Die Sozialstudie- etwas untersuchen: Definition des Begriffs Sozialstudie sowie Abgrenzung der relevanten Untersuchungsgegenstände wie historischer Ereignisse oder sozialer Einstellungen.
3. Die Sozialstudie im Unterricht: Erörterung der Integration in den Lehrplan, der Themensuche sowie der zentralen pädagogischen Rolle des Lehrers bei der Planung und Durchführung.
4. Konzeption einer Sozialstudie im Unterricht: Praktischer Entwurf eines Unterrichtsprojekts zur Befragung von Zeitzeugen der Vorkriegszeit mit konkreten Zielen, Phasen und Auswertungsmöglichkeiten.
5. Fazit: Abschließende Beurteilung der Sozialstudie als bereichernde, wenn auch arbeitsintensive Unterrichtsmethode zur Förderung wissenschaftlichen Arbeitens.
Schlüsselwörter
Sozialstudie, Sozialkundeunterricht, Unterrichtsmethode, wissenschaftliches Arbeiten, Zeitzeugenbefragung, Feldforschung, gymnasialer Lehrplan, Lehrerrolle, soziale Kompetenz, Empirie, Datenauswertung, Projektunterricht, historisches Lernen, fachübergreifender Unterricht, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Sozialstudie als Unterrichtsmethode im Fach Sozialkunde und untersucht deren Realisierbarkeit, didaktischen Mehrwert und methodische Durchführung im schulischen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Kernbereichen zählen die theoretische Begriffsbestimmung, die Integration in den gymnasialen Lehrplan, die Anleitung zur empirischen Forschung sowie die spezifischen Aufgaben und Sicherheitsverantwortung der Lehrkraft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schüler durch eine Sozialstudie schrittweise mit wissenschaftlichen Arbeitsweisen vertraut gemacht werden können, ohne dass Perfektion gefordert wird, sondern die Auseinandersetzung mit der Methode im Vordergrund steht.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt einen deduktiven Ansatz und stützt sich auf die Analyse didaktischer Konzepte sowie die Konzeption eines konkreten Projektbeispiels zur Zeitzeugenbefragung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit dem Begriff und den Gegenständen der Sozialstudie, die Analyse der Lehrerrolle sowie die detaillierte Vorstellung eines konkreten Unterrichtsentwurfs zum Thema Zweiter Weltkrieg.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Sozialstudie, Sozialkundeunterricht, wissenschaftliches Arbeiten, Zeitzeugenbefragung, Empirie und didaktische Konzeption.
Warum ist die Wahl des Themas "Zweiter Weltkrieg" für die Sozialstudie besonders geeignet?
Das Thema eignet sich, da für die heutige Schülergeneration noch die Möglichkeit besteht, Zeitzeugen zu befragen, was eine direkte Verbindung zwischen historischer Vergangenheit und heutiger Reflexion ermöglicht.
Welche Rolle spielt die Privatsphäre bei der Themenwahl für Sozialstudien?
Die Privatsphäre ist ein kritisches Kriterium: Der Autor betont, dass brisante Themen, die die Intimsphäre der Befragten berühren (z.B. Einkommensverhältnisse), von vornherein ausgeschlossen werden müssen, um unangenehme Situationen zu vermeiden.
- Quote paper
- Marjana Schäftlein (Author), 2007, Die Sozialstudie - eine didaktische Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124066