Bilanzielle Behandlung von Bondstripping und Wertpapierpensionsgeschäften


Seminararbeit, 2008

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bilanzielle Behandlung des Bondstripping
2.1 Grundlagen und Probleme des Bondstripping
2.2 Bondstripping – Bilanzierung nach HGB
2.3 Bondstripping – Bilanzierung nach IAS/IFRS

3. Bilanzierung von Wertpapierpensionsgeschäften
3.1 Grundlagen
3.2 Bilanzierung von Wertpapierpensionsgeschäften nach HGB
3.2.1 Echte Wertpapierpensionsgeschäfte
3.2.2 Unechte Wertpapierpensionsgeschäfte
3.3 Bilanzierung von Wertpapierpensionsgeschäften nach IAS 39
3.3.1 Echte Wertpapierpensionsgeschäfte
3.3.2 Unechte Wertpapierpensionsgeschäfte

4. Angabepflichten für Pensionsgeschäfte nach IFRS 7

5. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die ständige Entwicklung neuartiger Finanzinstrumente ermöglicht Anlegern eine Vielzahl von Handelsmöglichkeiten, allerdings werfen diese auch oft viele offene Fragen auf. Dies können z.B. Problemstellungen bzgl. der steuerrechtlichen Behandlung sein oder aber Fragen der bilanziellen Handhabung solcher Finanzprodukte. Diese Arbeit soll sich mit letzterer Frage auseinandersetzen und wird dabei auf die bilanzielle Behandlung von Bondstripping und Wertpapierpensionsgeschäften eingehen.

Die erste klassische stripfähige Anleihe in Deutschland wurde 1992 von der Kreditanstalt für Wiederaufbau emittiert und seit Juli 1997 sind auch bestimmte Bundesanleihen zum Bondstripping zugelassen.[1] Gestrippte Anleihen entsprechen wirtschaftlich betrachtet Zero-Bonds, deren bilanzielle Behandlung geregelt ist. Dennoch wirft die Bilanzierung von Bondstripping einige Fragen auf, so dass der Bankenfachausschuss (BFA) des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) 1998 eine Stellungnahme zur handelsrechtlichen bilanziellen Behandlung des Bondstripping veröffentlicht hat. Hierauf wird in Kapitel 2 ausführlich eingegangen, ebenso wie auf die Bilanzierung nach IAS/IFRS. Dem vorangestellt sind einige allgemeine Erläuterungen zum Bondstripping.

In den Kapiteln 3 und 4 folgt die bilanzielle Behandlung von Wertpapierpensionsgeschäften, ebenfalls gegliedert nach handelsrechtlicher und internationaler Rechnungslegung. Im Mittelpunkt dieser Ausführungen steht die Frage, welchem der Vertragspartner der Pensionsgegenstand bilanziell zugeordnet wird, da die Veräußerung der verpensionierten Wertpapiere aufgrund der Vertragsgestaltungsmöglichkeiten nicht automatisch auch zu einem Abgang in der Bilanz des Pensionsgebers führt.

Auch hier wird zunächst auf die Merkmale des Pensionsgeschäfts eingegangen.

Abschließend erfolgen in der Schlussbetrachtung noch eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse, sowie eine Bewertung der dargestellten Bilanzierungsregeln.

2. Bilanzielle Behandlung des Bondstripping

2.1 Grundlagen und Probleme des Bondstripping

Unter Bondstripping versteht man das Abtrennen von Zinsansprüchen von einer festverzinslichen Anleihe, sodass mehrere unabhängig voneinander handelbare Wertpapiere entstehen. So können neben der ursprünglichen Anleihe (Anleihe cum) ebenfalls der Anleihemantel (Anleihe ex bzw. Kapital-Strip) und die Zinsscheine (Zins-Strips) an der Börse gehandelt werden. Die Trennung der Zinsscheine erfolgt üblicherweise auf Wunsch der Inhaber der Anleihe und ist nur bei von vornherein als stripbar emittierten Anleihen möglich. Wirtschaftlich betrachtet entstehen so bei der Trennung quasi mehrere Zero-Bonds. Zudem ist es auch möglich bereits getrennte Anleihen und Zinsstrips wieder zu einer Anleihe cum zusammenzuführen (Rekonstruktion).[2]

Da eine gestrippte Anleihe einem Zero-Bond entspricht, können mit dessen Kauf die Kapitalerträge in spätere, für die Versteuerung günstigere Perioden verschoben werden. Weiterhin können Arbitragemöglichkeiten sowohl beim Trennen als auch beim Zusammenführen der Strips genutzt werden, da der Barwert der Anleihe cum und die Summe der Barwerte der einzelnen Strips für gewöhnlich voneinander abweichen, da sie anhand unterschiedlicher Renditestrukturkurven ermittelt werden.[3]

Obwohl gestrippte Anleihen finanzwirtschaftlich wie Zero-Bonds behandelt werden können, treten dennoch Fragen bei der Bilanzierung auf. Dies liegt an den Besonderheiten des Bondstrippings. So liegt dieser Vorgang ganz im Ermessen des Anlegers und kann jederzeit vollzogen werden und es ist fraglich, ob dieser Vorgang (nicht die Veräußerung) dann bereits einen erfolgswirksam Sachverhalt darstellt. Zudem müssen nach dem Stripping alle Komponenten einzeln bilanziert und bewertet werden, was aufgrund der fehlenden Emissionsrendite für die einzelnen Strips jedoch wieder problemvoll erscheint. Ein weiteres Problem ist, dass noch nicht realisierte Zinsansprüche einer Anleihe cum nicht bilanzierungsfähig sind, während selbständig handelbare Zinsstrips bilanzierungspflichtig sind.[4]

2.2 Bondstripping – Bilanzierung nach HGB

Solange die stripbare Anleihe nicht getrennt wird, wirft dessen Bilanzierung keine besonderen Fragen auf und ist zu Anschaffungskosten und nach dem Niederstwertprinzip zu bilanzieren. An dieser Stelle soll deshalb nur auf Besonderheiten bei der bilanziellen Behandlung des Bondstripping eingegangen werden. Hierzu wurde am 25.09.1998 ein Rechnungslegungshinweis vom BFA des IDW veröffentlicht, der sich speziell mit der Bilanzierung des Bondstripping befasst.

Der Stripvorgang an sich führt zu keiner Gewinnrealisation, sodass die Summe der Buchwerte der entstehenden Strips dem Buchwert der Anleihe cum entsprechen muss. Eine Ausnahme hiervon besteht, wenn Anleihen zu Handelszwecken erworben werden und zeitnah als Strips weiterveräußert werden sollen. Dann können die Strips unter Beachtung des Grundsatzes der Wesentlichkeit zu Marktwerten angesetzt werden, sofern diese nur geringfügig von den Buchwerten abweichen.[5] Im Normalfall wird der Buchwert der Anleihe jedoch auf die Strips verteilt. Hierzu müssen willkürfreie und stetige Verfahren angewendet werden. Das IDW schlägt hierzu gleich zwei Verfahren vor:

1. Methode der internen Buchwertrendite: Auf Basis der Anleihe cum, der Zins- und Tilgungszahlungen und der Restlaufzeit wird zunächst die interne Rendite zum Strippingzeitpunkt ermittelt. Mit dieser Rendite werden dann die zukünftigen Zahlungen abgezinst, so dass die Buchwerte der Strips deren Barwerten entsprechen.[6]
2. Methode der aktuellen Marktwertrendite: Hierbei werden die aktuellen internen Renditen aller Strips nach der Trennung anhand der Marktwerte und der Restlaufzeit ermittelt. Danach wird der Buchwert der Anleihe cum entsprechend der Marktwerte auf die einzelnen Strips verteilt.[7]

Für die weitere Bewertung der vorhandenen und neu erworbenen Strips gilt, dass diese entsprechend den Grundsätzen für die Bilanzierung und Bewertung von Zero-Bonds behandelt werden. Im Bestand befindliche Strips werden demnach mit Anschaffungskosten zzgl. der anteiligen Zinsforderung bewertet. Da eine Emissionsrendite zur Ermittlung der anteiligen Zinsforderung fehlt, kann die aus der Methode der internen Buchwertrendite ermittelte interne Rendite der gestrippten Anleihe als „Quasi-Emissionsrendite“ benutzt werden. Bei erworbenen Strips liegen hingegen Kaufpreise als Anschaffungskosten vor, so dass sich unter weiterer Berücksichtigung der Restlaufzeit und des Rückzahlungsbetrags eine Erwerbsrendite ermitteln lässt, die als Maßstab für die anteilige Zinsforderung dient. Das Niederstwertprinzip ist weiterhin zu beachten.[8]

[...]


[1] Vgl. Weiss (1997), S. 338.

[2] Vgl. IDW RH BFA 1.001, Tz. 1.

[3] Vgl. Weiss (1997), S. 341; Göttgens (1998), S. 568.

[4] Vgl. Göttgens (1998), S. 568-569.

[5] Vgl. IDW RH BFA 1.001, Tz. 8.

[6] Vgl. IDW RH BFA 1.001, Tz. 6.

[7] Vgl. IDW RH BFA 1.001, Tz. 7.

[8] Vgl. Krumnow u.a. (2004), §340e HGB, Tz. 486.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Bilanzielle Behandlung von Bondstripping und Wertpapierpensionsgeschäften
Hochschule
Universität Osnabrück
Veranstaltung
Seminararbeit zur Veranstaltung „Financial Instruments“ im Wintersemester 2008/09
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V124074
ISBN (eBook)
9783640287512
ISBN (Buch)
9783640287604
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bondstripping, Wertpapierpensionsgeschäfte, IAS 39
Arbeit zitieren
Andreas große Austing (Autor:in), 2008, Bilanzielle Behandlung von Bondstripping und Wertpapierpensionsgeschäften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124074

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