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Die litauische Energiewirtschaft: Im Spannungsfeld von Importabhängigkeit und Versorgungssicherheit

Title: Die litauische Energiewirtschaft: Im Spannungsfeld von Importabhängigkeit und Versorgungssicherheit

Term Paper , 2008 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Steffen Halling (Author)

Politics - Environmental Policy
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit soll sich primär mit den Folgen der Schließung des Atomkraftwerkes Ignalina für die litauische Energiewirtschaft auseinandersetzen und dabei aufzeigen, dass die Schließung Ignalinas zu einer erhöhten Nachfrage an fossilen Brennstoffen, hierbei vor allem an Erdgas, in Litauen führen wird, gleichzeitig Litauen sich somit in eine Abhängigkeit von Energieimporten begeben wird, die massive politische und wirtschaftliche Folgen haben kann. Hierbei gilt es zunächst den derzeitigen Primärenergiebedarf Litauens zu analysieren und aufzuzeigen, dass Litauen seine Importabhängigkeit in den letzten Jahren drastisch reduzieren konnte, um dann anhand der Bedeutung des AKW Ignalina für die litauische Energieversorgung die zu erwartenden Veränderungen aufzuzeigen, die die geplante Abschaltung Ignalinas mit sich führt. Dabei muss besonders der litauische Erdöl- und Erdgassektor vor dem Hintergrund einer zu erwartenden steigenden Nachfrage hinsichtlich eventueller Diversifizierungsmöglichkeiten analysiert werden. Im Erdgassektor sollen hier insbesondere die Auswirkungen der so genannten „Ostseegaspipeline“ herausgearbeitet werden, einem von der EU unterstützten russisch-deutschem Projekt, das zukünftig eine sichere Erdgasversorgung Deutschland gewährleisten soll, zugleich allerdings die Versorgungssicherheit Polens, Estlands und Lettlands vor allem aber auch Litauens beeinträchtigen wird. Hierbei soll belegt werden, dass die von Litauen geäußerte Kritik an der Ostseegaspipeline neben Gesichtspunkten des Umweltschutzes vor allem geopolitisch begründet ist. Schließlich soll die These der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen bestätigt und zugleich aufgezeigt werden, dass es Litauen trotz einer von der EU zugestandenen Verlängerung der Frist zur Abschaltung des zweiten Reaktors des AKW Ignalina nicht gelungen zu sein scheint, eine Strategie der zukünftigen Energieversorgung auszuarbeiten und mögliche Alternativen zu russischen Energieimporten ausreichend zu fördern. Gerade dieser Aspekt scheint derzeit besonders deutlich zu werden, wenn Litauen versucht, eine Verlängerung der Laufzeit des AKW Ignalina bei der EU zu erreichen. Ebenso soll es Ziel dieser Arbeit sein, mögliche Potentiale für die litauische Energieversorgung aufzuzeigen. Hierbei scheinen allerdings die Planungen für einen Neubau des AKW Ignalina vor allem notwendige Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien zu blockieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DER LITAUISCHE PRIMÄRENERGIEBEDARF

3. DIE LITAUISCHE IMPORTABHÄNGIGKEIT

4. DIE BEDEUTUNG DES AKW IGNALINA IN DER LITAUISCHEN ENERGIEWIRTSCHAFT

5. FOLGEN DER SCHLIEßUNG DES AKW IGNALINA

5.1 ERHÖHTE IMPORTABHÄNGIGKEIT

5.1.1 Rohölversorgung

5.1.3 Erdgasversorgung

6. POTENTIELLE RESSOURCEN

7. FAZIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der verpflichtenden Stilllegung des litauischen Atomkraftwerks Ignalina auf die nationale Energiewirtschaft. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich der Wegfall der bedeutendsten heimischen Energiequelle auf die Importabhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus Russland auswirkt und welche geostrategischen sowie wirtschaftlichen Implikationen mit dieser Transformation verbunden sind.

  • Analyse des aktuellen litauischen Primärenergiebedarfs und der historischen Importabhängigkeit.
  • Untersuchung der energiewirtschaftlichen und politischen Folgen des AKW-Ausstiegs.
  • Bewertung der Erdöl- und Erdgasinfrastruktur sowie potenzieller Diversifizierungsstrategien.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Ostseepipeline und der geostrategischen Position Litauens.
  • Evaluierung der Potenziale erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz als Alternativen.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

In den letzten Jahren werden in Deutschland und der Europäischen Union zunehmend mögliche Folgen einer hohen Importabhängigkeit von russischen Energieträgern, vor allem Erdgas, diskutiert und kritisiert. Besondere Relevanz erfuhr die Problematik der europäischen Energieversorgung zuletzt dadurch, als der russische Erdgasmonopolist Gazprom, dessen Aktienmehrheit in der Hand des russischen Staates liegt, mit der Ukraine, einem ehemaligen „Bruderstaat“, damit drohte, die Erdgaszufuhr zu unterbrechen, falls das damals seit knapp einem Jahr von Viktor Juschtschenko regierte Land nicht den auf „Weltmarktniveau“ angehobenen Preis für Erdgas zahlen würde. Ein Jahr später sicherte sich Gazprom durch eine ähnliche Preiserhöhung in Weißrussland die Eigentumsrechte am weißrussischen Pipelinenetz und baute somit seine Kontrolle der Erdgaszufuhr nach Westeuropa hin aus.

In Litauen ist die Diskussion über eine mögliche politische Instrumentalisierung von Energieträgern alles andere als neu: Bereits 1990 wurde die Bedrohung der nationalen Sicherheit Litauens deutlich, als die sowjetische Regierung im Zuge der litauischen Unabhängigkeitsbewegung aus politischen Gründen für mehrere Monate den Import von Öl und Benzinprodukten blockierte sowie die Lieferungen von Erdgas reduzierte, um somit Druck auf Litauen auszuüben. Im Jahr 2006 wurde der Druck, den Russland im Energiesektor auf Litauen ausüben kann, erneut deutlich, als im Zuge der Übernahme der Mažeiki-Raffinerie, die 1980 als einzige Ölraffinerie des Baltikums und sogleich als modernste der Sowjetunion ihre Arbeit aufnahm und bis heute das umsatzstärkste Unternehmen Litauens darstellt, indem es mit 2% bis 4 % zum litauischen Bruttoinlandsprodukt beiträgt, Russland zum wiederholten Male versuchte, die Zukunft der Aktiengesellschaft „Mažeik Nafta“ zu beeinflussen. Nachdem es dem polnischen Ölkonzern PKN gelungen war, sich die Anteile des litauischen Staates und die Anteile aus der Konkursmasse des russischen Konzerns Jukos an der Raffinerie zu sichern, wurde die Ölzufuhr über eine Pipeline aus Russland durch das russische Staatsunternehmen Transneft unterbrochen, nachdem man die litauische Regierung zuvor vor einem „schweren Fehler“ gewarnt hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Problematik der Abhängigkeit von russischen Energieträgern und die historische Erfahrung Litauens mit politischem Druck im Energiesektor.

2. DER LITAUISCHE PRIMÄRENERGIEBEDARF: Dieses Kapitel analysiert den Energiemix Litauens, wobei die dominante Rolle der Atomkraft sowie die im europäischen Vergleich hohe Energieintensität der Wirtschaft hervorgehoben werden.

3. DIE LITAUISCHE IMPORTABHÄNGIGKEIT: Hier wird die Entwicklung der Importabhängigkeit seit 1990 betrachtet und aufgezeigt, dass diese trotz Anstrengungen zur Diversifizierung und zur Nutzung heimischer Ressourcen weiterhin besteht.

4. DIE BEDEUTUNG DES AKW IGNALINA IN DER LITAUISCHEN ENERGIEWIRTSCHAFT: Dieses Kapitel unterstreicht die fundamentale Bedeutung des AKW Ignalina als zentrale Säule der Stromversorgung und die damit verbundenen Sicherheits- und Geopolitik-Debatten.

5. FOLGEN DER SCHLIEßUNG DES AKW IGNALINA: Hier werden die massiven Auswirkungen des AKW-Ausstiegs auf den Erdöl- und Erdgassektor sowie die wachsende Importabhängigkeit untersucht.

5.1 ERHÖHTE IMPORTABHÄNGIGKEIT: Dieser Abschnitt vertieft die drohende energetische Verletzlichkeit Litauens infolge der Schließung der Reaktoren.

5.1.1 Rohölversorgung: Es wird die Situation der Ölversorgung unter Berücksichtigung der Raffinerie Mažeiki Nafta und der Abhängigkeit von russischen Pipelines analysiert.

5.1.3 Erdgasversorgung: Dieser Teil beleuchtet die einseitige Abhängigkeit von russischen Gasimporten und die geostrategische Bedeutung der Ostseepipeline.

6. POTENTIELLE RESSOURCEN: Dieses Kapitel untersucht alternative Möglichkeiten der Energiegewinnung, insbesondere erneuerbare Energien, und die Hürden bei deren Implementierung.

7. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass Litauen nach der Abschaltung von Ignalina vor einer massiven Erhöhung der Importabhängigkeit steht und die Befürchtung russischer Einflussnahme trotz politischer Integration im Westen bestehen bleibt.

Schlüsselwörter

Litauen, Energiepolitik, Importabhängigkeit, AKW Ignalina, Erdgas, Erdöl, Versorgungssicherheit, Russland, Gazprom, Mažeiki Nafta, Ostseepipeline, Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Geopolitik, Stromversorgung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen der litauischen Energiewirtschaft im Kontext der verpflichtenden Schließung des Atomkraftwerks Ignalina und die damit verbundene wachsende energetische Abhängigkeit von Russland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Primärenergiebedarf, der Infrastruktur für Erdöl und Erdgas, den Folgen der nuklearen Stilllegung sowie den geostrategischen Auswirkungen russischer Energieprojekte.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es, die politische und wirtschaftliche Tragweite der Abschaltung von Ignalina aufzuzeigen und zu belegen, dass Litauen dadurch zum verletzlichsten Land der EU in Bezug auf Energielieferungen werden könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine systematische Analyse von Energiestatistiken, Regierungsberichten und politikwissenschaftlicher Fachliteratur, um die Energiebilanz und geopolitische Risiken darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des Energiemixes, eine Analyse der Importabhängigkeiten in den Sektoren Erdöl und Erdgas sowie eine kritische Untersuchung der Relevanz der Ostseepipeline für Litauen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Energieabhängigkeit, Versorgungssicherheit, Atomkraftausstieg, Geopolitik und Ostseepipeline beschreiben.

Welche Rolle spielt die Raffinerie Mažeiki Nafta für die litauische Sicherheit?

Die Raffinerie ist das umsatzstärkste Unternehmen des Landes; ihre Abhängigkeit von russischen Öllieferungen macht sie zu einem zentralen Instrument für den politischen Druck Moskaus auf Litauen.

Warum ist die Nutzung erneuerbarer Energien in Litauen derzeit so schwierig?

Trotz theoretischer Potenziale verhindern mangelnde wirtschaftliche Anreize, die Konkurrenz durch den vormals billigen Atomstrom und die Ausrichtung der Investitionen auf neue Atomprojekte eine schnellere Umstellung.

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Details

Title
Die litauische Energiewirtschaft: Im Spannungsfeld von Importabhängigkeit und Versorgungssicherheit
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut )
Course
PS: Die Osteuropäischen Krisenherde nach der "Wende" - Bilanz und Perspektiven 16 Jahre später
Grade
1,0
Author
Steffen Halling (Author)
Publication Year
2008
Pages
24
Catalog Number
V124105
ISBN (eBook)
9783640672905
ISBN (Book)
9783640672806
Language
German
Tags
Energiewirtschaft Spannungsfeld Importahängigkeit Versorgungssicherheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Halling (Author), 2008, Die litauische Energiewirtschaft: Im Spannungsfeld von Importabhängigkeit und Versorgungssicherheit , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124105
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