Das gesteigerte Prüfungsaufkommen an Hochschulen im Zuge der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen geht mit einer Suche nach ökonomischen Prüfungsformaten einher, um der wachsenden Zahl an Studierenden gerecht werden zu können. In Multiple-Choice-Aufgaben scheinen solche gefunden worden zu sein, zeichnen sich diese doch durch einen geringen Aufwand bei der Testauswertung, einer raschen Leistungsrückmeldung sowie hohen Objektivität und Reliabilität im Vergleich zu Prüfungen mündlicher Art oder jener mit offenem Antwortformat aus. Gleichsam gehen mit dem Einsatz von Multiple-Choice-Aufgaben auch zahlreiche Herausforderungen einher, um mit einer validen Diagnostik verlässliche Aussagen über die studentischen Prüfungsleistungen treffen zu können.
Vor diesem Hintergrund soll die vorliegende Arbeit Möglichkeiten und Grenzen von diversen Multiple-Choice-Formaten für den Einsatz an Hochschulen behandeln. Sie gliedert sich wie folgt: Zunächst wird ein theoretischer Überblick über die gängigsten Multiple-Choice-Aufgabentypen im Hochschulkontext gegeben und deren Aufbau erläutert. Anschließend werden die wichtigsten Gütekriterien, Qualitätsanforderungen und Richtlinien zur Erstellung von Multiple-Choice-Aufgaben behandelt. Mit dieser Wissensgrundlage erfolgt sodann eine Analyse der allgemeinen Eigenschaften sowie der spezifischen Stärken und Schwächen von einzelnen Formaten. Im Vordergrund stehen dabei das Erraten von richtigen Antworten, die Anwendung von Teststrategien, Fehlinformationseffekte durch die Präsentation falscher Antworten sowie empfohlene Gegenmaßnahmen zur Reduktion der negativen Effekte. Die Ergebnisse werden abschließend in der Conclusio zusammengefasst und ein im Rahmen der Literatursichtung gewonnenes Fazit hinsichtlich der für die Hochschulpraxis zu empfehlenden Multiple-Choice-Formate gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kontextualisierung
3. Methodik
4. Theoretische Grundlagen zu Multiple-Choice-Tests
4.1 Aufbau und Varianten von Multiple-Choice-Formaten
4.2 Qualitätssicherung von Multiple-Choice-Aufgaben
5. Diskussion der Vor- und Nachteile von Multiple-Choice-Tests
5.1 Vorteile
5.2 Nachteile
6. Conclusio
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Multiple-Choice-Formate für den Einsatz an Hochschulen. Ziel ist es, unter Berücksichtigung von Testgütekriterien und Konstruktionsrichtlinien, eine fundierte Empfehlung für die Auswahl geeigneter Prüfungsformate auszusprechen, die eine valide Leistungsdiagnostik ermöglichen.
- Analyse der gängigen Multiple-Choice-Aufgabentypen im Hochschulkontext.
- Untersuchung zentraler Gütekriterien wie Objektivität, Reliabilität und Validität.
- Diskussion der Vor- und Nachteile verschiedener MC-Formate in Bezug auf Ökonomie und kognitiven Anspruch.
- Identifikation von Strategien zur Minimierung von Rateeffekten ("test-wiseness").
- Erarbeitung von Empfehlungen für eine praxisorientierte Hochschulprüfung.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Das gesteigerte Prüfungsaufkommen an Hochschulen im Zuge der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen geht mit einer Suche nach ökonomischen Prüfungsformaten einher, um der wachsenden Zahl an Studierenden gerecht werden zu können. In Multiple-Choice-Aufgaben scheinen solche gefunden worden zu sein, zeichnen sich diese doch durch einen geringen Aufwand bei der Testauswertung, einer raschen Leistungsrückmeldung sowie hohen Objektivität und Reliabilität im Vergleich zu Prüfungen mündlicher Art oder jener mit offenem Antwortformat aus (Lindner, Köller & Strobel 2015: 133-134). Gleichsam gehen mit dem Einsatz von Multiple-Choice-Aufgaben auch zahlreiche Herausforderungen einher, um mit einer validen Diagnostik verlässliche Aussagen über die studentischen Prüfungsleistungen treffen zu können.
Vor diesem Hintergrund soll die vorliegende Arbeit Möglichkeiten und Grenzen von diversen Multiple-Choice-Formaten für den Einsatz an Hochschulen behandeln. Sie gliedert sich wie folgt: Zunächst wird ein theoretischer Überblick über die gängigsten Multiple-Choice-Aufgabentypen im Hochschulkontext gegeben und deren Aufbau erläutert. Anschließend werden die wichtigsten Gütekriterien, Qualitätsanforderungen und Richtlinien zur Erstellung von Multiple-Choice-Aufgaben behandelt. Mit dieser Wissensgrundlage erfolgt sodann eine Analyse der allgemeinen Eigenschaften sowie der spezifischen Stärken und Schwächen von einzelnen Formaten. Im Vordergrund stehen dabei das Erraten von richtigen Antworten, die Anwendung von Teststrategien, Fehlinformationseffekte durch die Präsentation falscher Antworten sowie empfohlene Gegenmaßnahmen zur Reduktion der negativen Effekte. Die Ergebnisse werden abschließend in der Conclusio zusammengefasst und ein im Rahmen der Literatursichtung gewonnenes Fazit hinsichtlich der für die Hochschulpraxis zu empfehlenden Multiple-Choice-Formate gezogen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den steigenden Bedarf an ökonomischen Prüfungsformaten an Hochschulen und steckt den Rahmen der Analyse von Multiple-Choice-Formaten unter Berücksichtigung ihrer Gütekriterien ab.
2. Kontextualisierung: Hier wird die historische Entwicklung der Forschung zu Multiple-Choice-Aufgaben skizziert und der heterogene Forschungsstand aufgezeigt, der die Notwendigkeit einer systematisierenden Untersuchung begründet.
3. Methodik: Der Abschnitt beschreibt das Vorgehen der Literaturrecherche und der inhaltlichen Aufarbeitung auf Basis anerkannter Taxonomien und Überblickswerke.
4. Theoretische Grundlagen zu Multiple-Choice-Tests: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Basis über verschiedene MC-Aufgabentypen und deren Aufbau sowie die zentralen qualitativen Gütekriterien.
5. Diskussion der Vor- und Nachteile von Multiple-Choice-Tests: Hier werden die spezifischen Stärken und Schwächen der Formate, Möglichkeiten zur Vermeidung von Fehlern sowie Strategien gegen Raten und "test-wiseness" kritisch analysiert.
6. Conclusio: Die abschließende Conclusio fasst die Ergebnisse zusammen und leitet daraus konkrete Empfehlungen für den Einsatz spezifischer MC-Formate in der Hochschulpraxis ab.
Schlüsselwörter
Multiple-Choice-Aufgaben, Hochschulprüfung, Testgütekriterien, Itemkonstruktion, Reliabilität, Validität, Objektivität, Testökonomie, Test-wiseness, Rateeffekte, Distraktoren, Leistungsdiagnostik, Multiple-Response, Hochschuldidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Eignung und Gestaltung von verschiedenen Multiple-Choice-Formaten für den Einsatz an Hochschulen unter Berücksichtigung von Qualität und Konstruktion.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Typologie von MC-Formaten, die psychometrischen Gütekriterien, Strategien zur Aufgabenkonstruktion sowie die Analyse von Nachteilen wie Raten und Fehlinformationseffekten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, durch die Analyse der Vor- und Nachteile der verschiedenen Formate Empfehlungen abzuleiten, welche MC-Typen besonders für den effektiven und validen Einsatz in Hochschulprüfungen geeignet sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf einschlägigen wissenschaftlichen Quellen, wie dem Literaturüberblick von Lindner et al. und der Taxonomie von Haladyna, basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Anforderungen an die Aufgabenbildung als auch eine kritische Diskussion spezifischer Formate (wie Single-Choice, Multiple-Response oder True-False) sowie Gegenmaßnahmen gegen Manipulationen durch die Testteilnehmer erörtert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Kernbegriffe sind Multiple-Choice-Aufgaben, Testgütekriterien, Reliabilität, Validität, Itemkonstruktion und Testökonomie.
Warum wird vom Einsatz des True-False-Formats abgeraten?
Das True-False-Format weist eine hohe Ratewahrscheinlichkeit auf, kann zu einer geringeren Validität führen und steht oft in der Kritik, lediglich triviales Faktenwissen abzufragen.
Wie kann der sogenannten "test-wiseness" entgegengewirkt werden?
Test-wiseness kann durch sorgfältige Aufgabenkonstruktion wie homogene Länge der Antwortoptionen, Vermeidung absoluter Begriffe ("immer", "nie") und die Verwendung der richtigen fachlichen Distraktoren reduziert werden.
Welchen Einfluss hat Feedback auf die Testergebnisse?
Studien zeigen, dass Feedback nach der Absolvierung eines MC-Tests dazu beitragen kann, den Anteil korrekter Antworten in späteren Wissenstests zu erhöhen und Fehlinformationseffekte zu mindern.
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- Anonym (Autor), 2020, Möglichkeiten und Grenzen von Multiple-Choice-Formaten für den Einsatz an Hochschulen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243559