Im Zuge des demografischen Wandels schreitet mit der älter werdenden Bevölkerung der Mangel an Fachkräften weiter voran. Eine vom Fachkräftemangel stark betroffene Branche sind öffentliche Körperschaften. Die Gründe dafür sollen laut der McKinsey-Studie aus dem Jahr 2021 und der Deloitte Studie aus 2018 die innovationsarme Arbeitsumgebung, fehlende Arbeitsmittel für die Heimarbeit, nicht erfüllte Gehaltsvorstellungen sowie fehlende Weiterbildungsmöglichkeiten sein. Daher ist es notwendig zu verstehen, ob die Außenwirkung von Krankenkassen ebenfalls bei den Mitarbeitern widergespiegelt wird. Das Ziel in der vorliegenden Arbeit ist es zu beantworten, durch welche internen Employer Branding Maßnahmen die Arbeitgeberattraktivität von Krankenkassen beeinflusst wird. Dazu wird die folgende Forschungsfrage gestellt: Gelten Krankenkassen als attraktiver Arbeitgeber und inwieweit sind die internen Employer Branding Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung ausgebaut? Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurde eine quantitative Studie zu aktuellen internen Employer Branding Maßnahmen bei Krankenkassen durchgeführt. Zu diesem Zweck wurde ein standardisierter Fragebogen entwickelt. Es haben insgesamt 513 Teilnehmende an der Befragung teilgenommen. Die quantitative Studie zeigte, dass die Probanden generell sehr zufrieden mit ihrem Arbeitgeber sind. Auch die internen Employer Branding Maßnahmen sind weitestgehend zufriedenstellend. Sie stellen ein hohes Commitment und Arbeitszufriedenheit sicher, daher sind die Probleme des Fachkräftemangels anderweitig zu lösen. Jedoch stellen die Themen Nachhaltigkeit, Arbeitsmittel, gesundes Kantinenessen sowie die allgemeine Bekanntheit des Arbeitgebers durch Werbung Brennpunkte dar. Dies zeigt, dass zusätzlich zu den internen Employer Branding Maßnahmen ebenfalls externe Ansätze weiterverfolgt werden müssen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Die Problemstellung
1.2 Die Zielsetzung
1.3 Der Aufbau der Arbeit
2 Employer Branding und seine Rolle in Unternehmen
2.1 Die Abgrenzung zum Personalmarketing
2.2 Die Funktionen des Employer Brandings
2.3 Das Employer Branding aus Arbeitgebersicht
2.4 Das Employer Branding aus Arbeitnehmersicht
2.5 Die Wirkungsbereiche des Employer Brandings
2.6 Die Employer Branding Strategien
2.7 Internes und externes Employer Branding
2.8 Die Determinanten für Mitarbeiterbindung
2.9 Zwischenfazit und Bildung von Forschungsfragen
3 Das methodische Vorgehen
3.1 Die Beschreibung und Begründung der angewandten Methode
3.2 Die Operationalisierung und der Strukturbaum
3.3 Die Entwicklung des Fragebogens
3.4 Der Pretest und die Fragebogenanpassung
3.5 Die Stichprobenbeschreibung und Durchführung der Untersuchung
4 Die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
4.1 Die Analyse der Teilnehmenden
4.2 Die Ergebnisdarstellung der einzelnen Dimensionen
5 Die kritische Diskussion
5.1 Die kritische Reflexion der eigenen Vorgehensweise
5.2 Die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
5.3 Die Handlungsempfehlung
5.4 Das Fazit und der Ausblick
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die Arbeitgeberattraktivität von Krankenkassen als öffentliche Körperschaften und analysiert, inwiefern interne Employer-Branding-Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung beitragen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
- Analyse der Arbeitgeberattraktivität im Gesundheitssektor
- Untersuchung interner Employer-Branding-Instrumente
- Einfluss von Arbeitszufriedenheit auf das Mitarbeiter-Commitment
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für ein zukunftsorientiertes Personalmanagement
Auszug aus dem Buch
Die Präferenzbildung
Das Employer Branding orientiert sich an der allgemeinen Marketingkonzeption. Eine der wichtigsten Funktionen des Brandings ist der Fokus auf der Herausbildung von stark ausgeprägten Präferenzen bei der Zielgruppe. Eine starke Arbeitgebermarke bietet potenziellen und aktuellen Mitarbeitenden Orientierung und Unterstützung im Wahl- und Entscheidungsprozess des Arbeitgebers. Das Ziel des Unternehmens ist es, der „First-Choice-Arbeitgebers“ oder auch „Employer of Choice“ zu werden. Um „Employer of Choice“ zu werden, ist eine gute Positionierung am Arbeitsmarkt unabdingbar. Diese ist entscheidend für die Gewinnung neuer Mitarbeitenden, um die vakanten Stellen optimal zu besetzen. Dadurch kann einerseits bei Personalbedarf die Anzahl der Bewerber gesteigert und andererseits potenzielle Bewerber ganz gezielt angesprochen werden. Als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, hat nicht nur Vorteile auf dem Arbeitsmarkt, sondern fördert auch die Motivation und Loyalität bestehender Mitarbeitenden.
Die hierdurch entstehende positive Wahrnehmung des Arbeitgebers wird bereits vor der Durchführung der Bewerbersuche durch Maßnahmen des Employer Brandings gefördert. Durch Maßnahmen wie zum Beispiel Infoveranstaltungen, Imageanzeigen oder online Rekrutierungsanzeigen soll die größtmögliche Kommunikationswirkung erzielt werden. Aufgrund der Differenzierung melden sich überwiegend Bewerber, die die Wertvorstellung des Unternehmens teilen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Herausforderungen durch den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel im öffentlichen Sektor und definiert die Zielsetzung und Struktur der Arbeit.
2 Employer Branding und seine Rolle in Unternehmen: Es werden die theoretischen Grundlagen des Employer Brandings, dessen Abgrenzung zum Personalmarketing sowie die zentralen Funktionen und Wirkungsbereiche für Arbeitgeber und Arbeitnehmer dargestellt.
3 Das methodische Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt die Konzeption der empirischen Untersuchung, die Operationalisierung der Arbeitgeberattraktivität und die Durchführung einer Onlinebefragung bei Krankenkassen.
4 Die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse: Hier werden die durch die Onlinebefragung gewonnenen Daten präsentiert, analysiert und in Bezug auf die verschiedenen Dimensionen der Arbeitgebermarke ausgewertet.
5 Die kritische Diskussion: Das letzte Kapitel reflektiert die methodische Vorgehensweise, diskutiert die Ergebnisse vor dem theoretischen Hintergrund und leitet Handlungsempfehlungen sowie ein Fazit für die Praxis ab.
Schlüsselwörter
Krankenkasse, Employer Branding, interne Employer Branding Maßnahmen, Arbeitgeberattraktivität, Fachkräftemangel, War of Talents, Arbeitszufriedenheit, Commitment, quantitative Forschung, standardisierter Fragebogen, Onlinebefragung, Mitarbeiterbindung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Arbeitgeberattraktivität von Krankenkassen und analysiert, wie interne Instrumente des Employer Brandings genutzt werden können, um Mitarbeiter langfristig an die Organisation zu binden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den Gebieten Employer Branding, Mitarbeiterbindung, Arbeitszufriedenheit (Commitment) und dem Umgang mit dem demografischen Wandel im öffentlichen Sektor.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu ermitteln, ob Krankenkassen als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen werden und inwieweit bestehende interne Branding-Maßnahmen dazu beitragen, die Mitarbeiterbindung zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer quantitativen Studie in Form einer standardisierten Onlinebefragung von 513 Teilnehmenden, deren Ergebnisse anschließend mittels IBM SPSS ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung des Employer Brandings, die Herleitung eines dimensionalen Modells der Arbeitgeberattraktivität und die empirische Überprüfung dieser Dimensionen in der Praxis.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie "Employer of Choice", "War of Talents", "Mitarbeiter-Commitment" und die psychologischen Aspekte der Arbeitszufriedenheit.
Welche Bedeutung hat das interne Employer Branding bei Krankenkassen?
Die Studie verdeutlicht, dass interne Maßnahmen wie flexible Arbeitszeitmodelle und ein betriebliches Gesundheitsmanagement sehr geschätzt werden, während externe Sichtbarkeitsmaßnahmen noch ausbaufähig sind.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Attraktivität von Krankenkassen?
Die Autorin stellt fest, dass Krankenkassen intern bereits eine hohe Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeiterzufriedenheit bieten, jedoch ihre Außenwahrnehmung als Arbeitgebermarke durch zusätzliches externes Marketing verbessern müssen.
- Quote paper
- Jessica Pchaiek (Author), 2021, Employer Branding. Die Untersuchung der Arbeitgeberattraktivität von öffentlichen Körperschaften am Beispiel von Krankenkassen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243628