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Berücksichtigung von Erziehungsarbeit in der Pflegeversicherung, ein Modell auch für andere Versicherungssysteme?

Title: Berücksichtigung von Erziehungsarbeit in der Pflegeversicherung, ein Modell auch für andere Versicherungssysteme?

Term Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lars Zwahr (Author)

Law - Public Law / Constitutional Law / Basic Rights
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Summary Excerpt Details

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die Erziehungsarbeit in der Pflegeversicherung zu berücksichtigen ist. Vor der Sprechung des Urteils sind mehrere Beschwerden beim höchsten Gericht eingegangen, in denen Kläger/innen sich bei der ursprünglichen Gestaltung des Pflegeversicherungsgesetztes in ihren Grundrechten verletzt fühlten. Sie beriefen sich dabei auf Artikel 3 Abs.1,2,3 GG und Artikel 6 Abs.1 GG.
Zu diesen Klagen hat sich das Bundesverfassungsgericht am 03.04.2001 unterschiedlich geäußert und zugleich dem Gesetzgeber eine Umsetzungsanweisung auferlegt.
Zunächst werde ich in Form einer definitorischen Darstellung die wesentlichen Pfeiler des bundesdeutschen Sozialversicherungssystems erläutern. Außerdem möchte ich kurz auf das von mir zugrundegelegte Verständnis der Erziehungsarbeit eingehen.
Im dritten Teil werde ich den wesentlichen Sachverhalt und die zwei Hauptbegründungen behandeln.
Resultierend aus dem gefällten Urteil stelle ich mir die Frage nach einer möglichen Berücksichtigung der Erziehungsarbeit auch in anderen Systemen. Abschließend sollen in diesem vierten Teil unterschiedliche Interessenvertreter beleuchtet werden, um durch Perspektivenwechsel die Brisanz dieser Thematik bewusst zu machen.
Mit einer persönlichen Stellungnahme in Form eines kurzen Fazits werde ich diese Arbeit abschließen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen der Grundbegriffe

2.1. Die wesentlichen Pfeiler des bundesdeutschen Sozialversicherungssystems

2.1.1. Die Rentenversicherung

2.1.2. Die Krankenversicherung

2.1.3. Die Pflegeversicherung

2.2. Erziehungsarbeit

3. Die Urteile zur Berücksichtigung der Erziehungsarbeit in der Pflegeversicherung

3.1. Der Sachverhalt

3.2. Das Verfahren zur sozialen Pflegeversicherung (1 BvR 1629/ 94)

3.2.1. Der spezielle Sachverhalt

3.2.2. Das Urteil

3.2.3. Die Gründe

3.3. Das Verfahren zur privaten Pflegeversicherung (1 BvR 1681/ 94)

3.3.1. Der spezielle Sachverhalt

3.3.2. Das Urteil

3.3.3. Die Gründe

3.4. Sichtweisen unterschiedlicher Interessenvertreter

4. Konsequenzen des Urteils und mögliche Umsetzungsformen

4.1. Vergleich der Sozialversicherungen im Hinblick auf eine mögliche Verankerung der Erziehungsarbeit

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Berücksichtigung von Erziehungsarbeit in der Pflegeversicherung und geht der Frage nach, ob dieses Modell auch auf andere Sozialversicherungssysteme übertragen werden kann, um eine gerechtere Beitragsbemessung zu erreichen.

  • Analyse des bundesdeutschen Sozialversicherungssystems
  • Darstellung der verfassungsrechtlichen Urteile zur Pflegeversicherung
  • Gegenüberstellung von gesetzlicher und privater Pflegeversicherung
  • Diskussion unterschiedlicher Sichtweisen von Interessenvertretern
  • Beurteilung möglicher Umsetzungsformen einer Erziehungsarbeit-Berücksichtigung

Auszug aus dem Buch

3.2.3. Die Gründe

Die Richter geben als Gründe an, dass Kindererziehung wegen ihrer das Umlagesystem erhaltenden Funktion als gleichwertig mit der Beitragszahlung angesehen werden müsse. Das zukünftige Kapital der sozialen Pflegeversicherung werde gegenwärtig unter Einsatz erheblicher finanzieller Mittel der Eltern gebildet. Zudem müsse die Familie auch noch Beiträge zahlen, um die aktuellen Lasten der sozialen Pflegeversicherung abzudecken.

Die für den Unterhalt der Kinder aufgewendeten Kosten müssten daher bei Beiträgen zur Pflegeversicherung berücksichtigt werden. Nur so könne die Doppelbelastung der Eltern durch Beitragszahlung und Kindererziehung in erträglichem Umfang abgebaut werden. Die Belastung liege staatlicherseits in der auferlegten Beitragspflicht. Der Konsumverzicht sei für Familien auch bei diesen Beträgen deutlich spürbar. Dies sei in gleicher Weise bei kinderlosen Erwerbstätigen nicht der Fall.

Zwar werde kinderlosen Erwerbstätigen aktuell ein Transfer für die beitragsfrei Familienversicherten zugemutet, das in der Zeit der Kindererziehung gebildete Humankapital übersteige jedoch dessen Wert um ein Mehrfaches und garantiere, dass der ältere Kinderlose im Falle der Pflegebedürftigkeit später einmal Leistungen erhalten könne.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Ausgangslage der Klagen gegen das Pflegeversicherungsgesetz vor dem Bundesverfassungsgericht und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Definitionen der Grundbegriffe: Dieses Kapitel stellt die wesentlichen Pfeiler des deutschen Sozialversicherungssystems dar und definiert den Begriff der Erziehungsarbeit.

3. Die Urteile zur Berücksichtigung der Erziehungsarbeit in der Pflegeversicherung: Hier werden die Sachverhalte und Urteilsgründe des Bundesverfassungsgerichts zu den Verfassungsbeschwerden gegen die soziale sowie die private Pflegeversicherung detailliert analysiert.

4. Konsequenzen des Urteils und mögliche Umsetzungsformen: Das Kapitel diskutiert die Auswirkungen des Urteils und beleuchtet verschiedene Reformansätze, wie eine Kinderkomponente oder steuerliche Anpassungen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch, inwieweit die Urteile zur Herstellung sozialer Gerechtigkeit für Familien beitragen.

Schlüsselwörter

Pflegeversicherung, Erziehungsarbeit, Bundesverfassungsgericht, Sozialversicherung, Beitragsbemessung, Kindererziehung, Generationenvertrag, Verfassungsbeschwerde, soziale Gerechtigkeit, Familienförderung, Humankapital, Privatausgleich, Beitragsgerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der verfassungsrechtlichen Notwendigkeit, Erziehungsarbeit bei der Beitragsbemessung in der deutschen Pflegeversicherung zu berücksichtigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Untersuchung des Sozialversicherungssystems, die Analyse der Urteile des Bundesverfassungsgerichts zur Pflegeversicherung und die Diskussion um eine gerechte Entlastung von Eltern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Urteil des Bundesverfassungsgerichts die Benachteiligung von Familien in der Pflegeversicherung bewertet und ob dieses Modell als Leitbild für andere Versicherungssysteme dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine definitorische Darstellung des Versicherungssystems, eine detaillierte Analyse der Urteilsbegründungen sowie einen Vergleich zwischen verschiedenen Versicherungsträgern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Grundlagen des Sozialversicherungssystems, die spezifischen Verfassungsurteile zur sozialen und privaten Pflegeversicherung sowie die Sichtweisen verschiedener Interessenvertreter dazu.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Pflegeversicherung, Erziehungsarbeit, Beitragsgerechtigkeit und Verfassungsrecht beschreiben.

Wie bewertet der Autor die Situation für die private Pflegeversicherung?

Der Autor äußert sich kritisch zur privaten Pflegeversicherung und argumentiert, dass das dortige leistungsbezogene Absicherungssystem den Grundgedanken der Solidargemeinschaft unterspült.

Welche Rolle spielt das Humankapital in der Argumentation des Gerichts?

Das Gericht wertet die Kindererziehung als Beitrag zum Erhalt des Umlagesystems und zur Bildung von Humankapital, das zukünftige Renten- und Pflegeleistungen für alle Generationen erst ermöglicht.

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Details

Title
Berücksichtigung von Erziehungsarbeit in der Pflegeversicherung, ein Modell auch für andere Versicherungssysteme?
College
Hamburg University of Ecomomy and Policy  (Recht)
Course
Grundlagen des Öffentlichen Rechts
Grade
1,0
Author
Lars Zwahr (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V12441
ISBN (eBook)
9783638183260
Language
German
Tags
Pflegeversicherung Erziehungsarbeit Sozialversicherungssysteme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lars Zwahr (Author), 2002, Berücksichtigung von Erziehungsarbeit in der Pflegeversicherung, ein Modell auch für andere Versicherungssysteme?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12441
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