Die Arbeit wird zuerst auf die heterogene Gruppe der Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit eingehen und Probleme sowie mögliche Risiken von längeren Phasen der Erwerbslosigkeit darstellen. In einem zweiten Schritt wird dann auf den Diskurs des Ressourcen-Begriffs in der Sozialen Arbeit eingegangen und die Ressourcenarten herausgearbeitet. Darüber hinaus wird sich die Arbeit mit dem Ansatz der Ressourcenorientierung in der Sozialen Arbeit befassen und klären, wie dies in der Praxis unter Einbezug einer professionellen Haltung umgesetzt werden kann. Darauf aufbauend werden Instrumente vorgestellt, die sich für die Erhebung von Ressourcen besonders eignen. Die zentralen Fragen der Arbeit sind dabei, inwiefern die Ressourcenorientierung dabei helfen kann, mögliche Stärken/Ressourcen von Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit zu fördern und wie die ausgewählten Instrumente bei der Erhebung als auch bei der möglichen Wiedereingliederung in Arbeit unterstützen können.
Die Reduzierung von Arbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit ist für die Betroffenen und darüber hinaus vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und demografischen Wandel sowohl für die Gesellschaft, die Bundesagentur für Arbeit als auch für den deutschen Arbeitsmarkt relevant. Ein Ansatz, der dabei unterstützen kann und in der Sozialen Arbeit inzwischen weit verbreitet ist, ist die Ressourcenorientierung. Diese richtet dabei den professionellen Blick bewusst auf die vorhandenen Stärken, Fähigkeiten und Kompetenzen und bezieht sie mit in die Arbeit ein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit
3 Diskurs Ressourcen-Begriff in der Sozialen Arbeit
3.1 Definition Ressourcen
3.2 Ressourcenarten
3.2.1 Personenressourcen
3.2.2 Umweltressourcen
4 Ressourcenorientierung in der Sozialen Arbeit
4.1 Grundzüge und Haltung
4.2 Ressourcenarbeit in der Praxis
4.3 Ressourcenorientierte Planung
5 Ressourcenerhebung: Instrumente, Methoden und Techniken
5.1 Die Ressourcenkarte
5.2 Das Ressourcenquadrat
5.3 Die VIP-Karte („Very Important People”)
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie ein ressourcenorientierter Ansatz der Sozialen Arbeit dazu beitragen kann, die Stärken und Potenziale von Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit zu fördern und diese gezielt bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.
- Herausforderungen und Risiken für Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit
- Theoretische Herleitung und Definition des Ressourcen-Begriffs
- Systemische Haltung und methodische Grundzüge der Ressourcenarbeit
- Praktische Instrumente wie Ressourcenkarte, Ressourcenquadrat und VIP-Karte
- Anwendung der Konzepte zur Förderung der Eigenmotivation und beruflichen Wiedereingliederung
Auszug aus dem Buch
5.1 Die Ressourcenkarte
Ein praktikables Instrument für die Erhebung und Förderung von individuellen Ressourcen ist die Ressourcenkarte. Anhand der Fragen: „Was mache ich, was kann ich, was will ich, was bin ich, was habe ich?“ (Friedrich, 2010b, S. 76-77) können klienteneigene Ressourcen in den Bereichen Interessen, Kompetenzen, (Lebens)Ziele, Identität sowie Materielles und Ideelles aufgespürt werden. Die Karte eignet sich sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen (Abbildung 1). Alle Fragen sind frei von Wertung und offen gestaltet. Die Frage „Was mache ich?“ bietet dabei einen sanften Einstieg, dabei transportiert die erste Frage die geringste Erwartungshaltung. Bei der Frage „Was kann ich?“, wird nach den individuellen Kompetenzen gefragt. Hier sollten auch Bewältigungsstrategien aus der Vergangenheit mit aufgenommen werden, wobei der Ton bzw. die Formulierung ernsthaft und wertschätzend sein sollte. Zum Beispiel: „Wie haben Sie es trotz der schweren Krisen in ihrem Leben geschafft, bis heute zu überleben?“ (Friedrich, 2010b, S. 76-77). „Was bin ich?“ lässt Interpretationen über die Identität zu. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass nur positive Eigenschaften in die Ressourcenkarte aufgenommen werden. Mögliche Kraftquellen (Netzwerke, Wissen, Zeit, Wohnraum, Glaube, Familienkultur etc.) werden durch die Frage „Was habe ich?“ aufgedeckt. Der Defizitblickwinkel sollte dabei vermieden werden.
Ziele sind wichtig und können einem Menschen viel Kraft geben. Zu hochgesteckte Ziele können deprimierend sein. Die Frage: „Gibt ihnen das Ziel Kraft?“ kann helfen, zwischen Ressourcen und Kräfte zehrenden Zielen zu unterscheiden (vgl. Friedrich, 2010b, S. 76-77).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die aktuelle Situation von Langzeitarbeitslosen in Deutschland und skizziert die Relevanz der Ressourcenorientierung als professionellen Ansatz in der Sozialen Arbeit.
2 Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit: Dieses Kapitel beschreibt die psychosozialen Folgen von lang andauernder Erwerbslosigkeit und die Notwendigkeit, mittels gezielter Förderung von Kompetenzen statt standardisierter Maßnahmen der Exklusion entgegenzuwirken.
3 Diskurs Ressourcen-Begriff in der Sozialen Arbeit: Hier wird der facettenreiche Ressourcenbegriff definiert und in personale sowie Umweltressourcen unterteilt, um Kraftquellen für die Lebensbewältigung identifizierbar zu machen.
4 Ressourcenorientierung in der Sozialen Arbeit: Das Kapitel erläutert, wie eine ressourcenorientierte Haltung die Beziehung zwischen Fachkraft und Adressaten verändert und welche prozessualen Aspekte bei der praktischen Planung von Hilfemaßnahmen beachtet werden müssen.
5 Ressourcenerhebung: Instrumente, Methoden und Techniken: Detaillierte Vorstellung praxisrelevanter Instrumente wie der Ressourcenkarte, des Ressourcenquadrats und der VIP-Karte, die der Identifizierung individueller Stärken und Unterstützungssysteme dienen.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel resümiert die Bedeutung der Ressourcenorientierung als unverzichtbare Methode, um Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit durch die Aktivierung eigener und vorhandener Potenziale in eine stabile Zukunft zu begleiten.
Schlüsselwörter
Ressourcenorientierung, Langzeitarbeitslosigkeit, Soziale Arbeit, Empowerment, Ressourcenkarte, Ressourcenquadrat, VIP-Karte, Lebensbewältigung, Vermittlungshemmnisse, Personenzentrierung, Kompetenzförderung, Systemische Soziale Arbeit, Psychosoziale Ressourcen, Wiedereingliederung, Hilfe zur Selbsthilfe
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Anwendung der Ressourcenorientierung bei Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit als professionelle Methode der Sozialen Arbeit.
Welche zentralen Themenbereiche werden untersucht?
Im Fokus stehen die theoretische Fundierung des Ressourcenbegriffs, die Auswirkungen von Langzeitarbeitslosigkeit sowie praktische Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie ressourcenorientierte Instrumente dabei helfen können, die individuellen Stärken von Langzeitarbeitslosen zu fördern und die berufliche Wiedereingliederung zu unterstützen.
Welche methodischen Ansätze werden zur Ressourcenerhebung vorgeschlagen?
Es werden drei spezifische Instrumente vorgestellt: die Ressourcenkarte, das Ressourcenquadrat und die VIP-Karte zur Analyse des sozialen Umfeldes.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil erstreckt sich von der Begriffsbestimmung über die Haltungsänderung in der professionellen Praxis bis hin zur konkreten Durchführung von Erhebungsmethoden in Krisensituationen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit zusammenfassen?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Ressourcenorientierung, Langzeitarbeitslosigkeit, Empowerment, Lebensbewältigung und Kompetenzförderung.
Wie unterscheidet sich die VIP-Karte von anderen Instrumenten?
Die VIP-Karte fokussiert sich speziell auf das soziale Netzwerk des Klienten, um nicht-materielle Ressourcen wie Unterstützung, Rat und Vorbilder sichtbar zu machen.
Warum ist eine Haltungsänderung bei den Fachkräften notwendig?
Eine Abkehr von der sogenannten Defizitorientierung hin zu einer ausbalancierten Ressourcenorientierung ist entscheidend, um blockierte Potenziale bei Klienten überhaupt erkennen und nutzen zu können.
- Citation du texte
- Marcel Funk (Auteur), 2022, Ressourcenorientierung von Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1244510