Die Leitfrage zu dieser Ausarbeitung ist, ob ein Kirchenbesuch für Kinder eine positive Erfahrung sein kann oder ob sich das Interesse an einem Kirchenbesuch auf religionsinteressierte Kinder und Kinder, die bereits Erfahrungen damit haben, beschränkt.
Kinder haben eine außergewöhnliche und spannende Art die Welt zu betrachten und Unbekanntes oder nicht Greifbares wie Gott einzuordnen. Sie stellen interessiert und unvoreingenommen Fragen, weil sie etwas wissen möchten. So kam kurz darauf auch die Frage auf, ob es bei Gott in der Kirche denn auch wie in der Kita ein Klomonster gebe. Für Kinder ist Gott, genauso wie der Begriff Religion schwer zu erfassen. Sie können beides nicht sehen, nicht anfassen, weder hören noch schmecken und doch scheint dieser Gott und diese Religion etwas Wichtiges zu sein, denn viele Erwachsene sprechen immerzu davon. Deswegen scheint es umso wichtiger Kinder nicht von diesen Themen auszuschließen, sondern ihnen bewusst davon zu erzählen und Erfahrungen zu ermöglichen. So können die Kinder leichter Institutionen, Traditionen und Rituale miteinander verknüpfen und es entsteht eine erste gedankliche Skizze in den Köpfen der Kinder wie Religion sein und was sie bedeuten kann.
Eine einfache Möglichkeit, Kindern religiöse Erfahrungen zu ermöglichen, bietet ein Kirchenbesuch. Er kann ein erster Teilschritt sein, der den Kindern näher bringt, wozu diese Kirche in ihrem Sozialraum überhaupt da ist und rückt sie in das Bewusstsein der Kinder. Das Erleben ist dabei ein entscheidender Punkt. Kinder nehmen Erlebtes ganz anders wahr als nur Gehörtes oder Gesehenes. Kinder lernen so, die Kirche als religiösen Kultraum zu begreifen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Hauptteil
1. Auseinandersetzung mit dem gewählten Kultraum
1.1 Begründung zur Auswahl
1.2 Name und Namensbedeutung
1.3 Äußere Gestaltung und Bauweise
1.4 Innenraum und Gestaltung
1.5 Funktion als Kirche
1.6 Ausübung des Glaubens
2. Überlegungen zum Entdecken des Kultraums mit Kindern
2.1 Vorüberlegungen zur Gruppe
2.2 Ziele und Methoden
2.3 Vorbereitungen
2.4 Geplante Durchführung des Kirchenbesuchs
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial eines Kirchenbesuchs als religiöse Erfahrung für Kindergartenkinder. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob ein solcher Besuch für alle teilnehmenden Kinder – unabhängig von ihrem religiösen Vorwissen – eine positive und bereichernde Erfahrung darstellen kann oder ob sich das Interesse einschränkt.
- Religiöse Bildung im Kindergartenalter
- Kirchenraum als Lernort und Sozialraum
- Methodik des explorativen Kirchenentdeckens mit Kindern
- Einbindung der Eltern und Umgang mit religiöser Vielfalt
- Pädagogische Reflexion von Kirche als Glaubensort
Auszug aus dem Buch
1.1 Begründung zur Auswahl
Ich habe als religiösen Kultraum die evangelische Stephanuskirche in Echterdingen gewählt, weil sie, wie bereits erwähnt, zur unmittelbaren Lebenswelt der Kinder gehört. Durch den kurzen Weg zur Kirche und die dabei erfolgende Durchquerung des Pfarrgartens kann mit den Kindern der Weg für erste Gedanken und auf dem Rückweg abschließende Reflexion genutzt werden. Der Pfarrer, den die Kinder immer wieder sehen, weil er oft durch den Kita-Garten zum Gemeindehaus läuft, erhält religiöse Bedeutung und somit auch eine gewisse Sinnhaftigkeit. Er führt uns vom Marktplatz vor der Kirche in die Kirche und begleitet uns, um Fragen der Kinder beantworten zu können. Abgesehen davon, dass manche Kinder die Stephanuskirche vielleicht sogar schon einmal besucht haben, ist das Gelände um die Kirche für viele Kinder etwas Unbekanntes. Für sie ist das Wasserbecken vor der Kirche gefährlich, weil man hineinfallen könnte und das Tor in der dicken Mauer, die um die Kirche führt, immer verschlossen. Es scheint somit auch bedeutsam, diese Distanz abzubauen und das verborgene Fremde erfahrbar zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kindliche Sicht auf Religion und Gottesvorstellungen sowie die Relevanz, Kinder durch Erlebnismöglichkeiten wie Kirchenbesuche an religiöse Themen heranzuführen.
Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Auseinandersetzung mit der Stephanuskirche als Kultraum sowie die detaillierte Planung und methodische Durchführung eines Kirchenbesuchs mit einer Vorschulgruppe.
Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass ein sensibel geplanter Kirchenbesuch allen Kindern, unabhängig von ihrer religiösen Herkunft, wertvolle neue Erfahrungen ermöglicht und nachhaltig wirken kann.
Literatur- und Quellenangaben: Dieses Kapitel listet die verwendeten Fachliteraturquellen sowie Internetverweise und Bildnachweise auf.
Schlüsselwörter
Religionspädagogik, Kirchenbesuch, Stephanuskirche, Kindergarten, Vorschulkinder, Glaube, Kultraum, religiöse Erziehung, Sozialraum, Partizipation, Identitätsbildung, Gemeinde, Rituale, kindgerechte Vermittlung, Exploration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die konzeptionelle Planung und pädagogische Aufarbeitung eines Kirchenbesuchs mit Kindergartenkindern, um ihnen einen Zugang zu religiösen Räumen und Themen zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die kindliche Wahrnehmung von Religion, die räumliche Nähe zur Kirche im Sozialraum der Kita und die methodische Gestaltung von religionspädagogischen Erkundungen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Leitfrage lautet, ob ein geplanter Kirchenbesuch für alle Kinder eine positive Erfahrung sein kann oder ob sich das Interesse auf Kinder mit religiösem Vorwissen begrenzt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf pädagogische Orientierungspläne, fachwissenschaftliche Literatur zum Thema "Kirchenraum als Weg zum Christentum" sowie die praktische, reflektierte Planung mit einer Vorschulgruppe.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historisch-architektonischen Hintergründe der Stephanuskirche Echterdingen und beschreibt detailliert die Vorbereitungen, Ziele sowie den Ablauf des Kirchenbesuchs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Religionspädagogik, kindgerechte Erkundung, Stephanuskirche, Partizipation, Sozialraum und religiöse Vielfalt charakterisieren den inhaltlichen Schwerpunkt.
Wie werden die Kinder bei der Erkundung der Kirche aktiv eingebunden?
Die Kinder erkunden das Gelände und den Innenraum explorativ, dürfen die Orgel aus der Nähe betrachten, das Läuten der Glocken aktiv begleiten und eigene Fragen an den Pfarrer richten.
Warum ist die Einbindung der Eltern für das Projekt wichtig?
Der Austausch mit den Eltern sichert Transparenz bei der religionspädagogischen Arbeit und ermöglicht es, unterschiedliche konfessionelle Hintergründe wertschätzend zu berücksichtigen oder spezifische familiäre Ressourcen, wie musikalische Talente, einzubinden.
Welche Rolle spielt die Stephanuskirche im Alltag der untersuchten Kinder?
Sie ist ein fester Bestandteil ihres Sozialraums, da der Kirchturm als Orientierungspunkt im Stadtteil dient und die Glocken den Kita-Alltag akustisch begleiten.
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- Anonym (Author), 2022, Kinder im Kultraum Kirche. Erfahrungen und Möglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245751