Diese Arbeit möchte, vorerst auf dem Umweg einer kurzen Begriffsklärung, die so betitelte Reform der deutschen, beziehungsweise eben europäischen Hochschulen im Zuge des Bologna-Prozesses hinsichtlich ihrer Hintergründe und Ursprungsgedanken, sowie der Inhalte und Zielvorstellungen betrachten, um sich anschließend mit speziell auf das deutsche Bildungssystem in dialektischer Form mit den dafür- und den widersprechenden Argumenten zu befassen. Dabei werden die eigenen Erfahrungen des Autors, insofern Zeuge des Wandels an den Hochschulen, als dass er selbst Teil der Experimentiermasse des ersten Bachelor-Jahrgangs an Eingangs erwähnter Universität ist, mit in das anschließende Fazit einfließen – sich also eine bestimmte, erklärtermaßen nicht vorbehaltlos eingebrachte Perspektivik, nicht entbehren lassen.
Inhaltsverzeichnis
I. Essay
II. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Reform der deutschen Hochschullandschaft im Rahmen des Bologna-Prozesses kritisch zu beleuchten. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die offiziellen Ziele wie Mobilitätsförderung und Vergleichbarkeit der Abschlüsse mit der realen Umsetzung und den Auswirkungen auf das humanistische Bildungsideal vereinbar sind, wobei insbesondere die dialektische Auseinandersetzung zwischen bildungspolitischen Absichten und praktischen Defiziten im Vordergrund steht.
- Hintergründe und Ursprungsgedanken des Bologna-Prozesses
- Kritische Analyse der bildungspolitischen Zielsetzungen und deren Realitätscheck
- Auswirkungen der Modularisierung und des ECTS-Systems auf das Studium
- Konfliktfeld zwischen Hochschulreform und dem humanistischen Bildungsideal
- Perspektivische Betrachtung der politischen Beweggründe hinter der Reform
Auszug aus dem Buch
I. Essay
Als im Oktober des Jahres 2007 die Studenten der Staats- und Sozialwissenschaften an der Universität der Bundeswehr in München zum Studienbeginn antraten, wurden sie schnell mit einem wesentlichen Umstand ihrer nahen akademischen Zukunft konfrontiert: Alles fließt – ein Aphorismus, welcher auf einen Philosophen der griechischen Antike namens Heraklit zurückgeführt wird (Störig 1999: 12). Er steht in der modernen Interpretation für den ewigen Prozess des Werdens und Vergehens, ein Entstehen und wieder Verworfenwerden, welches neben zahlreichen Rahmenbedingungen insbesondere die Prüfungsordnung der erwähnten Studenten erfasste.
Jene bezeichnenden Umstände waren das Produkt einer zur solchen benannten Reform der deutschen Hochschullandschaft im Rahmen des Bologna-Prozesses. Dieser besondere Aspekt europäischer Bildungspolitik wird im kommenden Jahr seinen Abschluss finden: Die anvisierte Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraumes – doch zu welchem Preis?
Diese Arbeit möchte, vorerst auf dem Umweg einer kurzen Begriffsklärung, die so betitelte Reform der deutschen, beziehungsweise eben europäischen Hochschulen im Zuge des Bologna-Prozesses hinsichtlich ihrer Hintergründe und Ursprungsgedanken, sowie der Inhalte und Zielvorstellungen betrachten, um sich anschließend mit speziell auf das deutsche Bildungssystem in dialektischer Form mit den dafür- und den widersprechenden Argumenten zu befassen. Dabei werden die eigenen Erfahrungen des Autors, insofern Zeuge des Wandels an den Hochschulen, als dass er selbst Teil der Experimentiermasse des ersten Bachelor-Jahrgangs an Eingangs erwähnter Universität ist, mit in das anschließende Fazit einfließen – sich also eine bestimmte, erklärtermaßen nicht vorbehaltlos eingebrachte Perspektivik, nicht entbehren lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Essay: Dieser Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen, Zielsetzungen und die kritische Umsetzung des Bologna-Prozesses im deutschen Bildungssystem, wobei die persönlichen Erfahrungen des Autors als Student in den Diskurs einfließen.
II. Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche für die Argumentation verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen aufgeführt, die zur Untermauerung der kritischen Betrachtung dienen.
Schlüsselwörter
Bologna-Prozess, Hochschulreform, Bachelor, Master, ECTS, Mobilität, Europäischer Hochschulraum, Akademikerquote, Bildungspolitik, Humanismus, Hochschullehre, Studiensystem, Bildungsökonomie, Leistungsnachweis, Studienqualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die kritische Auseinandersetzung mit der Neugestaltung des deutschen Hochschulwesens durch den Bologna-Prozess aus bildungspolitischer und persönlicher Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die europäische Harmonisierung von Studiengängen, das humanistische Bildungsideal, die ökonomische Ausrichtung von Hochschulen sowie die Auswirkungen auf Studierende und Lehrende.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Untersuchung der Diskrepanz zwischen den hehren Zielen des Bologna-Prozesses – wie Mobilität und Vergleichbarkeit – und der tatsächlichen, oftmals als problematisch empfundenen praktischen Umsetzung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor wählt eine dialektische Herangehensweise, die theoretische Analysen durch Fachliteratur mit einer kritischen, durch eigene Erfahrungen als Student des ersten Bachelor-Jahrgangs geprägten Perspektive verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Ursprünge der Reform, die politischen Motive, die kritische Analyse der Mobilitätsziele sowie die strukturellen Veränderungen durch ECTS und Modularisierung erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bologna-Prozess, Bachelorisierung, Bildungsökonomie, Mobilität und die Krise des universitären Bildungsideals charakterisiert.
Wie bewertet der Autor den Einfluss der Politik auf die Universität?
Der Autor sieht eine zunehmende, teils schädliche Ausrichtung der Wissenschaft an kurzfristigen politischen und wirtschaftlichen Interessen, die das traditionelle Ideal der Einheit von Forschung und Lehre untergräbt.
Welche Rolle spielt die "Arbeitswertlehre" im Kontext des ECTS?
Der Autor argumentiert, dass das ECTS-System die Leistung auf die investierte Arbeitszeit reduziert, was der Marxschen Arbeitswertlehre ähnelt und die inhaltliche, selbstständige wissenschaftliche Auseinandersetzung in den Hintergrund drängt.
Warum hält der Autor das "Mobilitätsargument" für fadenscheinig?
Er führt aus, dass die kompakten, arbeitsintensiven neuen Studiengänge und finanzielle Hürden es den Studierenden faktisch erschweren, die beworbene Mobilität durch Auslandsaufenthalte tatsächlich zu nutzen.
- Quote paper
- Martin Riggler (Author), 2009, Eine Betrachtung der Neugestaltung des deutschen Hochschulsystems im Zuge des „Bologna-Prozesses“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124617