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Sturzprophylaxe. Ein Beitrag zum klinischen Risikomanagement?

Title: Sturzprophylaxe. Ein Beitrag zum klinischen Risikomanagement?

Research Paper (undergraduate) , 2008 , 68 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Georg Schneider (Author)

Nursing Science - Nursing Management
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Unter dem Schlagwort ´Klinisches Risikomanagement´ lassen sich zahlreiche Artikel sowie Fachbücher und Aufsätze recherchieren. Stark zusammengefasst liegt dabei der Schwerpunkt dieser Publikationen auf zwei großen Themenbereichen. Zum einen geht es um die Abwendung finanzieller Risiken im Rahmen des betriebswirtschaftlichen Risikomanagements. Zum anderen behandeln sie den großen Themenkomplex des juristischen Risikomanagements, dessen Fokus auf der Vermeidung von Haftungsanfechtungen gegen Krankenhäuser liegt. Hier werden u.a. Unterthemen wie die Arzneimittelsicherheit, der Umgang mit Fehlern oder Strategien zur Vermeidung ärztlicher Behandlungsfehler abgehandelt.
Unter Berücksichtigung der Veränderungen am Gesundheitsmarkt zeichnet sich zunehmend auch für das Pflegepersonal in Krankenhäusern, als größte am Behandlungsprozess beteiligte Berufsgruppe, ein Bedarf ab, Risiken in den komplexer gewordenen klinischen Prozessen bewusst zu steuern. Die in den letzten Jahren zunehmende Anzahl von Publikationen zum Thema ´pflegerisches Risikomanagement´ trägt dieser Entwicklung Rechnung. Die Kernthemen der Risikosteuerung durch pflegerisches Fachpersonal sind die Prävention von Mangelernährung, die Sicherstellung gewaltfreier Pflege sowie die Decubitus- und Sturzprävention.
Zu den letzten beiden Themen liegen seit einigen Jahren Expertenstandards des DNQP (Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege) vor. Sie sollen die Einführung systematischer Sturz- und Decubitusprophylaxe standardisieren. Darüber hinaus dient ihre Implementierung dem Nachweis zur Erbringung der gesetzlich geforderten Qualität nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Die Wirksamkeit systematischer Decubitusprophylaxe in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie die systematischer Sturzprophylaxe in Pflegeeinrichtungen und im häuslichen Bereich sind durch Untersuchungen nachgewiesen. Der Effekt von Interventionsprogrammen im Rahmen systematisch durchgeführter Sturzprophylaxe in Krankenhäusern wurde allerdings bislang nur wenig untersucht. Hierauf soll der Fokus der vorliegenden Arbeit mit folgender Fragestellung gelegt werden:
Dient die Einführung systematischer Sturzprophylaxe ausschließlich dem Nachweis gesetzlich geforderter Qualität oder lässt sich darüber hinaus ein pflegerischer Beitrag zum Risikomanagement in deutschen Krankenhäusern darstellen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fragestellung

3 Methode

4 Definition und Begriffsabgrenzung

4.1 Risiko & Gefahr

4.2 Management

4.3 Risikomanagement

5 Klinisches Risikomanagement

5.1 Grundlagen

5.1.1 Risikokategorien

5.1.2 Motivatoren

5.2 Besondere Anforderungen im Krankenhaus

5.3 Umgang mit Fehlern

5.3.1 Heinrichs Gesetz

5.3.2 Häufigkeiten

5.3.3 Ursachen

5.4 Ziele

6 Sichtweisen im Risikomanagement

6.1 Organisationssicht

6.2 Sicht der Haftpflichtversicherer

6.3 Sicht der Kostenträger

6.4 Patientensicht

7 Struktur des Risikomanagements

7.1 Risikoanalyse

7.2 Risikosteuerung

7.3 Risikocontrolling

8 Haftungsrecht im Krankenhaus

8.1 Grundlagen

8.2 Zivilrechtliche Haftung

8.2.1 Begründung des Haftungsanspruches

8.2.2 Besonderheiten im Zivilrecht

9 Sturzprophylaxe im Krankenhaus

9.1 Sturzhäufigkeit

9.2 Sturzfolgen aus Patientensicht

9.3 Sturzfolgen aus Sicht der Kliniken

9.4 Prozess systematischer Sturzprophylaxe

9.5 Wirksamkeit klinischer Interventionen

10 Abschließende Betrachtung & Fazit

11 Quellenverzeichnis

Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Einführung einer systematischen Sturzprophylaxe in Krankenhäusern über die reine Erfüllung gesetzlicher Qualitätsanforderungen hinaus einen substanziellen Beitrag zum klinischen Risikomanagement leisten kann. Dabei wird analysiert, wie pflegerische Sturzprävention zur Patientensicherheit und zur Absicherung des Krankenhauses vor Haftungsrisiken beiträgt.

  • Grundlagen des Risikomanagements im Krankenhauskontext
  • Differenzierung zwischen Risiko- und Gefahrenmanagement
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Haftungsaspekte
  • Sturzprophylaxe als systematischer, prozessorientierter Interventionsansatz
  • Interdependenz von Patienten- und Organisationssicherheit

Auszug aus dem Buch

Heinrichs Gesetz

Heinrichs Gesetz beschreibt, dass Katastrophenereignisse nicht unvorhersehbar, zufalls- oder schicksalsbedingt entstehen. Vielmehr gehen einem Katastrophenfall zahlreiche als unbedeutend angesehene Fehler, Nachlässigkeiten oder dysfunktionale organisatorische Arbeitsabläufe voraus. Diese Fehler sind in einer ´normal´ ablaufenden Arbeitswelt in ihrer Wirkung begrenzt und die Risiken scheinen beherrschbar. Erhöht sich aber durch besondere Anforderungen der Leistungsdruck in der Organisation und somit auch für die in ihr arbeitenden Menschen, können sich diese Einzelfehler multiplizieren und zum Katastrophenfall aufschaukeln. Heinrichs Gesetz beschreibt dieses Phänomen anhand eines statistischen Zusammenhangs: Danach bilden 300 kleine stillschweigend akzeptierte Fehler, welche als unbedenklich und jederzeit beherrschbar eingestuft werden, die Basis für 29 Beinaheunfälle, welche im letzten Moment noch verhindert werden konnten. 29 dieser Beinaheunfälle sind wiederum der Nährboden für einen einzigen Katastrophenfall (siehe auch: Abbildung 4).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Analyse des demografischen und ökonomischen Wandels im Gesundheitssystem sowie dessen Auswirkungen auf das steigende Risikopotenzial in Kliniken.

2 Fragestellung: Definition des Erkenntnisinteresses bezüglich des Beitrags der Sturzprophylaxe zum klinischen Risikomanagement.

3 Methode: Beschreibung des systematischen Literaturrecherche-Prozesses mittels der Software Carelit®.

4 Definition und Begriffsabgrenzung: Theoretische Herleitung der zentralen Begriffe Risiko, Gefahr, Management und Risikomanagement.

5 Klinisches Risikomanagement: Untersuchung der Besonderheiten im Krankenhaus, der Fehlerkultur und der Notwendigkeit präventiver Ansätze.

6 Sichtweisen im Risikomanagement: Analyse der unterschiedlichen Perspektiven von Organisation, Versicherern, Kostenträgern und Patienten.

7 Struktur des Risikomanagements: Erläuterung der Prozessphasen Risikoanalyse, Risikosteuerung und Risikocontrolling.

8 Haftungsrecht im Krankenhaus: Überblick über die rechtlichen Anspruchsgrundlagen bei Behandlungs- und Pflegefehlern.

9 Sturzprophylaxe im Krankenhaus: Anwendung des Expertenstandards Sturzprophylaxe als systematisches Instrument im Risikomanagement.

10 Abschließende Betrachtung & Fazit: Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfrage zur Relevanz der Sturzprophylaxe für das klinische Risikomanagement.

Schlüsselwörter

Risikomanagement, Sturzprophylaxe, Patientensicherheit, Haftungsrecht, Krankenhaus, Pflege, Qualitätsmanagement, Fehlerkultur, CIRS, Prävention, Behandlungsfehler, Organisation, Risikosteuerung, Risikocontrolling, Patientenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Sturzprophylaxe in Krankenhäusern und wie diese als Instrument in ein professionelles klinisches Risikomanagement integriert werden kann.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Felder sind die betriebswirtschaftliche und juristische Risikoperspektive, die Analyse der Fehlerursachen in komplexen Krankenhausprozessen sowie die systematische Umsetzung von Sturzpräventionsprogrammen nach Expertenstandards.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu belegen, dass die Sturzprophylaxe nicht nur eine gesetzliche Pflichtaufgabe ist, sondern einen messbaren Beitrag zur Schadensminderung und zur Erhöhung der Patientensicherheit leistet.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Es wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, die primär auf die Datenbank Carelit® zugreift, ergänzt durch eine Auswertung von Fachzeitschriften und Expertenstandards.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse klinischer Risikomanagementstrukturen, das Haftungsrecht im Krankenhaus und eine detaillierte Betrachtung der Sturzprophylaxe unter Anwendung des Expertenstandards des DNQP.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Risikomanagement, Patientensicherheit, Haftungsrecht, Sturzprophylaxe und Fehlerkultur.

Warum ist das "Heinrichs Gesetz" für Kliniken von Bedeutung?

Es verdeutlicht, dass katastrophale Schadensereignisse in der Regel nicht zufällig geschehen, sondern auf einer Vielzahl kleiner, stillschweigend akzeptierter Fehler basieren, deren Vermeidung daher präventiv entscheidend ist.

Welchen Einfluss hat die "Patientensicht" auf das Risikomanagement?

Patienten nehmen Risikomanagement oft nicht explizit wahr, erwarten jedoch eine fehlerfreie Behandlung. Eine offene Kommunikation über Fehler und Risiken ist essenziell, um Erwartungshaltungen zu steuern und das Vertrauensverhältnis zu stärken.

Wie kann eine Sturzprophylaxe Haftungsansprüche beeinflussen?

Durch einen dokumentierten, systematischen Prozess kann das Krankenhaus bei Zivilklagen nachweisen, dass es seine Organisations- und Sorgfaltspflichten erfüllt hat, was den Patienten in die Pflicht nimmt oder dem Krankenhaus Beweiserleichterungen ermöglicht.

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Details

Title
Sturzprophylaxe. Ein Beitrag zum klinischen Risikomanagement?
College
Steinbeis University Berlin
Grade
1,3
Author
Georg Schneider (Author)
Publication Year
2008
Pages
68
Catalog Number
V124687
ISBN (eBook)
9783640298365
ISBN (Book)
9783640303571
Language
German
Tags
Sturzprophylaxe Beitrag Risikomanagement
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Georg Schneider (Author), 2008, Sturzprophylaxe. Ein Beitrag zum klinischen Risikomanagement?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124687
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