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Vom Spiel zur bildenden Kunst - Auf den Spuren Huizingas

Title: Vom Spiel zur bildenden Kunst - Auf den Spuren Huizingas

Bachelor Thesis , 2008 , 52 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Charlotte Rieche (Author)

Cultural Studies - Miscellaneous
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1. Einleitung
Das Spiel ist nach Johan Huizinga in nahezu allen Kulturformen zu finden. Einzig die bildende Kunst stellt eine Ausnahme dar. Ihr spricht er den Spielcharakter ab. Dies reizt zum Widerspruch und so soll in folgender Arbeit, 70 Jahre nach Huizingas Schrift, der Versuch unternommen werden, seine Spieltheorie auch auf Bereiche der bildenden Kunst auszuweiten. Unter Berücksichtigung und nach Untersuchung sowohl philosophischer als auch kunstgeschichtlicher Erscheinungen der bildenden Kunst kann das Spielhafte auch in diesem, von ihm ohne Spielcharakter befundenen Bereich einer Gesellschaft, entdeckt werden.
Beschäftigt man sich mit dem Spiel unter medienphilosophischen und kulturellgesellschaftlichen Aspekten, kommt man nicht umhin, sich auch mit den Betrachtungen des Geschichtswissenschaftlers Johan Huizinga auseinanderzusetzen. Da ihm die Begriffe eines „Homo sapiens“ (der vernünftige Mensch) und in Ergänzung eines „Homo faber“ (der tätige Mensch) die Gattung Mensch nicht ausreichend „griffen“, begründete er in seinem kulturphilosophischen
Werk „Homo Ludens – Vom Ursprung der Kultur im Spiel“1 den spielenden
Menschen. Mit dieser Schrift schuf Huizinga ein bis heute sehr bedeutendes Werk der Spielforschung. 1938 schreibt Johan Huizinga vom Ursprung der Kultur im Spiel, dem Fortschritt der Kultur durch Spiel und die zu anderen Kulturformen vergleichsweise geringe Spielhaftigkeit der bildenden Künste. Huizinga definiert aus seinem ganz persönlichen, durch jahrelange Beschäftigung mit dem Thema gebildeten Standpunkt eine eigene Auffassung von Spiel und wie es in dieser Definition Trieb- und Lenkwerk der kulturellen Entwicklung menschlicher
Gemeinschaften ist. Während er gesellschaftliche Aktionsfelder wie Recht, Glauben, Krieg und Wissen in einen logischen Kontext zur Spielhaltung des Menschen bringt, spricht er den Produkten, dem Produzieren und der Rezeption der bildenden Künste eine einleuchtende und logische Zuordnung zum Spiel ab.
Mit nachstehender Untersuchung Huizingas philosophischer Betrachtungen möchte ich gerade diesen Aspekt aufgreifen und, ausgehend von seiner Grundidee, einen Bogen über Spielcharakter und spielerische Ausdruckformen der Bildenden Kunst spannen.[...]

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Johan Huizingas Spieltheorie

2.1 Das Leben Johan Huizingas

2.2 Homo Ludens – Besonderheiten des neuen kulturanthropologischen Ansatzes Huizingas

2.2.1 Der Begriff des Spiels nach Huizinga

2.2.2 Spiel und kulturelle Erscheinungsformen

2.2.3 Spiel im kulturellen Kontext Huizingas Zeit

2.3 Die Spielformen der Kunst und Huizingas Ausschluss von Spiel als Bestandteil bildender Kunst

3. Kulturphilosophische und kulturtheoretische Untersuchung zur bildenden Kunst

3.1 Was ist Kunst? - Der Begriff der bildenden Kunst

3.1.1 Kunst nach Immanuel Kant

3.1.2 Kunst nach Herbert Mainusch

3.2 Das Kunstwerk und seine Wirkung Magrittes Pfeife und der sichtbare Gedanke

3.2.1 Das Leben und das Kunstverständnis René Magrittes

3.2.2 Magrittes Pfeife („Der Verrat der Bilder“)

3.3 Joan Miró, Paul Klee und das Spiel in der Malerei

3.4 Zusammenfassung zur bildenden Kunst

4. Spiel und bildende Kunst - Der Versuch einer Symbiose

4.1 Binden, Verstecken, Verrätseln und Verkleiden Das Spielmoment im Kunstschaffen

4.2 Suchen, Lösen, Spüren und Betreten Die Spielhaltung bei der Rezeption

5. Abschluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die kulturwissenschaftliche Spieltheorie nach Johan Huizinga, die der bildenden Kunst einen Spielcharakter weitgehend abspricht, auf eben diese Kunstform ausgeweitet werden kann, um spielerische Momente in Produktion und Rezeption aufzuzeigen.

  • Analyse der spieltheoretischen Grundlagen nach Huizinga
  • Kulturphilosophische Einordnung des Begriffs der bildenden Kunst
  • Untersuchung spielerischer Aspekte bei Künstlern wie Magritte, Miró und Klee
  • Erörterung der Rezeption von Kunstwerken als Spielhaltung

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Magrittes Pfeife („Der Verrat der Bilder“)

Besehen wir uns nun Magrittes Pfeife, um dem Rätselcharakter dieses Kunstwerks nachzuspüren.

Im Grunde gibt es zwei Pfeifen, welchen in diesem Rahmen Aufmerksamkeit gebührt; allerdings reicht die Untersuchung der einen, um auf ein ähnliches Ergebnis bei der anderen zu gelangen.

Die erste Pfeife ist die Darstellung einer Pfeife, unter der in schön geschwungener Schrift „Ceci n’est pas une pipe“* steht, die „zweite“ ist eine Abbildung eben diesen Bildes auf einer Staffelei auf Bretterdielen und über dem ganzen eine übergroße, nicht räumliche Pfeife schwebend.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung ein, Huizingas Spieltheorie auf die bildende Kunst anzuwenden, der er selbst den Spielcharakter absprach.

2. Johan Huizingas Spieltheorie: Dieses Kapitel erläutert die kulturanthropologische Spieltheorie Huizingas, ihre Definitionen und seine Begründung, warum die bildende Kunst aus seinem Spielbegriff herausfällt.

3. Kulturphilosophische und kulturtheoretische Untersuchung zur bildenden Kunst: Hier wird der Kunstbegriff mithilfe von Philosophen wie Kant und Mainusch untersucht und an den Beispielen Magritte, Miró und Klee die spielerische Komponente in Werk und Wahrnehmung analysiert.

4. Spiel und bildende Kunst - Der Versuch einer Symbiose: Dieses Kapitel führt Huizingas Spieltheorie mit den Erkenntnissen über das künstlerische Schaffen und die Rezeption zusammen, um eine Spielhaltung in der bildenden Kunst zu begründen.

5. Abschluss: Der Abschluss resümiert, dass auch die bildende Kunst trotz Huizingas Einwänden einen Anspruch auf Spielhaftigkeit erheben kann.

Schlüsselwörter

Johan Huizinga, Homo Ludens, Spieltheorie, Bildende Kunst, Kulturphilosophie, Surrealismus, René Magritte, Joan Miró, Paul Klee, Ästhetik, Kunstverständnis, Spielhaltung, Rezeption, Kunstschaffen, Symbolik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Spiel und bildender Kunst unter Rückgriff auf Johan Huizingas einflussreiche Spieltheorie.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Kulturphilosophie des Spiels, die ästhetische Theoriebildung zur bildenden Kunst sowie die Analyse künstlerischer Schaffensprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Huizingas These zu widerlegen, dass der bildenden Kunst der Spielcharakter fehle, und Spielmomente im Kunstschaffen und bei der Rezeption nachzuweisen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftstheoretischen und historisch forschenden Vorgehensweise durch Literaturrecherche und die exemplarische Analyse konkreter Kunstwerke.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit Huizingas „Homo Ludens“, eine kulturphilosophische Einordnung der Kunst durch Kant und Mainusch sowie eine Untersuchung spielerischer Aspekte bei Surrealisten.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Homo Ludens, Spieltheorie, bildende Kunst, Surrealismus, ästhetische Erfahrung und Spielhaltung.

Wie spielt René Magritte in seinen Werken mit dem Betrachter?

Magritte nutzt das Motiv der Pfeife, um die logische Verbindung zwischen Wort, Bild und der Realität zu brechen und den Betrachter in ein Rätselspiel über die Wahrnehmung zu verwickeln.

Was bedeutet das „Spiel der Kräfte“ im Kontext von Paul Klee?

Für Klee ist die Kunst nicht starr, sondern ein produktives Spiel, bei dem Richtig und Falsch aufgehoben werden, ähnlich wie sich Kräfte im Weltgeschehen harmonisch vereinen.

Warum wird die Rezeption von Kunst als Spielhaltung interpretiert?

Weil der Betrachter ähnlich wie ein Spieler freiwillig in eine andere Realität eintaucht, die durch den Rahmen des Kunstwerks einen eigenen, begrenzten Raum definiert.

Welche Rolle spielt die „Naivität“ bei Joan Miró?

Die Miró zugeschriebene Naivität wird als eine spielerische Freiheit interpretiert, mit der er sich von konventionellen Abbildungsregeln löst und einen eigenen Kosmos aus Zeichen und Symbolen schafft.

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Details

Title
Vom Spiel zur bildenden Kunst - Auf den Spuren Huizingas
College
University of Applied Sciences Merseburg
Grade
1,3
Author
Charlotte Rieche (Author)
Publication Year
2008
Pages
52
Catalog Number
V124708
ISBN (eBook)
9783640298433
Language
German
Tags
Spiel Kunst Spuren Huizingas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Charlotte Rieche (Author), 2008, Vom Spiel zur bildenden Kunst - Auf den Spuren Huizingas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124708
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