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Wenn Sprache Rassismus prägt. Am Beispiel kontroverser Begriffe

Titre: Wenn Sprache Rassismus prägt. Am Beispiel kontroverser Begriffe

Dossier / Travail , 2022 , 20 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Johanna Molter (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Welche Begriffe sind zeitgemäß, und welche implizieren Inhalte, über deren Wirkung sich die Gesellschaft nicht bewusst ist?
Diese Fragen stehen im Fokus der vorliegenden Arbeit. Hinsichtlich der Begriffe ‚Mohr‘ und ‚Zigeuner‘ wird untersucht, inwieweit sie einen rassistischen Hintergrund haben und was die Problematik ihrer festen Plätze im öffentlichen Diskurs mit sich bringt. Die beiden Bezeichnungen sind im öffentlichen Sprachgebrauch präsent und bieten ein großes Spektrum an Diskussionsräumen und alternativen Vorschlägen. Diese werden im Folgenden aufgedeckt und analysiert.

Nach einer allgemeinen Rassismusdefinition, der Verortung der Sprachwissenschaften im Rassismusdiskurs und einer groben Zugehörigkeitserklärung des Öffentlichkeitsaspekts wird im Hauptteil mit den theoretischen Ergebnissen eine praktische Analyse durchgeführt. Gegenstand dieser Analyse sind die Begriffe ‚Mohr‘ und ‚Zigeuner‘. Die in der Arbeit angewandten praktischen Methoden sind demnach eine historische Begriffsanalyse sowie eine Untersuchung ihrer aktuellen Verwendung. Nach einer sprachlichen Begriffsanalyse durch das Portal COSMAS II wird die Nutzung der Begriffe in der öffentlichen Diskussion begutachtet. Dafür werde ich mich mehrfach auf Zeitungsartikel oder Kommentare fokussieren. Anschließend werden die Alternativen der Begriffe untersucht und auf mögliche Schwächen geprüft. Abschließend wird ein erneuter Konsens zwischen Rassismus und Sprache deklariert und es werden Möglichkeiten dargestellt, mit Sprache gegen Rassismus vorzugehen.

Zur Verwendung der Begriffe in der folgenden Arbeit:
Die Begriffe „Mohr“ und „Zigeuner“ werden bewusst in Anführungszeichen gesetzt, um deren alltagssprachlichen Verwendung gegenzuwirken. Im Normalfall würde ich die Begriffe durch das M-Wort und Z-Wort ersetzen. Um den Lesefluss jedoch nicht zu unterbrechen, werden sie ausgeschrieben.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1.1) Untersuchungsgegenstand

1.2) Methode und Ziel

2) Rassismus und Sprache - Einordnung in die Sprachwissenschaften

3) „Mohr“

3.1) Begriffsherkunft und Gebrauch

3.2) Die Diskussion über den Begriff „Mohr“

3.3) Alternative Begriffe

4) Der Begriff „Zigeuner“

4.1) Begriffsherkunft und Gebrauch

4.2) Diskussion um den Begriff

4.3) Alternative Begriffe

5) Wie Sprache Rassismus entgegenwirken kann

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Sprache bei der Konstruktion und Aufrechterhaltung von Rassismus, insbesondere durch die Analyse der Begriffe ‚Mohr‘ und ‚Zigeuner‘. Ziel ist es, den rassistischen Hintergrund dieser Bezeichnungen sowie die Problematik ihrer festen Verankerung im öffentlichen Diskurs offenzulegen und Möglichkeiten zur sprachlichen Sensibilisierung aufzuzeigen.

  • Historische Begriffsanalyse von ‚Mohr‘ und ‚Zigeuner‘
  • Untersuchung der aktuellen Verwendung in medialen Diskursen
  • Kritische Auseinandersetzung mit Argumentationen zur Beibehaltung diskriminierender Begriffe
  • Analyse der Rolle öffentlicher Institutionen bei der Umbenennungspraxis
  • Diskussion über alternative Selbstbezeichnungen wie ‚People of Color‘ oder ‚Sinti und Roma‘

Auszug aus dem Buch

3.1) Begriffsherkunft und Gebrauch

Die Mohrenstraße in Berlin, der Mohrenkopf auf dem Kindergeburtstag oder das Mohrcafé sind alltägliche Begriffe, die teilweise bis heute unhinterfragt verwendet werden. Doch immer lauter werden die Stimmen, die fordern, das Wort aus unserem Sprachgebrauch zu verbannen und Lebensmittel, Straßen oder Cafés umzubenennen. Als Grund dafür wird die rassistische Absicht angegeben, die hinter dem Wort stehe. Aber was genau steckt hinter der Debatte um den Begriff?

Das erste Mal belegt ist das Wort ‚Mohr‘ im Mittelhochdeutschen zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert. Historisch betrachtet geht der Begriff ‚aus dem althochdeutschen mōr hervor, das wiederum gleichzusetzen ist mit dem lateinischen Maurus. Laut Duden steht Maurus für „dunkelhäutige Bewohner von Mauretanien“ (= Gebiet in Nordwestafrika, etwa das heutige Marokko) (Dudenredaktion o. D.) und ist nach dem Sprachwissenschaftler Kuntzsch eine rein deskriptive Bezeichnung (Kuntzsch 2018). Diese rein deskriptive Funktion des Begriffs widerlegt Susan Arndt in ihrem Buch „Die 101 wichtigsten Fragen – Rassismus“. Sie weitet die Historik des Ausdrucks aus und sieht eine Parallele zum griechischen moros, das so viel bedeutet wie töricht, gottlos oder einfältig, dumm. Somit impliziert das Wort neben der bloßen Bezeichnung eine abwertende Intention gegen eine bestimmte Gruppe von Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.1) Untersuchungsgegenstand: Einführung in die Thematik der sprachlichen Reflexion über Begriffe, die einen rassistischen Hintergrund implizieren und gesellschaftlich oft unbewusst verwendet werden.

1.2) Methode und Ziel: Erläuterung des methodischen Vorgehens, bestehend aus historischer Begriffsanalyse und der Auswertung aktueller Verwendung durch das Korpusportal COSMAS II zur Zielsetzung der Sensibilisierung.

2) Rassismus und Sprache - Einordnung in die Sprachwissenschaften: Theoretische Herleitung der Rassismusdefinition und die Verknüpfung von Sprache als Mittel der Diskriminierung sowie des Sprachwandels.

3) „Mohr“: Detaillierte historische und aktuelle Untersuchung des Begriffs ‚Mohr‘, seiner Bedeutungswandlungen und der Widerstände gegen seine Verwendung.

3.1) Begriffsherkunft und Gebrauch: Analyse der etymologischen Wurzeln des Begriffs ‚Mohr‘ sowie dessen heutige Alltagspräsenz und die damit verbundene rassistische Intention.

3.2) Die Diskussion über den Begriff „Mohr“: Auseinandersetzung mit öffentlichen Debatten über Straßen- und Produktnamen und der Kritik an Scheinargumenten zur Beibehaltung des Begriffs.

3.3) Alternative Begriffe: Vorstellung und Diskussion alternativer Bezeichnungen wie ‚People of Color‘ und kritische Reflexion ihrer Anwendung.

4) Der Begriff „Zigeuner“: Analyse des Begriffs ‚Zigeuner‘ als Gruppenbezeichnung, der auf vermeintliche Lebenseinstellungen statt auf Hautfarbe abzielt.

4.1) Begriffsherkunft und Gebrauch: Untersuchung der historischen Herleitung von ‚Zigeuner‘ aus griechischen und deutschen Wortstämmen sowie dessen Verwendung in Medien.

4.2) Diskussion um den Begriff: Untersuchung der Kontroverse um die Umbenennung von Lebensmitteln und Fälle von rassistischen Beleidigungen im Kontext von Fußballspielen.

4.3) Alternative Begriffe: Empfehlung der Selbstbezeichnung ‚Sinti und Roma‘ sowie Einordnung individueller Perspektiven auf den Begriff ‚Zigeuner‘.

5) Wie Sprache Rassismus entgegenwirken kann: Resümee darüber, wie durch wissentlichen und achtungsvollen Sprachgebrauch ein Beitrag zur Bekämpfung von Rassismus geleistet werden kann.

Schlüsselwörter

Rassismus, Sprache, Sprachwissenschaften, Diskriminierung, Sprachwandel, Mohr, Zigeuner, Öffentlichkeit, Antiziganismus, People of Color, Sinti und Roma, Semantik, Fremdbezeichnung, Selbstbezeichnung, Sprachpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Sprache und Rassismus und hinterfragt, wie bestimmte diskriminierende Begriffe unsere Wahrnehmung und den öffentlichen Diskurs prägen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung und heutige Verwendung der Begriffe ‚Mohr‘ und ‚Zigeuner‘ sowie die Debatte um ihre moralische und politische Legitimation im öffentlichen Raum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprache rassistische Konstruktionen verstärkt, und durch die Analyse dieser Begriffe ein Bewusstsein für notwendig gewordene sprachliche Veränderungen zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine historische Begriffsanalyse, untersucht die aktuelle Begriffsverwendung mithilfe des Archivs COSMAS II und analysiert öffentliche Diskurse sowie Zeitungsartikel und Kommentare.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die beiden Begriffe ‚Mohr‘ und ‚Zigeuner‘ detailliert auf ihre Herkunft, ihre Bedeutungswandlung und die aktuellen Kontroversen um ihre Verwendung in der Öffentlichkeit geprüft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rassismus, öffentliche Diskursanalyse, Sprachwandel, Diskriminierung und Begriffe wie Sinti und Roma oder People of Color charakterisieren.

Warum wird der Begriff ‚Mohr‘ von vielen Experten als diskriminierend eingestuft?

Der Begriff wird als diskriminierend eingestuft, da er historisch die Entmenschlichung von Ethnien legitimierte und weiterhin zur rassistischen Hierarchisierung und Abwertung von Menschen mit dunkler Hautfarbe beiträgt.

Welche Rolle spielt die Öffentlichkeit bei der Debatte um diese Begriffe?

Öffentlichkeit fungiert als zentraler Raum für den Sprachwandel; die Umbenennung von Straßen oder Produkten in der Öffentlichkeit ist ein notwendiger Schritt, um gesellschaftliche Sensibilisierung zu erreichen.

Wie gehen Betroffenenorganisationen wie der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma damit um?

Sie lehnen den Begriff ‚Zigeuner‘ als klischeebeladene Fremdbezeichnung ab und plädieren für die Selbstbezeichnung ‚Sinti und Roma‘ als Ausdruck ihrer Identität und ihres Rechts auf Selbstbestimmung.

Kann Sprache allein das Problem des Rassismus lösen?

Die Autorin betont, dass Sprache allein Rassismus zwar nicht ausrotten kann, aber ein wissentlicher und respektvoller Sprachgebrauch ein zentrales Zeichen für das Problembewusstsein der Gesellschaft ist.

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Résumé des informations

Titre
Wenn Sprache Rassismus prägt. Am Beispiel kontroverser Begriffe
Université
University of Trier
Note
2,0
Auteur
Johanna Molter (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
20
N° de catalogue
V1248665
ISBN (PDF)
9783346669063
Langue
allemand
mots-clé
wenn sprache rassismus beispiel begriffe
Sécurité des produits
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Citation du texte
Johanna Molter (Auteur), 2022, Wenn Sprache Rassismus prägt. Am Beispiel kontroverser Begriffe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1248665
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Extrait de  20  pages
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