Das Bedürfnis nach Abwechslung, Spiel und Unterhaltung hat sich in der
Menschheitsgeschichte kaum geändert. Insbesondere durch die Zunahme der
freiverfügbaren Zeit innerhalb der letzten hundert Jahre der Industriegesellschaften,
nahm die Nachfrage nach verschiedenen Unterhaltungsangeboten, wie z.B.
Freizeitparks noch stärker zu. Im Folgenden dieser Arbeit wird speziell auf den
wirtschaftlichen Gesichtspunkt der Eintrittspreisgestaltung eingegangen.
Basierend auf die Fragestellung „Warum Freizeitparks feste Eintrittspreise verlangen“
wird in dieser Arbeit zuerst auf die Theorie der Preisgestaltungsformen eingegangen,
um Hintergrundinformation für das anschließend dargestellte mathematische Modell
von Wu und Liu (2007) zu geben. In dem Modell geht es darum das
Preisgestaltungsproblem eines Freizeitparks zu lösen und die ideale Strategie für das
Unternehmen zu finden. In Kapitel 2 wird zuvor der theoretische Aspekt einer
Preisbündelung herausgearbeitet, um im nächsten Kapitel 3 die verschiedenen Formen
der Preisbündelung besser zu veranschaulichen. Kapitel 4 geht dann speziell auf das
Preisgestaltungsmodell eines Freizeitparks ein, um zum Schluss das optimale Modell
aufzuzeigen. In Kapitel 5 wird schließlich in einem Fallbeispiel des Eisbären Knut
versucht, die Überlegung einer idealen Preisgestaltung zu illustrieren.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie der Preisbündelung
3 Formen der Preisbündelung
3.1 Reine Preisbündelung
3.2 Entbündelung
4 Die Preisgestaltungsmodelle für ein Freizeitpark
4.1 Das Modell „the fully pooling menu” und “the hybrid menu“
4.2 Das Preisgestaltungsproblem eines Vergnügungsparks
4.3 Die optimale Strategie
5 Beispiel Fall: Eisbär Knut – Profitabler als eine Extra-Attraktion?
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Beweggründe für die Anwendung fester Eintrittspreise in Freizeitparks unter Anwendung der Theorie der Preisbündelung und mathematischer Modelle zur Gewinnmaximierung. Ziel ist es, die optimale Preisgestaltungsstrategie für Betreiber zu identifizieren.
- Grundlagen der Preisbündelungstheorie
- Differenzierung zwischen reiner Bündelung und Entbündelung
- Analyse von Preismodellen wie "fully pooling menu" und "hybrid menu"
- Untersuchung der Kundentypen (lower vs. higher types)
- Fallbeispiel: Ökonomische Effekte der Attraktionsgestaltung am Beispiel Eisbär Knut
Auszug aus dem Buch
3 Formen der Preisbündelung
Bei einer reinen Bündelung entsteht faktisch ein neues Produkt, da nämlich zwei Produkte mit unterschiedlichen Einzelpreisen in einem Bündel verkauft werden. Betrachtet wird das Beispiel für einen Freizeitpark. Freizeitparks haben unterschiedliche Zielgruppen und deshalb können sie mit unterschiedlichen Nachfragen nach bestimmten Fahrten konfrontiert sein. Gewisse Fahrten sind für einige Altersgruppen besonders interessant, die wiederum unterschiedliche Vorlieben in Bezug auf den Spaßfaktor haben (z.B. hinsichtlich der Schnelligkeit und dem Nervenkitzel).
Um zu verdeutlichen, wie ein Freizeitpark diese Heterogenität zu ihrem Vorteil verwenden kann, wird angenommen, dass es zwei Freizeitparks gibt und ein Unternehmen, das Geräte an Vergnügungsparks vermietet. In diesem Beispiel ist es eine Achterbahn und ein Karussell. Die Reservationspreise, d.h. die maximalen Preise, den die Parks für jede gekaufte Einheit bereit sind zu zahlen, sehen folgendermaßen aus (siehe Tabelle 3.1):
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz von Freizeitparks als Unterhaltungsangebot und Einführung in die ökonomische Fragestellung der Preisgestaltung.
2 Theorie der Preisbündelung: Erläuterung der Strategie der Bündelung zur Kostensenkung und zur besseren Abschöpfung der Konsumentenrente.
3 Formen der Preisbündelung: Analyse der reinen Bündelung sowie der Entbündelung und deren Auswirkungen auf den Wettbewerb und die Gewinnspanne.
4 Die Preisgestaltungsmodelle für ein Freizeitpark: Theoretische Untersuchung von Preisschemata, insbesondere der asymmetrischen Modelle für Vergnügungsparks zur Gewinnmaximierung.
5 Beispiel Fall: Eisbär Knut – Profitabler als eine Extra-Attraktion?: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf ein reales Fallbeispiel zur Illustration der vorteilhaftesten Bündelungsstrategie.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion hinsichtlich der Kundenzufriedenheit.
Schlüsselwörter
Preisbündelung, Freizeitpark, Gewinnmaximierung, Konsumentenrente, reine Bündelung, Entbündelung, fully pooling menu, hybrid menu, Reservationspreis, Preisgestaltung, Nachfrage, Transportkosten, Kundentypen, Preisdiskriminierung, Marktstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Gründe, warum Freizeitparks typischerweise auf feste Eintrittspreise statt auf nutzungsabhängige Einzeltarife setzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Theorie der Preisbündelung, die Identifikation von Kundentypen anhand ihrer Zahlungsbereitschaft sowie verschiedene mathematische Preismodelle.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu erklären, unter welchen Bedingungen feste Eintrittspreise zur optimalen Abschöpfung der Konsumentenrente und somit zur Gewinnmaximierung für den Parkbetreiber führen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin stützt sich auf theoretische mikroökonomische Ansätze der Preisbündelung und nutzt ein mathematisches Modell von Wu und Liu (2007) zur Herleitung optimaler Preisstrategien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Bündelung, die Vorstellung spezifischer Preismodelle sowie eine Fallstudie über den wirtschaftlichen Einfluss einer prominenten Zoo-Attraktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Preisbündelung, Konsumentenrente, Gewinnmaximierung, fully pooling menu, hybrid menu und Reservationspreise.
Warum wird im Modell zwischen "lower" und "higher types" unterschieden?
Die Unterscheidung dient der Einteilung der Kunden nach ihrer Zahlungs- bzw. Spaßbereitschaft, um für jede Gruppe eine angepasste Preisstrategie entwickeln zu können.
Welche Rolle spielen die Transportkosten in der Modellierung?
Hohe Transportkosten zum Freizeitpark führen dazu, dass sich das optimale Modell auf Kunden mit höherer Zahlungsbereitschaft beschränkt, was die Nutzung fester Eintrittspreise begünstigt.
Was ist das zentrale Ergebnis für den Fall "Eisbär Knut"?
Die Analyse zeigt, dass eine reine Bündelung der Attraktion "Knut" mit den restlichen Zootieren profitabler ist als eine Vermarktung als isolierte Extra-Attraktion.
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- Derya Akdag (Autor), 2007, Warum Freizeitparks feste Eintrittspreise verlangen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124880