In der vorliegenden Bachelorarbeit wird eine Unterrichtseinheit zur Förderung der Bewertungskompetenz von Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 9 und 10 an Gymnasien in Niedersachsen im Fach Biologie entwickelt. Sie orientiert sich an der Ausstellung zur Massentierhaltung im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg und greift die dort thematisierte Grundwasserbelastung auf, die durch einen Nitratüberschuss entsteht.
Neben einem Einblick in ethisches Basiswissen wird der durch die Bildungsstandards und das Niedersächsische Kerncurriculum festgelegte Kompetenzbereich Bewertung dargestellt. Die Grobziele der Unterrichtseinheit sind zum einen das Erlangen von themenbezogenem Fachwissen und zum anderen die Entwicklung von Argumenten und das Aufzeigen von Konsequenzen verschiedener Handlungsoptionen sowie die Einnahme unterschiedlicher Haltungen, die vertreten werden sollen. Um diese Ziele zu erreichen, geschieht die Aneignung der Thematik durch Stationenlernen in Partnerarbeit. In anschließender Gruppenarbeit erfolgen die ethische Bewertung und das Aufstellen von Argumenten aus unterschiedlichen Perspektiven. Innerhalb dieser Rollen findet abschließend eine Fishbowldiskussion statt.
Inhaltsverzeichnis
Abstract
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Basiswissen Ethik
2.2 Bewertungskompetenz
2.3 Sechs Schritte moralischer Urteilsfindung
2.4 Massentierhaltung
2.4.1 Problematik des Nitratüberschusses durch Ernährung und Haltung
2.4.2 Flächengebundene Tierhaltung und Wasserschutzgebiete
3 Langentwurf der geplanten Unterrichtseinheit
3.1 Bedingungsanalyse
3.2 Einbettung der Einheit in den Unterrichtszusammenhang
3.3 Didaktische Entscheidungen
3.4 Methodische Entscheidungen
4 Reflexion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung einer Unterrichtseinheit, die die Bewertungskompetenz von Schülern der 9. und 10. Jahrgangsstufen anhand der Problematik der Massentierhaltung und der damit verbundenen Nitratbelastung des Grundwassers fördert.
- Integration von ethischem Basiswissen in den Biologieunterricht.
- Anwendung der "Sechs Schritte moralischer Urteilsfindung" auf reale Probleme.
- Förderung der Argumentationsfähigkeit in einem komplexen Themenfeld.
- Verknüpfung von Fachwissen mit gesellschaftlich relevanten Diskursen.
- Erprobung innovativer Lernmethoden wie Stationenlernen und Fishbowl-Diskussionen.
Auszug aus dem Buch
Die ethische Diskussion der Massentierhaltung
Die ethische Diskussion dieser Thematik eignet sich für die Unterrichtseinheit, die im Rahmen dieser Bachelorarbeit für den gymnasialen Biologieunterricht der Jahrgänge 9 und 10 entworfen wird, um die Schüler in ihrer Bewertungskompetenz zu fördern. Diese ist einer der vier, durch die Bildungsstandards festgelegten, Kompetenzbereiche und soll von den Lernenden in der Schulbildung erworben werden. Die Bewertung biologischer Sachverhalte in verschiedenen Kontexten dient der Wahrnehmung moralisch relevanter Situationen und soll den Schülern die Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs ermöglichen (Kultusministerkonferenz [KMK], 2004).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den massiven Anstieg des Fleischkonsums in Deutschland seit 1950 und die damit verbundenen negativen ökologischen Folgen, insbesondere für Böden und Grundwasser.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert ethische Grundbegriffe, die Kompetenzbereiche des Biologieunterrichts sowie das Modell der moralischen Urteilsfindung und die ökologischen Probleme der Massentierhaltung.
3 Langentwurf der geplanten Unterrichtseinheit: Hier wird das konkrete Unterrichtskonzept vorgestellt, welches die Bedingungsanalyse, didaktische Überlegungen und die methodische Umsetzung (u.a. Stationenlernen) umfasst.
4 Reflexion und Ausblick: Das Fazit wertet die Durchführung der Unterrichtseinheit aus und reflektiert über Optimierungspotenziale für einen zukünftigen Einsatz in echten Schulklassen.
Schlüsselwörter
Massentierhaltung, Nitratüberschuss, Grundwasserbelastung, Bewertungskompetenz, ethische Urteilsfindung, Biologieunterricht, Stationenlernen, Fishbowl-Diskussion, Umweltethik, Nährstoffkreislauf, Nachhaltigkeit, Schulbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwickelt einen Entwurf für eine Unterrichtseinheit im Fach Biologie, die sich mit der ökologischen und ethischen Problematik der Massentierhaltung befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Kerninhalte liegen bei der Nitratbelastung des Grundwassers, den ethischen Grundlagen der Tierhaltung sowie der Förderung der Bewertungskompetenz bei Schülern.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist es, Schülern der 9. und 10. Klasse zu ermöglichen, komplexe Sachverhalte aus biologischer und ethischer Sicht zu beurteilen und eine eigene, reflektierte Meinung zu bilden.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Urteilsfindung verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf das Modell der "Sechs Schritte moralischer Urteilsfindung", um eine strukturierte ethische Analyse zu gewährleisten.
Was wird im methodischen Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzipiert das Stationenlernen im Museum sowie darauf aufbauende Rollenspiele und Fishbowl-Diskussionen zur Vertiefung der Argumentationskompetenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung?
Wichtige Begriffe sind Massentierhaltung, Nitratbelastung, Bewertungskompetenz, Nachhaltigkeit und ethische Urteilsfindung.
Warum ist die Arbeit in einer Kooperation mit dem Museum entstanden?
Durch die reale Umgebung des "Landesmuseums Natur und Mensch" soll die Relevanz der Thematik für die Schüler greifbarer gemacht werden.
Wie soll mit den unterschiedlichen Standpunkten der Schüler umgegangen werden?
Durch Rollenspiele werden Schüler dazu angehalten, auch Perspektiven einzunehmen, die nicht ihrer eigenen entsprechen, um ihre Toleranz und Urteilsfähigkeit zu schulen.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2020, Unterrichtsentwurf zum Thema Massentierhaltung mit Fokus auf den Nitratüberschuss. In Kooperation mit dem Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1253055