Die Christen in der heidnischen Gesellschaft – Das Urteil des Kelsos in seiner „Alethes Logos“


Hausarbeit, 2008

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Position des Christentums in der gesellschaftlichen Ordnung der grichisch-römischen Welt
a) Zur Herkunft des Christentums
b) Entwicklung des Christentums bis in die Gegenwart des Kelsos

3 Wie innig ist das Christentum (als Lehre) mit dem skizzierten sozialen „Sitz im Leben“ verbunden?

4 Schluss

5 Quellenverzeichnis

6 Literaturverzeichnis

7 Online-Ressourcen

1.) Einleitung

Die Alethes Logos des Kelsos (lat. Celsus) ist nach heutigem Stand der Forschung vermutlich in der Zeit von 177 bis 180 n. Chr., demnach noch in der Regentschaft Marc Aurels, entstanden.[1] Allerdings basiert diese Feststellung, wie im Übrigen das ganze Werk, auf einer nachträglichen Rekonstruktion, da erstens über den Verfasser wenig bekannt ist und zweitens der Text der Alethes Logos im Original nicht mehr erhalten ist. Dieser war jedoch aus der Antwortschrift des Origines mit dem Titel Contra Celsum weitestgehend rekonstruierbar, da der Kirchenvater Kelsos gewissenhaft wörtlich zitierte, um ihn, wie es der Titel schon verrät, zu widerlegen. In seiner Gestalt basiert der heute vorliegende Text vorwiegend auf dem Codex Vaticanus gr. Nr. 386, dem 1941 entdeckten Toura-Papyrus, der auf das 7. Jahrhundert datiert wurde, und auf der indirekten Überlieferung durch die Philokalia des Basilius von Cäsarea, einer Anthologie der Origineswerke.[2]

Über die Herkunft des Verfassers lassen sich im Großen und Ganzen nur einige, meist vage Überlegungen anstellen. Fest steht jedenfalls, dass Kelsos aus einem Umfeld der Mittelschicht stammte, was durch seine philosophische, dem Platonismus zugewandte Bildung zu begründen ist.[3] Offenbart wird seine verhältnismäßig breit gefächerte Bildung durch die von ihm verwendeten Zitate antiker Werke; diese reichen von Homer über Herodot bis hin zu Euripides.[4] Lona geht daher sogar davon aus, dass Kelsos ein Lehrer hätte sein können, was er auch am Schreibstil des Kelsos festmacht.[5]

In seinem Werk setzt sich der Gelehrte Kelsos kritisch mit dem im römischen Imperium aufkommenden Christentum und seinen Lehren auseinander. Im Zentrum seiner Bemühungen steht dabei die Widerlegung besagter Lehren, er äußert sich aber auch zum Miteinander zwischen Heiden und Christen.

Ziel dieser Hausarbeit soll es nun sein, zu untersuchen, wie Kelsos das Christentum im Hinblick auf seine gesellschaftliche Rolle beurteilt und welche Folgen sich daraus ergeben: Welche Rolle spielen die Christen in der griechisch-römischen Gesellschaft? Wo sind die Christen für ihn gesellschaftlich verortet? Wie treten die Christen als Gruppe den Heiden gegenüber in Erscheinung? Welcher Zusammenhang bestand für Kelsos zwischen der Position in der Gesellschaft und der christlichen Lehre? Welche Konsequenzen ergaben sich für die Heiden aus der Ausbreitung des Christentums?

Als Basis für diese Hausarbeit wurde die kommentierte Übersetzung von Lona (2005) verwendet, die den letzten philologischen Forschungsstand widerspiegelt. Ergänzend sind die Werke von Hermann Jordan (1912), Carl Andersen (1955), Robert M. Grant (1977), Karl Pichler (1980), Robert L. Wilken (1986), Angelika Dittmann-Mette (1989) und Christa Habinger-Ticzcay (1992) hinzugezogen worden. Insgesamt lässt sich konstatieren, dass sich die quantitativ recht überschaubare Kelsosforschung überwiegend mit der philologischen Rekonstruktion des Textes und der Widerlegung des Kelsos durch Origines befasst.[6] Ein dezidierter Blick auf die Quelle aus historischer Perspektive steht weitestgehend noch aus, weshalb der Themenkomplex einer weiteren Erörterung bedarf.

2) Die Position des Christentums in der gesellschaftlichen Ordnung der griechisch-römischen Welt

a) Zur Herkunft des Christentums

Betrachtet man die soziologische Herkunft des Christentums im weitesten Sinne, so ist aus griechisch-römischer Perspektive vor allem der Blick auf die jüdischen Wurzeln der Christen unausweichlich. Kelsos hielt die Juden, gemäß der communis opinio seiner Zeit, für ungebildet, geradezu dümmlich und leicht zu verführen:[7]

„Die Ziegen- und Schafhirten sind ihrem Anführer Mose gefolgt, durch plumpe Betrügereien irregeführt haben sie angenommen, dass es nur einen Gott gibt. Ohne jede Vernunft sind sie von der Verehrung der [ägyptischen] Götter abgefallen.“[8]

Bereits der gesellschaftliche „Nährboden“ der Christen, anzusiedeln in Judäa, zeugte aus der Sicht des Kelsos nicht von besonderer Qualität – Juden waren für ihn betrogene Ziegen- und Schafhirten „ohne jede Vernunft“. Jedoch handelte es sich bei diesen „Ziegen- und Schafhirten nicht einmal um „Freie“, sondern ihren Herren entlaufene Sklaven (rechtlos, Ding oder Sache):

„Die Juden sind aus Ägypten entlaufene Sklaven, die nie etwas, was der Rede wert ist, getan haben, und weder der Bedeutung noch der Zahl nach etwas geworden sind. Fast nichts von ihrer Geschichte befindet sich bei den Griechen.“[9]

Die Juden waren neben ihrem Dasein als entlaufene Sklaven für Kelsos ein –was ihre gesamte Historie betrifft- bedeutungsloses Volk, dass gar nichts redenswertes in seiner Geschichte vollbracht hatte.

Ein weiteres, nahezu genuines Charakteristikum der Juden, dass Kelsos direkt auf die Christen übertrug, war ihr Hang zum Aufruhr wider das Gemeinwesen:

„Die Juden, die ägyptischer Herkunft sind, verließen Ägypten, nachdem sie sich gegen das Gemeinwesen der Ägypter auflehnten und die in Ägypten gewöhnliche Gottesverehrung verachteten. Was sie den Ägyptern angetan haben, haben sie nun von den Anhängern Jesu erlitten, die an ihn als Christus glauben. Der Aufruhr gegen das Gemeinwesen ist bei beiden der Grund der Neuerung gewesen. [...] Der Aufruhr ist damals die Ursache für den Zusammenschluss der Juden gewesen, später für die Entstehung der Christen.“[10]

Juden genau wie Christen hätten ihre Wurzeln im Aufstand gegen das Gemeinwesen, der sich kontinuierlich fortgesetzt habe. Für römische Verhältnisse war Judäa eher eine periphere, kaum zu befriedende Provinz, die sich für die Heiden vor allem durch die ständigen Revolten (z.B. 66 und 132 n. Chr.) auszeichnete. Schon in der „Wiege“ sei dieses aufrührerische Verhalten eine Eigenart der Juden gewesen, später habe es sich innerhalb der Christen fortgepflanzt. In der Hierarchie der Völker waren die Juden aus der heidnischen Blickrichtung des Kelsos zusammenfassend gesagt das Sedimentum im Imperium Romanum.[11]

Neben dem weit gefassten gesellschaftlichen Rahmen, den das soeben klassifizierte jüdische Volk darstellte, ist die innergesellschaftliche Fokussierung auf Jesu und seiner ersten Anhänger nötig, um das soziale Milieu, in dem sich das frühe Christentum für Kelsos bewegte, klar fassen zu können. Aus dem griechisch-römischen Blickwinkel des Kelsos war Jesu Herkunft wenig rühmenswert:

„Jesus hat seine Geburt aus einer Jungfrau erdichtet. Er stammt aus einem jüdischen Dorf, geboren von einer einheimischen Handarbeiterin. Sie wurde von ihrem Mann, der von Beruf Zimmermann war, des Ehebruchs überführt und verstoßen. Als sie von ihrem Mann weggeschickt wurde und ehrlos umherirrte, gebar sie heimlich Jesus. Wegen der Armut ging dieser nach Ägypten, wo er sich als Tagelöhner verdingte [...].“[12]

Einerseits ließ Kelsos seine Leser wissen, dass an Jesu Geburt nichts Wundersames war, sondern dass er das uneheliche und „heimliche“ Kind „von einem Soldaten namens Panthera“ und der verstoßenen Ehebrecherin Maria war.[13] Andererseits steckte Kelsos den sozialen Rahmen der Geburt Jesu klar ab: seine Mutter war eine einfache Handarbeiterin und sein Vater ein einfacher römischer Soldat.[14] Beide machten sich aus römischer Perspektive des Straftatbestandes des Adulteriums bzw. Stuprums schuldig, sodass das Kind schlussendlich der illegitimen Unzucht entstammte.[15] So waren die rechtlichen Regelungen zum Ehebruch noch unter Augustus im Lex J ulia de adulteriis coercendis erneuert und präzisiert worden:

„Es unterliegt keinem Zweifel, dass meine Frau wegen begangenen Ehebruchs während ihrer Ehe angeklagt werden könne, weil in den Julischen Gesetzen über den Ehebruch ausdrücklich verordnet wird, dass, wenn Diejenige, um deren Ehebruch es sich handele, eine Witwe sei, der Ankläger die freie Wahl haben solle, ob er den Ehebrecher oder die Ehebrecherin zuerst anklagen solle, wenn sie aber verheirathet sei, erst wider den Ehebrecher und dann wider die Frau klagen solle.“[16]

Ehebruch war diesem Gesetzeskommentar zu Folge bereits etwa 18 v. Chr. eine Straftat im J mperium Romanum - die Strafe, die auf sie folgte überlieferte Paulus gemäß dem oben angegebenen Gesetz in seinen Sentenzen:

„In the second chapter of the Lex Julia concerning adultery, either an adoptive or a natural father is permitted to kill an adulterer caught in the act with his daughter in his house or in that of his son-in-law, no matter what rank may be.“[17] „After having killed the adulterer, the husband should at once dismiss his wife, and publicly declare within the next three days with what adulterer, and in what place he found his wife.”[18]

Hatte der Vater des Ehemannes oder der Ehemann selbst das Paar in flagranti aufgegriffen, so hatten beide die Möglichkeit, den Ehebrecher unverzüglich straffrei umzubringen. Dem Ehemann gebührte es ferner seine ehebrecherische Frau zu verstoßen (wie es Josef nach der Aussage Kelsos` auch mit Maria tat) und das Verbrechen öffentlich kund zu tun. Sollte diese Selbstjustiz nicht greifen, so standen für den Mann, der in die Ehe „einbrach“, und die Ehefrau nach gleichem Gesetz beträchtliche Strafen im Raum:

„It has been held that women convicted of adultery shall be punished with the loss of half their dowry and the third of their estates, and by relegation to an island. The adulterer, however, shall be deprived of half his property, and shall also be punished by relegation to an island; provided the parties are exiled to different islands.”[19]

Einerseits musste die überführte Ehebrecherin die Hälfte ihrer Aussteuer, andererseits auch ein Drittel ihres Gesamtvermögens als Strafe entrichten. Der Mann, der in die Ehe eindrang, hatte die Hälfte seines Vermögens als Strafe zu zahlen. Beide wurden in die Verbannung auf unterschiedliche Inseln geschickt.

Neben der gesetzesfernen Geburt gab Kelsos zu bedenken, dass Jesus „wegen der Armut“ nach Ägypten ging, um dort als Tagelöhner zu arbeiten. Es wird durch diese Ausführungen klar, dass Kelsos Jesus genau wie seine Eltern in der niedersten Gesellschaftsschicht verortete. Über die Jünger Jesu - die ersten Christen schlechthin – konstatierte Kelsos Ähnliches:

„Zehn oder elf verrufene Menschen hat Jesus an sich gebunden, Zöllner und Schiffer der schlechtesten Art. Mit diesen lief er hierhin und dorthin weg, und brachte schmählich und kümmerlich Nahrung zusammen.“[20] „Als er [Jesus] da war, gewann er zehn von den verdorbensten Schiffern und Zöllnern für sich, und auch diese nicht alle.“[21]

In der Darstellung des Kelsos waren die engsten Vertrauten Jesus, seine Jünger, verrufene Menschen, die auch noch wenig achtenswerte Berufe wie Zöllner oder Schiffer hatten.[22] Innerhalb ihrer Berufsgruppe waren sie dann auch noch von der „schlechtesten Art“. Kelsos bewegt sich, was die Klassifizierung der Berufsgruppen angeht, innerhalb der communis opinio, bereits im ersten Jahrhundert vor Christi äußerte sich Cicero folgendermaßen über den „Wert“ einzelner Berufsgruppen:

„Was ferner die handwerklichen Berufe und Erwerbszweige angeht, die als eines Freien würdig, bzw. die als schmutzig zu gelten haben, so haben wir etwa folgendes als geltend anzunehmen. Zunächst werden [nach den für uns geltenden Maßstäben] die Erwerbszweige mißbilligt, die sich der Ablehnung der Menschen aussetzen, wie die der Zöllner oder der Geldverleiher. Eines Freien unwürdig und schmutzig sind ferner die Erwerbsformen aller Tagelöhner, deren reine Arbeitsleistung - und nicht deren besondere Fähigkeiten - erkauft werden. Denn es ist bei ihnen der Lohn ja nichts weiter als einem Handgeld für eine Knechtstätigkeit. Als schmutzig muß man auch diejenigen ansehen, die von den Großhändlern Waren erhandeln, um sie sogleich weiter zu verkaufen. Denn man darf davon ausgehen, daß sie selbst nichts zustande bringen, außer daß sie gründlich lügen. Es gibt aber nichts Schändlicheres als Unwahrhaftigkeit. Auch alle Handwerker befassen sich mit einer schmutzigen Tätigkeit; denn eine Werkstatt kann nichts Edles an sich haben. Am wenigsten kann man die Fertigkeiten gutheißen, die lediglich der menschlichen Genußsucht dienstbar sind: Fischhändler, Metzger, Köche, Geflügelhändler und Fischer wie Terenz sagt. Füge hier, wenn es dir beliebt, hinzu, wie Terenz saht: "Salbenhändler, Tänzer und die ganze Zunft der Schausteller".“[23]

Nach Ciceros Maßstäben beurteilt ist zunächst klar, dass Jesus, der „sich als Tagelöhner verdingte“ (s.o.), in der Hierarchie der einzelnen Berufsgruppen recht weit unten anzusiedeln war. Tagelöhner galten nach Ciceros Ausführungen als „unwürdig und schmutzig“ und seien abzulehnen, da sie für ihre reine Arbeitsleistung als Knecht und nicht für irgendwelche Fähigkeiten entlohnt würden. Jesu Jünger, die Kelsos wegen seiner Bibelstudien als „Schiffer und Zöllner“ deklarierte, standen dem, rekurrierend auf Cicero, in nichts nach. Zöllner seien wegen der durch das Volk zugezogenen Ablehnung zu missbilligen wie Fischfänger, die Kelsos als „Schiffer“ bezeichnete.[24]

Mit dieser Gruppe – für Kelsos freilich Abschaum - „lief er [Jesus] hierhin und dorthin weg“. Eher ziellos streifte die Truppe umher, als sei sie (Verbrechern ähnlich) permanent auf der Flucht. Jesus und seine Jünger waren nach den Ausführungen des Kelsos nicht einmal in der Lage, ihren Lebensunterhalt halbwegs statthaft zu bestreiten, sondern bettelten:

„[...,] warum herrschest du nicht als König, nachdem du herangewachsen warst, sondern bettelst so unwürdig, du, der Sohn Gottes, und ziehst gebeugt vor Angst elend landauf und landab herum?“[25]

Einer Horde Landstreichern gleich wanderte die Jesusbewegung umher und bettelte sich unter der Führung Jesu „unwürdig“ und parasitär durchs Leben, so die Anklage des Kelsos. Gewiss basierte Kelsos Anklage aus einem eingehenden Studium der christlichen Überlieferung. Dort finden sich beispielsweise folgende Aussagen: „Bittet und es wird euch gegeben werde. Suchet, und ihr werdet finden. Klopfet an und es wird euch aufgetan werden.“[26] Oder aber: „Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester. Der Menschensohn aber hat nicht, wohin er sein Haupt legen kann.“[27] Dem Heiden war es demnach möglich, den Angriff wider die ursprüngliche Lebensweise der ersten Christen relativ unmittelbar aus der Heiligen Schrift der Christen herzuleiten.

Kelsos bleibt jedoch nicht bei dem im juristischen Sinne harmlosen Vorwurf der Landstreicherei, sondern er vergleicht Jesus und seine Jünger gezielt mit Verbrechern:

„Es könnte ein ebenso Unverschämter auch von einem bestraften Räuber und Mörder sagen, dass er nicht ein Räuber, sondern Gott war. Denn er sagte seinen Raubgesellen voraus, dass er solches leiden würde, was er dann gelitten hat.“[28]

Deutlich wird, in welchem Milieu Kelsos Jesus und seine Anhänger sah – seiner Ansicht nach waren sie mit Räubern und Mördern gleichzusetzen. Aus Kelsos Warte betrachtet war Jesus ein verurteilter Verbrecher, der auch noch so „unverschämt[]“ war, sich zum Gott zu erheben. Seine Strafe – die Kreuzigung - hatte er, ebenso wie der der Räuber im Vergleich, mit Recht zu erwarten.

Das aus heidnischer Sicht wohl größte Verbrechen, das Kelsos Jesus vorwarf, war die Zauberei bzw. die Magie:

„[...;] dort [in Ägypten, s. o.] versuchte er sich an einigen magischen Kräften, auf die die Ägypter stolz sind. Eingebildet auf diese Kräfte kam er zurück und erklärte sich ihretwegen öffentlich als Gott.“[29] „Durch Zauberei konnte Jesus die Wundertaten vollbringen, die er scheinbar gewirkt hat; und weil er voraussah, dass auch andere, wenn sie die gleichen Kenntnisse besitzen, dasselbe tun werden - sich brüstend es durch die Kraft Gottes getan zu haben -, hat er solche Menschen aus seiner Gemeinschaft ausgeschlossen.“[30] „Was über Heilungen oder eine Auferstehung aufgeschrieben wurde, oder über wenige Brote, die viele ernährt haben, von denen viele Reste übrig geblieben sind, oder all dies, was die Jünger phantasierend erzählt haben: Wohlan wir wollen glauben, dass du all dies gewirkt hast! Sie sind aber mit den Werken der Zauberer gleichzusetzen, die noch wunderbarere Dinge versprechen, und mit dem, was die Schüler in Ägypten vollbringen, wenn sie mitten auf den Märkten für wenig Geld ihr ehrwürdiges Wissen abgeben: Sie treiben die Dämonen von den Menschen aus, blasen Krankheiten weg […].“[31]

[...]


[1] Vgl. Die „Wahre Lehre“ des Kelsos, übs. nach Lona, Horacio E., Freiburg i.Br. 2005 (= Kommentar zu frühchristl. Apologeten: Erg.-Bd. 1), 54f.

[2] Vgl. Lona (2005), 11.

[3] Vgl. ebd., 42 und 49.

[4] Vgl. ebd.

[5] Vgl. ebd., 32f.

[6] Einen Überblick bietet Pichler, Karl, Streit um das Christentum. Der Angriff des Kelsos und die Antwort des Origines, Regensburger Studien 23, Frankfurt am Main 1980, zugl. Diss. Regensburg 1979, 5ff.

[7] Ein weiterer Vertreter dieser Auffassung war Tacitus. Siehe dazu: Tacitus, Historien, übs. von Walther Sontheimer, Stuttgart 1968, 5, 1ff. Vgl. Andersen, Carl, Logos und Nomos. Die Polemik de Kelsos wider das Christentum, Berlin 1955, zugl. Habil. Kiel 1953, 220.

[8] Cels. 1, 23.

[9] Cels. 4, 31.

[10] Cels. 3, 5.

[11] Gegen die Juden kursierten mannigfaltige Vorbehalte, ersichtlich u.a.in Tac. hist. 5, 1ff. Beispielsweise wurden sie als menschenfressende Eselsanbeter dargestellt.

[12] Cels. 1, 28. Die Heimlichkeit und Nomosferne des Christentums beginnt demzufolge schon mit der Geburt Jesu. Vgl. Andersen (1955), 228.

[13] Cels. 1, 32.

[14] Zur Herkunft Pantheras siehe Lona (2005), 101.

[15] Die Tatbestände wurden in den Gesetzen nicht scharf voneinander getrennt. Vgl. Dittmann-Mette, Angelika, Die Ehegesetze des Augustus, Historia 67, Stuttgart 1991, zugl. Diss. Berlin 1989, 40.

[16] Das Corpus Iuris Civilis Romani, übs. von Karl Eduard Otto (ua.), Leipzig 1832 [ND 1984], Dig. 48, 5.

[17] Paulus The Opinios of Paulus, in: S.P. Scott [Hg.], The Civil Law, New York 1973, Sent. II, 26, 1.

[18] CIC, 48, 6.

[19] Paul. Sent. II, 26, 14; Vgl. dazu: Dittmann-Mette, Angelika (1991), 34ff.

[20] Cels. 1, 62.

[21] Cels. 2,45.

[22] Vgl. Mt. 9, 9 oder Mt. 4, 18ff.

[23] Cicero, De officiis, übs. von Heinz Gunermann, Stuttgart 1978, I, 150f.

[24] Siehe Mk. I, 20: „Und da er von da ein wenig weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, daß sie die Netze im Schiff flickten; und alsbald rief er sie. Und sie ließen ihren Vater Zebedäus im Schiff mit den Tagelöhnern und folgten ihm nach.“ Jakobus und Johannes waren demnach genauso Fischer wie Petrus und Andreas (Mt. 4, 18): „Als nun Jesus an dem Galiläischen Meer ging, sah er zwei Brüder, Simon, der da heißt Petrus, und Andreas, seinen Bruder, die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer.“ Matthäus wurde in Mt. 9, 9 explizit als „Zöllner“ aufgenommen: „Und da Jesus von dannen ging, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm. Und es begab sich, da er zu Tische saß im Hause, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern.“ Vgl. Grant, Robert M., Christen als Römer im Römischen Reich, Göttingen 1977, 92ff.

[25] Cels. 1, 61.

[26] Mt. 7, 7; Weitere Beispiele für das Vagabundentum der Jesusbewegung wären: Mt. 25, 35f. und Mt. 10, 11-14.

[27] Mt. 8, 20.

[28] Cels. 2, 44.

[29] Cels. 1, 28.

[30] Cels. 1, 6a.

[31] Cels. 1, 68a f.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Die Christen in der heidnischen Gesellschaft – Das Urteil des Kelsos in seiner „Alethes Logos“
Hochschule
Universität Paderborn  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Das Christentum in der Heidnischen Gesellschaft
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
30
Katalognummer
V125307
ISBN (eBook)
9783640308859
ISBN (Buch)
9783640306954
Dateigröße
561 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frühes Christentum, Kelsos, Alethes Logos, Christenkritiker, Celsus, Heiden und Christen, Kritik an frühen Christen
Arbeit zitieren
Simon Tewes (Autor), 2008, Die Christen in der heidnischen Gesellschaft – Das Urteil des Kelsos in seiner „Alethes Logos“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125307

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