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Ciceros Bild des idealen Staatsmannes - mehr als nur eine historische Utopie?

Título: Ciceros Bild des idealen Staatsmannes - mehr als nur eine historische Utopie?

Trabajo de Seminario , 2008 , 20 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Steffen Radtke (Autor)

Política - Filosofía política e historia de las ideas
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Wer ein stabiles Wertefundament hat, projiziert dies konsequenterweise in seiner Erwartungshaltung auf andere Personen. Gerade Politiker, die im Fokus der Öffentlichkeit stehen und die Staatsführung innehaben, sollten in Wertfragen ein Vorbild sein. Als Konsequenz dessen setzt die politische Tätigkeit in gewissem Grad eine philosophische Fundierung voraus, und unter den Klassikern des politischen Denkens gibt es nur wenige, die quasi Zeit ihres Lebens beides in einem personifizierten.
Einer von ihnen ist der römische Redner, Staatsmann und Philosoph Marcus Tullius Cicero. Wenn sich sogar ein politisches Magazin nach ihm benennt, muss es in dessen Denken etwas Klassisches geben, was heute noch als Synonym für vollkommen vorbildliche politische Kultur gelten kann.
Aus diesem Grund soll es das Anliegen der Arbeit sein, anhand Ciceros Schriften sein Bild des idealen Staatsmannes darzustellen und aufzuzeigen, welche Werte ein Politiker im Sinne Ciceros unbedingt verkörpern muss, um für das Wohl des Gemeinwesens sorgen zu können. Ein Schwerpunkt liegt daher in der Auseinandersetzung mit dessen staatsphilosophischen Originaltexten „De re publica“, „De officiis“ und „De legibus“, ferner werden aber auch die eher moralphilosophischen Werke „De finibus bonorum et malorum“ sowie die „Tusculanae disputatiuones“ eine Rolle spielen. Angesichts der historischen Zeitumstände - die Römische Republik befindet sich im Verfallsprozess – stellt sich zunächst jedoch die Frage, inwiefern die Werte und Ideale Ciceros realistisch sind oder ob seine Gedanken nicht eher eine historische Utopie darlegen. Alle einflussreichen Protagonisten Roms verkörpern geradezu das Gegenteil der ciceronischen Ideale wie Einsatz für das Gemeinwohl, Vernunft und Tugend und so offenbart sich im Zuge der geschichtlichen Fallstudie die Dekadenz der römischen Republik. In diesem Zusammenhang soll ein Abriss darüber, wie sich Cicero dagegen stemmte, zum einen bereits Grundzüge seines staatsmännischen Denkens aufzeigen, zum anderen aber auch die Frage nach der historischen Utopie bejahen.
Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass Ciceros Erwartungsbild an den idealen Staatsmann deswegen an Aktualität verloren hat. Das Gegenteil ist der Fall und daher zeigt die Arbeit im Schlussteil auf, dass die antiken Gedanken weit über ihre unmittelbare Gegenwart hinausreichen, indem es Cicero gelingt, einen zeitlos gültigen moralischen Leitfaden für politische Tugendhaftigkeit zu entwerfen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „O Tempora, o mores!“

2.1 Die Dekadenz der römischen Republik

2.2 Der Fels in der Brandung

3. Der ideale Staatsmann

3.1 Gedanken in „De re publica“

3.1.1 Der Einsatz für den Staat

3.1.2 Gerechtigkeit als Fundament des Staates

3.1.3 Der Somnium Scipionis – eine kosmische Vision

3.2 Gedanken in „De officiis“

3.2.1 Die vier stoischen Kardinaltugenden

3.2.2 Themistokles und die Ehrenhaftigkeit

3.3 Antigone und das höhere Gebot

3.4 Rhetorik und Politik

3.5 Philosophie und Politik

4. Das Erhabene und das Lächerliche

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Bild des idealen Staatsmannes bei Marcus Tullius Cicero, um aufzuzeigen, welche moralischen Werte für eine vorbildliche politische Kultur im Sinne des Gemeinwohls unerlässlich sind. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob Ciceros Ideale angesichts des historischen Verfalls der Römischen Republik lediglich eine utopische Vorstellung darstellten oder ob sie zeitlos gültige Leitlinien für heutiges politisches Handeln bieten.

  • Historische Analyse der Dekadenz der Römischen Republik
  • Staatsphilosophische Konzepte in Ciceros Werken (insb. "De re publica" und "De officiis")
  • Die Bedeutung von Naturrecht und Gerechtigkeit als Fundament des Staates
  • Die Rolle der stoischen Kardinaltugenden für den Politiker
  • Verhältnis von Rhetorik, Philosophie und politischem Handeln

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Gerechtigkeit als Fundament des Staates

Der Begriff der Gerechtigkeit wird im Dritten Buch von „De re publica“ präzisiert. Cicero lässt (wie im gesamten Buch) imaginäre Dialogpartner eine Erörterung führen; auf eine Rede, in der die Möglichkeit gerechten Handelns bestritten wird, lässt er antworten: „Es ist aber das wahre Gesetz die richtige Vernunft, die mit der Natur in Einklang steht, sich in alle ergießt, in sich konsequent, ewig ist, die durch Befehle zur Pflicht ruft, durch Verbieten von Täuschung abschreckt […] alle Völker und zu aller Zeit wird ein einziges, ewiges und unveränderliches Gesetz beherrschen, und einer wird der gemeinsame Meister gleichsam und Herrscher aller sein: Gott! Er ist der Erfinder dieses Gesetzes, sein Schiedsrichter […]“

Cicero entwickelt hier die Idee des Naturrechts. Da jeder Mensch an der göttlichen Vernunft partizipieren kann, gilt der universelle Anspruch, dass die Tätigkeit des Einzelnen – damit ist vor allem der ideale Staatsmann gemeint – im Konsens mit dieser über dem positiven Recht stehenden göttlichen Vernunft steht. Das bedeutet auch, dass die Gesetze, durch die der Staat konstituiert wird, mit dem göttlichen Naturgesetz übereinstimmen müssen, denn aufgrund dessen universeller Gültigkeit wird die Grundlage der Gerechtigkeit geschaffen. Gelingt es nun dem idealen Staatsmann, durch Handeln in Übereinstimmung mit dem göttlichen Naturgesetz die Gerechtigkeit zu verwirklichen, nähert er sich der Ordnung der Natur an. Daraus folgt, dass dann auch der Staat wie eben die Ordnung der Natur ewig bestehen kann.

Als Konsequenz dessen ergibt sich, dass Gerechtigkeit das Fundament des Staates ist, denn durch die universelle Gültigkeit des Naturrechts kann Eintracht geschaffen werden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Staat durch Zwietracht in seinen Grundlagen gefährdet ist, womit Cicero implizit auf die historischen Zeitumstände verweist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Vertrauensverlust in die Politik und untersucht Ciceros Idealbild des Staatsmannes als mögliche Antwort auf dieses moralische Defizit.

2. „O Tempora, o mores!“: Dieses Kapitel analysiert den historischen Verfallsprozess der Römischen Republik und Ciceros Rolle als engagierter, wenn auch in seiner Zeit oft als idealistisch wahrgenommener Verteidiger der Republik.

3. Der ideale Staatsmann: Hier werden Ciceros staatsphilosophische Hauptwerke analysiert, um die spezifischen Anforderungen an den idealen Staatsmann, wie Gerechtigkeit, Kardinaltugenden und die Verbindung von Philosophie und Politik, herauszuarbeiten.

4. Das Erhabene und das Lächerliche: Das Fazit reflektiert Ciceros Wirken und zeigt auf, dass sein Leitbild trotz der damaligen Utopie zeitlose und universelle Gültigkeit für die politische Ethik besitzt.

Schlüsselwörter

Marcus Tullius Cicero, idealer Staatsmann, Römische Republik, Gerechtigkeit, Naturrecht, De re publica, De officiis, Tugendethik, politische Philosophie, Gemeinwohl, Kardinaltugenden, politische Kultur, Rhetorik, consensus omnium bonorum, Res publica.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der politischen Philosophie von Marcus Tullius Cicero und seinem Bild des idealen Staatsmannes vor dem Hintergrund der Krise der Römischen Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die moralische Integrität politischer Akteure, das Verhältnis von Recht, Gerechtigkeit und Staatsführung sowie die Bedeutung philosophischer Bildung für den Staat.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Werte ein Politiker laut Cicero verkörpern muss, um das Gemeinwohl zu sichern, und ob diese Forderungen heute noch eine Relevanz besitzen oder bloße Utopien sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine ideengeschichtliche Analyse und Textinterpretation, die Ciceros staatsphilosophische und moralphilosophische Originalschriften unter Berücksichtigung des historischen Kontextes auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zentrale Werke wie "De re publica" und "De officiis" analysiert, wobei Konzepte wie das Naturrecht, die stoischen Kardinaltugenden und das Verhältnis von Rhetorik und Ethik im Zentrum stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Cicero, ideales Staatsmannbild, Gerechtigkeit, Naturrecht, Tugendethik, Gemeinwohl und politische Verantwortung.

Inwiefern spielt der historische Kontext der Römischen Republik eine Rolle?

Der historische Verfall der Römischen Republik dient als Fallbeispiel, an dem Cicero seine Ideale als Gegenentwurf zur moralischen Dekadenz und zum Egoismus der zeitgenössischen Führungsschicht entwickelte.

Warum wird die Philosophie als essenziell für Politiker erachtet?

Cicero argumentiert, dass nur eine durch Philosophie und Vernunft geformte Charakterfestigkeit den Politiker davor bewahrt, der Macht zu verfallen und nur noch egoistische Partikularinteressen zu verfolgen.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Ciceros Bild des idealen Staatsmannes - mehr als nur eine historische Utopie?
Universidad
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Curso
Klassiker des politischen Denkens 1
Calificación
1,3
Autor
Steffen Radtke (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
20
No. de catálogo
V125462
ISBN (Ebook)
9783640311101
ISBN (Libro)
9783640310074
Idioma
Alemán
Etiqueta
Ciceros Bild Staatsmannes Utopie Klassiker Denkens
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Steffen Radtke (Autor), 2008, Ciceros Bild des idealen Staatsmannes - mehr als nur eine historische Utopie?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125462
Leer eBook
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