Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Filología alemana - Literatura comparada

Bedeutung des Fatalismuskenzepts für das metafiktionale Erzählen in Diderots "Jacques le Fataliste et son maitre"

Título: Bedeutung des Fatalismuskenzepts für das metafiktionale Erzählen in Diderots "Jacques le Fataliste et son maitre"

Trabajo , 2006 , 28 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: M.A. Alexandra Schäfer (Autor)

Filología alemana - Literatura comparada
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Diderots „Jacques le Fataliste et son maître“ wirft viele Fragen auf, die die Forschung bis heute
kontrovers diskutiert. Inwiefern handelt es sich trotz der Ablehnung der Bezeichnung als
„roman“ um einen Roman? Welcher Handlungsstrang ist der vorherrschende, die
Reisegeschichte von Herr und Diener, ihr Verhältnis zueinander oder doch eher Jacques
unvollendete Liebesgeschichte, die eingelegten Geschichten oder die Thematisierung der
Erzähltheorie? Auch die Funktion der eingeschobenen Geschichten ist umstritten ebenso wie die
Problematik des Verhältnisses von Leser und Erzähler.
Die grundlegende, Form und Inhalt bestimmende, Frage ist die nach dem Verhältnis von
metafiktionalem Erzählen und dem Konzept von Fatalismus und Determinismus in „Jacques le
Fataliste et son maître“, womit diese Arbeit sich befassen will.
Zunächst soll hierzu die Erzähltheorie unter besonderer Beachtung von Gattungszugehörigkeit
und des Leser-Erzähler-Verhältnisses auf den ganzen Roman bezogen untersucht werden sowie
das Erzählverhalten in der Liebesgeschichte von Jacques. In Gegenüberstellung von Freiheit und
unterschiedlichen Determinismusmodellen wird Jacques Fatalismustheorie, das Prinzip von
Zufall und Schicksal in der Reisegeschichte sowie unter Einbeziehung der Moralphilosophie der
Determinismus in den eingeschobenen Geschichten näher betrachtet werden. Letztendlich gilt es
dann die Verbindung zwischen metafiktionalem Erzählen und Fatalismustheorie herzustellen,
wobei der Aspekt der immanenten Erzähltheorie sowie das Problem von freiheitlichem Handeln
unter determinierenden Umständen (Charakter, „Fälle“) im Vordergrund stehen sollen.
Sehr hilfreich ist vor allem Rainer Warnings „Illusion und Wirklichkeit in Tristram Shandy und
Jacques le Fataliste“, da entgegen der Suggestion des Titels es nicht allein um den Vergleich der
Werke oder gar den Nachweis einer Werkabhängigkeit geht, sondern zunächst eine sehr
ergiebige, analytisch gut nachvollziehbare und umfassende Untersuchung eng am Werk
stattfindet ohne zwanghafte Parallelisierungen. Eine gute Ergänzung bietet Ruth Groh, auch
wenn ihre Beweisführungen etwas langatmig sind und sie immer wieder für Figuren und
Ansichten des Romans Partei ergreift. Auch Erich Köhlers „Est-ce que l`on sait où l`on va?“, ist
für die Fragestellung dieser Arbeit zu empfehlen, obwohl Warning und Groh ihn in einigen
Ansichten widerlegen können.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Jacques le Fataliste: Aufklärungsroman?

2. Fatalismus, Determination und das metafiktionale Erzählen in Diderots „Jacques le Fataliste et son maître“

2.1. Metafiktionales Erzählen in „Jacques le Fataliste“

2.1.1. Das Problem der Gattungszugehörigkeit : „Ceci n`est point un roman“

2.1.2. Autor-Erzähler-Leser: Von enttäuschten Lesererwartungen und autonomen Erzählautomaten

2.1.3. Jacques Liebesgeschichte: „La vérité est souvent froide, commune et plate“

2.2. Spinozistischer Fatalismus versus innerer Determinismus

2.2.1. Jacques Fatalismus: Schicksalsgläubigkeit ?

2.2.2. Die Reisegeschichte: Zufall oder Providenz?

2.2.3. „Est-il bon? est-il méchant?“ – Moral, Determination und Zufall in den eingelegten Geschichten

2.3. Vernunft, innere Determination und „neuer Roman“: Wie bedingen sich Fatalismustheorie und Metafiktion in Diderots „Jacques le Fataliste et son maître“?

2.3.1. Der Bruch mit heroisch-galanter providentia und märchenhafter Idealität: Diderots „neuer Roman“

2.3.2. Verantwortung des Individuums in der determinierten Welt

3. Fazit: Selbstaufklärung statt fatalistischer Schicksalsgläubigkeit als Grundlage für den „neuen Roman“

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen dem metafiktionalen Erzählen und dem philosophischen Konzept des Fatalismus in Diderots „Jacques le Fataliste et son maître“. Dabei wird analysiert, wie Diderot durch die bewusste Unterminierung konventioneller Lesererwartungen und die Dekonstruktion traditioneller Erzählstrukturen eine kritische, vernunftgesteuerte Selbstaufklärung des Lesers provoziert, statt einfache Antworten zu liefern.

  • Metafiktionale Erzählstrategien und die Rolle des Erzählers
  • Die Spannung zwischen Zufall, Vorsehung und innerem Determinismus
  • Kritik an Gattungskonventionen des „heroisch-galanten Romans“
  • Verbindung von philosophischem Fatalismus und individueller Verantwortung
  • Der Roman als Instrument zur Erziehung zu einer reflektierten Lesehaltung

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Das Problem der Gattungszugehörigkeit: „Ceci n`est point un roman“

Das Paradoxon des Romans, der kein Roman sein möchte, wird durchschaubar, wenn Diderots Vorstellung eines (zeitgenössischen) Romans zugrunde gelegt wird, der von Zufällen bestimmte Abenteuer- und Liebesgeschichten mit einfach strukturierter Handlung nach aristotelischem Modell darstellte. In ironischer Überspitzung weist der fiktive Erzähler mehrfach auf die romanesken Erzählweisen hin, um sie dann explizit auszuschlagen.

„Vous allez croire que cette petite armée tombera sur Jacques et maître [...]; et il ne tiendrait qu'à moi que tout cela n'arrivât; mais adieu la vérité de l'histoire, adieu le récit des amours de Jacques. [...] Il est évident que je ne fais pas un roman, puisque je néglige ce qu'un romancier ne manquerait pas d'employer.“

„Vous allez croire, lecteur, que ce cheval est celui qu'on a volé au maître de Jacques: et vous vous tromperez. C'est ainsi que cela arriverait dans un roman, un peu tôt ou un peu plus tard, de cette manière ou autrement; mais ceci n'est point un roman, je vous l'ai déjà dit, je crois, et je vous le répète encore.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Jacques le Fataliste: Aufklärungsroman?: Diese Einleitung führt in die Forschungsdiskussion um Diderots Roman ein und definiert das Ziel, das Verhältnis von Metafiktion, Fatalismus und Determinismus zu untersuchen.

2. Fatalismus, Determination und das metafiktionale Erzählen in Diderots „Jacques le Fataliste et son maître“: Das Hauptkapitel analysiert detailliert die metafiktionalen Erzählweisen, die philosophischen Implikationen des Fatalismus sowie die Auswirkungen auf den Aufbau eines „neuen Romans“.

3. Fazit: Selbstaufklärung statt fatalistischer Schicksalsgläubigkeit als Grundlage für den „neuen Roman“: Das Fazit fasst zusammen, wie Diderots Werk durch die Zerstörung konventioneller Erwartungen den Leser dazu anregt, eine reflektierte und selbstständige Haltung einzunehmen.

Schlüsselwörter

Jacques le Fataliste, Diderot, Metafiktion, Fatalismus, Determinismus, Aufklärung, Narratologie, Gattungstheorie, Lesererwartung, Zufall, Providenz, Selbstaufklärung, Romanstruktur, Erzählerautonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Untersuchung von Diderots Roman „Jacques le Fataliste et son maître“ hinsichtlich der Verschränkung von literarischer Form (Metafiktion) und philosophischem Inhalt (Fatalismus/Determinismus).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Erzähltheorie, die Gattungsgeschichte des Romans, moralphilosophische Fragestellungen zum freien Willen und zur Schicksalsgläubigkeit sowie die Rolle des Lesers.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Diderot durch ironische Brechungen und den Bruch mit Erzählkonventionen eine aktive, reflektierte Haltung beim Leser erzeugt, die über passive Unterhaltung hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die narratologische Aspekte mit philosophischen Diskursen (Fatalismus/Spinoza) verbindet und das Werk im Kontext der Aufklärung betrachtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das metafiktionale Erzählen, die verschiedenen Determinismus-Modelle im Roman sowie die moralischen Implikationen in den eingelegten Binnengeschichten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Metafiktion, Fatalismus, Determinismus, Erzählerautonomie, Gattungsbruch, Selbstaufklärung und die philosophische Auseinandersetzung mit Zufall und Vorsehung.

Wie steht Diderots Roman zur klassischen „aristotelischen“ Erzählweise?

Diderot bricht bewusst mit den aristotelischen Einheiten von Handlung, Anfang und Ende, um den Leser von gewohnten Erwartungshaltungen an einen „heroisch-galanten Roman“ zu befreien.

Welche Bedeutung hat das „Mme Pommeraye“-Beispiel für die Argumentation der Autorin?

Die Episode der Mme Pommeraye dient als Fallbeispiel, um zu zeigen, wie Diderot einerseits Rachepläne determiniert darstellt, den Leser jedoch gleichzeitig zur kritischen Distanz gegenüber einer moralisch simplen Einordnung animiert.

Final del extracto de 28 páginas  - subir

Detalles

Título
Bedeutung des Fatalismuskenzepts für das metafiktionale Erzählen in Diderots "Jacques le Fataliste et son maitre"
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Curso
Hauptseminar: Metafiktionales Erzählen: Sterne – Diderot – Brentano
Calificación
1,7
Autor
M.A. Alexandra Schäfer (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
28
No. de catálogo
V125500
ISBN (Ebook)
9783640311323
ISBN (Libro)
9783640310210
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bedeutung Fatalismuskenzepts Erzählen Diderots Jacques Fataliste
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M.A. Alexandra Schäfer (Autor), 2006, Bedeutung des Fatalismuskenzepts für das metafiktionale Erzählen in Diderots "Jacques le Fataliste et son maitre", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125500
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  28  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint