Ziel dieser Arbeit ist es, zu ergründen, inwieweit der „Conatus“, welcher übersetzt wird als das „Selbsterhaltungsstreben“, frei von Determination ist beziehungsweise worin der Ursprung dessen liegt. Um dies genauer erläutern zu können, befasst sich diese Arbeit zuerst mit der ausführlichen Definition des Begriffes „Conatus“. Weiterhin wird auf die Wirkmechanismen der Affekte eingegangen, welche als „körperlicher, materieller Wirkungsvorgang“ bezeichnet werden. Abschließend soll die Ursächlichkeit alles Seins durch die Immanenz eines unendlich Seienden, bei Spinoza als „Gott“ bezeichnet, hinzugezogen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Conatus – wie frei oder determiniert ist der Mensch in seinem Selbsterhaltungsstreben?
2.1 Erläuterung des Conatus-Prinzips
2.2 Beeinflussung des Individuums durch die Affekte
2.3 Begründungsverhältnis durch die immanente Macht Gottes
3 Conclusio
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der philosophischen Untersuchung von Baruch de Spinozas „Conatus“-Begriff. Das primäre Ziel besteht darin, das Spannungsfeld zwischen dem menschlichen Selbsterhaltungsstreben und der metaphysischen Determination durch eine immanente Macht, bei Spinoza als „Gott“ oder „Natur“ bezeichnet, kritisch zu hinterfragen und zu erörtern, ob in diesem System von Freiheit gesprochen werden kann.
- Grundlagen des Conatus-Prinzips und die Ontologie des Strebens
- Die Rolle der Affektlehre und deren Einfluss auf das menschliche Handeln
- Das Verhältnis von menschlicher Knechtschaft und Determination
- Die Bedeutung der immanenten Macht Gottes als Ursache allen Seins
Auszug aus dem Buch
2.1 Erläuterung des Conatus-Prinzips
„Jedes Ding strebt, soviel es an ihm liegt, in seinem Sein zu verharren.“ (Spinoza 1977: 273, H.i.O.). Dies gilt als die Grundaussage des Conatus-Prinzps (vgl. ebd.: 273). Jedoch bedarf es einer genauerer Betrachtung dieser Aussage, denn in ihr sammeln sich mehrere Elemente, welche für das Verständnis dessen von Relevanz sind. Ebenso ist anzumerken, dass Spinoza den Willen eines Dinges als begrenzt ansieht, während er den Verstand, welchen er mit dem Geist identisch betrachtet, als unbeschränkt versteht (vgl. ebd.: 237).
Der Begriff „Conatus“ gilt als das Bestreben, welches „auf den Geist allein bezogen wird“ (ebd.: 277). Ihm gegenüber steht der Trieb, welcher „auf Geist und Körper zugleich bezogen“ (ebd.: 277) wird. Dem lässt sich entnehmen, dass Spinoza den Geist und den Körper als teilweise getrennt voneinander betrachtet bzw., dass es Dinge gibt, die „nach den Gesetzen der Natur allein“ (ebd.: 265) geschehen, ohne dabei durch den Geist direkt beeinflusst zu werden. Das heißt wiederum, dass der Geist in der Natur allein nicht fassbar ist, aber einen Teil derselben darstellt (vgl. ebd.: 271). Jedoch ist es „die Idee des wirklich existierenden Körpers“ (ebd.: 269), welches das „Wesen des Geistes ausmacht“ (ebd.: 269). Und so ist es auch das „wirkliche Wesen des Dinges selbst“ (ebd.: 273, Hi.O.), welches zum Verharren in sich selbst strebt. Dieses Wesen des Dinges bildet die notwendige Grundlage für „manches“ (ebd.: 275).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Conatus-Begriffs bei Spinoza ein und formuliert die zentrale Fragestellung bezüglich der menschlichen Freiheit innerhalb eines deterministischen Weltbildes.
2 Der Conatus – wie frei oder determiniert ist der Mensch in seinem Selbsterhaltungsstreben?: Dieses Hauptkapitel untersucht die theoretischen Grundlagen des Strebens nach Selbsterhaltung sowie die Rolle von Trieben, Affekten und der immanenten Macht Gottes als bestimmende Faktoren.
3 Conclusio: Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengeführt und die Erkenntnis verdeutlicht, dass das menschliche Streben notwendig der kausalen Ordnung der Natur unterliegt.
Schlüsselwörter
Spinoza, Conatus, Selbsterhaltungsstreben, Determination, Affekte, Immanenz, Gott, Freiheit, Knechtschaft, Ontologie, Geist, Körper, Trieb, Philosophie, Ethik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Conatus-Begriff des Philosophen Baruch de Spinoza und der Frage, inwiefern der Mensch in seinem Bestreben nach Selbsterhaltung frei handeln kann oder durch die Naturgesetze determiniert ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Verbindung zwischen Geist und Körper, das Prinzip der Affekte sowie die ontologische Einbettung des Menschen in die immanente Macht Gottes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Spannungsverhältnis zwischen dem als „Selbsterhaltungsstreben“ übersetzten Conatus und der strengen Determination durch eine göttliche oder natürliche Kausalität zu ergründen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische Literaturarbeit, die primär auf Spinozas Hauptwerk „Die Ethik“ sowie auf interpretative Texte von Martin Saar gestützt ist.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Conatus-Prinzips, eine Analyse der Wirkungsweise von Affekten auf das Individuum und eine Untersuchung zur immanenten Macht Gottes als Ursache alles Seins.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Conatus, Selbsterhaltung, Determinismus, Spinoza, Affektlehre und Immanenz kennzeichnen.
Wie unterscheidet Spinoza zwischen Conatus und Trieb?
Spinoza bezieht den Conatus streng auf den Geist, während der Trieb als Bestreben definiert ist, das sowohl den Geist als auch den Körper gleichermaßen umfasst.
Inwiefern beeinflussen Affekte die Freiheit des Menschen?
Affekte wirken als Ursachen, die das Handeln beeinflussen können. Der Mensch ist bei Spinoza oft den Affekten unterworfen, was er als „Knechtschaft“ bezeichnet, da er die Ursachen seines Handelns oft nicht vollständig durchschauen oder steuern kann.
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- Anonym (Autor:in), 2022, Der Conatus. Wie frei oder determiniert ist der Mensch in seinem Selbsterhaltungsstreben?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1255445