Im Zuge der zunehmenden Globalisierung wird den Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität und Innovationsbereitschaft abgefordert, um konkurrenzfähig zu bleiben. Traditionsunternehmen, die bisher in ihren Heimatmärkten eine stabile Marktposition hatten, sehen sich plötzlich mit
neuen ebenbürtigen Konkurrenten konfrontiert. Ein aktuelles Beispiel, an welchem dieser Veränderungsprozess sehr gut nachvollziehbar ist, ist die deutsche Versorgungsindustrie. Nach der Liberalisierung 1998 stieg die Dynamik innerhalb der Märkte in kürzester Zeit, sowohl innerhalb Deutschlands als auch in ganz Europa. Ausländische Investoren drängten auf die Märkte, um Marktanteile zu gewinnen. Schmidtberger schrieb dazu: „Die Rahmenbedingungen der deutschen Versorgungswirtschaft unterliegen
seit einigen Jahren einem dramatischen Veränderungsprozess. Dies hat gravierende Auswirkungen auf die Anforderungen an die Controlling-Systeme.“1
Die Unternehmen müssen in der gegenwärtigen Zeit über die Grenzen ihrer bisherigen Stammmärkte hinaus agieren und ihre Unternehmensteile steuern. Diese Steuerungs- und Koordinationsaufgaben nimmt das Controlling wahr, welches sich entsprechend der geänderten Rahmenbedingungen neu aufstellen musste.
Die vorliegende Arbeit behandelt die wesentlichen Faktoren, die das Controlling im Zuge der Internationalisierung behindern können. Speziell wird eine Studie beleuchtet, die bereits 1997 diese Thematik erörtert hat. Es stellt sich die Frage, ob sich heutzutage diese Faktoren als schwerwiegend hervorheben lassen oder sich bereits Lösungen oder aktuellere Problemstellungen ergeben haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung
2.1. Internationalisierung
2.2. Internationale Unternehmen
2.3. Internationales Controlling
3. Analyse der Einflussfaktoren
3.1. Externe Einflüsse
3.1.1. Wechselkursänderungen
3.1.2. Unterschiedliche ökonomische Rahmenbedingungen
3.1.3. Unterschiedliche Länderrisiken
3.2. Interne Einflüsse
3.2.1. Konzerninterne leistungswirtschaftliche Verflechtungen
3.2.2. Kulturelle Distanz
3.2.3. Komplexität der Strukturen und Rollenverständnis
4. Allgemeine Lösungsansätze
4.1. Vermeidung von Währungsverzerrungen
4.2. Veränderungen im Rollenverständnis
4.3. Verminderung kultureller Distanzen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die wesentlichen Störfaktoren, die ein effizientes Controlling im Rahmen der Internationalisierung von Unternehmen behindern, und evaluiert dabei sowohl historische Studien als auch aktuelle Lösungsansätze für diese Problemstellungen.
- Analyse externer Einflussfaktoren wie Wechselkursänderungen und Länderrisiken
- Untersuchung interner Faktoren, insbesondere kulturelle Distanz und Rollenverständnis
- Beleuchtung der Komplexität von Controlling-Strukturen in internationalen Organisationen
- Diskussion von Lösungsansätzen zur Vermeidung von Währungsverzerrungen
- Evaluation des Wandels im Rollenverständnis des Controllers
Auszug aus dem Buch
3.2.2. Kulturelle Distanz
Unternehmensteile in anderen Ländern zu steuern, bedeutet nicht nur, dass man ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen beachten muss. Ein Unternehmen besteht nicht nur aus Zahlen und Fakten, sondern wird durch dessen Mitarbeiter zum Leben erweckt.
Eine Studie von Hoffjan, Nevries und Wömpener versucht diese Werte zu strukturieren und anhand von Indikatoren messbar zu machen. In dieser Studie werden fünf Kulturdimensionen nach Hofstede zitiert, die ursächlich für sämtliche kulturelle Wahrnehmungsverzerrungen im internationalen Controlling stehen.
Machtdistanz, Individualismus versus Kollektivismus, Maskulinität versus Feminität, Unsicherheitsvermeidung und kufuzianische Dynamik sind nach Hofstede zu kategorisieren. Machtdistanz entsteht immer dann, wenn die Führungsstilerwartungen der Mitarbeiter mit dem Führungsstilangebot des Vorgesetzten nicht übereinstimmen. In westlichen Ländern ist der Akzeptanzgrad ungleicher Machtverteilungen geringer als in asiatischen Ländern, was bedeutet, dass ein Arbeiter wesentlich früher rebelliert, wenn er das Gefühl hat, dass sich sein Vorgesetzter zu sehr in seinen Handlungsspielraum einmischt. Dies hat Auswirkung auf die Akzeptanz von Zielvorgaben der Konzernmutter. Während im asiatischen Raum eher breite Akzeptanz gegenüber solchen Anweisungen herrscht, wird in westlichen Ländern eine solche Steuerung eher als negativ empfunden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Globalisierung und den damit einhergehenden Anpassungsbedarf für das Controlling in Unternehmen, um in veränderten Marktumfeldern konkurrenzfähig zu bleiben.
2. Begriffserklärung: Dieses Kapitel definiert zentrale Termini wie Internationalisierung, internationale Unternehmen und internationales Controlling, um eine gemeinsame begriffliche Basis für die Analyse zu schaffen.
3. Analyse der Einflussfaktoren: Hier werden externe Faktoren wie Währungsschwankungen und Risiken sowie interne Faktoren wie kulturelle Distanz und strukturelle Komplexität identifiziert, die Controlling-Aktivitäten erschweren.
4. Allgemeine Lösungsansätze: Das Kapitel diskutiert Strategien zur Bewältigung der identifizierten Störfaktoren, insbesondere durch Währungsumrechnungsverfahren, angepasste Rollenkonzepte und Maßnahmen zur kulturellen Integration.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die untersuchten Störfaktoren weiterhin relevant sind und eine präzise Steuerung sowie flexible Strukturen für international agierende Unternehmen essenziell bleiben.
Schlüsselwörter
Internationalisierung, Internationales Controlling, Störfaktoren, Globalisierung, Wechselkursänderungen, kulturelle Distanz, Controllinginstrumente, Rollenverständnis, Unternehmenssteuerung, Planung, Risikocontrolling, Leistungswirtschaftliche Verflechtung, Management, Konzern, Berichterstattung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Hindernisse und Störfaktoren, die ein effektives Controlling in international tätigen Unternehmen erschweren, und untersucht, wie diesen Herausforderungen begegnet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder umfassen externe Markteinflüsse, interne strukturelle Herausforderungen, kulturelle Unterschiede sowie die methodischen Ansätze zur Währungssteuerung und zum Rollenverständnis im Controlling.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, festzustellen, ob die bereits 1997 identifizierten Störfaktoren für das internationale Controlling heute noch von gleicher Schwere sind oder ob sich durch aktuelle Entwicklungen neue Lösungen ergeben haben.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich primär auf die Analyse bestehender empirischer Studien und wissenschaftlicher Fachliteratur zum Thema Controlling und Internationalisierung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse externer Einflussgrößen (wie Wechselkurse und Länderrisiken) und interner Einflussgrößen (wie Unternehmenskultur und Organisationskomplexität) sowie die Vorstellung konkreter Lösungsansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Internationalisierung, internationales Controlling, Störfaktoren, kulturelle Distanz und Währungsverzerrung charakterisiert.
Warum spielt die kulturelle Distanz eine so wichtige Rolle für das Controlling?
Die kulturelle Distanz beeinflusst, wie Zielvorgaben der Konzernzentrale in ausländischen Tochtergesellschaften aufgenommen und umgesetzt werden, was die Effektivität des Controllings maßgeblich prägt.
Wie gehen Unternehmen mit währungsbedingten Zielverzerrungen um?
Unternehmen nutzen unterschiedliche Verfahren zur Währungsumrechnung, wobei die Literatur insbesondere die Verwendung von Prognosekursen empfiehlt, um ein realistisches Bild der Leistung im Soll/Ist-Vergleich zu erhalten.
- Quote paper
- Oliver Müller (Author), 2009, Störfaktoren des internationalen Controllings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125563