Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Histoire - Divers

Die historische Entwicklung des organisierten Bestattungswesens

Von den Begräbnisbruderschaften zum Dienstleistungsbetrieb

Titre: Die historische Entwicklung des organisierten Bestattungswesens

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2007 , 28 Pages , Note: 1

Autor:in: Mag. Andreas Raab (Auteur)

Histoire - Divers
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Die Seminararbeit soll die historische Herausbildung des organisierten und später auch ‚kommerzialisierten’ Bestattungswesens in Mitteleuropa bzw. speziell in Österreich beginnend bei den Begräbnisbruderschaften im 16./17. Jahrhundert bis hin zu aktuellen Entwicklungen erforschen. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf Wien gelegt. Es sollen Zusammenhänge zwischen Religion, Kultur, Psychologie (im Sinne von Umgang mit dem Tod) und auch Wirtschafts- bzw. Marktmechanismen sowohl diachron als auch synchron dargestellt werden.

Diese Seminararbeit versucht der Frage nach zu gehen, ab wann es in der Bevölkerung das Bedürfnis gab, Begräbnisse zumindest teilweise ‚organisieren’ zu lassen und wodurch dieses Bedürfnis entstand. Damit verbunden ist klarerweise auch, welche Rolle dabei – aufgrund der lokalen Schwerpunktsetzung in diesem Fall vor allem christliche – Trauerkultur spielte. Des Weiteren ist zu hinterfragen, worin der Zusammenhang zwischen Trauerkultur, Bestattungsritualen und deren notwendig erscheinende ‚organisierte’ Durchführung liegen könnte. Zusätzlich sollen in dieser Seminararbeit die unterschiedlichen Formen ‚institutionalisierten’ Bestattungswesens, die es in den letzen Jahrhunderten gab, beschrieben werden. Dabei muss natürlich auch berücksichtigt werden, dass die finanzielle Situation des/der Verstorbenen bzw. seinen/ihren Angehörigen wesentlich zur jeweiligen Bestattungsform beitrug. Neben all diesen Punkten soll abschließend auch auf die gegenwärtige Situation eingegangen werden. In diesem Zusammenhang stellen sich die Fragen wie aktuell der Umgang mit dem Tod aussieht, welche Bedürfnisse Trauerkultur heutzutage entstehen lässt und wie das Bestattungsunternehmen als Dienstleister diese Bedürfnisse befriedigen kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Anfänge organisierter Bestattung

3. Gründe für organisierte Bestattung und Einflussfaktoren auf deren Ablauf

3.1. Bestattung und das Christentums

3.2. Bestattung und hygienische Probleme

3.3. Bestattung und die Josephinische Reform

3.4. Bestattung und Medizin

4. Trauerkultur im Wandel der Zeit

4.1. Der Friedhof als Ort der Trauer

4.2. Die Feuerbestattung

4.3. Aufbahrungshallen und Einbalsamierung

4.4. Trauerkultur im 19. und 20. Jahrhundert

5. Das Bestattungswesen als Dienstleistungsbetrieb

5.1. Die amerikanischen Funeral Directors

5.2. Die Geschichte der Bestattung Wien

5.3. Aktuelle Trends und Entwicklungen

6. Schlussfolgerung

8. Anhang

8.1. Protokoll zur Exkursion Tod und Ritual

8.1.1. Einleitung

8.1.2. Mittwoch, 9. Mai 2007

8.1.3. Donnerstag, 10. Mai 2007

8.1.4. Freitag, 11. Mai 2007

8.1.5. Samstag, 12. Mai 2007

8.1.6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Bestattungswesens in Mitteleuropa und Österreich, von den Anfängen in Begräbnisbruderschaften des 16./17. Jahrhunderts bis hin zum modernen, kommerzialisierten Dienstleistungsbetrieb. Dabei wird analysiert, wie religiöse, hygienische und soziale Einflussfaktoren den Umgang mit dem Tod und die Organisation von Bestattungen nachhaltig geprägt haben.

  • Historische Transformation der Bestattungskultur
  • Einfluss von Religion und Säkularisierung auf Bestattungsrituale
  • Hygienische Anforderungen und die Josephinische Friedhofsreform
  • Professionalisierung und Kommerzialisierung durch Bestattungsunternehmen
  • Aktuelle Entwicklungen wie Individualisierung und Feuerbestattung

Auszug aus dem Buch

3.2. Bestattung und hygienische Probleme

Ein anderer Grund, der die Bevölkerung zu verstärkter Organisation des Bestattungswesens zwang, waren hygienische und demzufolge gesundheitliche Probleme. Um Krankheitsepidemien zu verhindern, wurde in einigen Städten schon während der Reformationszeit damit begonnen, Friedhöfe weit außerhalb des jeweiligen Stadtmittelpunkts anzulegen. Außerdem nannten Gelehrte zunehmend auch den in der Luft liegenden Leichengeruch problematisch. Darüber hinaus entstand im 18. Jahrhundert das Verwaltungsorgan der so genannten Armenordnungen, die versuchten, bei den Kosten für Bestattungssitten einzusparen und Armenbegräbnisse dementsprechend gering zu halten. Auch andere Instanzen, wie beispielsweise Fürsten und Räte, „erließen Mandate zur Einschränkung übermäßiger Trauerfeierlichkeiten“.

[Auch wenn] im Mai 1732 Karl VI die Schließung des Friedhofes bei St. Stephan [befiehlt, und] obwohl die Sperrung der Grüfte und die Verlegung der Friedhöfe von den landesfürstlichen Verwaltungsbehörden seit etwa 1730 immer wieder in Erwägung gezogen wurden, sollte es ein halbes Jahrhundert dauern, bis die Toten endgültig aus der Stadt verbannt waren.

Gründe dafür waren unter anderem die Befürchtung, die Pfarren um ihre Einnahmen zu bringen, die Unklarheit über die Bezahlung der Errichtung neuer Vorstadtfriedhöfe und das Problem des weiten Leichentransportes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die historische Entwicklung des Bestattungswesens ein und legt den Fokus auf die Zusammenhänge zwischen Religion, Kultur und Marktmechanismen.

2. Die Anfänge organisierter Bestattung: Dieses Kapitel beschreibt die frühen Formen der Zusammenarbeit zwischen Familien und der Kirche sowie die Entwicklung von Begräbnisvorsorge durch Bruderschaften.

3. Gründe für organisierte Bestattung und Einflussfaktoren auf deren Ablauf: Es werden christliche Einflüsse, hygienische Notwendigkeiten und staatliche Reformen wie jene unter Joseph II als Motoren für den Wandel der Bestattungspraktiken untersucht.

4. Trauerkultur im Wandel der Zeit: Der Fokus liegt auf der Entwicklung des Friedhofs als Ort der Trauer, der Entstehung der Feuerbestattung und der Ästhetisierung von Grabmälern.

5. Das Bestattungswesen als Dienstleistungsbetrieb: Dieses Kapitel analysiert die Professionalisierung der Branche am Beispiel der amerikanischen Funeral Directors und der Wiener Bestattungsgeschichte.

6. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass der Tod ein stets soziales Phänomen bleibt, dessen Abwicklung zunehmend in die Hände professioneller Dienstleister übergegangen ist.

8. Anhang: Das Kapitel bietet ein detailliertes Protokoll der Exkursion "Tod und Ritual", das praktische Einblicke in Wiener Friedhöfe und Bestattungsinstitutionen dokumentiert.

Schlüsselwörter

Bestattungswesen, Trauerkultur, Friedhof, Josephinische Reform, Bestattung Wien, Feuerbestattung, Säkularisierung, Dienstleistungsbetrieb, Bestattungsrituale, Wiener Zentralfriedhof, Armenbegräbnis, Geschichte des Todes, Bestattungsunternehmen, Grabkultur, Trauerbewältigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit behandelt die historische Herausbildung des organisierten Bestattungswesens in Mitteleuropa, mit speziellem Fokus auf Wien, von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Kirche, hygienische und gesundheitliche Aspekte, staatliche Regulierungen sowie die Entwicklung hin zu einem modernen kommerziellen Dienstleistungssektor.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ab wann und warum das Bedürfnis entstand, Bestattungen zu institutionalisieren und welche Rolle christliche Trauerkultur sowie später wirtschaftliche Interessen dabei spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine diachrone und synchrone Analyse interdisziplinärer Zusammenhänge (Religion, Kultur, Psychologie, Wirtschaft) sowie ein begleitendes Protokoll einer Exkursion.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Anfänge der organisierten Bestattung, die Einflüsse von Kirche und Medizin, den Wandel der Friedhofs- und Trauerkultur sowie die Geschichte des Bestattungswesens in Wien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Charakteristische Begriffe sind Bestattungswesen, Trauerkultur, Säkularisierung, Bestattung Wien, Josephinische Reform und Professionalisierung.

Welche Bedeutung hatten die Bruderschaften im 16. Jahrhundert?

Bruderschaften und Zünfte bildeten Sterbekassen, um den Mitgliedern eine anständige Bestattung zu garantieren und das soziale Stigma von Armenbegräbnissen zu vermeiden.

Warum war die "Josephinische Reform" für Bestattungen so wichtig?

Unter Kaiser Joseph II. wurden Friedhöfe aus hygienischen Gründen aus den Stadtzentren an den Stadtrand verlegt und die finanziellen sowie organisatorischen Bedingungen grundlegend neu geordnet.

Wie hat sich die Rolle der "Bestattung Wien" über das 20. Jahrhundert verändert?

Vom staatlich geregelten Betrieb entwickelte sich die Bestattung Wien zu einem umfassenden Dienstleister, der heute psychologische Beratung und moderne Trauerbewältigungsangebote in den Vordergrund stellt.

Fin de l'extrait de 28 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die historische Entwicklung des organisierten Bestattungswesens
Sous-titre
Von den Begräbnisbruderschaften zum Dienstleistungsbetrieb
Université
University of Vienna
Cours
Wien-Exkursion: Tod und Ritual
Note
1
Auteur
Mag. Andreas Raab (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
28
N° de catalogue
V125586
ISBN (ebook)
9783640309405
Langue
allemand
mots-clé
Entwicklung Bestattungswesens Wien-Exkursion Ritual
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Mag. Andreas Raab (Auteur), 2007, Die historische Entwicklung des organisierten Bestattungswesens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125586
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  28  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint