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Die streitbare Demokratie und ihr demokratisches Dilemma

Título: Die streitbare Demokratie und ihr demokratisches Dilemma

Trabajo de Seminario , 2007 , 10 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Mareike Mayer (Autor)

Política - Filosofía política e historia de las ideas
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„Wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen“ (Popper 1992: 333). Dieses Zitat Karl Poppers von 1945 macht das grundlegende Spannungsverhältnis zwischen dem Freiheits- und Gleichheitsprinzip demokratischer Staaten und der Notwendigkeit des Schutzes derselben deutlich. Noch unter den Eindrücken und schrecklichen Erfahrungen des Nationalsozialismus, stellten sich Wissenschaftler die Frage ob bzw. wie sich demokratische Staaten gegen die Systemunterwanderung durch totalitäre Bestrebungen schützen können, ohne damit ihre eigenen Prinzipien zu verletzen. Auch das deutsche Konzept der streitbaren Demokratie wird immer wieder als „Lehre aus Weimar“ bezeichnet. Im Rahmen dieser Arbeit soll zunächst auf das „demokratische Dilemma“ eingegangen werden und anschließend das von Loewenstein vorgeschlagene Lösungskonzept, der militant democracy, als theoretische Grundlage skizziert werden. Darauf aufbauend soll die deutsche Umsetzung erläutert werden, um anschließend sowohl Kritiker als auch Befürworter der streitbaren Demokratie des Grundgesetzes zu Wort kommen zu lassen. Abschließend soll die Frage beantwortet werden können, ob das deutsche Prinzip der Verbindung von Werthaftigkeit mit Wehrhaftigkeit ein haltbares Konzept für einen freiheitlichen Staat ist.
Diese Konzepte zum Schutz von demokratischen Staaten richten sich dabei nicht in erster Linie gegen gewalttätige Angriffe auf den demokratischen Verfassungsstaat, sondern gegen Bestrebungen, die sich der Mittel der Demokratie selbst bedienen, um so den Umsturz eines demokratischen Systems zu betreiben. Unter dem Eindruck totalitärer Regime in Europa zu dieser Zeit, bezieht Loewenstein dies vor allem auf den Faschismus, den er nicht als Ideologie sieht, sondern als die „effektivste politische Technik der modernen Geschichte“ (Loewenstein 2004: 341). Er beschreibt diese 1937: [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das „demokratische Dilemma“

3. Loewensteins Konzept der militant democracy

4. Die Konzeption der streitbaren Demokratie im Grundgesetz

5. Kritiker und Befürworter der streitbaren Demokratie in Deutschland

6. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem Schutz demokratischer Grundwerte und der Wahrung freiheitlicher Prinzipien, oft als "demokratisches Dilemma" bezeichnet. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen der "streitbaren Demokratie" nach Karl Loewenstein zu erläutern und ihre Umsetzung sowie Kritik im Kontext des deutschen Grundgesetzes kritisch zu beleuchten.

  • Das "demokratische Dilemma" und die Paradoxon der Toleranz
  • Loewensteins Konzept der militant democracy
  • Die deutsche Konzeption der streitbaren Demokratie im Grundgesetz
  • Kritische Auseinandersetzung und Befürwortung in der politischen Debatte

Auszug aus dem Buch

2. Das demokratische Dilemma

Darf sich ein demokratischer Staat vor seinen Feinden schützen, und dabei gegen die Grundsätze seiner selbst handeln? Verletzt er nicht, indem er Grundrechte zum Schutz vor Feinden einschränkt, seine grundlegendsten Prinzipien und stellt somit seine eigene Existenzberechtigung in Frage? Gefährdet er nicht, wenn er dies nicht tut, seine eigene Existenz und somit wiederum die Freiheit seiner Bürger?

Karl Loewenstein, Begründer des Konzepts der militant democracy, sieht den „konstitutionell-demokratische(n) Staat vor das größte Dilemma seit seiner Entstehung gestellt. Entschließt er sich, Feuer mit Feuer zu bekämpfen und den totalitären Angreifern den Gebrauch der demokratischen Freiheiten zur letztlichen Zerstörung aller Freiheiten zu verwehren, handelt er gerade den Grundsätzen der Freiheit und Gleichheit zuwider, auf denen er selbst beruht. Hält er aber an den demokratischen Grundwahrheiten auch zugunsten ihrer geschworenen Feinde fest, setzt er seine eigene Existenz aufs Spiel“ (Loewenstein 1969: 348/349). Karl Popper beschreibt dieses Dilemma als ‚Paradoxon der Toleranz’ welches, wie eingangs zitiert, besagt, dass „Uneingeschränkte Toleranz […] mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz“ (Popper 1992: 333) führt. Toleranz dürfe somit nicht unbeschränkt für die Intoleranten gelten, sondern nur „solange wir ihnen durch rationale Argumente beikommen können und solange wir sie durch die öffentliche Meinung in Schranken halten können“ (ebd.: 333). Somit wird auch bei Popper die schwere Gratwanderung zwischen nötiger Freiheitsbeschränkung zum Schutz der Demokratie und Unterdrückung politischer Freiheiten deutlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Spannungsfeld zwischen Toleranz gegenüber Intoleranten und dem Schutz der Demokratie sowie Vorstellung des Konzepts der streitbaren Demokratie als "Lehre aus Weimar".

2. Das „demokratische Dilemma“: Analyse der theoretischen Problematik, ob eine Demokratie ihre Freiheit einschränken darf, um sich gegen verfassungsfeindliche Bestrebungen zu verteidigen.

3. Loewensteins Konzept der militant democracy: Skizzierung des theoretischen Modells von Karl Loewenstein, das eine aktive Verteidigung der Demokratie durch rechtliche und politische Maßnahmen fordert.

4. Die Konzeption der streitbaren Demokratie im Grundgesetz: Untersuchung der spezifisch deutschen Umsetzung mit den Kernmerkmalen Wertgebundenheit, Abwehrbereitschaft und präventivem Verfassungsschutz.

5. Kritiker und Befürworter der streitbaren Demokratie in Deutschland: Darstellung der kontroversen Debatte zwischen Befürwortern eines wehrhaften Staates und Kritikern, die Gefahren für die Grundrechte sehen.

6. Zusammenfassung und Fazit: Abschließende Bewertung des Konzepts als stabiles und bewährtes Instrument zum Schutz demokratischer Werte bei gleichzeitigem Hinweis auf die Notwendigkeit ständiger kritischer Überprüfung.

Schlüsselwörter

Streitbare Demokratie, demokratisches Dilemma, militant democracy, Karl Loewenstein, Grundgesetz, Verfassungsschutz, Wertgebundenheit, Abwehrbereitschaft, Toleranz, Paradoxon der Toleranz, politischer Extremismus, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Weimarer Reichsverfassung, Grundrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie demokratische Staaten sich gegen Bestrebungen schützen können, die das System mit demokratischen Mitteln unterwandern oder zerstören wollen, ohne dabei ihre eigenen freiheitlichen Prinzipien aufzugeben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören das "demokratische Dilemma", das theoretische Konzept der "militant democracy" von Karl Loewenstein sowie die spezifische Ausgestaltung der wehrhaften Demokratie im deutschen Grundgesetz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Begriff der streitbaren Demokratie theoretisch einzuordnen, seine Anwendung in Deutschland zu analysieren und zu bewerten, ob dieser Ansatz ein haltbares Konzept für einen freiheitlichen Staat darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Hausarbeit, die auf einer ideengeschichtlichen und theoretischen Literaturanalyse basiert, um das Konzept der streitbaren Demokratie aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Dilemmas, die Vorstellung des Loewenstein-Konzepts, die konkrete Umsetzung im Grundgesetz sowie die Diskussion relevanter Pro- und Contra-Argumente in der Fachwelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie streitbare Demokratie, wehrhafte Demokratie, demokratisches Dilemma, Verfassungsschutz und das Paradoxon der Toleranz charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die "streitbare Demokratie" nach Loewenstein von der heutigen Praxis?

Während Loewenstein ein eher vages, theoretisches Krisenkonzept skizzierte, hat sich in Deutschland eine detaillierte verfassungsrechtliche Praxis mit konkreten Sanktionsinstrumenten wie Parteienverboten und dem präventiven Verfassungsschutz entwickelt.

Wird das Konzept der streitbaren Demokratie heute noch für notwendig gehalten?

Ja, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Konzept trotz teils massiver Kritik ein sehr stabiles und bewährtes Instrument ist, um demokratische Werte zu erhalten, auch wenn die einzelnen Sanktionsinstrumente kritisch hinterfragt werden sollten.

Welche Rolle spielt die "Lehre aus Weimar" in der Arbeit?

Sie dient als historischer Ausgangspunkt; die mangelnde Abwehrbereitschaft der Weimarer Verfassung gilt als wesentlicher Grund für die explizite Ausrichtung des deutschen Grundgesetzes auf eine wertgebundene und wehrhafte Ordnung.

Was ist das "Paradoxon der Toleranz" nach Popper?

Das Paradoxon besagt, dass eine uneingeschränkte Toleranz gegenüber den Intoleranten zwangsläufig dazu führt, dass die Toleranz selbst zerstört wird, weshalb ein Schutz der Demokratie notwendig ist.

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Detalles

Título
Die streitbare Demokratie und ihr demokratisches Dilemma
Universidad
University of Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Curso
Ideengeschichte und Politische Theorie
Calificación
1,0
Autor
Mareike Mayer (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
10
No. de catálogo
V125773
ISBN (Ebook)
9783640313266
Idioma
Alemán
Etiqueta
Demokratie Dilemma
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Mareike Mayer (Autor), 2007, Die streitbare Demokratie und ihr demokratisches Dilemma, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125773
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