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Zinstheorien. Spezielle Geldtheorie

Die Zinstheorien von Knut Wicksell, Eugen von Böhm-Bawerk, Irving Fisher und John Maynard Keynes sowie die Zinsen als relative Preise

Title: Zinstheorien. Spezielle Geldtheorie

Term Paper , 2008 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christian Hackel (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Wirft man einen Blick in die Vergangenheit, so fällt auf, dass die Betrachtung des Zinses nicht von Anfang an wirtschaftlicher Natur war, wie es die Vermutung nahe legen würde. Es waren vielmehr die Philosophen und Religionsvertreter die sich zuerst dem Zinsphänomen annahmen. Bereits Aristoteles setzte sich vor mehr als 2000 Jahren auf philosophischer Ebene mit dem Zins auseinander und kam zu dem Schluss, dass die Vermehrung von Geld durch dessen bloße Verleihung naturwidrig sei, da er Geld für von Natur aus unfruchtbar hielt. Die Kirche sah es ihrerseits für Christen als verwerflich an von ihren Brüdern Zinsen zu nehmen und bezeichnete diese als Wucher. Diese tief verwurzelte kirchliche Lehre führte daher zur Verankerung des sogenannten Zinsverbots, welches nicht nur Vertreter des Klerus, sondern auch weltliche Bürger betraf.

Im Rahmen dieser Arbeit sollen die Zinsen jedoch lediglich aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive beleuchtet werden. Die Zinstheorie ist die ökonomische Lehre des Zustandekommens von Zinssätzen und deren Höhe. Ausgehend von der klassischen Zinstheorie, die im Folgenden kurz angerissen wird, sollen die weiterführenden Überlegungen bedeutender Ökonomen auf diesem Gebiet beleuchtet werden. Die Theorien von Knut Wicksell, Eugen von Böhm-Bawerk, Irving Fisher, sowie John Maynard Keynes werden dabei im Verlauf dieser Arbeit in zinstheoretischem Kontext in einen logischen Zusammenhang gebracht. Dabei sollen wesentliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Theorien aufgezeigt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die klassische Zinstheorie

3 Die Zinstheorien der Neoklassik

3.1 Der Pionier – Eugen von Böhm-Bawerk

3.1.1 von Böhm-Bawerks Prämissen

3.1.2 Geschichte und Kritik der Kapitalzinstheorien

3.1.3 Die positive Zinstheorie

3.1.4 Implikationen der positiven Zinstheorie

3.2 Später Ruhm – Knut Wicksell

3.2.1 Wicksells Prämissen

3.2.2 Die Zinsspannentheorie

3.2.3 Implikationen der Zinstheorie Knut Wicksells

3.3 Der Exzentriker – Irving Fisher

3.3.1 Prämissen der Fisherschen Zinstheorie

3.3.2 Die Fisher-Separation

3.3.3 Preiserwartungseffekt und Erwartungshypothese

3.3.4 Implikationen der Theorien Fishers

4 John Maynard Keynes

4.1 Keynes’ Prämissen

4.2 Keynes’ Zinstheorie

4.3 Implikationen der Liquiditätspräferenztheorie

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung ökonomischer Zinstheorien von der Klassik über die Neoklassik bis hin zur Theorie von John Maynard Keynes, um die Funktionsweise von Zinsen als relative Preise und deren Bedeutung für die Allokation von Ressourcen in einer Volkswirtschaft zu beleuchten.

  • Kritische Analyse der klassischen Zinstheorie
  • Die intertemporale Zinstheorie von Eugen von Böhm-Bawerk
  • Die Zinsspannentheorie von Knut Wicksell
  • Das Fisher-Separationstheorem und der Preiserwartungseffekt
  • Keynes’ Liquiditätspräferenztheorie und der Paradigmenwechsel

Auszug aus dem Buch

3.1.3 Die positive Zinstheorie

Im vierten Buch seines Hauptwerkes zur Zinstheorie „Positive Theorie des Kapitals“ entwickelte von Böhm-Bawerk einen eigenen Ansatz zur Erklärung des Kapitalzinses. Wie oben bereits erwähnt, stellte er den Zeitbezug in den Mittelpunkt seiner Überlegungen: „In aller Regel haben gegenwärtige Güter einen höheren Wert als künftige Güter gleicher Art und Zahl“. Dies ist die Kernaussage der von ihm entwickelten Agiotheorie.

Zu deren Untermauerung führte von Böhm-Bawerk 3 Argumente an.

Eine Ursache stellt der zumeist sinkende Grenznutzen von Gütern und Kapital dar. Die sofortige Verfügbarkeit eines Gutes eliminiert das Risiko von eventuell auftretenden Fehlmengen bis zur Erlangung des Gutes zu einem späteren Zeitpunkt. Der höhere Wert des gegenwärtigen Gutes bzw. Kapitals erklärt sich demnach aus der Möglichkeit der Verwendung in Gegenwart und Zukunft gleichermaßen, während eine zukünftig erhaltene Ware in der Gegenwart keinen Nutzen stiftet.

Der zweite Grund für die Höherbewertung gegenwärtiger Güter sei die menschliche Psyche. Demnach wird die Befriedigung eines aktuellen Bedürfnisses, der eines zukünftigen Bedürfnisses vorgezogen. Durch seine ihm innewohnende Gegenwartspräferierung unterschätze der Mensch systematisch seine künftigen Bedürfnisse. Dieses Phänomen wird auch als positive Zeitpräferenzrate bezeichnet.

Als dritten Aspekt nannte von Böhm-Bawerk die Mehrergiebigkeit von Produktionsumwegen, nach welcher gegenwärtige Produktionsmittel solchen in zukünftigen Perioden überlegen sind. Das Kapital, welches aus dem sogenannten Substistenzmittelfonds zur Verfügung gestellt wird, ermögliche demnach einen höheren Wertzuwachs bei einem produzierten Gut, da längere Produktionsumwege genutzt werden können. Je größer der Fonds, desto längere Produktionsumwege sind möglich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Betrachtung des Zinsphänomens ein und skizziert das Ziel der Arbeit, Zinstheorien bedeutender Ökonomen in einen wissenschaftlichen Kontext zu setzen.

2 Die klassische Zinstheorie: Das Kapitel erläutert die Grundannahmen der Klassik, in der der Zins als reale Größe und Gleichgewichtspreis zwischen Sparern und Investoren betrachtet wird.

3 Die Zinstheorien der Neoklassik: Hier werden die Weiterentwicklungen durch Böhm-Bawerk, Wicksell und Fisher dargestellt, die insbesondere den Zeitfaktor und Erwartungen in die Theorie integrierten.

3.1 Der Pionier – Eugen von Böhm-Bawerk: Dieses Kapitel behandelt die Agiotheorie und den intertemporalen Charakter des Zinses als Pionierleistung der österreichischen Schule.

3.2 Später Ruhm – Knut Wicksell: Wicksells Theorie zur Differenz zwischen natürlichem Zins und Darlehenszins sowie deren Auswirkung auf das Preisniveau stehen hier im Zentrum.

3.3 Der Exzentriker – Irving Fisher: Dieses Kapitel widmet sich der Fisher-Separation und der Bedeutung von Preiserwartungen für die nominalen Zinssätze.

4 John Maynard Keynes: Der Autor stellt Keynes’ radikale Abkehr vom Sayschen Theorem und die Einführung der Liquiditätspräferenztheorie vor.

4.1 Keynes’ Prämissen: Hier werden die theoretischen Grundlagen erläutert, die Keynes’ Widerspruch zur klassischen Quantitätstheorie begründen.

4.2 Keynes’ Zinstheorie: Dieses Kapitel erklärt die Rolle der Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals und die Bestimmung des Zinses auf dem Geldmarkt.

4.3 Implikationen der Liquiditätspräferenztheorie: Die weitreichenden Folgen für die Geldpolitik und die Interdependenz zwischen Geld- und Kapitalmarkt werden zusammengefasst.

5 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die theoretische Entwicklung zusammen und hebt die Bedeutung der Zinsen als relative Preise hervor.

Schlüsselwörter

Zinstheorie, Kapitalzins, Neoklassik, Knut Wicksell, Eugen von Böhm-Bawerk, Irving Fisher, John Maynard Keynes, Zeitpräferenz, Geldmarkt, Kapitalmarkt, Liquiditätspräferenz, Saysches Theorem, Preisniveau, Zinssatz, Ressourcenallokation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Zinstheorien von der klassischen Nationalökonomie über die Neoklassik bis hin zur makroökonomischen Theorie von John Maynard Keynes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Entstehung des Zinses, die Rolle des Zeitfaktors, die Interdependenz zwischen Geld- und Kapitalmarkt sowie die Auswirkungen von Zinsänderungen auf Preisniveau und Investitionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Theorien von Böhm-Bawerk, Wicksell, Fisher und Keynes in einen logischen Zusammenhang zu bringen und ihre Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in Bezug auf den Zins als relativen Preis aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, indem sie die Kerngedanken der genannten Ökonomen anhand ihrer Hauptwerke systematisch darstellt und vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der neoklassischen Ansätze zur Zeitpräferenz und Preisbildung sowie die kritische Gegenüberstellung durch die Theorie von Keynes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Typische Schlüsselbegriffe sind Zinstheorie, Zeitpräferenz, Liquiditätspräferenz, Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals und der Zins als relativer Preis.

Wie unterscheidet sich Wicksells Ansatz von dem von Böhm-Bawerk?

Während Böhm-Bawerk den Fokus primär auf den realen Sektor legte, integrierte Wicksell den monetären Sektor stärker und untersuchte die Abweichungen zwischen natürlichem Zins und Darlehenszins.

Warum spielt die Liquiditätsfalle bei Keynes eine entscheidende Rolle?

Die Liquiditätsfalle verdeutlicht bei Keynes eine Situation, in der eine Erhöhung der Geldmenge aufgrund der Zinselastizität der Geldnachfrage nicht mehr zu einer Zinssenkung oder Investitionssteigerung führt.

Was ist das Besondere am Fisher-Separationstheorem?

Es postuliert, dass Investitionsentscheidungen eines Individuums unter objektiven Marktkriterien getroffen werden und unabhängig von den subjektiven Finanzierungspräferenzen sind.

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Details

Title
Zinstheorien. Spezielle Geldtheorie
Subtitle
Die Zinstheorien von Knut Wicksell, Eugen von Böhm-Bawerk, Irving Fisher und John Maynard Keynes sowie die Zinsen als relative Preise
College
University of Cologne
Course
Spezielle Geldtheorie
Grade
2,0
Author
Christian Hackel (Author)
Publication Year
2008
Pages
24
Catalog Number
V126262
ISBN (eBook)
9783640322916
ISBN (Book)
9783640320998
Language
German
Tags
Geldtheorie Zinstheorien Keynes Wicksell Böhm-Bawerk Irving Fisher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Hackel (Author), 2008, Zinstheorien. Spezielle Geldtheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126262
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