Im Rahmen des Förderprogramms „ Musisch-ästhetische Modellprojekte in Kindergär-ten und anderen Tageseinrichtungen für Kinder“ besuchten im Projektjahr 2008 17 Kin-der des Kinderhauses Metzingen regelmäßig das Mal- Atelier der KiWi: Kunst in der Werkstatt integrativ. Hier wurden sie, begleitet von einer Künstlerin und Kunstthera-peutin, dazu ermutigt, einfach drauflos zu malen. Laut Projekttitel sollten die Kinder in diesem Atelier „ Den eigenen Ausdruck finden“.
Für die wissenschaftliche Begleitung des Förderprogramms „ Musisch-ästhetische Modellprojekte…“ waren die Projektgruppe „ Kind und Kunst“ des pädagogischen In-stituts der Universität Erlangen- Nürnberg zuständig. Im Rahmen dessen haben Studen-ten eines Seminars zur Quantitativen Forschung unter der Leitung von Dipl. –Psych. Frau Katharina Welsch die Evaluation des Projekts „ Den eigenen Ausdruck finden“ durchgenommen. Die Elternbefragung mit selbstkonstruierten Fragebögen fand im No-vember 2008 statt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. KiWi- Kunst in der Werkstatt integrativ
2.1 Die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg
2.2 „Musisch-ästhetische Modellprojekte in Kindergärten und anderen Tageseinrichtungen für Kinder“
2.3 Ablauf und Intention des Projekts „ Den eigenen Ausdruck finden“
2.4. Verhalten der Kinder in der KiWi
3. Die Elternbefragung im Rahmen des KiWi- Projekts
3.1. Das Anliegen der Künstlerin
3.2. Der Fragebogen- Gütekriterien und mögliche Antworttendenzen
3.3. Methode und Auswertung der Befragung
4. Einige Ergebnisse
4.1. Die teilnehmenden Kinder
4.2. Informiertheit der Eltern über das KiWi-Projekt
4.3. Wahrgenommene Veränderungen beim Kind seit KiWi
4.4. Gemeinsame (gestalterische) Aktivitäten
4.5. Einschätzung des KiWi- Projekts seitens der Eltern
5. Scyhlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit hat zum Ziel, die Evaluation des Projekts „Den eigenen Ausdruck finden“ der KiWi-Initiative im Kinderhaus Metzingen zu dokumentieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei sowohl die Ausgangslage der teilnehmenden Kinder als auch die von den Eltern wahrgenommenen Veränderungen hinsichtlich der kindlichen Entwicklung durch das künstlerische Förderangebot.
- Wissenschaftliche Begleitung musisch-ästhetischer Modellprojekte
- Methodik der Datenerhebung mittels quantitativer Elternbefragung
- Analyse der kindlichen Entwicklung (Selbstbewusstsein, Kreativität, Problemlöseverhalten)
- Einfluss des familiären Umfelds und gestalterischer Aktivitäten
- Evaluation der Projektdurchführung und Elternzufriedenheit
Auszug aus dem Buch
2.4. Verhalten der Kinder in der KiWi
Aufgrund der besonderen Mal-Atelier-Atmosphäre, den vielen bunten neuartigen Farben und wegen des Effekts des Neuen wurde das KiWi-Angebot zunächst von allen Kindern sehr gut angenommen. Bei den nachfolgenden Atelier- Besuchen jedoch zeigten sich zunehmend Unterschiede bezüglich der Offenheit, der Motivation und der Teilnahme der Kinder. Diese Unterschiede resultieren zum Teil aus der beliebigen Gruppenzusammensetzung und werden auch durch diese wieder verstärkt: Die Kinder in einer Gruppe unterscheiden sich bezüglich vieler verschiedener Aspekte. Einige Kinder sind im Vergleich zu anderen vom Wortschatz her noch sehr beschränkt. Dann gibt es wiederum Kinder, die trotz ihres jüngeren Alters größere kreative Fähigkeiten und Kompetenzen aufweisen. Einigen Kindern ist sofort anzuerkennen, dass sie zuhause sehr stark gefördert werden, während andere auf einem niedrigeren Niveau anfangen und erst noch den Mut zusammenfassen müssen, mit den Elementarmaterialien wie Erde, Wasser, Ton usw. umzugehen.
Unterschiede bezüglich der anfänglichen Motivation und des Verhaltens lassen sich auch geschlechterbezogen erläutern: Viele Jungs, die am KiWi- Projekt teilnehmen, lassen sich nur schwer auf die freie gestalterische Arbeit ein. Die Arbeit mit den Malmaterialien verdrängen sie durch Machtspielchen, in die sie ganze Gruppen mit einbeziehen. Diese Kinder provozieren, übertreten permanent die Regeln des Ateliers und stören durch ihr Laut-sein. Währenddessen sind die Mädchen auf eine andere Art blockiert: Sie scheinen nach dem ersten 5-Minuten-Bild kein Interesse mehr an der weiteren künstlerischen Arbeit zu haben und beschäftigen sich viel lieber damit, Pinsel und Schälchen abzuwaschen, sowie Tische zu putzen.
So unmotiviert oder blockiert die Kinder im KiWi-Atelier anfangs auch sind, trotzdem finden sie mit ein wenig Geduld, Kontinuität und Ausdauer ihren ganz eigenen Zugang zu den dort angebotenen Materialien und Farben. Durch regelmäßige Besuche über mehrere Monate werden sie mit dem Mal- Angebot vertraut und verlieren allmählich ihre Berührungsängste und Unlustgefühle. Durch das kontinuierlich freie Angebot finden sie sogar selbständig Themen und Übungsfelder wie z.B. Feuer, Natur, Weltraum, usw. Das Malen im KiWi-Atelier gehört für die teilnehmenden Kinder immer mehr zum Kinderhaus- Alltag dazu.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den Kontext des Modellprojekts im Kinderhaus Metzingen und skizziert den Rahmen der wissenschaftlichen Evaluation durch Studierende der Universität Erlangen-Nürnberg.
2. KiWi- Kunst in der Werkstatt integrativ: Das Kapitel beschreibt die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg, das zugrunde liegende Förderprogramm sowie die Ziele und den konkreten Ablauf des Mal-Ateliers für Kinder.
3. Die Elternbefragung im Rahmen des KiWi- Projekts: Hier werden die Erstellung des Fragebogens basierend auf den Interessen der Künstlerin, die methodischen Gütekriterien und das Vorgehen bei der Datenauswertung mit SPSS dargelegt.
4. Einige Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die empirischen Daten zur Zusammensetzung der Kindergruppe, zur elterlichen Informiertheit und zu den wahrgenommenen Veränderungen bei den Kindern präsentiert.
5. Scyhlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der Evaluationsmethodik und resümiert die positiven Auswirkungen des Projekts auf das Selbstbewusstsein und die Kreativität der Kinder.
Schlüsselwörter
KiWi, Kunst in der Werkstatt integrativ, Evaluation, Elternbefragung, quantitative Forschung, Kindheitspädagogik, Kreativitätsförderung, Selbstbewusstsein, musisch-ästhetische Bildung, SPSS, Kinderhaus Metzingen, Fragebogen-Gütekriterien, Projektbegleitung, Migrationshintergrund, spielerische Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Evaluation eines künstlerischen Förderprojekts namens "KiWi – Kunst in der Werkstatt integrativ" in einem Kinderhaus, wobei der Fokus auf den Rückmeldungen der Eltern liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die musisch-ästhetische Erziehung, die Durchführung von quantitativen Elternbefragungen in der Pädagogik sowie die Untersuchung kindlicher Verhaltensweisen und Entwicklungen im Kontext kreativer Atelierarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist es zu untersuchen, wie das KiWi-Projekt organisiert ist und welche Veränderungen bei den Kindern – etwa hinsichtlich Kreativität und Selbstbewusstsein – von den Eltern wahrgenommen wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Elternbefragung mit einem selbstkonstruierten Fragebogen durchgeführt, dessen Ergebnisse anschließend mit der Software SPSS ausgewertet und analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des KiWi-Projekts, die theoretische und methodische Fundierung der Evaluation sowie die detaillierte Darstellung und Interpretation der erhobenen Umfragedaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kunsttherapie, Evaluationsforschung, kindliche Entwicklung, empirische Sozialforschung und Eltern-Kind-Interaktion charakterisieren.
Wie hoch war die Rücklaufquote der Befragung?
Die Rücklaufquote war mit 16 von 17 versandten Fragebögen (rund 95 %) außerordentlich hoch, was auf die gute Verständlichkeit und die angemessene Kürze des Fragebogens zurückgeführt wird.
Welches Ergebnis bezüglich des Selbstbewusstseins war besonders signifikant?
Ein sehr deutliches Ergebnis war, dass ein Großteil der Eltern (11 zu 1) einen positiven Effekt des KiWi-Projekts auf das Selbstbewusstsein ihrer Kinder feststellen konnte.
Welchen Optimierungsvorschlag äußerten die Eltern?
Die Eltern wünschten sich eine verstärkte und detailliertere Rückmeldung seitens des pädagogischen Teams sowie allgemein mehr Informationen über die genauen Ziele und Inhalte des Projekts.
- Citation du texte
- Dilek Pehlivan (Auteur), 2009, Kunst in der Werkstatt integrativ - Elternbefragung im Rahmen des Projekts 'den eigenen Ausdruck finden', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126276