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Die Theorie des demokratischen Friedens – mehr Schein als Sein?

Eine kritische Sicht auf den Doppelbefund der Theorie des demokratischen Friedens

Title: Die Theorie des demokratischen Friedens – mehr Schein als Sein?

Term Paper , 2009 , 16 Pages , Grade: 2.7

Autor:in: Julian Liese (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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„Mitte der 1980er Jahre bemerkten die Statistiker, dass sie etwas übersehen hatten. Herrschende Meinung war bis dahin gewesen, dass Demokratien in ihrer Außenpolitik genauso gewaltbereit agieren würden wie andere Staaten auch. Offenkundig schreckten sie weder vor militärischen Konflikten noch vor der bewaffneten Einmischung in die inneren Angelegenheiten fremder Länder zurück. Die USA kämpften in Vietnam, England kämpfte um die Falklandinseln, Frankreich kämpfte in Schwarzafrika und Indien kämpfte gegen Pakistan, um nur vier Beispiele zu nennen.[...] Es ist das Verdienst von Michael Doyle (1983), die Forschung auf [die] bemerkenswert geringe Gewaltanfälligkeit zwischendemokratischer Beziehungen aufmerksam gemacht zu haben. Seither fahndet eine Unzahl von SozialwissenschaftlerInnen nach einer liberalen Erklärung für dieses Phänomen“.

Der aktuelle Forschungsstand und die zugrunde liegenden Informationen auf dem zu untersuchenden Gebiet sind aufgrund der Streitbarkeit und dem hohen Diskussionspotenzial sehr weitläufig und schwer zu überschauen.
Da die wissenschaftliche Forschungslandschaft seit dem Ende der 1970er Jahre hier stark angewachsen ist, werde ich mich zur Klärung der Kernbegriffe der Theorie auf die einführende und grundlegende Literatur beschränken. Unter anderem liegen hier die Arbeiten zu den Autoren Czempiel, Doyle, Moravcsik und Russett vor. Im Hauptteil der Arbeit soll der Doppelbefund der demokratischen Friedenstheorie kritisch beleuchtet werden. Zentrale Begriffe für die kommende Betrachtung sind: Die Theorie des Liberalismus, Demokratie und Frieden, sowie ihre jeweiligen Gegenspieler (also nichtdemokratischen Staaten und Krieg).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A)Einleitung

1. Einleitende Worte und Fragestellung

2. Forschungsstand, zentrale Begriffe und Argumentationsgang

B) Hauptteil

3. Der Liberalismus

4. Die Bedeutung des Staatentypus im Liberalismus - Partizipation in der Demokratie

5. Unabhängige Variable: Demokratie - Abhängige Variable: Frieden

6. Kernelemente des Doppelbefundes der Theorie des demokratischen Friedens

6.1 Die Wirtschaftlichkeit des Krieges

6.2 Die Gesellschaftsform – ein Wahrnehmungsproblem

6.2.1 Das Problem der leichten Kriegsführung

6.2.1 Konfliktive Wertesysteme

6.2.3 Sozial-konstruktivistische Erklärungsversuche

C) Schluss

7. Fazit

8. Weiterführende Fragestellung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Theorie des demokratischen Friedens, insbesondere den sogenannten dyadischen Ansatz. Das primäre Ziel ist es, den Geltungsanspruch und das liberale Fundament der These zu hinterfragen, dass Demokratien untereinander kaum Kriege führen, während sie gegenüber autokratischen Systemen durchaus kriegsbereit bleiben.

  • Die dyadische Theorie des demokratischen Friedens
  • Liberalismus als theoretische Basis der Außenpolitik
  • Der Zusammenhang zwischen demokratischer Partizipation und Friedfertigkeit
  • Die Problematik der operativen Definitionen von "Demokratie" und "Frieden"
  • Sozial-konstruktivistische Einflüsse auf die Wahrnehmung von Bedrohungen

Auszug aus dem Buch

6.2.1 Das Problem der leichten Kriegsführung

Autokratische Regierungen können ihre (Kriegs- und Konflikt-) Kosten wesentlich leichter sozialisieren, da, bis auf wenige und wesentlich kleinere Interessengruppen die Bevölkerung vom politischen Entscheidungsprozess ausgeschlossen bleibt und somit zwar die Kosten trägt, diese aber nicht zum Beispiel in Form von negativen Wahlergebnissen an die Regierung zurückgeben kann. Ferner sind auch die Kosten einer militärischen Niederlage für eine nicht-demokratische Regierung leichter zu tragen, da auch bei großen Verlusten eine (zum Beispiel monetäre) Zufriedenstellung von einflussreichen Interessengruppen, so genannten „winning coalitions“, aufgrund ihrer geringen Zahl und Größe erfolgen kann. Dieses Bild der autokratischen Systeme wird von demokratischen Regierungen wahrgenommen und führt zu einem generellen Misstrauen gegenüber nicht-demokratischer Staaten.

Zusammenfassung der Kapitel

A)Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des demokratischen Friedens ein und benennt die zentrale Fragestellung der Arbeit.

B) Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des Liberalismus sowie die Kernelemente des Doppelbefundes der Theorie, inklusive der Rolle von Gesellschaftsstrukturen und Wahrnehmungsprozessen.

C) Schluss: Im Schlusskapitel werden die Ergebnisse zusammengefasst und die forschungspolitische Relevanz sowie weiterführende Fragen diskutiert.

Schlüsselwörter

Demokratischer Frieden, Liberalismus, Internationale Beziehungen, Doppelbefund, Außenpolitik, Partizipation, Sozialkonstruktivismus, Sicherheitsdilemma, Krieg, Autokratie, Wahrnehmung, Reziprozität, Demokratisierung, Konflikt, Friedensforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Analyse der Theorie des demokratischen Friedens, speziell mit der Beobachtung, dass Demokratien untereinander friedlich, gegenüber anderen Systemen jedoch kriegsanfällig sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die liberale Theorie der internationalen Beziehungen, die Bedeutung innerstaatlicher Partizipationsstrukturen sowie die Kritik an statistischen Erfassungen von Kriegen und Regierungsformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob der beobachtete Friede zwischen Demokratien lediglich ein "Schein" ist und welche Faktoren diese statistische Beobachtung möglicherweise verzerren oder erklären könnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Auseinandersetzung mit vorhandener Literatur aus dem Bereich der Internationalen Beziehungen, unter Einbeziehung sozialkonstruktivistischer Erklärungsansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Wirtschaftlichkeit von Kriegen, das Problem der leichten Kriegsführung in Autokratien sowie die Bedeutung von Wertesystemen und gegenseitiger Perzeption zwischen Staaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Demokratischer Frieden, Liberalismus, Doppelbefund, Sicherheitsdilemma und demokratische Partizipation.

Warum hinterfragt der Autor die Definition von "Frieden"?

Der Autor kritisiert, dass viele empirische Studien nur großflächige zwischenstaatliche Kriege mit hohen Opferzahlen zählen und damit etliche Konflikte unterhalb dieser Schwelle ignorieren, was das Bild der friedlichen Demokratien verzerren könnte.

Welche Rolle spielt die "winning coalition" in der Argumentation?

Sie beschreibt einflussreiche, aber zahlenmäßig kleine Interessengruppen, die autokratische Regierungen stützen und deren Kosten für Kriege durch die breite Bevölkerung sozialisiert werden können, während sie selbst profitiert.

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Details

Title
Die Theorie des demokratischen Friedens – mehr Schein als Sein?
Subtitle
Eine kritische Sicht auf den Doppelbefund der Theorie des demokratischen Friedens
College
University of the Federal Armed Forces München  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Klassiker der Internationalen Beziehungen
Grade
2.7
Author
Julian Liese (Author)
Publication Year
2009
Pages
16
Catalog Number
V126296
ISBN (eBook)
9783640315345
ISBN (Book)
9783640318674
Language
German
Tags
Der demokratische Frieden dmokratischer Frieden Theorien der internatinalen Beziehungen internationale Beziehungen Institutionalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Liese (Author), 2009, Die Theorie des demokratischen Friedens – mehr Schein als Sein?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126296
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