Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Topic: Peace and Conflict, Security

Innerstaatliche Konflikte & Sezessionsbestrebungen - Der Berg Karabach-Konflikt und warum Power Brokerage nicht funktioniert

Die Mediation Moskaus im Gegensatz zur Vermittlung durch die Minsker Gruppe

Title: Innerstaatliche Konflikte & Sezessionsbestrebungen - Der Berg Karabach-Konflikt und warum Power Brokerage nicht funktioniert

Term Paper , 2009 , 15 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Julian Liese (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Das Ende des Ost-West-Konfliktes und der damit einhergehende Wegfall der Systemkonkurrenz haben die Möglichkeiten friedenspolitischer Kooperation in der internationalen Staatenwelt erhöht. Parallel zu zunehmender gesellschaftlicher und politischer Mitbestimmung ist jedoch in vielen ehemaligen sozialistischen Ländern die Zahl der Gewaltakte, die nicht mehr nur von Staaten, sondern vermehrt auch von innergesellschaftlichen Gruppen ausgehen, gestiegen. Innerstaatliche Konflikte, die mit [...] ethnoterritorialen Sezessionsbestrebungen einhergehen, sind häufige Phänomene“.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem innerstaatlichen Sezessions-Konflikt der Regierung Aserbaidschans und der aserischen Enklave Berg Karabach. Anhand dieses Beispiels werden zwei unterschiedliche Typen von Konfliktvermittlung durch Dritte, also nicht direkt beteiligte Akteure untersucht und gegenüber gestellt. Einerseits das Eingreifen der Sowjetunion später Russlands und hier der Einfachheit halber immer als Moskau bezeichnet und andererseits die Vermittlungsversuche der KSZE, später dann der OSZE, welche aus der vorher genannten erwuchs. Auch hier wird vereinfacht immer von der so genannten Minsker Gruppe gesprochen. Diese Betrachtung der unterschiedlichen Formen von Mediation und ihre Gegenüberstellung haben das Erkenntnisinteresse die These zu belegen, dass die, in der realistischen Tradition stehende Theorie des „Power Brokerage“ die hehren Ziele einer Konfliktvermittlung, welche zu aller erst den beteiligten Parteien zu Gute kommt, verfehlt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A)Einleitung

1. Einleitende Worte, Fragestellung und Argumentationsgang

2. Der Berg Karabach-Konflikt regional und die Power Brokerage Theorie

2.1 Die Parteien

2.2 Mediation as Power Brokerage

B) Hauptteil

3. Der Konfliktverlauf

4. Russland als Vermittler

4.1 Die Interessen

4.2 Formen der Mediation

5. Die Minsker Gruppe als Vermittler

5.1 Die Interessen

5.2 Formen der Mediation

C) Schluss

7. Gegenüberstellung

8. Fazit und weiterführende Fragestellung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit untersucht den innerstaatlichen Sezessionskonflikt zwischen Aserbaidschan und der Enklave Berg Karabach. Das primäre Ziel ist es, die Effektivität unterschiedlicher Meditationsansätze durch Drittparteien zu vergleichen, wobei die These geprüft wird, dass die Theorie des „Power Brokerage“ die altruistischen Ziele einer Konfliktvermittlung zugunsten eigennütziger Interessen von Großmächten verfehlt.

  • Analyse des historischen Verlaufs des Berg Karabach-Konflikts.
  • Vergleich der Vermittlungsrolle Russlands gegenüber der Minsker Gruppe (OSZE).
  • Anwendung und kritische Überprüfung der „Power Brokerage“-Theorie nach Marieke Kleiboer.
  • Untersuchung der geopolitischen Interessen von regionalen Großmächten und internationalen Organisationen.
  • Diskussion über die Neutralität und Wirksamkeit internationaler Vermittlungsbemühungen in ethnopolitischen Konflikten.

Auszug aus dem Buch

2.2 Mediation as Power Brokerage

„Superpowers have dual incentives: to serve their national interests but also to promote the stability of the system“.11 Ganz im Sinne der realistischen Tradition begründet diese Theorie jegliches staatliche Handeln mit dem eigenen nationalen Interesse. Jede Regierung hat eine fest hierarchisch geordnete Liste eigener Präferenzen, welche sie stringent und rational verfolgt.12 Ferner ist das internationale politische System anarchisch strukturiert. Jegliche Konflikte, welche das Gleichgewicht der Kräfte; die „balance of power“; zwischen den großen Mächten im System stören oder verschieben könnten schaffen so die Notwendigkeit der Intervention. Hierbei haben natürlich die Machtpole ein Interesse am Machterhalt oder sogar dessen Ausbau. Erfolgreiche Mediation besteht also in der Reduzierung des Kriegsrisikos und damit der Aufrechterhaltung des Status Quo, unabhängig von etwaigen Nebeneffekten auf der Akteursebene.

Langfristige soziale und gesellschaftliche Konzepte für die zerrüttete Bevölkerung werden selten bedacht. Ebenso werden gesellschaftliche Akteure im Allgemeinen aus den Verhandlungen ausgeschlossen, da staatliche Vermittler zu aller erst mit Regierungsangehörigen und Repräsentanten der kämpfenden Parteien verhandeln.13 Gerade in hochpolitischen und verhärteten Konflikten kann eine solche Vermittlung fast nur durch Großmächte erreicht werden, da nur sie die nötigen Ressourcen und Fähigkeiten, sowie Strategien und Taktiken gewährleisten können mit entsprechender Effektivität das oben genannte Ziel der Mediation zu verwirklichen. Neutralität ist hier, wenn überhaupt notwendig, nur als zweitrangig zu betrachten. Auch die Konfliktparteien selbst suchen eher nach erfolgversprechenden Qualitäten beim Vermittler, denn nach Ausgewogenheit gegenüber beiden Parteien.14

Zusammenfassung der Kapitel

A)Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Erkenntnisinteresse und den Argumentationsgang vor und führt in die theoretische Basis des „Power Brokerage“ ein.

1. Einleitende Worte, Fragestellung und Argumentationsgang: Hier wird der Untersuchungsgegenstand definiert und die leitende Hypothese zur Effektivität von Meditationsbemühungen aufgestellt.

2. Der Berg Karabach-Konflikt regional und die Power Brokerage Theorie: Dieser Abschnitt beschreibt die involvierten Konfliktparteien und erläutert das theoretische Konzept der Mediation als Machtinstrument.

2.1 Die Parteien: Darstellung der betroffenen Akteure und der historischen Genese des Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan.

2.2 Mediation as Power Brokerage: Theoretische Herleitung, warum Großmächte bei der Mediation oft primär ihre nationalen Interessen verfolgen.

B) Hauptteil: Der Hauptteil analysiert das konkrete Handeln der unterschiedlichen Mediatoren im Konfliktverlauf.

3. Der Konfliktverlauf: Skizzierung der wesentlichen Phasen der gewaltsamen Auseinandersetzung und der diplomatischen Versuche seit 1987.

4. Russland als Vermittler: Untersuchung der russischen Doppelrolle im Konflikt und der Interessenlage als regionale Ordnungsmacht.

4.1 Die Interessen: Analyse der geostrategischen und wirtschaftlichen Beweggründe Russlands im Südkaukasus.

4.2 Formen der Mediation: Beschreibung der konkreten, oftmals einseitigen Vermittlungsbemühungen Moskaus.

5. Die Minsker Gruppe als Vermittler: Erörterung der Arbeitsweise und Ziele einer internationalen Organisation in diesem Konflikt.

5.1 Die Interessen: Darstellung der institutionellen Ambitionen und der Komplexität konsensbasierter Entscheidungsfindungen.

5.2 Formen der Mediation: Analyse der Vor- und Nachteile multinationaler Vermittlungsansätze im Vergleich zur Großmachtdiplomatie.

C) Schluss: Abschließende Synthese und kritische Reflexion der Untersuchungsergebnisse.

7. Gegenüberstellung: Vergleich der Meditationsansätze und Bewertung der Wirksamkeit beider Strategien.

8. Fazit und weiterführende Fragestellung: Zusammenfassung der Thesen und Ausblick auf Aspekte, die den Rahmen der Arbeit überschritten haben.

Schlüsselwörter

Berg Karabach, Aserbaidschan, Armenien, Power Brokerage, Mediation, Konfliktvermittlung, Russland, Minsker Gruppe, OSZE, Sezession, Kaukasus, Geopolitik, Internationale Organisationen, Friedenspolitik, Realismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den innerstaatlichen Konflikt um die Region Berg Karabach und vergleicht, wie verschiedene Akteure – namentlich Russland als Großmacht und die Minsker Gruppe als internationale Organisation – als Mediatoren agieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Konfliktforschung, die Theorie des „Power Brokerage“ in der internationalen Politik, die Geopolitik im Südkaukasus sowie die Effektivität von Vermittlungsprozessen in ethnopolitischen Sezessionskonflikten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu belegen, dass die „Power Brokerage“-Theorie zutrifft, wonach externe Großmächte bei der Mediation eher ihre eigenen strategischen Interessen verfolgen, als eine neutrale oder für die Konfliktparteien optimale Lösung zu forcieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Fallstudienanalyse, bei der theoretische Konzepte des Realismus und der Konfliktvermittlung auf die historische Realität des Karabach-Konflikts angewendet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt zunächst ein historischer Abriss des Konflikts, gefolgt von einer detaillierten Gegenüberstellung der russischen Vermittlungspraktiken und den Bemühungen der Minsker Gruppe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie „Power Brokerage“, „Berg Karabach“, „Mediation“, „Konfliktvermittlung“ und „regionale Ordnungsmacht“ definieren.

Warum wird Russland im Kontext der Mediation kritisiert?

Russland wird kritisiert, da es als externer Mediator agiert, der jedoch eine „zweigleisige Politik“ betreibt, bei der nationale Sicherheitsinteressen und der Erhalt des Machtgleichgewichts oft wichtiger sind als eine dauerhafte Friedenslösung für die Region.

Welche Rolle spielt die Minsker Gruppe bei der Konfliktlösung?

Die Minsker Gruppe dient als multilateraler Rahmen, der zwar über eine höhere moralische Legitimität verfügt, jedoch aufgrund komplexer Entscheidungsstrukturen oft weniger schnell und entschlossen agieren kann als ein einzelner Nationalstaat.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Innerstaatliche Konflikte & Sezessionsbestrebungen - Der Berg Karabach-Konflikt und warum Power Brokerage nicht funktioniert
Subtitle
Die Mediation Moskaus im Gegensatz zur Vermittlung durch die Minsker Gruppe
College
University of the Federal Armed Forces München  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Problemstellungen der Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert
Grade
1.7
Author
Julian Liese (Author)
Publication Year
2009
Pages
15
Catalog Number
V126300
ISBN (eBook)
9783640315369
ISBN (Book)
9783640318681
Language
German
Tags
Mediation Negotiation Verhandlung Vermittlung Konfliktforschung Power Brokerage Kaukasus Ber Karabach Sezession
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Liese (Author), 2009, Innerstaatliche Konflikte & Sezessionsbestrebungen - Der Berg Karabach-Konflikt und warum Power Brokerage nicht funktioniert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126300
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint