Der zu bearbeitende Text ist ein Auszug aus der Augsburger Chronik vom Jahre 1551. Er ist eine Mitschrift der 2. Sitzungsperiode des Trienter Konzils aus der 13. Sitzung (11. bis 13. Sitzung, von Mai 1551 bis April 1552). Die vorausgegangene erste Sitzungsperiode des Konzils von Trient (von Dezember 1545 bis März 1547) befasst sich mit Schrift und Tradition/ Erbsünde/ Rechtfertigung. Die dritte Sitzungsperiode dieses Konzils (von 1561 bis Dezember 1563) beschäftigte sich mit Reformdekreten, der Residenzpflicht und dem Ablass.
Der Text ist, wie schon erwähnt, ein Auszug aus der Augsburger Chronik. Augsburg ist neben Wittenberg, Worms und Eisenach eine Hauptstadt der Reformation. Hier wurde das Augsburger Bekenntnis („Confessio Augustana) vor Kaiser und Reichsständen öffentlich vorgetragen und in Augsburg forderte Luther zum ersten Mal eindeutig, dass sich alle kirchliche Autorität der Bibel unterordnen muss. Somit ist für die Stadt Augsburg natürlich alles wichtig, was den Fortlauf der Reformation betrifft und all dies wurde in der Chronik festgehalten. So auch das Trienter Konzil und vor allem die 2. Sitzungsperiode, da auf dieser zum ersten Mal auch die Protestanten auftraten.
Klaus Ganzer schreibt in seinen Ausführungen: „Der Ruf nach einem Konzil, um die gefährdete und dann zerbrochene Glaubenseinheit wiederzugewinnen und durchgreifende Reformen des kirchlichen Lebens vorzunehmen, wurde immer eindringlicher“. Ursprünglich forderten Protestanten ein Gesamt – Konzil, dass für beide Konfessionen eine Lösung bringen sollte, doch die katholische Kirche nutzte die Gunst der Stunde um sich erstmals klar zu definieren und sich ganz entschieden vom Protestantismus abzugrenzen.
Das Konzil war somit also ein Teil der so genannten Gegenreformation. Es bildete den Ausgangspunkt der teilweise gewaltsamen Rückführung der Protestanten zum katholischen Glauben.
Im Text werden 10 Prädikanten (auch: Prediger, Hilfsprediger) zu ihrem Glauben an die Sakramente und über ihre Stellung zum Augsburger Interim befragt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Die erste Frage
2.2. Die zweite Frage
2.3. Die dritte Frage
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert eine Mitschrift der zweiten Sitzungsperiode des Trienter Konzils aus der Augsburger Chronik von 1551, um die Haltung des Konzils gegenüber protestantischen Positionen und die Strategien der Gegenreformation zu untersuchen.
- Historische Einordnung des Trienter Konzils und der Augsburger Chronik
- Untersuchung der Sakramentenlehre aus konfessioneller Sicht
- Analyse der Rolle des Augsburger Interims im politischen Kontext
- Bewertung des Umgangs mit protestantischen Vertretern auf dem Konzil
- Diskussion der innerkirchlichen Reformbestrebungen
Auszug aus dem Buch
2.1. Die erste Frage
Zunächst einmal ist der Hintergrund dieser Frage zu beleuchten. Im ersten Abschnitt wird gefragt, was die Prädikanten halten, glauben und lehren von dem Sakrament des Altars, welches heute als Sakrament des Abendmahls bekannt ist. Weiterhin wird gefragt, ob die Prädikanten glauben, dass unter einer Gestalt so viel als unter beiden sei. Die Prädikanten antworten darauf: „Christus habs under zwaierlei gstalt eingesetzt und nit under ainer; wer es genugsam gewest, hett's Christus als die ewige weisheit auch wohl gewusst.“ Damit sind die beiden unterschiedlichen Zelebritäten des Abendmahls der Katholiken und Protestanten gemeint. In der katholischen Kirche darf nur der Priester beim heiligen Abendmahl Wein trinken, welcher dort als echtes, heiliges Blut Christi angesehen wird. In der evangelischen Kirche dürfen hingegen alle Gemeindeglieder, die schon konfirmiert sind, den Wein ebenso wie der Pfarrer trinken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel bettet den untersuchten Text in den historischen Kontext der Reformation und des Trienter Konzils ein und erläutert die Bedeutung der Augsburger Chronik.
2. Hauptteil: Der Hauptteil untersucht die drei dem Konzil vorgelegten Fragen zur Eucharistie, zu den Sakramenten und zum Augsburger Interim, um das Spannungsfeld zwischen den Konfessionen darzustellen.
2.1. Die erste Frage: Hier wird der Disput über die Abendmahlslehre analysiert, insbesondere die Frage nach der Zelebrierung unter einer oder beiderlei Gestalt.
2.2. Die zweite Frage: Dieses Kapitel behandelt das lutherische Verständnis der Sakramente und die daraus resultierende Ablehnung durch den Klerus.
2.3. Die dritte Frage: Der Fokus liegt hier auf der politischen und religiösen Auseinandersetzung um das Augsburger Interim und dessen Auswirkungen auf das Reich.
3. Schluss: Das Kapitel fasst die Bedeutung des Trienter Konzils als Instrument der Gegenreformation zusammen und beleuchtet sowohl die negativen Folgen der Abgrenzung als auch positive innerkirchliche Reformen.
Schlüsselwörter
Trienter Konzil, Gegenreformation, Augsburger Chronik, Reformation, Sakramente, Eucharistie, Augsburger Interim, Protestantismus, Katholizismus, Konfession, Transsubstantiation, Religionsfrieden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer historischen Mitschrift aus der Augsburger Chronik von 1551, die eine Sitzung des Trienter Konzils dokumentiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Katholizismus und Protestantismus, die dogmatischen Unterschiede in der Sakramentenlehre und die Rolle der kaiserlichen Reichsgesetze, namentlich des Augsburger Interims.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das Trienter Konzil dazu genutzt wurde, sich scharf vom Protestantismus abzugrenzen, anstatt einen theologischen Kompromiss zu suchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie einen Primärquellenauszug (Chronik) mit historischer Fachliteratur kontextualisiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse dreier konkreter Fragen, die Prädikanten auf dem Konzil gestellt wurden: zur Eucharistie, zum Sakramentsverständnis und zum Augsburger Interim.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gegenreformation, Trienter Konzil, Konfessionsbildung und theologische Abgrenzung definiert.
Welche Bedeutung hatte das Augsburger Interim in diesem Kontext?
Es diente als vorläufige religionspolitische Zwischenlösung nach dem Schmalkaldischen Krieg, wurde jedoch von den Protestanten aufgrund theologischer Bedenken und der erzwungenen Rekatholisierung abgelehnt.
Wie reagierte der Klerus auf die Antworten der Prädikanten?
Die Prädikanten wurden nicht als gleichwertige Diskussionspartner behandelt, sondern als abtrünnige Lutheraner verurteilt und teilweise gedemütigt.
Gab es neben der konfessionellen Abgrenzung auch Reformen durch das Konzil?
Ja, das Konzil initiierte wichtige innerkirchliche Reformen, darunter die Einführung von Priesterseminaren und die Festlegung von Mindestaltern für kirchliche Amtsträger.
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- Stefanie Krahner (Author), 2007, Ein Auszug aus der Augsburger Chronik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126306