Implementation des digitalen Lernmediums Augmented Reality mithilfe der Anwendung BlippAR in den Chemie Unterricht


Hausarbeit, 2022

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund
2.7 Medien im Kontext Schule
2.2 Lernmedium Augmented Reality
2.3 DasdeAR-Modell
2.4 Anwendung BlippAR

3 Einsatz von BlippAR am Beispiel des Themas „Bildungsreaktion vom WassermolekuT
3.1 Beschreibung des erstellten Materials
3.2 Didaktische Reflexion

4 Fazit

5 Quellen

Anhang

1. Einleitung

„Die Informationstechnik wird eine Revolution in den Klassenzimmern auslosen. Wir
mussen die Padagogik furdas Informationszeitalter aber erst noch erfinden."

Dieses Zitat ist im Jahre 2022 nicht weniger aktuell als vor mehr als 20 Jahren, als der damalige Bundesprasident Roman Herzog auf die Bedeutungen und Herausforderungen neuer und digitaler Medien hingewiesen hat. Auch wenn sich seit dieser Zeit bereits viel getan hat, muss sich die deutsche Bildungskultur immer noch gro&e Defizite in der Digitalisierung der Schulen und des Unterrichts eingestehen. Neue Lehr- und Lernmedien und damit einhergehende Kompetenzen finden oftmals nurzogerlich Eingang in deutsche Klassenzimmer.

Dabei bieten innovative digitale Technologien, wie etwa die Augmented Reality Technik, gro&e Potenziale fur alle Facherkulturen. Oftmals fehlt aber dennoch der Mut, sich dieser neuen Technologien anzunehmen und sie didaktisch fundiert fur unterrichtliche Ziele einzusetzen.

Exemplarisch soil im Rahmen dieser Forschungsarbeit die Frage „lnwiefern kann das digitale Lernmedium Augmented Reality mithilfe der Anwendung BlippAR am Beispiel des Faches Chemie implementiert werden?" beantwortet werden.

Zu Beginn soil dazu zunachst der Medienbegriff in den Kontext Schule eingeordnet und das Lernmedium Augmented Reality nahervorgestellt werden. Danach erfolgt die Beschreibung des deAR-Modells, welches die fachdidaktisch sinnvolle Entwicklung einer AR-Lehr-Lerneinheit absichern soil. Im Anschluss wird die Anwendung BlippAR vorgestellt, mit der folgend eine konkrete AR Umgebung entwickelt werden soil. Diese AR Anwendung wird abschlie&end beschrieben und didaktisch reflektiert. Vorrangig soil dabei weniger die Eignung des Lernmediums AR diskutiert werden, sondern vielmehr die Moglichkeiten der Implementation an einem konkreten Beispiel.

2. Theoretischer Hintergrund

2.1 Medien im Kontext Schule

„Schule ist - wie unsere heutige Gesellschaft als Ganzes - von Medien durchdrungen" (Schaumburg & Prasse, 2019, S. 11). Folglich ist es von grower Relevanz, sich als (angehende) Lehrkraft mit der Rolle der Medien im Kontext Schule auseinanderzusetzen und sich deren Einfluss auf schulische Lehr- und Lernprozesse bewusst zu werden. Dazu gehort auch, den Begriff des „Mediums“ richtig fassen zu konnen.

Der Begriff „Medium“ beziehungsweise der mehrheitliche Ausdruck „Medien“ ist zwar ein fester Bestandteil der Alltagssprache, lasst sich aber nur schwierig prazise definieren (Schaumburg & Prasse, 2019, S. 17; Wedding, 2020, S. 31). Der Grund dafur liegt darin, dass es nicht „das eine Medium" gibt. Der Begriff umfasst „technische Gerate (z.B. Computer, [...] Smartphone) und Informationstrager (z.B. Buch, Bild [...]); es schlie&t Organisationen (Fernsehsender, Verlage) genauso ein wie grundsatzliche Formen der Informationsvermittlung (Sprache, Schrift)" (Schaumburg & Prasse, 2019, S. 17).

Um den Begriff dennoch genauereinordnen zu konnen, kann man Medien am ehesten mit dem Wort „Mittler“ (Schaumburg & Prasse, 2019, S. 17) gleichsetzen. Medien wirken als vermittelnde Instanz zwischen Objekten und/oder Individuen und werden damit zu einem Gegenstand. In Anlehnung an das Sender-Empfanger-Modell nach Shannon und Weaver, konnte man sie au&erdem als Kanal bezeichnen. Sie vermitteln eine Information uber ein Objekt vom Sender an einen Empfanger. Beispielhaft konnte hierdas Medium Erklarvideo (Kanal) genannt werden, bei dem der Lehrende (Sender) eine Botschaft beziehungsweise einen Lerninhalt an den Lernenden (Empfanger) ubermittelt. Durch die Ubernahme der Ubermittlungsfunktion wird das Erklarvideo schlie&lich zum Medium.

Medien konnen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und eingeordnet werden. Um den Begriff Medien nicht zu groft zu fassen, wird sich nachfolgend ausschlie&lich dertechnischen Perspektive nach Mock und Swertz sowie der Gliederung nach Pross, in primare, sekundare und tertiare Medien, bedient (Schaumburg & Prasse, 2019, S. 18, Wedding, 2020, S.33).

Fallt der Begriff Medien, geht es im Kontext Schule vorrangig urn den Unterschied zwischen analogen (sekundaren) und digitalen (tertiaren) Medien.

Primare Medien, sprich „menschliche, nicht-technische Kommunikationsmittel, wie die Mimik, Gestik Oder Sprache" (Schaumburg & Prasse, 2019, S. 18), sollen in diesem Kontext nicht weiter berucksichtigt werden.

Sekundare, also analoge, Medien bedurfen zur Herstellung ein technisches Hilfsmittel. Vom Lernenden konnen sie dann aber ohne technische Hilfe erfasst werden. Ein Buch muss zwar mit einer Maschine gedruckt werden, kann aber ohne technische Hilfe gelesen werden.

Tertiare, also digitale, Medien verlangen dagegen sowohl bei der Herstellung als auch bei der spateren Verwendung technische Hilfsmittel. „Beispielsweise braucht man fur die Signalubermittlung im Fernsehen sowohl bei der Herstellung einer Fernsehsendung technische Gerate [...], als auch beim Anschauen im [Klassenraum] [...]“ (Schaumburg & Prasse, 2019, S. 18).

Die Auswahl zwischen analogem und digitalem Medium sollte bewusst und didaktisch reflektiert zur Gestaltung des eigenen Unterrichts eingesetzt werden. Hierfur ist es zunachst notwendig, die Potenziale einzelner Medien abwagen und gezielt auf Lernsituationen anpassen zu konnen. Um dem gerecht zu werden, mussen jedoch auch die verschiedenen Funktionen und damit einhergehende Besonderheiten der Medien erkanntwerden (Schaumburg & Prasse, 2019, S. 11).

Medien bieten im Raum Schule zwei wesentliche Zugange. Zum einen ermoglichen sie das Lernen mit Medien, wobei die Medien ein Werkzeug des Lernens sind. So wird beispielsweise mithilfe eines Podcasts ein Sachverhalt erschlossen. Zum anderen gestattet der Einsatz das Lernen uber Medien, wobei die Medien selbst zum Lerngegenstand werden (Lauer, Peschel, Bach et. al, 2020, S. 382). Hierbei kann zum Beispiel angestrebt werden, dass die Schuler:innen erarbeiten, wie ein Podcast aufgebaut und aufgenommen werden kann. Im Kontext der Digitalisierung wird zudem haufig das Lernen trotz digitaler Medien problematisiert (Wolff & Martens, 2020, S. 460). Zweifelsohne bieten digitale Medien ein hohes Potenzial fur Ablenkungen neben den gewunschten Lerntatigkeiten. Von diesen sind, in Anbetracht von aus Langeweile im Buch blatternden Schuler:innen, aberauch die analogen Lernmedien nichtfrei.

Die Vor- und Nachteile von digitalen gegenuber analogen Lernmedien sind haufig Bestandteil didaktischer Diskurse. So wird beim Einsatz von digitalen Medien diskutiert, ob sie gegenuber den klassischen analogen Lernmedien wie Buchern Oder Arbeitsblattern einen Mehrwertfurdas Lernen der Schuler:innen bieten. Verschiedene Studien und Metaanalysen, darunter die Metaanalyse von Hillmayr et al (2020) zum Unterricht in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachern, bescheinigen digitalen Medien ein gropes Potenzial und oftmals positive Effekte (Reiss, 2020, S. 15f). Beispielsweise wiesen Lerngruppen, die mit digitalen Medien unterrichtet wurden, bessere Ergebnisse in Leistungstests auf, als Lerngruppen, die mit klassischen Schulbuchern arbeiteten. Dennoch wird auch hierbei immer betont, dass es auf eine „evidenzbasierte und fachdidaktisch fundierte Nutzung im Unterricht" (Reiss, 2020, S. 16) ankomme. „Ein schlichtes ,besser‘ durfte es fur den computergestutzten Unterricht ebensowenig geben, wiefurjeden anderen Unterricht" (Reiss, 2020, S. 16). Unter Berucksichtigung dieser Erkenntnisse, soil nachfolgend einmal gezielt ein digitales Medium fur den Einsatz im Kontext Schule betrachtet werden.

2.2 Lernmedium Augmented Reality

„Die digitale Technik Augmented Reality vermag es, die Wahrnehmung der realen Umgebung durch digitale Inhalte anzureichern" (Lauer et al, 2020, S. 383). Der Begriff Augmented Reality beschreibt demnach eine durch digitale Informationen erweiterte Realitat.

Damit lasst sich die Technologie in die Taxonomie des Reality-Virtuality-Continuums nach Milgram und Kishino (1994) einordnen (Siehe Anhang, Abb. 1). Dieses Konzept bezeichnet eine Skala an dessen einem Ende sich eine virtuelle und an dessen anderen Ende sich eine reale Realitat befindet. Zwischen diesen Extrempositionen befinden sich Mischformen, die laut Milgram und Kishino (1994) als „Mixed Reality" bezeichnet werden. Dazu zahlen die Augmented Reality Technologie (kurz AR), die sich durch eine „Erweiterung einer realen Umgebung durch virtuelle Objekte" (Teichrew, Erb, 2020, S. 421) auszeichnet und die Augmented Virtuality Technologie (kurz AV), die eine „Erweiterung einer virtuellen Umgebung durch reale Objekte" (Teichrew, Erb, 2020, S. 421) simuliert. Im weiteren Verlaufsoll ausschlie&lich aufdie Augmented RealityTechnologie Bezug genommen werden.

Im Medium Augmented Reality wird die digitale Abbildung der Realitat als real betrachtet. Ein digitales Kamerabild vom realen Klassenzimmer gilt also immer noch als real. Erganzende digitale Informationen, die in der Realitat nicht sichtbar sind, werden dagegen als virtuell betrachtet (Lauer et al, 2020, S. 383). Diese erganzenden Informationen konnen sowohl raumlicher, zeitlicher als auch semantischer Natur sein (Seibert, Lauer, Marquardt, et al, 2020, S. 452).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Implementation des digitalen Lernmediums Augmented Reality mithilfe der Anwendung BlippAR in den Chemie Unterricht
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Autor
Jahr
2022
Seiten
20
Katalognummer
V1263739
ISBN (Buch)
9783346701299
Sprache
Deutsch
Schlagworte
implementation, lernmediums, augmented, reality, anwendung, blippar, chemie, unterricht
Arbeit zitieren
Paul Suppan (Autor:in), 2022, Implementation des digitalen Lernmediums Augmented Reality mithilfe der Anwendung BlippAR in den Chemie Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1263739

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