Neue Lehr- und Lernmedien und damit einhergehende Kompetenzen finden oftmals nur zögerlich Eingang in deutsche Klassenzimmer. Dabei bieten innovative digitale Technologien, wie etwa die Augmented Reality Technik, große Potenziale für alle Fächerkulturen. Oftmals fehlt aber dennoch der Mut, sich dieser neuen Technologien anzunehmen und sie didaktisch fundiert für unterrichtliche Ziele einzusetzen. Exemplarisch soll im Rahmen dieser Forschungsarbeit die Frage "Inwiefern kann das digitale Lernmedium Augmented Reality mithilfe der Anwendung BlippAR am Beispiel des Faches Chemie implementiert werden?" beantwortet werden.
Zu Beginn soll dazu zunächst der Medienbegriff in den Kontext Schule eingeordnet und das Lernmedium Augmented Reality näher vorgestellt werden. Danach erfolgt die Beschreibung des deAR-Modells, welches die fachdidaktisch sinnvolle Entwicklung einer AR-Lehr-Lerneinheit absichern soll. Im Anschluss wird die Anwendung BlippAR vorgestellt, mit der folgend eine konkrete AR Umgebung entwickelt werden soll. Diese AR Anwendung wird abschließend beschrieben und didaktisch reflektiert. Vorrangig soll dabei weniger die Eignung des Lernmediums AR diskutiert werden, sondern vielmehr die Möglichkeiten der Implementation an einem konkreten Beispiel.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Medien im Kontext Schule
2.2 Lernmedium Augmented Reality
2.3 Das deAR-Modell
2.4 Anwendung BlippAR
3. Einsatz von BlippAR am Beispiel des Themas „Bildungsreaktion vom Wassermolekül“
3.1 Beschreibung des erstellten Materials
3.2 Didaktische Reflexion
4. Fazit
5. Quellen
Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Implementierung von Augmented Reality (AR) als digitales Lernmedium im Chemieunterricht. Ziel ist es aufzuzeigen, wie mithilfe der Anwendung „BlippAR“ ein didaktisch fundiertes Lernmaterial erstellt und in den Unterricht integriert werden kann.
- Grundlagen digitaler Medien im schulischen Kontext
- Taxonomie und Funktion von Augmented Reality
- Anwendung des deAR-Modells zur didaktischen Planung
- Praktische Erstellung von AR-Lehrinhalten am Beispiel des Wassermoleküls
Auszug aus dem Buch
2.2 Lernmedium Augmented Reality
„Die digitale Technik Augmented Reality vermag es, die Wahrnehmung der realen Umgebung durch digitale Inhalte anzureichern“ (Lauer et al, 2020, S. 383). Der Begriff Augmented Reality beschreibt demnach eine durch digitale Informationen erweiterte Realität.
Damit lässt sich die Technologie in die Taxonomie des Reality-Virtuality-Continuums nach Milgram und Kishino (1994) einordnen (Siehe Anhang, Abb. 1). Dieses Konzept bezeichnet eine Skala an dessen einem Ende sich eine virtuelle und an dessen anderen Ende sich eine reale Realität befindet. Zwischen diesen Extrempositionen befinden sich Mischformen, die laut Milgram und Kishino (1994) als „Mixed Reality“ bezeichnet werden. Dazu zählen die Augmented Reality Technologie (kurz AR), die sich durch eine „Erweiterung einer realen Umgebung durch virtuelle Objekte“ (Teichrew, Erb, 2020, S. 421) auszeichnet und Augmented Virtuality Technologie (kurz AV), die eine „Erweiterung einer virtuellen Umgebung durch reale Objekte“ (Teichrew, Erb, 2020, S. 421) simuliert. Im weiteren Verlauf soll ausschließlich auf die Augmented Reality Technologie Bezug genommen werden.
Im Medium Augmented Reality wird die digitale Abbildung der Realität als real betrachtet. Ein digitales Kamerabild vom realen Klassenzimmer gilt also immer noch als real. Ergänzende digitale Informationen, die in der Realität nicht sichtbar sind, werden dagegen als virtuell betrachtet (Lauer et al, 2020, S. 383). Diese ergänzenden Informationen können sowohl räumlicher, zeitlicher als auch semantischer Natur sein (Seibert, Lauer, Marquardt, et al, 2020, S. 452).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langsame Digitalisierung der Schulen und stellt das Forschungsvorhaben vor, AR-Technologie am Beispiel des Chemieunterrichts praktisch zu erproben.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert den Medienbegriff in der Schule, führt in die Augmented-Reality-Technik ein und beschreibt das deAR-Planungsmodell sowie das Tool BlippAR.
3. Einsatz von BlippAR am Beispiel des Themas „Bildungsreaktion vom Wassermolekül“: Hier wird die konkrete Erstellung der AR-Umgebung zur Wasserbildungsreaktion beschrieben und deren didaktischer Mehrwert reflektiert.
4. Fazit: Das Fazit zieht eine Bilanz zur Umsetzbarkeit des Projekts und weist auf Potenziale sowie technologische Grenzen der AR-Anwendung im Unterricht hin.
Schlüsselwörter
Augmented Reality, BlippAR, Chemieunterricht, Digitalisierung, deAR-Modell, Mixed Reality, Digitale Medien, Lernmedium, Unterrichtsdesign, Medienkompetenz, Wassermolekül, Didaktik, Bildungsreaktion, AR-Technologie, Medieneinsatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung von Augmented Reality als digitalem Lernmedium im Fach Chemie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Thematische Schwerpunkte sind die Einordnung digitaler Medien in den Unterricht, die technologischen Grundlagen von AR und die didaktische Planung mittels des deAR-Modells.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die exemplarische Erstellung und didaktische Reflexion einer AR-Umgebung zur Bildungsreaktion des Wassermoleküls für den Chemieunterricht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der darstellenden Beschreibung einer prozessorientierten Implementierung und anschließenden Reflexion.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Medien und AR, das deAR-Modell zur Planung sowie die praktische Umsetzung mit dem Autorentool BlippAR erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Augmented Reality, Digitalisierung im Unterricht, Didaktik und prozessorientierte Medienentwicklung gekennzeichnet.
Warum wurde die App BlippAR für dieses Projekt ausgewählt?
Die App bietet einen kostenfreien Testmodus und ermöglicht auch ohne tiefgreifende Programmierkenntnisse die Erstellung professioneller AR-Inhalte.
Welche Rolle spielt das deAR-Modell bei der Erstellung des Lehrmaterials?
Das deAR-Modell dient als systematisches Planungsschema, um die pädagogischen, fachlichen und technischen Aspekte der AR-Lerneinheit strukturiert zu integrieren.
Welchen Vorteil bietet AR gegenüber klassischen Medien bei der Visualisierung von Wassermolekülen?
AR erlaubt es, mikroskopische Prozesse auf der Teilchenebene sichtbar zu machen, die im realen Experiment durch bloßes Augenmaß nicht erfassbar sind.
- Citar trabajo
- Paul Suppan (Autor), 2022, Implementation des digitalen Lernmediums Augmented Reality mithilfe der Anwendung BlippAR in den Chemie Unterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1263739