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G8 und Global Governance in der Wirtschafts- und Finanzpolitik

Titel: G8 und Global Governance in der Wirtschafts- und Finanzpolitik

Seminararbeit , 2005 , 20 Seiten , Note: 2,6

Autor:in: Dipl.sc.pol.Univ. Nepomuk V. Fischer (Autor:in)

Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit soll erörtert werden, ob zum einen die Gruppe der 8 strukturell dazu in der Lage ist eine grundsätzliche Reform der Weltwirtschafts- und Finanzarchitektur durchzusetzen und so eine Art „Weltwirtschafts-Finanzdirektorium“ darzustellen. Und zum anderen ob eine echte wirtschafts- und finanzpolitische Global Governance durch die G8 Chancen auf dauerhaften Bestand hat.
Global Governance kann in Deutschland mit dem Begriff der „Weltordnungspolitik“ wiedergegeben werden und wurde einerseits durch eine Initiative von Willy Brandt 1990 populär (Comission on Global Governance), sowie von dem Politikwissenschaftler Rosenau geprägt: „governance without government“. Jedoch lehnen die Vordenker und Verfechter des Konzeptes Global Governance einen „Weltstaat“ oder eine „Weltregierung“ als „bürokratische Superbehörde“ ohne demokratische Legitimation kategorisch ab.
„Global Governance ist somit nicht nur ein deskriptiver Begriff, sondern ein breiter analytischer Ansatz, der Politik unter den Bedingungen der Globalisierung anspricht:“
Dieser analytische Ansatz beschäftigt sich damit, welche Grundlagen, durch welche Mechanismen, nach wessen Interessen, durch wen entschieden werden.
Unter diesem Gesichtspunkt handelt es sich bei Global Governance um Netzwerkverbindungen auf lokaler bis globaler Ebene, die auf der Vorstellung einer sozial gerechteren, finanziell stabileren und ökologisch verträglicheren Welt beruhen.
Deshalb ist das elementare Thema des Global Governance Ansatzes aufgrund der zunehmenden Verflechtung und Vernetzung von Unternehmen auf der gesamten Welt: die Wirtschaft.
Im Folgenden soll ein Blick auf die Struktur der G7/G8 Weltwirtschafts- und Finanzpolitik geworfen werden, die erheblichen Einfluss auf die internationale Ökonomie ausübt. „Die G8 Staaten erwirtschaften mehr als zwei Drittel des Weltsozialprodukts, sind für knapp die Hälfte des Welthandels verantwortlich, stellen dreiviertel der weltweiten Entwicklungshilfe und sind die größten Beitragszahler in den internationalen Organisationen.“
Die Gründung der Gruppe der 8 geht auf die siebziger Jahre zurück.
Der Niedergang der hegemonialen Stellung der USA, der wirtschaftliche Aufschwung Japans und Europas, die internationalen Ölkrisen und der Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems fester Wechselkurse, führte den Staatschefs der westlichen Industrienationen damals die Interdependenz und damit die Verwundbarkeit ihrer Volkswirtschaften vor Augen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Idee der institutionalisierten Gruppenhegemonie

3. Das Machtpotential der G7/G8 als Weltwirtschaftsdirektorium

3.1 Zur relationalen Macht der G7/G8

3.2 Zur strukturellen Macht der G7/G8

3.3 Die G7/G8 in den internationalen Finanzinstitutionen (IFIs)

4. Die Kohärenz und Compliance der G8

4.1 Die G7 mit Russland zur G8

4.2 Die Politikfelderweiterung der G8

4.3 Die Problembehandlung innerhalb der G7

4.4 Die Finanzarchitektur

4.5 Innenpolitische Stabilität und die Frage nach der Compliance

5. Das Problem der Legitimität

5.1 Die Rechtsgültigkeit der G8

5.2 Innerwestlicher Widerstand von Globalisierungsgegnern

6. Fazit

7. Ausblick auf die Zukunft der G8

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Gruppe der 8 (G8) strukturell in der Lage ist, eine Reform der Weltwirtschafts- und Finanzarchitektur als "Weltwirtschafts-Finanzdirektorium" durchzusetzen und ob eine Global Governance durch die G8 dauerhafte Erfolgsaussichten besitzt.

  • Machtpotential der G7/G8 (relationale und strukturelle Macht)
  • Einfluss auf internationale Finanzinstitutionen (IWF, Weltbank)
  • Kohärenz und interne Compliance-Problematik der G8
  • Legitimitätsfragen und Widerstände gegen die Globalisierung
  • Zukunftsperspektiven und Reformansätze (z.B. G20)

Auszug aus dem Buch

3.2 Zur strukturellen Macht der G7/G8

Zur Feststellung der strukturellen Machtanteile von G8 und USA fließen folgende Indikatoren ein: die durchschnittlichen jährlichen Anteile am Welthandel und Weltdienstleistungshandel (Exporte), an weltweiten Direktinvestitionen (Abflüsse) und an weltweiten Patentanmeldungen (als Zeichen für Innovationskraft und der Kontrolle über Wissen und Ideen).

Hier besaß die G7 1987 noch 58,9% und die USA 16,3%, aber bereits 2001 die G7 nur noch 51,2% und die USA 17,5% der Weltanteile. Die Zahlen lassen erkennen, dass der Anteil der G7 zwar deutlich sinkt, sie jedoch immer noch über die Hälfte der Ressourcen stellt und damit die internationale Ökonomie dominiert.

Als Beleg für die strukturelle Machtposition der G7 in Bezug auf „Kontrolle von Wissen und Ideen“ dient eine Statistik des Statistischen Bundesamtes von 2002: Es studierten mehr Ausländer 1999/2000 in den USA und im Vereinigten Königreich, als in den 10 in der Attraktivität folgenden Ländern zusammen:

USA 454.000 Australien 108.000

UK 223.000 Japan 54.000

Deutschland 187.000 Spanien 41.000

Frankreich 137.000 Österreich 30.000

Es ist bezeichnend, dass mit Ausnahme von Australien die ersten sechs wichtigsten Empfängerländer zur G8 gehören. Außerdem herrscht in den USA, dem Vereinigten Königreich und in Deutschland eine große Streuung bezüglich der Herkunft der ausländischen Studenten vor. Dies gilt als Beleg für eine hohe Kontrolle von Wissen der entsprechenden Staaten, da das Kulturbild sowie die Weltanschauung der ausländischen Studierenden durchaus von den Universitäten und den Ländern selber mitgeprägt wird. Die demokratischen Industrieländer bilden also eine entscheidende strukturelle Dominanz.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Eignung der G8 als Weltwirtschaftsdirektorium und definiert den Global-Governance-Ansatz.

2. Die Idee der institutionalisierten Gruppenhegemonie: Analysiert die theoretischen Voraussetzungen einer Hegemonialmacht, die in Verbindung mit internationalen Institutionen vorteilhaft für die Weltwirtschaft agieren kann.

3. Das Machtpotential der G7/G8 als Weltwirtschaftsdirektorium: Untersucht die ökonomischen und militärischen Machtfaktoren sowie die Rolle der G7/G8 in den internationalen Finanzinstitutionen.

4. Die Kohärenz und Compliance der G8: Untersucht interne Stabilität, die Auswirkungen der Russland-Integration, die Erweiterung der politischen Agenda und die Wirksamkeit der Beschlüsse.

5. Das Problem der Legitimität: Diskutiert die fehlende völkerrechtliche Grundlage und den wachsenden Widerstand von Globalisierungsgegnern gegen westlich-kapitalistische Interessen.

6. Fazit: Zieht Bilanz über die Wirksamkeit der G8 und stellt fest, dass sie zwar Impulsgeber sein kann, aber als Global Governance-Instanz nicht geeignet ist.

7. Ausblick auf die Zukunft der G8: Bewertet die Rolle der G20 als notwendige Pufferstruktur und fordert Reformen hinsichtlich Transparenz und Einbeziehung aufstrebender Mächte.

Schlüsselwörter

G8, Global Governance, Weltwirtschaft, Finanzarchitektur, Gruppenhegemonie, IWF, Compliance, Weltwirtschaftsdirektorium, Globalisierung, Legitimität, strukturielle Macht, Weltordnungspolitik, Krisenmanagement, internationale Finanzinstitutionen, G20.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle der G8 als steuernde Kraft in der internationalen Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie ihre Eignung als Akteur einer effektiven Global Governance.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf Machtkonzentration, institutioneller Kohärenz, der Durchsetzung von Beschlüssen (Compliance) und der Legitimität der G8-Politik.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Es wird erörtert, ob die G8 strukturell in der Lage ist, ein "Weltwirtschafts-Finanzdirektorium" zu bilden, und ob ein solcher Ansatz dauerhaften Bestand haben kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf politikwissenschaftliche Theorien, wie den Neorealismus und den liberalen Institutionalismus, sowie auf eine empirische Analyse von Machtindikatoren und Compliance-Daten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Machtpotentialen (relational/strukturell), die Analyse interner Kohärenzprobleme, die Erweiterung der politischen Agenda und Fragen der Legitimität gegenüber der Weltöffentlichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Global Governance, Gruppenhegemonie, strukturelle Macht, Compliance, internationale Finanzinstitutionen und das Legitimitätsdefizit der G8.

Warum wird die Integration Russlands in der Arbeit kritisch gesehen?

Der Autor argumentiert, dass die Aufnahme Russlands die ideologisch-systemische Grundkohärenz schwächt, da das Land nicht das volle Profil einer stabilen kapitalistischen Demokratie erfüllt.

Welche Rolle spielen Nichtregierungsorganisationen wie ATTAC in der Untersuchung?

Sie dienen als Beleg für den wachsenden innerwestlichen Widerstand gegen die Globalisierung, der die Legitimität der G8-Politik zunehmend in Frage stellt.

Welche Bedeutung kommt der G20 im Ausblick zu?

Die G20 wird als notwendige Vermittlerinstanz zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern gesehen, die helfen kann, die Legitimitätsdefizite der G8 abzubauen.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
G8 und Global Governance in der Wirtschafts- und Finanzpolitik
Hochschule
Hochschule für Politik München
Veranstaltung
Global Governance
Note
2,6
Autor
Dipl.sc.pol.Univ. Nepomuk V. Fischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
20
Katalognummer
V126392
ISBN (eBook)
9783640323395
ISBN (Buch)
9783640321414
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Global Governance Wirtschafts- Finanzpolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl.sc.pol.Univ. Nepomuk V. Fischer (Autor:in), 2005, G8 und Global Governance in der Wirtschafts- und Finanzpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126392
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Leseprobe aus  20  Seiten
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