‚Empowerment‘ ist ein Ansatz, um sich gegen Diskriminierungen einzusetzen und Betroffene zu stärken. Wie dieser Ansatz zu verstehen ist, warum er Relevanz für die Schule besitzt und wie er im Grundschulkontext anhand von Bilderbüchern Einsatz finden kann, wird in dieser Arbeit betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 BEGRIFFSDEFINITION: RASSISMUS UND DISKRIMINIERUNG
2.2 RASSISMUS UND DISKRIMINIERUNG IM KONTEXT SCHULE
2.2.1 SCHULBÜCHER
2.2.2 KLASSENZIMMER
2.2.3 LEHRKRÄFTE
2.3 AUSWIRKUNGEN VON RASSISMUS UND DISKRIMINIERUNG IM KONTEXT SCHULE
2.4 EMPOWERMENT
3 BILDERBÜCHER ALS ANKNÜPFUNGSPUNKT
4 PRAXISORIENTIERTER BLICK: DIE VERKNÜPFUNG VON EMPOWERMENT IM DEUTSCH- & KUNSTUNTERRICHT IN DER GRUNDSCHULE
4.1 ‚DAS WORT, DAS BAUCHSCHMERZEN MACHT‘ - NANCY DELLA
4.1.1 MÖGLICHE ANKNÜPFPUNKTE FÄCHERÜBERGREIFEND UND IM RAHMEN VON BÜCHEREIZEITEN
4.2 ‚JULIAN IST EINE MEERJUNGFRAU‘ - JESSICA LOVE
4.2.1 MÖGLICHE ANKNÜPFPUNKTE IM RAHMEN VON KUNSTUNTERRICHT
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht Möglichkeiten, wie Grundschulkinder durch den Einsatz von Bilderbüchern im Unterricht gestärkt werden können, um Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen entgegenzuwirken. Der Fokus liegt dabei auf der Förderung von Empowerment-Prozessen innerhalb des Deutsch- und Kunstunterrichts durch die gezielte Auswahl diskriminierungskritischer Literatur.
- Grundlagen des Empowerment-Ansatzes in der pädagogischen Arbeit
- Analyse der Rolle von Schulbüchern und Klassenzimmergestaltung bei Diskriminierung
- Die Bedeutung von Repräsentation und Identifikationsfiguren in Bilderbüchern
- Praxisbeispiele zur Umsetzung von Empowerment im Deutsch- und Kunstunterricht
- Methoden für den diskriminierungssensiblen Umgang mit Literatur im Grundschulalter
Auszug aus dem Buch
4.1 ‚Das WORT, das BAUCHSCHMERZEN macht‘ - Nancy Della
Protagonist des Buchs ist Lukas, ein Schwarzer Deutscher. Aus seiner Sicht wird eine Rassismuserfahrung in der Schule mit ihren Folgen, Fehlern im Umgang mit diesem Thema, aber auch Handlungsmöglichkeiten thematisiert. In der Büchereistunde wird von der Klassenlehrerin ein Buch vorgelesen, sie liest dabei einen rassistischen Begriff mit vor, ohne ihn zu thematisieren. Della schafft es hierbei den Begriff aufzugreifen, ohne ihn selbst zu verwenden: ‚Das Wort, das wir zuhause niemals benutzen, weil es einen wütend und traurig zugleich macht. Das Wort, das Schwarze Menschen klein und dumm macht. Das Wort, das an den schlimmen Taten der Menschen festhält, die meinen Vorfahren Leid angetan haben.‘ (Della et al., 2014)
Das Fehlverhalten der Lehrperson und die Folgen, die daraus resultieren, wenn hierbei nicht eingegriffen wird, zeigt Jans Aussage deutlich. Es führt zur Reproduktion und zur Festigung. Er, als ein Mitschüler von Lukas, greift diesen Begriff auf und nennt Lukas so.
Ich bin gar nicht gemein. Lukas Papa ist das nun mal, und seine Mama ist das auch, und seine Horde von Geschwistern sind das auch. Und ich hab auch den Beweis: Das hat Frau Hoehlmann erst heute so vorgelesen. Und was im Buch steht ist die Wahrheit und kann gar nicht gemein sein, sagte Jan und machte dabei ein wichtiges Gesicht. (Della et al., 2014)
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Autorin begründet ihre Arbeit aus der Perspektive einer angehenden Lehrkraft und betont die Notwendigkeit der Selbstreflexion eigener Privilegien im Kontext von Rassismus und Diskriminierung.
2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Rassismus, Diskriminierung sowie das Empowerment-Konzept und beleuchtet die Rolle von Schulbüchern und Lehrkräften bei der Ausprägung bildungsdiskriminierender Prozesse.
3 BILDERBÜCHER ALS ANKNÜPFUNGSPUNKT: Hier wird das Potenzial von Bilderbüchern als Medium der Identifikationsstärkung und zur Thematisierung von Machtstrukturen im Unterricht dargelegt.
4 PRAXISORIENTIERTER BLICK: DIE VERKNÜPFUNG VON EMPOWERMENT IM DEUTSCH- & KUNSTUNTERRICHT IN DER GRUNDSCHULE: Dieses Kapitel analysiert anhand der Bilderbücher „Das WORT, das BAUCHSCHMERZEN macht“ und „Julian ist eine Meerjungfrau“ konkret mögliche Unterrichtskonzepte zur Förderung von Empowerment.
5 FAZIT: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Bilderbücher eine wertvolle und logische Herangehensweise zur Empowerment-Förderung sind, aber professionell pädagogisch begleitet werden müssen.
Schlüsselwörter
Rassismus, Diskriminierung, Empowerment, Grundschule, Bilderbuch, Repräsentation, Identitätsentwicklung, Identifikationsfiguren, Deutschunterricht, Kunstunterricht, Pädagogik, Vorurteilsbewusste Erziehung, Machtstrukturen, Diskriminierungsschutz, Diversität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, Kinder in der Grundschule durch den gezielten Einsatz von Bilderbüchern bei der Bewältigung und Reflexion von Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen zu unterstützen und ihr Empowerment zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind Rassismuskritik im schulischen Kontext, die Funktion von Empowerment als Erziehungsansatz sowie die Rolle von Medien – insbesondere Bilderbüchern – bei der Identitätsstärkung von Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, praxisorientierte Wege aufzuzeigen, wie (angehende) Lehrkräfte Bilderbücher intentionell einsetzen können, um Sichtbarkeit zu schaffen, Vorurteile abzubauen und ein diskriminierungssensibles Schulklima zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch aktuelle Forschungsliteratur zur Pädagogik, Diskriminierungssensibilität und Medienpädagogik, die in eine praxisorientierte Analyse konkreter Kinderbuchbeispiele überführt wird.
Welcher Inhalt wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Rahmenbedingungen von Diskriminierung im schulischen Alltag (Schulbücher, Lehrerverhalten) und leitet daraus konkrete Anknüpfungspunkte für den Deutsch- und Kunstunterricht anhand der Beispiele „Das WORT, das BAUCHSCHMERZEN macht“ und „Julian ist eine Meerjungfrau“ ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Empowerment, rassismuskritische Pädagogik, Grundschule, Bilderbuchdidaktik, Repräsentation und Diskriminierungsschutz maßgeblich charakterisiert.
Warum ist die eigene Positionierung der Lehrkraft so wichtig?
Die Autorin betont, dass eine reflektierte Auseinandersetzung mit der eigenen sozialen Positionierung (z.B. als weiße Person) unabdingbar ist, um Diskriminierung im Unterricht sensibel wahrzunehmen und Empowerment-Prozesse nicht durch unbewusste Vorurteile zu behindern.
Welche Rolle spielt das Bilderbuch im Kunstunterricht?
Im Kunstunterricht dient das Bilderbuch als ästhetisches Medium, das durch die Gestaltung eigener Werke zur kreativen Selbsterfahrung und zur Auseinandersetzung mit empowerment-relevanten Themen anregt.
- Quote paper
- Marleen Kirch (Author), 2022, Empowerment mittels des Mediums Bilderbuch im Grundschulkontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1264243