Praktikumsbericht zum Orietierungspraktikum an der Freien Schule in XX


Praktikumsbericht / -arbeit, 2007

13 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Praktikumsvorbereitung
1.1 Persönliche Erwartungen
1.2 Charakteristik der Freien Schule XX

2. Struktur von Unterrichtsstunden
2.1 Theoretische Grundlagen
2.2 Praktische Umsetzung

3. Umfassendes/ Ganzheitliches Lernen
3.1 Theoretische Grundlagen
3.2 Praktische Umsetzung

4. Soziales Lernen
4.1 Theoretische Grundlagen
4.2 Praktische Umsetzung

5. Lehrer- und Schülerverhalten
5.1 Theoretische Grundlagen
5.2 Praktische Umsetzung

6. Schlussbemerkung

7. Literaturverzeichnis

1. Praktikumsvorbereitung

1.1 Persönliche Erwartungen

Vom 29.08. bis 26.09.2007 habe ich das für Lehramtsstudierende obligatorische Orientierungspraktikum absolviert. Ich muss gestehen, dass ich vor Beginn des Praktikums sehr aufgeregt war, da ich an meine alte Schule zurückkehren würde, die aber mittlerweile keine staatliche Schule mehr ist.

Außerdem muss ich sagen, dass ich vor der Durchführung des Praktikums eher skeptisch war, ob ein verhältnismäßig langer Zeitraum von vier Wochen zur Hospitation für angehende Lehrer wirklich zweckmäßig sei. Es reizte mich, einen anderen Schultyp und somit auch Schüler einer Altersklasse kennen zu lernen, da ich durch meine Wahl des Studiums zur Gymnasiallehrerin wohl sonst nie zu gekommen wäre. Somit traf ich eine bewusste Entscheidung für eine freie Schule.

Am Anfang meines Praktikums hatte ich eher gemischte Gefühle und unterschiedliche Erwartungen, allerdings erhoffte ich mir vor allem Gewissheit in meinen Bestrebungen Lehrer zu werden und freute mich darauf endlich mal an eine Schule zu gehen und den Schulalltag zu erleben.

1.2 Charakteristik der Freien Schule XX

Besonders interessant fand ich das von der Schule erstellte Informationsmaterial für die Eltern und Schüler, worin detailliert die Aufgaben, Arbeitsweisen und Konzepte der Schule beworben werden. Schon in diesem Infoblatt wird auf die enge und notwendige Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern verwiesen. Außerdem wird die Zusammenarbeit mit den regionalen Institutionen und Betrieben sowie Vereinen erläutert. Es wird zusätzlich erwähnt, wie die Kinder und Jugendlichen in den Schulalltag integriert werden (z.B. mit wahlobligatorischen Nachmittagskursen und einer Hausaufgabenbetreuung pro Klasse).

Die Schule ist nahe am Wald und Strand gelegen und bietet somit Raum für zahlreiche, naturverbundene Exkursionen. Die qualitativ hochwertige Mittagsverköstigung erfolgt im naheliegenden Naturfreundehaus (Hotel).

Die Schule in XX ist ein ausgewogener Lebens- und Erfahrungsraum, die Schüler fühlen sich dort offensichtlich wohl. Sie verbringen sehr viel Zeit, auch nach dem normalen Unterricht, in ihrem „zweiten Heim“.

2. Struktur von Unterrichtsstunden

2.1 Theoretische Grundlagen

Im Allgemeinen wird der Unterricht in die Stundeneröffnung, die Hauptvermittlungsphase und den Stundenabschluss aufgegliedert. Die Stundeneröffnung dient besonders der „Aktivierung der Lernbereitschaft der Schüler“[1], denn diese sollen möglichst immer in eine bestimmte Erwartungshaltung gesetzt werden. Die Einführung des Lehrers sollte kurz und prägnant erfolgen, da sie kein Selbstzweck werden darf. Die Hauptvermittlungsphase lässt sich untergliedern in die Phase „Begegnung mit dem Neuen“ sowie in die Phase der Vertiefung. Die „Begegnung mit dem Neuen“ soll „mit einem Lerninhalt im großen und ganzen vertraut machen“[2]. In der anschließenden Vertiefungsphase geht es darum, die neuen Regeln, Thematiken und Besonderheiten mit den Schülern zu durchdringen, wozu jeweils eine angemessene Aufgabenstellung und Sozialform notwendig ist. Der Stundenabschluss dient der Wiederholung und/ oder Anwendung des neuen Stoffes. Außerdem ist in dieser Phase die Auswertung des Unterrichtserfolges gegenwärtig, denn der Lehrer kann nun testen, inwieweit die Schüler den neuen Lernstoff verstanden haben und ob sie sicher sind in der Anwendung des Neuen.

Für die Effizienz und die Effektivität des Unterricht ist eine angemessene Strukturierung der Stunde unerlässlich. Beispielsweise Steindorf[3] begründet die Strukturiertheit einer Unterrichtseinheit mit den folgenden vier Argumenten:

1. durch die Strukturierung des Lerngeschehens wird das Verständnis durch den Lernenden gefordert, da die Stoffvermittlung sinnvoll eingeteilt wird (lernpsychologischer Aspekt)
2. die Lerninhalte erfordern zumeist selbst eine gewisse Strukturierung oder bieten diese an (inhaltlicher Aspekt)
3. das Unterrichtsgeschehen muss in Berücksichtigung der übergeordneten Planung, vor allem den Lehrplänen, erfolgen (lernzielbezogener Aspekt)
4. für erfolgreiche Lehr-Lern-Prozesse ist eine gewisse Dynamik in der Darstellung durch den Lehrenden hilfreich und nötig (dramatischer Aspekt)

Während meines Praktikums an der Freien Schule XX wollte ich beobachten, inwieweit die theoretischen Grundlagen in der Praxis umgesetzt werden und ob Abweichungen in der Strukturierung Konsequenzen für den Unterrichtsverlauf mit sich bringen.

2.2 Praktische Umsetzung

Während meiner Hospitationsstunden war es mir möglich zu erkennen, dass fast alle Lehrkörper bemüht waren eine angemessene Strukturierung in ihrem Unterricht umzusetzen. Bei manchen Lehrern empfand ich die Strukturierung beinahe bilderbuchartig, was ich zum Teil auch auf meine Anwesenheit zurückführe. Problematisch finde ich dennoch folgenden Aspekt: Einerseits wurde die Unterrichtseinheit pünktlich mit der Phase des Stundenabschlusses beendet, was theoretisch positiv ist, dennoch hatte ich des öfteren das Gefühl, das bestimmte Verständnisprobleme der Schüler keine vollständige Lösung erfuhren. Es wurde weiterhin strikt an der Struktur des Unterrichtsverlauf festgehalten.

Bei anderen Lehrern hatte ich teilweise enorme Probleme eine Struktur auszumachen oder es war eine Struktur vorhanden, die aber nicht umgesetzt werden konnte. Bei Frau Otto in der 5. Klasse nach der Mittagspause gab es generell Probleme mit den Schülern, darunter litt meist die Struktur des Unterrichts. Da es in der Schule kein Klingelzeichen gibt, machen die Lehrer meist durch kurze Anweisungen darauf aufmerksam, dass es Zeit ist mit der Stunde zu beginnen. An diesem Montag reagierten die Schüler nicht auf Frau Otto, woraufhin sie schweigend vor der Klasse stehen blieb und bestimmte Schüler durch strenge Blicke aufforderte, sich hinzusetzen oder still zu sein. Im Verlauf der Doppelstunde wurden dann drei Schüler umgesetzt, was aber auch keinen Erfolg brachte. Manche Schüler standen einfach auf und liefen zum Nebentisch auf einen Smalltalk. Jedenfalls brachte diese Unruhe, die ich auf die Verhaltensweisen der Lehrerin zurückführe, die Struktur der Unterrichtseinheit so weit durcheinander, dass wir in der Hauptvermittlungsphase abbrechen mussten und mit den Kindern auf den Hof gingen.

[...]


[1] STEINDORF 1995, S. 198

[2] STEINDORF 1995, S. 201

[3] Vgl. STEINDORF 1995, S. 186f.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Praktikumsbericht zum Orietierungspraktikum an der Freien Schule in XX
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V126512
ISBN (eBook)
9783640893898
ISBN (Buch)
9783640894093
Dateigröße
365 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
praktikumsbericht, orietierungspraktikum, freien, schule
Arbeit zitieren
Jeannette Nedoma (Autor:in), 2007, Praktikumsbericht zum Orietierungspraktikum an der Freien Schule in XX, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126512

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