Der Wert des Privaten in Sozialen Netzwerken


Essay, 2009

5 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Der Wert des Privaten in Sozialen Netzwerken

- Ein Essay von Debora Domaß

Einleitung

In der letzen Zeit gab es − vor allem in der „Internetwelt” − einen großen Medienrummel um den Datenschutz bei Sozialen Netzwerken. Vor allem das StudiVZ sorgte für einen großen Aufruhr, als es Ende 2007 bekannt gab, seine AGBs ändern zu wollen, um personalisierte Werbung möglich zu machen. Viele Nutzer hatten Angst um ihre privaten Daten und traten aus dem Netzwerk aus oder stellten ihr Profil auf „privat”. Privatheit der Daten wurde über Nacht zu einem Hauptthema der Nachrichten.

Auch die niederländische Philosophin Beate Rössler redet in ihrem Buch „Der Wert des Privaten” über Privatheit − lassen sich ihre Thesen auf die Probleme der Privatsphäre in Sozialen Netzwerken übertragen?

Rösslers Auffassung

Um diese Frage beantworten können, muss man sich zunächst ansehen, wie Rössler Privatheit definiert. In ihrem Buch unterscheidet sie zwischen den Begriffen „Freiheit”, „Privatheit” und „Autonomie”.

Dabei versteht sie unter ¢reiheit die Freiheit, Entscheidungen selbst zu treffen und frei wählen zu können, welche Entscheidungen man trifft.

Unter Privatheit hingegen versteht sie die

„Kontrolle über den Zugang von anderen und damit Schutz vor dem unerwünschten Zugang anderer − wobei dieser Zugang oder Zutritt als tatsächlicher physischer Zutritt (in Räume) und als metaphorischer Zutritt zur Persönlichkeit, und zwar im Sinne eines ZugriJJs einerseits und im Sinne von Einspruchs− oder EingriJJsmöglichkeiten in Verhaltensweisen andrerseits“ (S. 84).

Privatheit bedeutet demnach, kontrollieren zu können, wer in welchem Umfang Zugang zu mir hat − sei es im wörtlichen Sinne oder psychisch. Laut Rössler lässt sich die Privatheit in drei Bereiche unterteilen: Die Privatheit des Ortes (lokale Privatheit), die Privatheit der Informationskontrolle (informationelle Privatheit) sowie die Privatheit der Entscheidung der Handlung (dezisionale Privatheit).

Rösslers dritter Begriff ist die Autonomie. Hierunter versteht die Autorin die Fähigkeit, Entscheidungen im Hinblick auf ein Lebensziel begründen zu können; die Fähigkeit der Selbstbestimmung. Hierfür ist es zunächst einmal notwendig, sich Gedanken darüber zu machen, wie man leben und wer man sein möchte. Rössler geht sogar so weit, zu behaupten, ohne Autonomie sei individuelle Glückseligkeit nicht möglich und findbar (S. 97).

Laut Rössler ist Autonomie nicht möglich ohne Privatheit und Freiheit, anders herum bedeuten Freiheit und Privatheit nicht automatisch, dass man auch ein autonomes Leben führt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Der Wert des Privaten in Sozialen Netzwerken
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
5
Katalognummer
V126529
ISBN (eBook)
9783640413881
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
StudiVZ, Web2.0, Soziale Netzwerke, Privatheit, Freiheit, Autonomie, Facebook, Myspace
Arbeit zitieren
Debora Domaß (Autor), 2009, Der Wert des Privaten in Sozialen Netzwerken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126529

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