Lernen fällt in der Regel leicht, wenn die Motivation entsprechend vorhanden ist. Eine mangelnde Lern- und auch Leistungsbereitschaft wird zur Ursache von vielen gesellschaftlichen Problemen gemacht. Viele Betriebe haben das Problem, dass ihre Auszubildenden wenig Motivation zeigen und nicht die gewünschten Ergebnisse bringen. Deswegen wird immer wieder nach Möglichkeiten gesucht, auf effektive Weise die Motivation von Menschen zu fördern. Vor allem in der beruflichen Ausbildung, ist eine andauernde Motivation zu lernen und entsprechende Leistungen zu erbringen besonders wichtig.
Aus der Sicht eines Lehrers hängt die Leistung, die ein Schüler erbringt, von zwei Größen ab. Zum einen vom Können des Schülers, das bedeutet, was für Fähigkeiten und Begabungen er mitbringt und zum anderen von seinem Wollen. Also auch darum, wie groß seine Bereitschaft und Motivation ist, sich mit dem vorgegebenen Lernmaterial auseinanderzusetzen und sich selbst zu bemühen. Gerade die Motivation ist jedoch etwas, dass für den Ausbilder bzw. Lehrer jedoch schwer zu greifen ist. Die Auszubildenden haben verschiedene Motive, die sie antreiben, etwas zu tun.
Diese Seminararbeit hat das Ziel, sich mit der Leistungs- und Lernmotivation von Auszubildenden auseinanderzusetzen. Zu Beginn der Arbeit soll erst einmal über die verschiedene Lernmotive gesprochen werden. Danach soll auf die intrinsische und extrinsische Motivation genauer eingegangen werden. Den Kern der Arbeit bildet das Kapitel über die Lernmotivation und auf welche Art sie verstärkt werden kann.
Abschließend folgt eine Erläuterung zu Kausalattributen der Leistungsmotivation und abschließend ein eigenes Fazit. So soll im Verlauf dieser Arbeit die folgende Forschungsfrage beantwortet werden: Was motiviert Auszubildende während ihrer Ausbildung und wie kann die Lern- und Leistungsmotivation positiv beeinflusst werden?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die unterschiedlichen Lernmotive
3. Intrinsische und extrinsische Motivation
4. Lernmotivation und ihre Verstärkung
5. Kausalattribution der Leistungsmotivation
6. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Faktoren der Lern- und Leistungsmotivation bei Auszubildenden, um Strategien aufzuzeigen, wie diese im beruflichen Bildungskontext positiv beeinflusst und gefördert werden können.
- Differenzierung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation
- Bedeutung von Lernmotiven und Anreizstrukturen
- Analyse von Verstärkungsmechanismen nach Skinner
- Attributionstheoretische Betrachtungsweisen von Erfolg und Misserfolg
- Vergleichende Analyse der Motivationsfaktoren in Berufsschule und Betrieb
Auszug aus dem Buch
3. Intrinsische und extrinsische Motivation
Das Verhalten einer Person wird im Wesentlichen entweder durch extrinsische und intrinsische Motivation beeinflusst. Wird aufgrund der nach einer Handlung eintretenden Konsequenzen, ob es jetzt um das Erreichen positiver Konsequenzen oder das Vermeiden negativer Konsequenzen geht, gehandelt, so spricht man von einer extrinsischen Motivation. Wenn eine Handlung jedoch um ihrer selbst Willen ausgeführt wird, so wird dies als intrinsisch motiviert bezeichnet. Tätigkeiten, die intrinsisch motiviert sind, machen Spaß und begeistern uns. Die Tätigkeit an sich macht glücklich und nicht die daraus folgende Konsequenz. Wenn der Anreiz hingegen nur das Endergebnis der Tätigkeit ist, ist das Ziel diese so schnell wie möglich zum Ende zu bringen, um zum Beispiel entsprechende Anerkennung zu bekommen. (Schlag, S.20)
Durch intrinsische Motivation sollen wir unsere Höchstleistungen erzielen und sie soll daher der extrinsischen Motivation überlegen sein. Im Vergleich dazu wird extrinsische Motivation auch häufig als eine Form der Manipulation gesehen, welche nur eine momentane Verhaltensanpassung bewirkt. Aus pädagogischer Sicht ist die intrinsische Motivation deswegen auch ideal, weil die Schüler und Schülerinnen besser in das Thema eingebunden werden und einen persönlicheren Bezug zum Thema entwickeln. (Schlag, S.21)
Schlag spricht von zwei Quellbereichen der Lern und Leistungsmotivation. Innere Motive, welche die persönliche Entwicklung vorantreiben, sind die sogenannten „Wachstumsmotive“. Motive, welche durch Anreize, Belohnungen, Vorbilder und anderen sozialen, sowie materiellen Umweltgegebenheiten angetrieben werden, sind die äußeren Motive. Stehen innere Bestrebungen und die äußeren Anforderungen nicht im passenden Verhältnis, kann das Resultat Rückzug und Enttäuschung sein und darüber hinaus kann die betreffende Person Angst vor Misserfolg und ein negatives Leistungsselbstbild entwickeln. (Schlag, S.23)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Lernmotivation für den Ausbildungserfolg und formuliert die Forschungsfrage zur positiven Beeinflussung dieser Motivation.
2. Die unterschiedlichen Lernmotive: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Beweggründe für das Lernen, wie soziale Bedürfnisse, Anerkennung und den Reiz des Neuen.
3. Intrinsische und extrinsische Motivation: Hier wird die Unterscheidung zwischen handlungs- und ergebnisorientierter Motivation sowie deren Auswirkungen auf das Lernverhalten diskutiert.
4. Lernmotivation und ihre Verstärkung: Es werden Methoden zur Motivationssteigerung sowie Skinners Theorie des operanten Konditionierens in Bezug auf Lernprozesse analysiert.
5. Kausalattribution der Leistungsmotivation: Dieses Kapitel behandelt die Attributionstheorien von Atkinson und Weiner, um zu erklären, wie die Zuschreibung von Ursachen bei Erfolg oder Misserfolg die Motivation steuert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Bedeutung intrinsischer Anreize sowie praxisnaher Ausbildungsinhalte gegenüber rein extrinsischen Belohnungssystemen.
Schlüsselwörter
Lernmotivation, Leistungsmotivation, Ausbildung, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Verstärkung, operante Konditionierung, Kausalattribution, Leistungsselbstbild, Erfolgsmotiv, Misserfolgsvermeidung, Berufsschule, betriebliche Ausbildung, Selbstregulation, Selbstwirksamkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Lern- und Leistungsmotivation bei Auszubildenden und untersucht Wege, diese nachhaltig zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung von Motivationsarten, psychologischen Lerntheorien (wie dem operanten Konditionieren) sowie kognitiven Attributionstheorien.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, was Auszubildende während ihrer Ausbildung motiviert und wie die Lern- und Leistungsmotivation positiv beeinflusst werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Seminararbeit, die auf etablierten psychologischen Theorien zur Motivationspsychologie (u.a. von Schlag, Skinner, Atkinson und Weiner) aufbaut.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die verschiedenen Lernmotive beschrieben, gefolgt von einer detaillierten Analyse extrinsischer und intrinsischer Motivationsquellen, Möglichkeiten der Verstärkung sowie Modellen zur Ursachenzuschreibung von Leistungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Lernmotivation, intrinsische/extrinsische Motivation, operante Konditionierung, Kausalattribution und beruflicher Praxisbezug.
Warum unterscheidet das Modell zwischen Lernorten wie Betrieb und Berufsschule?
Die Arbeit analysiert, dass sich die Motivationsformen je nach Lernort unterscheiden, da in Betrieben häufiger intrinsische Motivationsfaktoren durch Praxisbezug vorhanden sind, während in der Berufsschule eher extrinsische Faktoren dominieren.
Welche Rolle spielt das operante Konditionieren nach Skinner für die Ausbildung?
Das operante Konditionieren dient als Erklärungsmodell für Verhaltenssteuerung durch Konsequenzen (Verstärkung/Bestrafung), wird jedoch kritisch hinsichtlich seines manipulativen Charakters hinterfragt.
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- Michelle Naar (Autor), 2019, Die Verstärkung der Lern- und Leistungsmotivation in der beruflichen Ausbildung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1265359