1. Einleitung
1.1 Kurzer Biographischer Exkurs zu Konrad Lorenz und Einführung in die von ihm erforschte vergleichende Ethologie
Der Österreicher Prof. Dr. med. Dr. Phil. Konrad Zacharias Lorenz wurde am 7. November 1903 in Wien als Sohn des Orthopäden Dr. Adolf Lorenz und seiner Frau Emma geboren. Nach einer ereignisreichen Wissenschaftskarriere und zahlreichen medizinischen und wissenschaftlichen Verwendungen, wurde ihm im Jahre 1973, zusammen mit Karl von Frisch und Nikolaas Tinbergen, der Nobelpreis für Medizin und Physiologie verliehen. Dies war die Ehrenerweisung für Bahnbrechende Errungenschaften in der vergleichenden Verhaltensforschung. Die Max-Planck-Gesellschaft schuf für ihn daraufhin die Forschungsstation Grünau im Almtal, wo er, im Rahmen des Instituts für Vergleichende Verhaltensforschung der österreichischen Akademie der Wissenschaften, seine Forschungen fortsetzte. Konrad Lorenz verstarb am 27. Februar 1989. Sein Geistiges Erbe ist der Grundstein für eine Vielzahl der heutigen Erkenntnisse und seine wissenschaftlichen Arbeiten belegen seine Position als Nestor der vergleichenden Verhaltensforschung. Schon in der Historie wurde die Wissenschaft der Verhaltensforschung von den Menschen mit einem speziellen Interesse verfolgt. Das dieser Teilbereich der Biologie eine solche Popularität genießt, liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass der Forschungsgegenstand der Ethologie Erfahrungen aus dem unmittelbaren alltäglichen Umfeld untersucht. Dies bedeutet, die Forschungsergebnisse werden für den Interessierten greifbar und nachvollziehbar, selbst ohne eine wissenschaftliche Vorbildung. Konrad Lorenz verstand die Kunst seine festgestellten Ergebnisse, Beobachtungen und Erlebnisse selbst für einen Laien zugänglich zu machen und den Leser oder Zuhörer, durch seine faszinierende Art Wissen zu vermitteln, mitzureißen.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Kurzer Biographischer Exkurs zu Konrad Lorenz und Einführung in die von ihm erforschte vergleichenden Ethologie
2. Hauptteil
2.1. Historie der Verhaltensforschung
2.2. Definition und Beschreibung Angeborenen Verhaltens
2.3. Erbkoordination und Appetenzverhalten
2.4. Der Angeborene Auslösemechanismus
2.5. Entstehung komplexer Systeme aus Erbkoordination und AAM
3. Schluss
3.1. Schlussbemerkungen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Grundlagen der vergleichenden Ethologie unter besonderer Berücksichtigung der Theorien von Konrad Lorenz zum angeborenen Verhalten. Ziel ist es, die Konzepte der Erbkoordination, des Appetenzverhaltens und der Angeborenen Auslösemechanismen wissenschaftlich darzulegen und deren Bedeutung für die Evolution von Verhaltenssystemen zu analysieren.
- Biographische Einordnung von Konrad Lorenz und die Entstehung der Ethologie
- Historische Entwicklung der Verhaltensforschung und Abgrenzung zu anderen Strömungen
- Analyse der Mechanismen: Erbkoordination, Appetenzverhalten und AAM
- Zusammenspiel komplexer Verhaltenssysteme und deren evolutionäre Anpassung
Auszug aus dem Buch
2.4 Der Angeborene Auslösemechanismus
Der Organismus entscheidet über seine Reaktion nach eigentlich sehr einfach strukturierten, numerisch limitierten Reizen. Diese lösen ein angeborenes Verhalten aus das dieser Reizkonfiguration entspricht, dabei kann der rezeptorische Apparat nicht selektierend auf sehr komplexe Reize reagieren. Er regiert eher schemenhaft. Schlüsselreize beschreiben hierbei die Simplizität und Eindeutigkeit der Situation. Das Zentralnervensystem spricht auf diese Reize an und weist der Situation eine arterhaltend wirksame Bewegungsweise zu. Das dieser Mechanismus fehlschlägt ist so selten, dass dies der Lebenskraft der Spezies nicht schadet. (vgl. Lorenz, 1975, S.117) Wenn die Summe der empfangenen Reize nicht ausreicht um eine vollständige Endhandlung auszulösen, sinkt dementsprechend die Komplexität der ausgeführten Handlung.
Trotz dieser Umstände spricht der Rezeptorische Apparat auf diese Schlüsselreize an, dies bezeichnet man als angeborenen Auslösemechanismus, kurz AAM. Da nur bestimmte Konfigurationen von Reizen eine biologisch relevante Situation beschreiben und die dafür vorprogrammierten Handlungsketten ablaufen lassen, muss irgendwo eine Filterung von empfangenen Reizen erfolgen. Die Sinnesorgane sind also gewissermaßen die Wärter die einer Reizüberflutung entgegenwirken. Schließlich lässt sich feststellen, dass bei allen Höherentwickelten Lebewesen die Reizfilterung im Gehirn stattfindet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel bietet einen biographischen Überblick zu Konrad Lorenz und führt in die Grundlagen der von ihm maßgeblich geprägten vergleichenden Ethologie ein.
2. Hauptteil: Der Hauptteil widmet sich der historischen Entwicklung der Verhaltensforschung, definiert das angeborene Verhalten und erläutert zentrale Konzepte wie Erbkoordination, Appetenzverhalten sowie die Rolle des Angeborenen Auslösemechanismus (AAM) in komplexen Systemen.
3. Schluss: Die Schlussbemerkungen fassen die Erkenntnisse zusammen, indem sie die Bedeutung von Lernprozessen und Evolution für die Anpassung des Individuums hervorheben und die Rolle von Konrad Lorenz für die moderne Ethologie würdigen.
Schlüsselwörter
Konrad Lorenz, Ethologie, Verhaltensforschung, Erbkoordination, Appetenzverhalten, Angeborener Auslösemechanismus, AAM, Evolution, Instinktbewegung, Reizfilterung, Anpassung, Phylogenese, Arterhaltung, Schlüsselreiz, Verhaltenssysteme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept des angeborenen Verhaltens bei Tieren und Menschen, basierend auf den wissenschaftlichen Arbeiten von Konrad Lorenz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Ethologie, biologische Grundlagen des Instinktverhaltens und die evolutionäre Anpassung durch komplexe Verhaltenssysteme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die von Konrad Lorenz formulierten Theorien zur Verhaltenssteuerung, insbesondere die Mechanismen hinter angeborenen Handlungsweisen, verständlich zu erläutern und in den wissenschaftlichen Kontext einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der Schriften von Konrad Lorenz und nutzt den historischen sowie vergleichenden Ansatz der Ethologie zur theoretischen Fundierung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung der Verhaltensforschung, die Definition des angeborenen Verhaltens, die Analyse von Erbkoordination und Appetenz sowie den Mechanismus der Reizauslösung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ethologie, Erbkoordination, Angeborener Auslösemechanismus (AAM), Appetenzverhalten und Evolution charakterisiert.
Was unterscheidet "geschlossene" von "offenen" Programmen?
Laut der referenzierten Theorie von Ernst Mayr lassen "geschlossene" Programme keine individuelle Anpassung zu, während "offene" Programme Veränderungen durch Adaption an das jeweilige Lebensumfeld ermöglichen.
Warum spielt die Reizfilterung eine entscheidende Rolle für Lebewesen?
Die Reizfilterung verhindert eine Reizüberflutung des Organismus, indem sie nur biologisch relevante Informationen durchlässt, die zur Auslösung von arterhaltenden Handlungsketten erforderlich sind.
- Quote paper
- Christian Schäfer (Author), 2002, Angeborenes Verhalten im Aufsatz von Konrad Lorenz 'Evolution des Verhaltens', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1266