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Die Corona-Pandemie und die Identitätsentwicklung von Jugendlichen. Auswirkungen von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie

Título: Die Corona-Pandemie und die Identitätsentwicklung von Jugendlichen. Auswirkungen von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie

Tesis de Máster , 2022 , 121 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Elena Schreer (Autor)

Psicología - Psicología del desarrollo
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Die Forschungsarbeit stellt die möglichen Auswirkungen von Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf die Identitätsentwicklung von Jugendlichen in den Fokus der Untersuchung.

Die Fragen nach dem „Wer bin ich?“, „Was macht mich aus?“, und „Wer will ich sein?“ beschäftigen uns unser ganzes Leben lang immer wieder aufs Neue. Unsere Antworten darauf sind ausschlaggebend dafür, wie wir zu uns selbst stehen und wie wir uns in soziale und gesellschaftliche Beziehungen einordnen. Die Identitäten eines Menschen entwickeln sich nicht plötzlich, sondern allmählich und dynamisch in der Auseinandersetzung mit der dinglich – materiellen und sozialen Umwelt.

Persönliche Bedürfnisse, Antriebe und Interessen stehen dabei in direkter Wechselwirkung mit äußeren Faktoren und Rahmenbedingungen der Umwelt und werden in einem komplexen innerpsychischen Vorgang fortwährend miteinander abgeglichen und verhandelt. Das Jugendalter stellt eine Lebensphase dar, in der die Identitätsentwicklung eine besondere Rolle einnimmt.

Im Übergang vom Kind zum Erwachsenen gelten die Herausbildung von eigenen Interessen, Zukunfts- und Wertevorstellungen bezogen auf unterschiedliche Lebensbereiche sowie der Aufbau unterschiedlicher Beziehungen als wichtige Entwicklungsaufgaben. In einer Phase des Umbruchs, die von der allmählichen Ablösung der Eltern oder Sorgeberechtigten und dem stetigen Zugewinn von Selbstständigkeit und Autonomie gekennzeichnet ist, erleben Jugendliche westlicher Gesellschaften meist eine Zeit des Ausprobierens und Experimentierens, die ihnen die Möglichkeit eröffnet, Identitätskonstruktionen aktiv mitzugestalten und ihren individuellen Platz in der Gesellschaft aktiv zu finden.

Im Zusammenhang mit der globalen Ausbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) im Jahr 2020 und einer noch fehlenden Immunität der Bevölkerung gegenüber dem Erreger, wurden zur Verhinderung einer Überlastung des Gesundheitssystems in der Bundesrepublik Deutschland weitreichende Infektionsschutzmaßnahmen eingeführt, die das Leben der Bevölkerung in vielen Bereichen massiv einschränken.

Im Hinblick auf die Identitätsentwicklung von Jugendlichen stellt sich die Frage, inwiefern sich Einschränkungen insbesondere im Sozialleben (durch Kontaktbeschränkungen, Versammlungsverbote, Abstandsregeln etc.) und im Freizeitbereich (durch Schließungen von Freizeit- und Kultureinrichtungen etc.) auf diesen Prozess auswirken.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Teil

2.1 Definitorische Einordnung des Jugendalters

2.2 Persönlichkeit, Identität, Selbst – begriffliche Klärungen und Abgrenzungen

2.2.1 Persönlichkeit

2.2.2 Identität

2.2.3 Selbst

2.3 Identitätsdiskurs

2.3.1 Stufenmodell psychosozialer Entwicklung nach Erikson

2.3.2 Identitätsentwicklung nach Marcia

2.3.3 Identitätskonstruktionen nach Keupp

2.4 Aktueller Forschungsstand

2.4.1 Chronologie bisheriger Corona-Maßnahmen

2.4.2 Thematisch relevante Forschungserkenntnisse bisheriger Studien

2.4.2.1 Verlagerung von Kontaktpersonen

2.4.2.2 Freizeitaktivitäten

2.4.2.3 Zukunftsbezogene Unsicherheiten

2.4.2.4 Psychische Gesundheit

2.4.2.5 Identitätsentwicklung

3. Empirischer Teil

3.1 Zielsetzung

3.2 Forschungsdesign

3.2.1 Methodik

3.2.2 Stichprobe / Sample

3.2.3 Aufbereitungs- und Auswertungsverfahren

3.2.4 Methodenreflexion

4. Ergebnisse

4.1 Erfahrungsspielräume

4.2 Soziale Beziehungen

4.3 Identität

4.4 Umgangsformen

5. Diskussion

5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse

5.2 Einordnung in das Forschungsfeld

5.3 Forschungsbeschränkungen und Empfehlung für weiterführende Forschung

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der staatlichen Corona-Maßnahmen auf die Identitätsentwicklung von Jugendlichen, um zu verstehen, wie diese pandemiebedingten Einflüsse subjektiv wahrgenommen und verarbeitet wurden und welche Rolle sie für den Prozess der Identitätskonstruktion in dieser Lebensphase spielen.

  • Identitätsentwicklung im Jugendalter als theoretischer Rahmen
  • Analyse der Corona-Maßnahmen und deren Auswirkungen auf den Alltag Jugendlicher
  • Qualitative Untersuchung subjektiver Erfahrungen und Bewältigungsstrategien
  • Diskussion von positiven und negativen Einflüssen auf das Selbstbild und die soziale Integration

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Persönlichkeit

Als Persönlichkeit wird nach Caspi (1998) die Neigung eines Individuums beschrieben, immer auf eine gleichbleibende und konsistente Art und Weise zu denken, zu fühlen und zu handeln. Dies ist auf ein individuelles Muster von intellektuellen Fähigkeiten, Emotionen und Temperament zurückzuführen, was allgemeinsprachlich auch als Charakter bezeichnet wird (vgl. Caspi 1998).

Gordon Allport definiert „Persönlichkeit [als] dynamische Ordnung derjenigen psychophysischen Systeme [des] Individuum[s], die seine einzigartigen Anpassungen an seine Umwelt bestimmen“ (Allport, 1970, S. 28). Es handelt sich also um ein Konstrukt, dass sich aus einer Vielzahl verschiedener Persönlichkeitsmerkmale (Dispositionen) zusammensetzt und welches ausschlaggebend dafür ist, in welcher Art und Weise das Individuum mit seiner Umwelt interagiert.

Inwieweit die individuelle Persönlichkeit genetisch veranlagt oder von der Gesellschaft und Umwelt geprägt ist, ist dabei umstritten und bleibt Gegenstand der Persönlichkeitsforschung. Für Hurrelmann steht jedoch fest, dass der „Prozeß der Entstehung und Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit in Abhängigkeit von und in Auseinandersetzung mit den sozialen und den dinglich-materiellen Lebensbedingungen verstanden [werden kann], die zu einem bestimmten Zeitpunkt der historischen Entwicklung einer Gesellschaft existieren“ (Hurrelmann 1995, S. 114).

Seiner Ansicht nach ist bei der Beurteilung der Persönlichkeitsentwicklung eine gesamtgesellschaftliche Perspektive, in der aktuelle Rahmenbedingungen und Lebensbedingungen berücksichtigt werden, unerlässlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Identitätsentwicklung im Jugendalter ein und beleuchtet die potenzielle Beeinträchtigung dieses Prozesses durch pandemiebedingte Maßnahmen.

2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel verortet das Jugendalter fachwissenschaftlich und stellt relevante Identitätsmodelle von Erikson, Marcia und Keupp vor.

3. Empirischer Teil: Der empirische Teil erläutert die Zielsetzung sowie das qualitative Forschungsdesign mittels leitfadengestützter Interviews.

4. Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die Analyse der Interviews bezüglich Erfahrungsspielräumen, sozialen Beziehungen, Identität und Umgangsformen.

5. Diskussion: Die Diskussion interpretiert die Ergebnisse im Lichte der theoretischen Modelle und reflektiert die methodischen Beschränkungen der Arbeit.

6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die positiven und negativen Auswirkungen der Pandemie zusammen und regt weiterführende Forschung an.

Schlüsselwörter

Identitätsentwicklung, Adoleszenz, Corona-Pandemie, Lockdown, Sozialisation, Selbstkonzept, Selbstwert, Identitätsdiffusion, Qualitative Forschung, Jugend, Soziale Beziehungen, Bewältigungsstrategien, Distanzunterricht, Pandemieforschung, Lebensphase Jugend.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Identitätsentwicklung von Jugendlichen beeinflusst haben.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Bereiche soziale Beziehungen, Freizeitverhalten, Selbstbild (Selbstkonzept/-wert) und die Bewältigungsmechanismen von Jugendlichen in der Krise.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, subjektive Eindrücke und Erfahrungen Jugendlicher qualitativ zu erfassen, um Rückschlüsse auf den Einfluss der Corona-Beschränkungen auf ihre Identitätsentwicklung zu ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein qualitatives Forschungsdesign genutzt, bestehend aus einer umfassenden Literaturrecherche sowie einer Pretest-Umfrage und anschließenden narrativen Interviews.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Diskurs über Identitätsmodelle, einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand und die anschließende empirische Auswertung anhand von Kategorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Identitätsentwicklung, Adoleszenz, Corona-Pandemie, soziale Beziehungen, Selbstkonzept und Bewältigungsstrategien.

Wie wirken sich soziale Medien laut der Arbeit im Kontext der Pandemie auf die Identität aus?

Die Arbeit deutet an, dass die Verlagerung in den digitalen Raum ein „Probehandeln“ ermöglicht, aber auch die Gefahr einer Identitätssimulation birgt, da das digitale Selbst nicht immer mit dem Realselbst übereinstimmt.

Führte die Krise eher zu negativen oder positiven Ergebnissen für die Identität?

Die Ergebnisse sind ambivalent; während die Krise Überforderung, soziale Isolation und Selbstzweifel förderte, ermöglichte sie einigen Jugendlichen auch eine gesteigerte Selbstreflexion und die Stärkung tiefer persönlicher Beziehungen.

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Detalles

Título
Die Corona-Pandemie und die Identitätsentwicklung von Jugendlichen. Auswirkungen von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie
Universidad
University of Cologne  (Humanwissenschaftliches Institut)
Calificación
1,0
Autor
Elena Schreer (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
121
No. de catálogo
V1267499
ISBN (PDF)
9783346709400
ISBN (Libro)
9783346775344
Idioma
Alemán
Etiqueta
corona-pandemie identitätsentwicklung jugendlichen auswirkungen maßnahmen eindämmung pandemie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Elena Schreer (Autor), 2022, Die Corona-Pandemie und die Identitätsentwicklung von Jugendlichen. Auswirkungen von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1267499
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