In dieser Arbeit soll untersucht werden, wie Familienangehörige die Therapie depressiver Patienten unterstützen können. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich unterschiedliche Ansätze der Angehörigenarbeit entwickelt, die sich direkt an die Angehörigen wenden, oder die einzelne Angehörige und auch ganze Familien in die Therapie der psychisch Kranken mit integrieren. Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass sich der Fokus der Forschung vermehrt auf den Einfluss und die Bedeutung richtet, den Angehörige auf den Krankheitsverlauf von psychisch Kranken im Allgemeinen, und auf an Depressionen Erkrankte im Speziellen haben. In dieser Seminararbeit soll nun dargestellt werden, wie die Familienangehörigen die Therapie depressiver Patienten unterstützen können.
Inhaltsverzeichnis nach Kapiteln
1 Einleitung
1.1 Problembeschreibung
1.2 Frage
1.3 Ziel
2 Klärung der Begriffe Therapie und Depression
3 Methodik
4 Situation depressiver Patienten und ihrer Familienangehörigen
4.1 Behandlungsmöglichkeiten unter Einbeziehung der Familienangehörigen
4.2 Angehörigenarbeit durch psychiatrisch Pflegende
4.3 Mögliche Probleme zwischen Familienangehörigen und professionell Helfenden
5 Diskussion und Zusammenfassung
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht, wie Familienangehörige die Therapie von depressiven Patienten unterstützen können und welche Rolle sie dabei als Co-Therapeuten, Informanten und Begleiter einnehmen. Dabei wird analysiert, welche Bedeutung psychoedukative Interventionen haben und wo die Schnittstellen sowie potenziellen Konflikte zwischen den Angehörigen und professionell Helfenden liegen.
- Die Rolle der Familie als Ressource in der psychiatrischen Therapie
- Möglichkeiten und Bedeutung der Angehörigenarbeit
- Die Bedeutung der Psychoedukation für den Krankheitsverlauf
- Die Rolle der psychiatrischen Pflege im häuslichen Umfeld
- Identifikation von Problemen in der Zusammenarbeit zwischen Angehörigen und Profis
Auszug aus dem Buch
4.2 Angehörigenarbeit durch psychiatrisch Pflegende
Um die Zusammenarbeit von Angehörigen psychisch Kranker und professionell Helfenden genauer einschätzen zu können, wird dies am Beispiel psychiatrisch Pflegender näher beleuchtet.
Der Beziehungsaufbau zu Patienten im Rahmen der Behandlung, bedeutet gleichzeitig auch immer einen Beziehungsaufbau zu ihren Angehörigen (vgl. Sauter et al., 2011, S. 554). Dieser Grundsatz begleitet psychiatrisch Pflegende im stationären, teilstationären und ambulanten Setting. Die Angehörigenarbeit psychiatrisch Pflegender lässt sich dabei an ihrer Tätigkeit im häuslichen Umfeld zeigen, die eines ihrer originären Arbeitsfelder darstellt (vgl. Falkai, 2013, S. 183).
In diesem Zusammenhang weist das Konzept der „Family Health Nurse“ der WHO den Pflegenden unter anderem die Rolle der Informanten und Berater in Bezug auf eine gesunde Lebensweise und der Ermittler des Gesundheitszustandes und der Bedürfnisse von Einzelpersonen und Familien zu (vgl. Sauter et al., 2011, S. 566). In der ambulanten psychiatrischen Pflege begegnen sich dabei Pflegende und Angehörige direkt im häuslichen Umfeld der erkrankten Menschen (vgl. Sauter et al., 2011, S. 555). Im Rahmen von Hausbesuchen werden konkrete Probleme des familiären Zusammenlebens bearbeitet (vgl. Rössler & Lauber, 2004, S. 323) und Angehörige dabei im Setzen von Grenzen, in der Wahrnehmung eigener Bedürfnisse und in der Reflektion des eigenen Verhaltens angeleitet und verstärkt (vgl. Schädle-Deininger, 2010, S. 252). Diese an der sozialen Umgebung des Menschen mit einer psychischen Störung orientierte Therapie überschneidet sich wie in Abschnitt zwei beschrieben mit der Soziotherapie (vgl. Möller et al., 2009, S. 548). Die in den Abschnitten vier und vier-eins beschriebenen psychoedukativen Interventionen erfolgen dabei ambulant in einem familiären Rahmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die weltweite Relevanz der Depression als häufige psychische Erkrankung und die zunehmende Bedeutung der Familie aufgrund der Verlagerung der Therapie in ambulante Bereiche.
2 Klärung der Begriffe Therapie und Depression: Definiert die therapeutischen Grundlagen wie Pharmakotherapie, Psychotherapie und Soziotherapie sowie das Krankheitsbild der Depression nach medizinischen Kriterien.
3 Methodik: Erläutert das Vorgehen bei der Literaturrecherche über verschiedene Datenbanken und Suchmaschinen zur Identifikation relevanter Fachquellen.
4 Situation depressiver Patienten und ihrer Familienangehörigen: Beleuchtet die wandelnde Rolle der Familie, die Belastung der Angehörigen und die Bedeutung der Psychoedukation.
4.1 Behandlungsmöglichkeiten unter Einbeziehung der Familienangehörigen: Diskutiert die Notwendigkeit der frühen Einbindung von Angehörigen und deren wichtige Funktion für die Stabilität des Patienten.
4.2 Angehörigenarbeit durch psychiatrisch Pflegende: Analysiert, wie Pflegende insbesondere im ambulanten Bereich als Berater und Unterstützer der Familien fungieren.
4.3 Mögliche Probleme zwischen Familienangehörigen und professionell Helfenden: Identifiziert Defizite in der Informationsweitergabe und mangelnde Anerkennung der Angehörigen als zentrale Konfliktpunkte.
5 Diskussion und Zusammenfassung: Reflektiert die Ergebnisse zur Rolle der Angehörigen und betont die Notwendigkeit einer stärkeren Einbindung in den therapeutischen Prozess.
6 Fazit und Ausblick: Kritisiert die nach wie vor unzureichende Berücksichtigung der Angehörigenarbeit in der Ausbildung und fordert einen Perspektivenwechsel im Gesundheitswesen.
Schlüsselwörter
Depression, Angehörigenarbeit, Psychiatrische Pflege, Psychoedukation, Therapie, Co-Therapeuten, ambulante Versorgung, psychische Erkrankung, Informationsvermittlung, Familienangehörige, Soziotherapie, Gesundheitswesen, Krankheitsverlauf, Krisenintervention, Patientenbetreuung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Rolle von Familienangehörigen bei der Unterstützung depressiv erkrankter Patienten und beleuchtet die damit verbundenen therapeutischen Chancen und Herausforderungen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Belastungssituation der Angehörigen, der Bedeutung psychoedukativer Angebote und der Rolle der professionell Pflegenden als Bindeglied zur Familie.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Familienangehörige aktiv und unterstützend in den Therapieprozess von depressiven Patienten integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche in verschiedenen wissenschaftlichen Fachdatenbanken und Suchmaschinen über den Zeitraum von 2000 bis 2015 durchgeführt.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert die Situation von Patienten und Angehörigen, die verschiedenen Ansätze der psychiatrischen Pflege sowie bestehende Probleme an der Schnittstelle zwischen professioneller Hilfe und familiärem Umfeld.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Angehörigenarbeit, Depression, Psychoedukation, psychiatrische Pflege und ambulante Therapie.
Welche Rolle spielt die psychiatrische Pflege bei der Angehörigenarbeit?
Pflegende übernehmen informierende und beratende Funktionen, führen Hausbesuche durch und unterstützen Angehörige dabei, Grenzen zu setzen und ihre eigene Belastung zu reflektieren.
Warum gibt es laut Autor oft Probleme in der Zusammenarbeit?
Hauptgrund ist häufig ein Mangel an ausreichender Informationsweitergabe seitens der Kliniken sowie das Fehlen qualifizierter Moderatoren für psychoedukative Interventionen.
Wie wirkt sich laut Arbeit die Einbeziehung der Familie auf den Therapieerfolg aus?
Eine gute Einbindung der Angehörigen stärkt die Krankheitsbewältigung des Patienten und kann dazu beitragen, Rückfälle zu reduzieren.
- Arbeit zitieren
- Michael Werner (Autor:in), 2015, Die Unterstützung der Therapie depressiver Patienten durch ihre Familienangehörigen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268671