Diese Arbeit beschäftigt sich mit folgenden Fragestellungen: Was versteht man unter Globaler Demokratie und unter Global Citizenship Education? In welchem Verhältnis stehen die beiden Konzepte zueinander? Wie kann Global Citizenship Education im gymnasialen Sozialkundeunterricht der Sekundarstufe I umgesetzt werden?
Zu diesem Zwecke sollen zunächst die strukturellen Voraussetzungen und Herausforderungen Globaler Demokratie (Kapitel 2) sowie die Bestandteile und Ziele von Global Citizenship Education (Kapitel 3) betrachtet werden, bevor sodann die Zusammenhänge zwischen den beiden Konzepten näher beleuchtet werden (Kapitel 4). Kapitel 5 soll sich dann schließlich mit Umsetzungsmöglichkeiten und -grenzen der Global Citizenship Education in der gymnasialen Sekundarstufe I in Rheinland-Pfalz befassen. Ihren Abschluss findet die vorliegende Arbeit sodann im Schlussteil, welcher die gesammelten Erkenntnisse pointiert zusammenfasst (Kapitel 6).
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. STRUKTURELLE VORAUSSETZUNGEN UND HERAUSFORDERUNGEN GLOBALER DEMOKRATIE
2.1 STRUKTURELLE VORAUSSETZUNGEN EINER GLOBALEN DEMOKRATIE
2.2 HERAUSFORDERUNGEN EINER GLOBALEN DEMOKRATIE
3. BESTANDTEILE, ZIELE UND HERAUSFORDERUNGEN VON GLOBAL CITIZENSHIP EDUCATION
3.1 BESTANDTEILE VON GLOBAL CITIZENSHIP EDUCATION
3.2 ZIELE VON GLOBAL CITIZENSHIP EDUCATION
4. DER ZUSAMMENHANG ZWISCHEN GLOBAL CITIZENSHIP EDUCATION & GLOBALER DEMOKRATIE
5. UMSETZUNGSMÖGLICHKEITEN UND -GRENZEN DER GLOBAL CITIZENSHIP EDUCATION IN DER GYMNASIALEN SEKUNDARSTUFE I IN RHEINLAND-PFALZ
5.1 MÖGLICHKEITEN ZUR UMSETZUNG DER GLOBAL CITIZENSHIP EDUCATION IN DER GYMNASIALEN SEKUNDARSTUFE I IN RHEINLAND-PFALZ
5.2 GRENZEN DER GLOBAL CITIZENSHIP EDUCATION IN DER GYMNASIALEN SEKUNDARSTUFE I IN RHEINLAND-PFALZ
6. SCHLUSS
7. LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Globaler Demokratie und Global Citizenship Education und fragt, wie letztere im Sozialkundeunterricht der gymnasialen Sekundarstufe I in Rheinland-Pfalz vermittelt werden kann, um Lernende zu einem weltbürgerlichen Bewusstsein zu befähigen.
- Strukturelle Voraussetzungen und Herausforderungen globaler demokratischer Regierungsformen.
- Kompetenzaufbau und Bildungsziele im Rahmen von Global Citizenship Education.
- Analyse des rheinland-pfälzischen Lehrplans hinsichtlich seines Potenzials für weltbürgerliche Bildung.
- Konkrete Umsetzungsmöglichkeiten in bestehenden Lernfeldern des Sozialkundeunterrichts.
- Didaktische Grenzen und Anforderungen an die professionelle pädagogische Vermittlung.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Schon Sokrates sagte einst von sich, er sei weder Athener noch Grieche, sondern ein Bürger von Welt. Auch Redewendungen der heutigen Zeit sprechen von `Frau oder Mann von Welt`, wenn es darum geht, eine Person zu beschreiben, die ein sehr freigeistliches Wesen besitzt oder viel in der Welt herumkommt. Und tatsächlich ist die Welt als solche mit all ihren Vernetzungen und unser Stand als Individuum in der Welt mit den Jahren stark in den Mittelpunkt des Seins gerückt. Vor diesem Hintergrund stellt Globalisierung den zentralen Schlüsselbegriff dar. Die sich rasant ausbreitende Vernetzung von Kontinenten, einzelner Länder und Menschen hat dafür gesorgt, dass über den sprichwörtlichen Tellerrand hinausgeschaut und das Leben der Weltbevölkerung global wird. Das bedeutet, dass sich Leben längst nicht mehr nur in den staatlichen Grenzen des Heimatlandes, sondern weit darüber hinaus ereignet. Auch wenn man sich dessen nicht immer bewusst ist, so findet sich die Globalisierung doch in sämtlichen Bereichen des Alltags.
Um es stark vereinfacht darzustellen, wird „[m]it dem Begriff ‚Globalisierung‘ […] ein Prozess des Bedeutungsschwunds nationaler Grenzen für menschliche Aktivitäten bezeichnet, der mit einem Bedeutungsgewinn für globale Bezugspunkte einhergeht“ (Scherrer & Kunze 2011: 12). Bei dieser Veränderung der Weltordnung stellt sich jedoch unweigerlich die Frage, wie ein friedvolles Miteinander möglich sein kann, wenn so viele unterschiedliche Kulturen und Nationalitäten aufeinandertreffen oder gar miteinander verwachsen sollen.
Im Laufe der Zeit hat sich neben der Globalisierung als weltweitem Verflechtungsprozess die Demokratie als weltweit geschätzte und weit verbreitete Herrschaftsform herausgebildet. „Democracy seems to have scored an historic victory over alternative forms of governance. […] Political regimes of all kinds throughout the world claim to be democracies“ (Held 1995: 3).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Thematik der Globalisierung und Demokratie ein, erörtert die Notwendigkeit von Global Citizenship Education und formuliert die Forschungsfrage der Arbeit.
2. STRUKTURELLE VORAUSSETZUNGEN UND HERAUSFORDERUNGEN GLOBALER DEMOKRATIE: Dieses Kapitel analysiert die Diskrepanzen zwischen traditioneller nationalstaatlicher Demokratie und globalen Entwicklungen, die eine globale Demokratie erfordern.
3. BESTANDTEILE, ZIELE UND HERAUSFORDERUNGEN VON GLOBAL CITIZENSHIP EDUCATION: Hier werden die Ziele, verschiedenen Dimensionen und pädagogischen Anforderungen des Konzepts der Global Citizenship Education systematisch definiert.
4. DER ZUSAMMENHANG ZWISCHEN GLOBAL CITIZENSHIP EDUCATION & GLOBALER DEMOKRATIE: Das Kapitel belegt die wechselseitige Abhängigkeit, bei der eine funktionierende globale Demokratie auf die politische Bildung durch Global Citizenship Education angewiesen ist.
5. UMSETZUNGSMÖGLICHKEITEN UND -GRENZEN DER GLOBAL CITIZENSHIP EDUCATION IN DER GYMNASIALEN SEKUNDARSTUFE I IN RHEINLAND-PFALZ: Es wird untersucht, wie das Konzept in konkrete Lernfelder des rheinland-pfälzischen Lehrplans integriert werden kann und welche didaktischen Grenzen dabei bestehen.
6. SCHLUSS: Abschließend werden die zentralen Ergebnisse zusammengefasst und Empfehlungen für die Lehrerausbildung sowie die zukünftige Lehrplangestaltung gegeben.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Globale Demokratie, Global Citizenship Education, Politische Bildung, Sozialkundeunterricht, Weltbürger, Partizipation, Lehrplan Rheinland-Pfalz, Demokratischer Frieden, Systembewusstsein, Interkulturelle Kompetenz, Nachhaltigkeit, Mündigkeit, Identitätsbildung, Globales Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der zentrale Gegenstand dieser Publikation?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Globaler Demokratie und dem pädagogischen Konzept der Global Citizenship Education und wie letzteres den Sozialkundeunterricht im schulischen Kontext bereichern kann.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Die Schnittstellen zwischen Globalisierung, demokratischer Herrschaftsform und der Erziehung zur mündigen Weltbürgerschaft bilden das thematische Zentrum.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Global Citizenship Education in den rheinland-pfälzischen Lehrplan integriert werden kann, um Schüler*innen auf eine globale, vernetzte Welt vorzubereiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Analyse politikwissenschaftlicher Konzepte und deren didaktische Transformation in den Rahmenlehrplan des Fachs Sozialkunde.
Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?
Der Hauptteil analysiert die strukturellen Voraussetzungen einer globalen Demokratie, definiert die Dimensionen von Global Citizenship Education und prüft deren praktische Anwendbarkeit in acht verschiedenen Lernfeldern des Sozialkundeunterrichts.
Welche Schlüsselbegriffe definieren diese Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Globale Demokratie, Global Citizenship Education, Weltbürgerliches Bewusstsein, Partizipation, systemische Bildung und das Spannungsfeld nationaler vs. internationaler Politik.
Wie kann das Lernfeld "Wirtschaft" zur Global Citizenship Education beitragen?
Das Lernfeld Wirtschaft bietet durch die Thematisierung globaler Warenströme und nachhaltigen Konsums authentische Möglichkeiten, Schülern die weltweite Verflechtung ihres eigenen Handelns bewusst zu machen.
Welche Rolle spielt der "Beutelsbacher Konsens" für das Konzept der Global Citizenship Education?
Der Beutelsbacher Konsens setzt dem Konzept Grenzen, indem er das Überwältigungsverbot betont; Lehrkräfte dürfen Schüler nicht ideologisch zur "kosmopolitischen Denkweise" bevormunden, sondern müssen diese als Option vorstellen.
Warum ist laut der Autorin eine Systemlehre im Sozialkundeunterricht notwendig?
Die Systemlehre ist für das "Systembewusstsein" essenziell, da sie Schülern hilft, lokale politische Akteure und globale Prozesse nicht als getrennt, sondern als zusammenhängende politische Sphären zu begreifen.
- Quote paper
- Nathalie Schmitt (Author), 2021, Die Bedeutung von Bildung für und in der Globalen Demokratie. Demokratische Gestaltung der Globalisierung und Global Citizenship Education im Sozialkundeunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268769