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Chancen auf Frieden im Nahen Osten?

Positionen in Bezug auf den Besitzanspruch des „Heiligen Landes“ und konfliktäre Vorgehensweisen von Israel und den Palästinensern

Title: Chancen auf Frieden im Nahen Osten?

Examination Thesis , 2008 , 70 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Benjamin Tappert (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Summary Excerpt Details

Der Nahostkonflikt bezeichnet den Dauerkonflikt um das „Heilige Land" des ehemaligen englischen Mandatsgebietes Palästina zwischen dem jüdischen Staat Israel und den Palästinensern, den arabischen Anrainerstaaten und dem Iran seit Beginn des Zionismus im 19. Jahrhundert durch Theodor Herzl. Der Kern des Konflikts besteht aus einem „Herrschaftskonflikt“ zwischen Israel und den Palästinensern, die sich aufgrund eines Teilungsplans der UNO nach dem 2. Weltkrieg im umstrittenen Gebiet arrangieren müssen. Die meisten arabischen Staaten erkennen bis heute die Staatsgründung Israels nicht an. Die Palästinenser definieren sich über ein Selbstverständnis eines eigenen Staates, obwohl es 1993 nur zu der Unterzeichnung einer Prinzipien-Erklärung über die vorübergehende palästinensische Selbstverwaltung zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO kommt.

Der Ursprung des Aufeinandertreffens dieser beiden Völker und somit unterschiedlicher Religionen und Kulturen der Juden und der Araber liegt in den Folgen des Ersten Weltkrieges begraben. England hat Israel sowie den Palästinensern autonome Staaten in Palästina versprochen, um sie als Verbündete zu gewinnen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Israelisch-palästinensischer Kernkonflikt

3. Historie Palästinas

3.1. Historisches Territorium Palästina

3.2. Ägyptische Herrschaft über das israelische Volk

3.3. Befreiung des israelischen Volkes

3.4. Assyrische, babylonische, persische Herrschaft

3.5. Hellenistische und römische Herrschaft

3.6. Islamisierung Palästinas

3.6.1. Herrschaft des Osmanischen Reiches

3.7. Zusammenfassung

4. Religiösität und Politik

5. Kontroverse Versprechen Großbritanniens

6. Akteure, Gegenstände, Ziele im Palästinakonflikt bis 1948

7. Staatsgründung Israels

8. Akteure, Gegenstände und Ziele im Palästinakonflikt nach 1948

9. Kriegerische Handlungen ab 1948

9.1. Der erste Nahostkrieg: Palästinakrieg

9.2. Das Flüchtlingsproblem

9.3. Die Suez-Krise

9.4. Der Junikrieg: Sechstage-Krieg

9.5. Zusammenfassung

10. Zusammensetzung der palästinensischen Akteure

10.1. Reorganisation der palästinensischen Nationalbewegung

10.2. Bewegung der Arabischen Nationalisten

10.3. Volksfront zur Befreiung Palästinas

10.4. Palästinensische Befreiungsorganisation PLO

10.5. Krise der PLO

10.6 Erneute Reorganisation

11. Der Oktoberkrieg: Jom-Kippur-Krieg

12. Camp-David-Frieden

13. Libanonkrieg

14. Erste Intifada

15. Hamas als neuer palästinensischer Akteur

16. Friedensverhandlungen in Madrid

17. Oslo-Frieden

18. Frieden mit Jordanien

19. Zweite Intifada: al-Aqsa-Intifada

20. Beendigung der Intifada II

21. Palästinensischer Bürgerkrieg

22 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das konfliktäre Verhalten der Hauptakteure im israelisch-palästinensischen Kernkonflikt seit 1948 unter besonderer Berücksichtigung konkurrierender Besitzansprüche, religiöser Einflussfaktoren und der politischen Strategien zur Zielrealisierung.

  • Analyse der historischen Hintergründe und religiösen Begründungsmuster des Gebietsanspruchs.
  • Untersuchung der politischen Akteure und deren sich wandelnde Zielsetzungen (PLO, Hamas, Israel).
  • Darstellung und Bewertung der kriegerischen Handlungen und Friedensinitiativen seit 1948.
  • Diskussion der Auswirkungen von Religion und Ideologie auf die Kompromissfähigkeit der Konfliktparteien.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Der Nahostkonflikt bezeichnet den Dauerkonflikt um das „Heilige Land" des ehemaligen englischen Mandatsgebietes Palästina zwischen dem jüdischen Staat Israel und den Palästinensern, den arabischen Anrainerstaaten und dem Iran seit Beginn des Zionismus im 19. Jahrhundert durch Theodor Herzl. Der Kern des Konflikts besteht aus einem „Herrschaftskonflikt“ zwischen Israel und den Palästinensern, die sich aufgrund eines Teilungsplans der UNO nach dem 2. Weltkrieg im umstrittenen Gebiet arrangieren müssen. Die meisten arabischen Staaten erkennen bis heute die Staatsgründung Israels nicht an. Die Palästinenser definieren sich über ein Selbstverständnis eines eigenen Staates, obwohl es 1993 nur zu der Unterzeichnung einer Prinzipien Erklärung über die vorübergehende palästinensische Selbstverwaltung zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO kommt.

Der Ursprung des Aufeinandertreffens dieser beiden Völker und somit unterschiedlicher Religionen und Kulturen der Juden und der Araber liegt in den Folgen des Ersten Weltkrieges begraben. England hat Israel sowie den Palästinensern autonome Staaten in Palästina versprochen, um sie als Verbündete zu gewinnen. Daher postulieren Israelis und Palästinenser ihre Besitzansprüche auf das „Heilige Land“ vehement. Der Sechstagekrieg von 1967 verhärtet die Fronten nachhaltig, da nach einem Blitzangriff arabischer Staaten auf Israel, diese vernichtend geschlagen werden und Israel das Westjordanland, Ostjerusalem, die Golanhöhen, den Gazastreifen und die Sinai-Halbinsel erobern. Die Sinai-Halbinsel wird 1982 an Ägypten zurückgegeben und 2005 räumt Israel auch den Gazastreifen. Da die Resolution 242 des UN-Sicherheitsrates den Erwerb von Territorien durch Krieg für unzulässig erklärt, werden die Annexionen der Golanhöhen und Ostjerusalems durch Israel völkerrechtlich kontrovers diskutiert und mehrheitlich nicht anerkannt. Durch die israelische Staatsgründung und durch die oben genannten Eroberungen Israels verändert sich das Herrschaftsgefüge im ehemaligen Territorium Palästina zu Gunsten der Israelis. Tausende palästinensische Flüchtlinge suchen Zuflucht in den arabischen Anrainerstaaten. Die Flüchtlinge werden allerdings nicht aufgenommen und ein palästinensisches Flüchtlingsproblem entsteht, welches historisch umstritten ist. Die Frage nach gewaltsamer Vertreibung versus rechtlicher Inbesitznahme von Land bleibt ungeklärt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Kernkonflikt zwischen Israel und den Palästinensern ein und umreißt die historische sowie religiöse Komplexität der Besitzansprüche auf das Gebiet Palästina.

2. Israelisch-palästinensischer Kernkonflikt: Dieses Kapitel differenziert zwischen dem umfassenderen Nahostkonflikt und dem israelisch-palästinensischen Kernkonflikt, wobei der Fokus auf Gebiets- und Souveränitätsfragen liegt.

3. Historie Palästinas: Es erfolgt eine detaillierte chronologische Aufarbeitung der verschiedenen Fremdherrschaften über das Gebiet Palästina sowie der religiösen und historischen Bedeutung für Juden und Muslime.

4. Religiösität und Politik: Hier wird untersucht, inwieweit religiöse Werke und fundamentalistische Strömungen als politisches Instrument zur Legitimation oder Ablehnung des Staates Israel eingesetzt werden.

5. Kontroverse Versprechen Großbritanniens: Dieses Kapitel beleuchtet die widersprüchlichen Zusagen Großbritanniens an Juden und Araber während des Ersten Weltkriegs, die das Fundament für den Konflikt legten.

6. Akteure, Gegenstände, Ziele im Palästinakonflikt bis 1948: Es wird die Entwicklung nationaler Identitäten und die Eskalation vom sozialen Konflikt zum Herrschaftskonflikt vor der Staatsgründung Israels analysiert.

7. Staatsgründung Israels: Die Ausrufung des Staates Israel und der darauf folgende Unabhängigkeitskrieg werden im Kontext der UN-Resolution 181 dargestellt.

8. Akteure, Gegenstände und Ziele im Palästinakonflikt nach 1948: Dieses Kapitel beschreibt die Staatsvision Israels im Gegensatz zu den Zielen der arabischen Akteure nach 1948.

9. Kriegerische Handlungen ab 1948: Es wird der Verlauf zentraler Kriege, inklusive Suez- und Sechstage-Krieg, sowie das daraus resultierende Flüchtlingsproblem dargelegt.

10. Zusammensetzung der palästinensischen Akteure: Dieses Kapitel analysiert die Struktur, Spaltung und Radikalisierung palästinensischer Gruppen wie ANM, PFLP und insbesondere der PLO.

11. Oktoberkrieg: Jom-Kippur-Krieg: Der Jom-Kippur-Krieg wird als Zäsur behandelt, die zu neuen diplomatischen Bemühungen führte.

12. Camp-David-Frieden: Hier wird der Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel 1979 und dessen Signalwirkung auf den Nahostkonflikt bewertet.

13. Libanonkrieg: Das Kapitel behandelt die militärische Offensive Israels gegen die PLO im Libanon ab 1978/1982.

14. Erste Intifada: Die wirtschaftlichen und sozialen Ursachen sowie der Verlauf des palästinensischen Aufstands ab 1987 werden dargelegt.

15. Hamas als neuer palästinensischer Akteur: Es wird der Aufstieg der Hamas von einer sozialen Organisation zu einer radikalen Miliz analysiert.

16. Friedensverhandlungen in Madrid: Die Friedenskonferenz von 1991 unter amerikanischer Führung wird als Versuch einer Neuordnung nach dem Golfkrieg beschrieben.

17. Oslo-Frieden: Dieses Kapitel bewertet die geheimen Verhandlungen von 1993 und die nachfolgenden Interimsabkommen hinsichtlich ihrer praktischen Auswirkungen für Palästinenser.

18. Frieden mit Jordanien: Das Abkommen von 1994 zwischen Israel und Jordanien und die Rolle von Yitzhak Rabin werden erläutert.

19. Zweite Intifada: al-Aqsa-Intifada: Die Eskalation ab dem Jahr 2000 wird als Reaktion auf das Scheitern der Friedensprozesse beschrieben.

20. Beendigung der Intifada II: Der Abkoppelungsplan Sharons 2005 und die nachfolgende innenpolitische Entwicklung in Israel werden thematisiert.

21. Palästinensischer Bürgerkrieg: Das Kapitel analysiert die gewaltsame Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen 2007 und die Spaltung des palästinensischen Lagers.

22 Resümee: Die abschließende Betrachtung fasst die Unlösbarkeit des Konflikts ohne eine grundlegende Versöhnung und die Notwendigkeit stabiler politischer Verhältnisse zusammen.

Schlüsselwörter

Nahostkonflikt, Israel, Palästina, Zionismus, PLO, Hamas, Sechstage-Krieg, Oslo-Frieden, Intifada, Palästinakonflikt, Friedensprozess, Territoriale Besitzansprüche, Radikalisierung, Staatsgründung, Nahostquartett.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Kern dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das konfliktäre Verhalten der Hauptakteure im israelisch-palästinensischen Konflikt seit 1948 und untersucht, wie historische Besitzansprüche und religiöse Narrative zur Legitimierung politischer Ziele eingesetzt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die historische Genese des Konflikts, die Rolle des Zionismus, die militärischen Auseinandersetzungen, der Aufstieg und die Zersplitterung palästinensischer Akteure sowie die wiederholten, oft gescheiterten Friedensversuche.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, inwieweit das konfliktäre Verhalten und die Besitzansprüche beider Seiten durch Historie und Religion geprägt sind und welche Faktoren eine nachhaltige Friedenslösung bislang verhindert haben.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Der Autor nutzt eine historische und politikwissenschaftliche Analyse, gestützt auf eine Vielzahl von Quellen, Dokumenten und Sekundärliteratur, um die komplexe Kausalkette der Gewalteskalation nachzuzeichnen.

Welche Schwerpunkte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil erstreckt sich von der Historie des Gebiets über die Staatsgründung 1948 und die Nahostkriege bis hin zu den Friedensabkommen wie Oslo und dem späteren palästinensischen Bürgerkrieg zwischen Fatah und Hamas.

Welche Begriffe charakterisieren die Untersuchung am besten?

Begriffe wie "Herrschaftskonflikt", "Repalästinisierung", "Bantustanisierung", "Gewaltspirale" und "Zweistaatenlösung" sind essenziell, um die Argumentation des Autors zu erfassen.

Warum wird der Begriff "Herrschaftskonflikt" zur Beschreibung verwendet?

Der Autor nutzt diesen Begriff, um zu verdeutlichen, dass es im Kern nicht nur um Territorien geht, sondern um die Frage der politischen Kontrolle und der Selbstbestimmung innerhalb der Bevölkerung des ehemaligen Mandatsgebietes.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Rolle der Religion?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Religion häufig als "Schutzschild" und Manipulationsinstrument missbraucht wird, um politische Ziele und Feindbilder zu verhärten, anstatt als Basis für ein friedliches Miteinander zu fungieren.

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Details

Title
Chancen auf Frieden im Nahen Osten?
Subtitle
Positionen in Bezug auf den Besitzanspruch des „Heiligen Landes“ und konfliktäre Vorgehensweisen von Israel und den Palästinensern
College
University of Siegen  (Fachbereich Politikwissenschaft)
Course
Internationale Politik
Grade
1,8
Author
Benjamin Tappert (Author)
Publication Year
2008
Pages
70
Catalog Number
V126943
ISBN (eBook)
9783640329847
ISBN (Book)
9783640331659
Language
German
Tags
Chancen Frieden Nahen Osten Positionen Bezug Besitzanspruch Landes“ Vorgehensweisen Israel Palästinensern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Tappert (Author), 2008, Chancen auf Frieden im Nahen Osten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126943
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