Die Philosophiedidaktik beschäftigt sich mit der Kunst, das Philosophieren zu lehren. Die Frage wie die das Philosophieren gelehrt werden sollte kann dann beantwortet werden, wenn sich die Didaktik über den Zweck dieses Unternehmens klar wird. Es dreht sich um die Frage wieso das Philosophieren gelernt und gelehrt werden sollte. So befinden wir uns am Beginn der Frage, wozu das Philosophieren überhaupt gut ist. Aus welchem Grund sollte die Philosophie bedeutend sein für die Jugend? Was soll im Unterricht thematisiert werden? Was ist die Aufgabe der Philosophie und welche Kompetenzen können daraus gebildet werden? Liegt die Beantwortung bezüglich der Moralfragen bei dem Individuum selbst? Diese Fragen sollen im Laufe dieser Hausarbeit bearbeitet und beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
1. Philosophie in der Schule
1.1 Was ist Fachdidaktik?
1.2 Kants Philosophiedidaktik
2. Persönlichkeit und Identität
2.1 Aufbau der Ich-Identität nach Erik Erikson
3. Wozu soll Philosophie gelehrt werden und was soll vermittelt werden?
4. Fazit: Ist Charakterbildung möglich?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Philosophiedidaktik auseinander und untersucht, inwiefern der Philosophieunterricht einen Beitrag zur Charakterbildung und Entwicklung der Identität bei Jugendlichen leisten kann. Im Zentrum steht die Frage, wie die Vermittlung philosophischer Methoden als Kulturtechnik verstanden werden kann, um Lernende in ihrer Mündigkeit und Urteilsfähigkeit zu unterstützen.
- Kants Ansatz der Aufklärung als Grundlage philosophischer Bildung
- Die identitätsbildende Funktion philosophischer Reflexionsprozesse
- Die Methoden der Philosophiedidaktik als Werkzeugkasten für das eigene Denken
- Die Rolle der Schule als Ort der Mündigkeit und demokratischen Bildung
- Herausforderungen der Persönlichkeitsentwicklung im Jugendalter
Auszug aus dem Buch
1.2 Kants Philosophiedidaktik
Kants Einflüsse finden ihren Anfang in der Epoche der Aufklärung. Diese Zeit wurde von dem Gedanken geprägt, in die Vernunft des Menschen zu vertrauen. Dieser Sinn stand über Tradition als auch über Leitung und Ordnung. Kants Verständnis von Aufklärung beschreibt: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ Dieses Gedankengut und diese Ansichten waren nicht nur zu dieser Zeit präsent, diese Gedanken finden sich auch heute in den Sozialwissenschaften wieder. Kant legte so einen Meilenstein, die Kernbegriffe: Mündigkeit, Toleranz, Individualismus, Emanzipation und dem menschlichen Verstand als wichtigstes und höchstes Gut, prägen neben der aufklärerischen Epoche, die Pädagogik bis heute.
Das Bedienen des eigenen Verstandes ist der Fähigkeit des Selbstdenkens äußerst ähnlich. Beide Prozesse erfordern bestimmte Kompetenzen, die es von Wissenden, Lehrenden, den Unwissenden, Lernenden zu vermitteln benötigt. Der Lernende muss sowohl die entsprechenden Denkprozesse als auch sein angeeignetes Vokabular nutzen, um sich auch entsprechend artikulieren zu können. Eine Aussage Kants, bezüglich der Aneignung, grenzt die Möglichkeiten hinsichtlich der Philosophie ein. Zwar könne man sich Wissen über das Philosophieren aneignen, doch das Erlernen der Philosophie sei nicht möglich.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Einleitung beleuchtet die grundlegende Frage nach der Rechtfertigung und Zielsetzung von Philosophieunterricht in der Schule.
1. Philosophie in der Schule: Dieses Kapitel erläutert die fachdidaktischen Grundlagen und den Bezug zu Kants aufklärerischem Denken zur Förderung der Mündigkeit.
2. Persönlichkeit und Identität: Hier wird die philosophisch-psychologische Bedeutung von Identität analysiert, insbesondere unter dem Aspekt der Ich-Entwicklung.
3. Wozu soll Philosophie gelehrt werden und was soll vermittelt werden?: Es wird diskutiert, wie Philosophie als Methode und Kulturtechnik zur Werkzeugkiste für lebenspraktisches Denken wird.
4. Fazit: Ist Charakterbildung möglich?: Das Fazit resümiert, dass Philosophie primär Methodenkompetenz und Denkkultur vermittelt, die Persönlichkeitsreife unterstützen können, aber nicht direkt „erzwingen“.
Schlüsselwörter
Philosophiedidaktik, Kants Aufklärung, Mündigkeit, Identitätsentwicklung, Charakterbildung, Methodenkompetenz, Kulturtechnik, Selbstdenken, Erik Erikson, Pädagogik, Urteilsfähigkeit, Demokratische Bildung, Reflexionsfähigkeit, Bildungsprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht philosophiedidaktische Ansätze und deren Relevanz für die Mündigkeit und Charakterbildung von Schülern im Rahmen des Philosophieunterrichts.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Der Fokus liegt auf Kants Aufklärungsphilosophie, der Identitätsentwicklung nach Erik Erikson und der Rolle der Philosophie als eine Form der Methoden-Kulturtechnik für den Alltag.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu klären, welche Bedeutung der Philosophieunterricht für die Persönlichkeitsbildung hat und wie er Lernende unterstützen kann, ein eigenständiges Weltbild zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die auf etablierten philosophischen Positionen und pädagogischen Entwicklungstheorien basiert.
Was genau wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Kant) mit entwicklungstheoretischen Modellen (Erikson) verknüpft, um zu begründen, warum Philosophie als bildungsrelevante Kulturtechnik gelten kann.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Mündigkeit, Identitätskonstruktion, Selbstdenken sowie die Vermittlung von Methodenkompetenz als Bildungsprinzip.
Inwiefern beeinflusst Kant die heutige Philosophiedidaktik laut dieser Arbeit?
Kants Wahlspruch „Sapere aude“ bildet laut der Autorin nach wie vor den Kern, da er das Ziel der Emanzipation und den Gebrauch des eigenen Verstandes ins Zentrum des Lernens stellt.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zur „Charakterbildung“?
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass Charakterbildung nicht direkt vermittelbar ist, sondern als mittelbares Ergebnis einer gesteigerten Reflexions- und Urteilsfähigkeit durch philosophische Arbeit entsteht.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Philosophiedidaktik. Ist Charakterbildung möglich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1272982