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Die Weltbank im Zeichen des Institutionalismus - ein Entwicklungshelfer sucht seinen Kurs

Title: Die Weltbank im Zeichen des Institutionalismus - ein Entwicklungshelfer sucht seinen Kurs

Term Paper , 2009 , 26 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Felix Till (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Beschäftigt man sich mit dem politikwissenschaftlichen Teilbereich der internationalen Beziehungen, wird schnell deutlich, dass es sich um eine recht junge Disziplin der Forschung handelt. Auch wenn in mancher allgemeinen Fachliteratur die Anfänge der internationalen
Beziehungen in vorchristlichen Jahrhunderten gesucht werden (vgl. Patzelt 2003: S. 405), so kann man doch argumentieren, dass die wirkliche Relevanz der Thematik erst im Zuge des 20. Jahrhunderts aufkeimte. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um Beziehungen. Selbige bieten erst dann eine wissenschaftlich relevante Problematik, wenn sie überhaupt bestehen. Die globalen Ereignisse zweier bedauerlicher Weltkriege haben deutlich gezeigt, dass die
internationalen Beziehungen im letzten Jahrhundert eine völlig neue Tragweite erlangten.
Zweifellos sind zunehmende Globalisierungsprozesse und das enger werdende Netz der internationalen Staatenwelt hauptverantwortlich für die zunehmenden Interdependenzen im weltweiten Gefüge. Eine besondere Blütezeit erreichte die Disziplin der internationalen Beziehungen nach dem Ende des zweiten Weltkrieges. Dieser Wendepunkt der Geschichte mischte die Karten der handelnden Akteure völlig neu. Der zunehmende Bedeutungsverlust der westeuropäischen Staaten verlief parallel zur Herausbildung zweier Großmächte, den USA und der UDSSR (vgl. Mols/Lauth/Wagner 2006: S. 147). Das starke bipolare System beider Mächte, welches bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion am Ende des Jahres 1991 anhielt, war in der logischen Folge die Basis und Hauptbezugspunkt der Forschung im Rahmen der internationalen Beziehungen. Auch in diesem Teilbereich der Politikwissenschaft versuchte man verschiedene Phänomene und Verhaltensweisen auf supranationaler Ebene zu erklären und im besten Falle prognostizieren zu können. Dabei waren die Ansätze durchaus verschieden. Wie in anderen Disziplinen versuchten auch hier die verschiedenen Schulen das Zustandekommen des Status-quo, sowie die aktuellen Entwicklungen von ihrem Standpunkt zu erklären. Sicher kann es nicht Ziel der vorliegenden Arbeit sein, sich dezidiert all der Denkrichtungen der internationalen Beziehungen seit dem zweiten Weltkrieg zu widmen, zumal viele der Ansätze durch realpolitische Ereignisse, die sie nicht erklären konnten weitgehend obsolet geworden sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Theorie des Institutionalismus

2.1 Institutionalismus

2.2 Institutionen

3. Weltbank

3.1 Geschichte der Weltbank

3.2 Struktur der Weltbank

3.2.1 Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD)

3.2.2 Internationale Entwicklungsorganisation (IDA)

3.2.3 Internationale Finanz-Corporation (IFC)

3.2.4 Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur (MIGA)

3.2.5 Internationales Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID)

4. Die Weltbank im Kontext des Institutionalismus

4.1 Die Weltbank – eine Institution

4.2 Der „Selbsterhaltungstrieb“ von Institutionen

4.3 Gründe für die Selbsterhaltung der Weltbank

4.4 Die Perspektive der Weltbank

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Weltbank als internationale Institution unter Anwendung der Theorie des Institutionalismus und analysiert, wie die Organisation trotz veränderter globaler Rahmenbedingungen und Kritik ihren Bestand und ihre Handlungsfähigkeit sichert.

  • Theoretische Verortung des Institutionalismus in den internationalen Beziehungen
  • Detaillierte Analyse der Struktur und Funktionsweise der Weltbankgruppe
  • Untersuchung des Selbsterhaltungstriebs internationaler Organisationen
  • Kritische Reflexion der Macht und Anpassungsfähigkeit der Weltbank

Auszug aus dem Buch

4.2 Der „Selbsterhaltungstrieb“ von Institutionen

Getreu dem Motto institutions never die befinden sich noch heute verschiedenste Institutionen auf dem Parkett der Internationalen Beziehungen, denen Kritiker (vor allem Neorealisten) einst einen raschen Untergang prognostizierten. Den Widersachern zum trotz, haben diese Institutionen ihr Durchhaltevermögen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Gerade die Nato und die EU, die noch heute bestehen, sind die Vorzeigebeispiele dafür, dass die Voraussagen der Wissenschaft falsch waren. Selbiges gilt auch für die Weltbank. Auch sie hat den eigentlichen Zweck ihrer Gründung – die Hilfe und den Wiederaufbau kriegsgeschädigter Nationen – lange hinter sich gelassen und ihre ursprünglichen Funktionen aus den Augen verloren. Dem Umstand, dass die genuine Aufgabe der Weltbank relativ schnell seinen Abschluss fand, trotzte die Institution allerdings mit Bravour. Das heutige Bestehen und vor allem die unglaubliche Größe der Weltbank ist der Beweis für diese These.

Nachweislich ist die Weltbank seit ihrer Gründung stetig expandiert. Man müsste annehmen, dass dieses Anwachsen der Organisation mit einem erhöhten Bedarf an Weltbankleistungen einhergeht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz der internationalen Beziehungen im 20. Jahrhundert und führt in die Fragestellung ein, wie Institutionen ihre Kontinuität im Weltgefüge wahren.

2. Die Theorie des Institutionalismus: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Institutionalismus sowie von Institutionen und grenzt diese von liberalen und neorealistischen Theorieansätzen ab.

3. Weltbank: Hier werden die historische Entwicklung der Weltbank in ihren verschiedenen Phasen sowie die spezifische Struktur und die Aufgabenbereiche der fünf Unterorganisationen der Weltbankgruppe detailliert dargestellt.

4. Die Weltbank im Kontext des Institutionalismus: Dieses Kapitel analysiert die Weltbank als mächtige Institution, untersucht deren Selbsterhaltungsmechanismen und beleuchtet die zukünftige Rolle der Organisation als globaler Akteur.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Weltbank trotz Zielverfehlungen aufgrund ihrer Größe und Anpassungsfähigkeit als Institution Bestand haben wird und ihre Zukunft stark vom Kurs während der Finanzkrise abhängt.

Schlüsselwörter

Weltbank, Institutionalismus, Internationale Beziehungen, Institutionen, Weltbankgruppe, IBRD, IDA, Entwicklungshilfe, Selbsterhaltung, Anpassungsfähigkeit, Governance, Finanzkrise, Weltpolitik, Macht, Internationale Organisationen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Weltbank aus der Perspektive des Institutionalismus und untersucht die Gründe für ihre Langlebigkeit sowie ihre Wandlungsfähigkeit als internationale Organisation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Theoriebildung des Institutionalismus, der internen Struktur der Weltbankgruppe und der Analyse, warum Institutionen trotz veränderter globaler Bedingungen weiterbestehen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die „Selbsterhaltung“ der Weltbank zu erklären und zu bewerten, wie die Organisation ihre politische Rolle durch ständige Anpassung an globale Krisen sichert.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es wird eine theoretische Analyse auf Basis der Literatur zu internationalen Beziehungen durchgeführt, ergänzt durch die Untersuchung struktureller Daten und aktueller Entwicklungen der Weltbank.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, eine detaillierte Beschreibung der fünf Weltbank-Institutionen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Macht und dem Selbsterhaltungstrieb der Organisation.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Institutionalismus, Institutionen, Anpassungsfähigkeit, Weltbankgruppe und Machtdynamik innerhalb internationaler Organisationen.

Inwieweit wird das Konzept des "Selbsterhaltungstriebs" bei der Weltbank angewandt?

Der Autor führt an, dass die Weltbank ihren ursprünglichen Gründungszweck – den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg – weit überlebt hat und sich durch die Definition neuer Aufgabengebiete (z.B. Klimapolitik, Armutsbekämpfung) stets neu legitimiert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Weltbank im Kontext der jüngeren Finanzkrisen?

Die Arbeit sieht in der Finanzkrise sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance für die Weltbank, ihre Bedeutung durch schnelle Anpassung und Kooperation mit dem IWF wieder zu stärken.

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Details

Title
Die Weltbank im Zeichen des Institutionalismus - ein Entwicklungshelfer sucht seinen Kurs
College
Martin Luther University  (Institut für Politikwissenschaft und Japanologie)
Course
IB-Ergänzungsmodul: Kooperation und Konflikt im Internationalen System
Grade
2,3
Author
Felix Till (Author)
Publication Year
2009
Pages
26
Catalog Number
V127373
ISBN (eBook)
9783640346714
ISBN (Book)
9783640346486
Language
German
Tags
Weltbank Institutionalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Till (Author), 2009, Die Weltbank im Zeichen des Institutionalismus - ein Entwicklungshelfer sucht seinen Kurs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127373
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