Diese Hausarbeit befasst sich mit der Konservativen Partei
Großbritanniens (Tories) und der Christlich-Demokratischen Union
Deutschlands (CDU). Sowohl die Ergebnisse der britischen
Parlamentswahl im Mai 1997, als auch der Bundestagswahl im
September 1998 bedeuteten für beide Regierungsparteien den
Machtverlust nach langjähriger Regierungszeit. Ausgehend von
diesem weitreichenden Einschnitt sollen die ersten beiden
Oppositionsjahre dieser beiden Parteien betrachtet werden. Haben
beide Parteien in gleicher Weise auf ihren Machtverlust reagiert oder
gibt es landesspezifische Unterschiede? Beschränkten sich die
durchgeführten innerparteilichen Maßnahmen nur auf die
Auswechslung des Führungspersonals oder gab es ebenso eine
programmatische Neuausrichtung? Im Rahmen eines Vergleichs
zwischen den Tories und der CDU sollen Gemeinsamkeiten und
Unterschiede deutlich gemacht werden. Dabei werden die
Ergebnisse der jeweiligen Parlamentswahl noch einmal kurz
dargelegt. Daran schließt sich die Darlegung der personellen und
organisatorischen Maßnahmen der britischen Konservativen und der
CDU in ihren ersten Oppositionsjahren an. Die Hausarbeit endet mit
einer vergleichenden Zusammenfassung. Bei meiner Untersuchung
beschränke ich mich jeweils auf die erste Hälfte der Wahlperiode, so
dass für die Tories die Jahre 1997 bis 1999 und für die CDU die
Jahre 1998 bis 2000 betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Niederlage der Tories bei der Unterhauswahl 1997
3. Die Maßnahmen der Tories in den ersten beiden Oppositionsjahren (1997-1999)
a) personell
b) programmatisch
4. Die Niederlage der CDU bei der Bundestagswahl 1998
5. Die Maßnahmen der CDU in den ersten beiden Oppositionsjahren (1998-2000)
a) personell
b) programmatisch
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht vergleichend, wie die britischen Tories nach ihrer Wahlniederlage 1997 und die deutsche CDU nach ihrem Machtverlust 1998 die ersten zwei Jahre in der Opposition nutzten. Dabei liegt der Fokus auf der Frage, ob sich die Parteien lediglich personell neu aufstellten oder ob sie eine grundlegende programmatische Neuausrichtung vollzogen.
- Analyse der Wahlniederlagen von 1997 (Tories) und 1998 (CDU)
- Vergleich der personellen Erneuerungsprozesse und Nachfolgeentscheidungen
- Untersuchung programmatischer Anpassungen und Richtungswechsel
- Gegenüberstellung von Strategien zur Rückgewinnung politischer Kompetenz
Auszug aus dem Buch
Die Maßnahmen der Tories in den ersten beiden Oppositionsjahren (1997-1999)
Die Wahl des neuen Vorsitzenden der Konservativen Partei fand nach besonderen und komplizierten Regeln statt. Diese sahen vor, dass der Parteivorsitzende von den konservativen Abgeordneten des Unterhauses gewählt wird. Bis es aber dazu kommen konnte, dauerte es mehrere Wochen. Die Wahlgrundsätze sahen bis zu drei Wahlgänge vor.
Im ersten Wahlgang stellten sich mit Kenneth Clarke, William Hague, Michael Howard, Peter Lilley und John Redwood gleich fünf Kandidaten zur Wahl. In der ersten Wahlrunde musste ein Kandidat sowohl eine absolute Mehrheit erreichen, als auch einen mehr als 15%igen Vorsprung vor dem Zweitplazierten erzielen. Diese 15%-Regel fiel im zweiten Wahlgang weg. Dann reichte eine absolute Mehrheit aus. Im dritten und letzten Wahlgang gewann dann der Kandidat mit den meisten Stimmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, den Umgang der Tories und der CDU mit ihrem jeweiligen Machtverlust nach langjähriger Regierungszeit in den ersten zwei Jahren der Opposition zu vergleichen.
2. Die Niederlage der Tories bei der Unterhauswahl 1997: Dieses Kapitel analysiert das historische Wahlergebnis der britischen Konservativen, das den Machtverlust nach 18 Jahren Regierungszeit besiegelte.
3. Die Maßnahmen der Tories in den ersten beiden Oppositionsjahren (1997-1999): Hier werden die personelle Neubesetzung des Parteivorsitzes und der programmatische Kurs der Tories nach der Niederlage untersucht.
4. Die Niederlage der CDU bei der Bundestagswahl 1998: Das Kapitel behandelt die Wahlniederlage der CDU, die zum Ende der Ära Kohl und zum Machtverlust nach 16 Jahren führte.
5. Die Maßnahmen der CDU in den ersten beiden Oppositionsjahren (1998-2000): Es folgt eine Darstellung der personellen Veränderungen sowie der programmatischen Erneuerungsbemühungen der Union, wie etwa die Erfurter Leitsätze.
6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass beide Parteien zwar personell reagierten, sich aber in der programmatischen Aufarbeitung deutlich unterschieden.
Schlüsselwörter
Konservatismus, Tories, CDU, Wahlniederlage, Opposition, Parteivorsitz, William Hague, Angela Merkel, Regierungswechsel, Programmatik, Erfurter Leitsätze, politische Erneuerung, Machtverlust, New Labour, Sozialpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit vergleicht die Oppositionsstrategien der britischen Konservativen Partei (Tories) und der deutschen Christlich-Demokratischen Union (CDU) unmittelbar nach ihren jeweiligen Wahlniederlagen in den Jahren 1997 und 1998.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Aufarbeitung des Machtverlustes, die Wahl neuer Führungspersonen sowie die inhaltliche und programmatische Neuausrichtung beider konservativer Parteien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll geklärt werden, ob die Parteien nach dem Machtwechsel identische Reaktionen zeigten oder ob es landesspezifische Unterschiede gab, insbesondere hinsichtlich der Frage, ob eine inhaltliche Neuausrichtung stattfand.
Welche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um einen politikwissenschaftlichen Systemvergleich, bei dem die personellen und organisatorischen Maßnahmen sowie die programmatischen Entwicklungen in der ersten Hälfte der jeweiligen Wahlperiode gegenübergestellt werden.
Welche Zeiträume werden im Hauptteil betrachtet?
Für die britischen Tories wird der Zeitraum von 1997 bis 1999 und für die deutsche CDU der Zeitraum von 1998 bis 2000 analysiert.
Welche Rolle spielt die personelle Erneuerung in beiden Parteien?
Die personelle Erneuerung wird als erste gemeinsame Reaktion identifiziert, wobei beide Parteien innerhalb weniger Wochen neue Vorsitzende mit Regierungserfahrung wählten.
Wie unterschied sich die Kandidatenfindung bei der CDU von der der Tories?
Bei den Tories gab es einen Wettbewerb mit fünf Kandidaten, während die CDU mit Wolfgang Schäuble einen vorab feststehenden Einer-Kandidaten präsentierte.
Welche Bedeutung hatten die „Erfurter Leitsätze“ für die CDU?
Die Erfurter Leitsätze waren ein zentrales Ergebnis der Programmdebatte von 1999, in der die CDU ihre christlich-soziale Basis betonte und neue Akzente setzte.
Wie verhielten sich die Tories zur Europapolitik?
Die Tories behielten ihren euroskeptischen Kurs weitgehend bei und nutzten diesen, um sich in der Opposition zu profilieren, wobei dies innerparteilich umstritten blieb.
- Quote paper
- Wilfried Pott (Author), 2002, Die Wahlniederlagen der Tories und der CDU und ihre ersten Jahre in der Opposition (1997 - 2000), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12756